Bartoli und Florez beschallen unser Haus( und den Garten dazu)

Hunderte(!) Tonträger aller Altersklassen lagern in unserem Haus.

Viel zu selten haben wir die Gnade, einen davon auf- oder einzulegen.
Doch dann gibt es immer wieder diesen einen Tag, da halte ich es ohne Musik nicht mehr aus und dann wird gestöbert und über die Hüllen gestrichen bis das Herz und die Hand einen davon herauszieht.

Das Zeremoniell beginnt. Herausnehmen, säubern, einlegen, Lautstärke einstellen und sich HINGEBEN.

Mein Gott, was für eine Musik, was für Stimmen…

Damit ist die Welt wieder in Ordnung zu bringen.

Ein gutes neues Jahr 2018

Zu den Klängen des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker wieder einmal unter Ricardo Muti (aus Neapel!) sitzen wir hier, diesesmal am Radio, in diesen ersten Stunden des neuen Jahrs: ge- und berührt von der herrlichen Musik, noch erfüllt von den Eindrücken dieser Silvesternacht, die so intensiv war wie schon lange nicht mehr.

Der Fast-Vollmond und das herrlich klare Wetter zauberten einen tiefblauen Nachthimmel umrahmt von schneebedeckten Bergen. Zwei kleine Heißluftballons ließen wir steigen: einen als Dankeschön, den zweiten mit Wünschen und Bitten: er vollführte einen tollkühnen Flug entlang unseres Hauses, sagte auf dem Balkon kurz auf Wiedersehen zu all den Wesen, flog dann noch einmal das Haus entlang und stieg dann erst steil empor. Ganz grad und einfach ist halt nix — aber umso schöner war dann das Steigen zu den Sternen bis wir ihn nicht mehr sehen konnten.

Für das Jahr 2018 wünschen wir nebst der Gesundheit und dem Segen Gottes, Vergnügen, Freude, Spaß und Gestaltkraft für alles, was da kommt!

!

“Angelika, uans nåchn åndern –

und auf deis uane konzentriersch di.”
Diesen Tipp hat mir mein Vater als Überlebensstrategie vor einem Jahr mit auf den Weg gegeben. Vor einigen Jahrzehnten mußte er lernen, dass nicht ALLES ( manchmal AUF EINMAL) geht. Jetzt bin ich dabei, das zu lernen.

Da mir unser Hausbuch ein wichtiges Anliegen ist, tut es mir manchmal recht leid, dass ich nicht mehr in der Regelmäßigkeit schreibe. Das eine oder andere ereilt uns oder erschwert die Bedingungen und so hinke ich wieder einmal hinten nach.

Allerdings macht es so den Anschein, dass an diesem Wochenende viel Zeit ist, um den einen oder anderen Beitrag nachzureichen. Dies ist der Beginn.

Geasch mit, ins Museum?

war der Titel einer Sendung von Radio Tirol. Ich habe diese Worte und die darauf folgende Signation heute noch im Ohr… tatataratatta… Dann hörte man meist eine Türe knarren und der Moderator hat erklärt, wo er sich gerade befindet. So ähnlich ergeht es mir, wenn ich in meinem Reich wieder einmal Museumsstücke finde. Nein, die Geschichten dazu gibt es jetzt nicht. Nur ein paar Fakten.

Ja, ich habe die ersten T-Shirts für diese junge Musikband gemacht. Inzwischen allesamt Familienväter, aber immer noch sehr kreativ.

Ja, Bianca hat in ihrer Modeausbildung für mich Ballkleider aus gelber Seide entworfen. Auch 20 Jahre später noch pfiffig.

Ja, s’Negerle habe ich immer noch. Seit 50 Jahren und seit gestern in neuem, albanischen Outfit.

Ja, wann immer ich nähen, flicken oder werkeln gehe, gehe ich auch in ein Museum. tatataratatatttata…

Drah di um bis der Tånzboden kråcht

Damit diese Bilder die volle Wirkung entfalten können, sollten jetzt folgende Suchbegriffe eingegeben werden: volXXclub, rock me, flashmob in den Arcadenhöfen Riem München.

Jetzt ist die Musik dieser jungen Musiker im Ohr…dammdadadadadadadammmdada

Das erste Mal haben wir dieses Lied bei der Osttiroler Hochzeit als Boarischen getanzt und wann immer ich es höre verbreitet es Lebenslust und Lebensfreude.

So, unser Tanzboden ist fertig und die Lärche zeigt ihr Alter in der Schönheit der Farbe. Wie die Farbe der Nadeln, die dieser Baum im Herbst fallen lässt.

Nach der Einweihung wird es uns dann wohl eher so ergehen…

Motto für den Sommer 2017

Einfach auf CD oder auf YOUTUBE anhören.
Balsam von zwei meiner Lebensbegleiter: Konstantin Wecker und Pippo Pollina.
Da schmilzt die Wörternärrin – auch ob der Stimme, der Melodie, den Instrumenten und der Musiker.

