Ö1 ist eine Wohltat

in der österreichischen Medienlandschaft. Und ob ein Sonntag ohne Café Sonntag noch ein Sonntag ist…

Mogsch eppes zun leisen?

Es gibt sie immer noch – allen Unkenrufen zum Trotz – die Freigeister, die Gipfelstürmer, die Höhenflieger, die Bewahrer von altem Wissen, die Enfallsreichen und die Humorvollen. Wenn Zeitschriften und Bücher zum Lesevergnügen werden.

Der heilige Zorn

Dieses Bier war heute in meinem Adventskalender. Das Etikett hat es mir sofort angetan. Das schaut aus wie der heilige Zorn, oder zumindest ein gekrönter Zorn.

Aber was ist Suffolk? Eine Grafschaft in der Nähe von London. Der Hauptort heißt Ipswich und liegt am Fluß Orwell. Seit 1746 gibt es dort die Green King Brewery, von der dieses Bier gebraut wird.

Dieser schnaubende Stier und der Zorn haben mein Interesse geweckt. Da gibt es doch ein Zitat von Dorothee Sölle, die ich seit meinem Studium sehr schätze. Eine ganz besondere Frau und Theologin. Und da gibt es doch noch ein Buch von ihrem Partner Steffensky Fulbert irgendwo in unseren Bücherregalen. Gesucht und gefunden.

Wie damals war ich beeindruckt von der Abhandlung über den Zorn, der eines der Charismen eines starken Herzens ist. Eh, der heilige Zorn.

Jetzt habe ich wieder Lesematerial und wie das Bier schmeckt weiß ich nach Feierabend.

Mario Giordano

kann und mag ich nur empfehlen. Ob eines seiner Kinderbücher oder seine Tante Poldi- die am besten als Hörbuch( Philipp Moog als Sprecher- genial). HERZERWÄRMEND.

Canto General- Der Große Gesang

lautet der Titel jenes Werkes für das Pablo Neruda im Jahre 1971 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Dieses Buch und auch seine Liebesgedichte habe ich erstanden nachdem ich damals den Film “Il Postino” gesehen habe.

Seine Biografie ist berührend und dem Dichter hatte er folgende Rolle zugedacht: Er steht auf der Seite der Menschen ohne Schuhe und Schule.

Wann immer die Ereignisse um mich herum( Zäune, Obergrenzen, Folter,…) ein Maß an Grausamkeit übersteigen, fällt mir einer der Sätze aus dem Canto General ein: SIE KÖNNEN WOHL ALLE BLUMEN ABSCHNEIDEN, ABER SIE KÖNNEN DEN FRÜHLING NICHT VERHINDERN.
Aja, und Mikis Theodorakis hat dieses Versepos vertont. Zwei ganz große Humanisten, denen die Menschen nicht egal waren. Es ist wohltuend und heilsam, wenn mir unser Garten die Bilder dazu liefert.

Brachzeit

Ich darf versuchen
die Knoten in meinem Leben
zu entwirren
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich darf hinsehen
auf Geglücktes und Verdrehtes
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich darf mich bemühen
um einen feinfühligen Umgang
um eine differenzierte
Wahrnehmung
um die Achtung meiner Grenzen
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich könnte einfach mal
bei mir bleiben
Knoten, Geglücktes und
Verdrehtes liebhaben
und mein Leben nehmen
wie es ist.

Magdalena Froschauer- Schwarz
aus: Zeit für mich- Zeit mit Gott
Tyrolia- Verlag 2014

Der Brennstoff

hat seinen Namen zu Recht. Nicht Brennmaterial, nein brennende Fragen und brennende Themen werden darin behandelt. Es gibt ihn auch digital als PDF. Für mich ist jeder Satz Gedankengut, zeitloses Gedanken-Gut. In den Ferien ein Hochgenuss, auch wenn die Themen keine leichten, keine seichten sind. Und es ist neben all den Weisheiten immer etwas zum Lachen und zum Weinen dabei.