Einfach wieder schlendern,
über Wolken gehn
und im totgesagten Park
am Flussufer stehn.

Mit den Wiesen schnuppern,
mit den Winden drehn,
nirgendwohin denken,
in die Himmel sehn.

Und die Stille senkt sich
leis’ in dein Gemüt.
Und das Leben lenkt sich
wie von selbst und blüht.

Und die Bäume nicken
dir vertraulich zu.
Und in ihren Blicken
find’st du deine Ruh.

Und die Stille senkt sich
Leis’ in dein Gemüt.
Und das Leben lenkt sich
wie von selbst und blüht.

Und die Bäume nicken
dir vertraulich zu.
Und in ihren Blicken
find’st du deine Ruh.

Muss man sich denn stets verrenken,
einzig um sich abzulenken,
statt sich einem Sommerregen
voller Inbrunst hinzugeben?

Lieber mit den Wolken jagen,
statt sich mit der Zeit zu plagen.
Glück ist flüchtig, kaum zu fassen.
Es tut gut, sich sein zu lassen.

Einfach wieder schlendern
ohne höh’ren Drang.
Absichtslos verweilen
in der Stille Klang.

Einfach wieder schweben,
wieder staunen und
schwerelos versinken
in den Weltengrund.

Glück ist flüchtig, kaum zu fassen.
Es tut gut, sich sein zu lassen.

Einfach wieder schlendern,
über Wolken gehn
und im totgesagten Park
am Flussufer stehn.

Mit den Wiesen schnuppern,
mit den Winden drehn,
nirgendwohin denken,
in die Himmel sehn.

Olles kannt des letzte Mol sein

drum soit ma sichs uodentlich gebm…lautet eine Liedzeile unserer Tanz-CD. Gesungen von Ernst Molden, “dem Leonard Cohen von Wien… schreibt wie ein Dichter und singt wie ein Henker” (Wolfgang Kralicek, Falter). Ich mag seine Lieder und ich bin dankbar darüber, dass es uns immer wieder gelingt, uns aus dem Alltag herauszuholen, um unser Leben zu feiern. Es kanntet jo des letschte Mol sein….

Wer klopfet an?

Wir waren gestern beim Planseekonzert, das diesmal von den Wiltener Sängerknaben gestaltet wurde. Ein Knabenchor, der vor allem das ältere, weibliche Publikum dazu bringt, ihre Herzen zu öffnen. Nach der Pause waren die Lieder adventlich und bei “WER KLOPFET AN?” war auch mein Herz offen – weit offen – wundweit offen.

Welcher MENSCH kann sich dieses Lied im Jahr 2016 anhören oder singen und dabei nicht an der CHRISTENHEIT und der MENSCHHEIT verzweifeln?

Wir alle WISSEN, dass vor unserer Haustüre( im wahrsten Sinne des Wortes) Menschen erfrieren und Menschen ertrinken.

Wer macht seine Türen SPERRANGELWEIT auf??
Danke für jedes Willkommen, für jedes offene Herz und jede offene Tür.

Was für eine Nacht

Konstantin Wecker begleitet mich mit seiner Musik seit Jahrzehnten. Dieses Konzert, das wir mit Martin und Rosa besuchten, war der Start in unseren heurigen Urlaub. BALSAM für meine geschundene Seele. Wohltuend die Poesie und die Wahrhaftigkeit der Lieder. Was für eine Nacht, so warm und geduldig…

1.1.2016

Kalenderwechsel und dann ab auf die Couch, um den Wiener Philharmonikern bei ihrem 75. Neujahrskonzerts zu lauschen. Mein Gott, wie reich ist dieses Land an Traditionen, Künsten und Schönheiten der Natur.

Ensemble Cantabile Freising – Marienvesper von Monteverdi

Claudia singt im Vokalensemble Cantabile, und lädt uns zu ihren Konzerten immer ein. Ehrlich gesagt, haben wir nicht einmal geahnt, was uns da erwartet: die Marienvesper von Monteverdi. Aufgeführt in der Pfarrkirche St. Georg in Freising, gemeinsam mit sechs Gesangs-Solisten und dem Barockorchester La Banda. Und mit einer  Theorbe (=Bass-Laute)-Spielerin – Petra Burmann – deren Instrument nicht nur optisch herausragend war, sondern die durch ihre Spielfreude in den vielen beschwingten Passagen der Vesper hin- und mitreißend war, in den Solopassagen, gemeinsam mit einem Sänger (einmal als Echo vom anderen Ende der Kirche aus), fesselnd.

Diese Beschreibung trifft auf die gesamte Aufführung zu: der Chor und die Solisten wechselten die Orte, an denen sie sangen, die Takte, die Rhythmen, die Stimmungen und jedesmal wieder war es ein Fest: zu Beginn und am Ende jubilierten alle, der Klang hallte gefühlt noch Minuten nach. Am Ende wollte der Applaus kein Ende nehmen. Jetzt noch klingt es in unseren Ohren.

 

Ammersee im November

Die Tage vor einer Reise sind meist von Organisation und Management geprägt. Darin sind wir jetzt schon wahre Profis. Selbst Ereignisse, die uns im letzten Moment ereilen (Legenot von Tau), bringen uns nicht mehr aus dem Konzept. Es ist ein gutes Konzept. Und wie so oft, wenn wir im Frühjahr oder im Herbst verreisen, gibt uns der Wetterbericht zusätzliche Aufgaben. Aber wie gesagt, wir haben ein gutes Konzept.

Der Garten winterfest, die Tiere in besten Händen, das Haus in guter Ordnung, vorbereitet und vorgekocht, alle Mitbringsel eingepackt, sogar ein wenig Information über Monteverdi und die Marienvesper hatte noch Platz- so haben wir uns in Richtung Freising aufgemacht.

ÜBER LAND fahren, weil wir Zeit haben. Weil wir die Gemächlichkeit, die reizenden Orte, das jederzeit stehen bleiben können, sehr schätzen.

Impressionen von unserem Halt am Ammersee. Strömender Regen im November.

Tischgeflüster am Morgen

Manchmal erlaubt es der Stundenplan, am Morgen ZEIT ZU HABEN. Dann sitze ich gerne am Tisch, einem Zentrum unseres Lebens und lasse den Blick schweifen.

Der TAG Tischgeflüster hat sich daraus ergeben.

Die Brottüte aus der Mailänder Scala, die Schokolade aus dem Rinacsente, der Stein vom Strand und ein Stück Stuckatur aus der Familienkapelle von Casanova.

Gute Begleiter in einen neuen Tag!!!!!

Und, das Gefühl von GETRAGEN SEIN!!!

Table whispers in the morning – Sometimes our schedule makes it possible TO HAVE TIME for your own. Then I like to sit at the table, a center of our life and let my eyes wander.
The TAG table whisper has arisen from it.
The bread bag from La Scala, the chocolate from the Rinacsente, the stone from the beach and a piece of stucco from the family chapel of Casanova.
Good companion to a new day !!!!!
And, the feeling of BEING BORN !!!

Mailand

ist immer eine Reise wert. Weltstadt, die wohl für jeden etwas zu bieten hat. Für Hermann und Pia war es der erste Besuch in dieser Metropole. Und so war es ein Schauen und Staunen ob all der Bauwerke. Die Galerien mit ihren Cafés und Boutiquen, die Scala, die an die göttliche Callas(SCHWÄRM!!!!)und an Karajan erinnert, die Künstlerviertel, die Pinakothek in Brera,die, zu unserem Glück, gerade alle Highlights im Hause hatte und die netten Geschäfte. All das war AUGENBALSAM und gut für die Seele.

Milan always is worth a trip. A cosmopolitan city that has something to offer for everyone. For Hermann and Pia it was the first visit to this metropolis  And so it was looking and wondering seeing all these buildings. The gallery with its cafés and boutiques, the Scala, which recalls the divine Callas (rave !!!!) and Karajan, the artists’ quarter, the Pinacoteca Brera, which, fortunately for us, just had all the highlights in the home and nice shops. All this was EYE BALM and good for our soul.

Küchenradio

Am 1. Oktober 1924 wurde in Österreich die erste Rundfunksendung ausgestrahlt, von der RAVAG (Radio Verkehrs AG): sie wurde 1938 liquidiert, nach Kriegsende existierten Sendegemeinschaften in allen Besatzungszonen (Radio Wien unter sowjetischer Aufsicht, Sender „Rot-Weiß-Rot“ unter amerikanischer), die 1955 zum Österreichischen Rundspruchwesen vereinigt wurden. Erst am 1. Jänner 1958 war der Österreichische Rundfunk zum Senden berechtigt, der erst 1964 durch ein Volksbegehren die heutige Form erhielt.

Die verwendete Technik entwickelte sich in dieser Zeit ebenfalls: während anfänglich Mittelwelle verwendet wurde (Wellenlängen 1000m-100m), die für unser gebirgiges Land denkbar ungeeignet ist und daher nur in den Städten gut funktionierte, wurde später Kurzwelle (bis 10m) verwendet. Die heute verwendete Ultrakurzwelle (bis herunter zu einem Meter – verwendet werden Frequenzen um 100Mhz) konnte erst seit dem 1. Juli 1953 überhaupt verwendet werden (Europäisches Rundfunkabkommen Stockholm 1952). Die Besatzungsmächte verboten seit 1945 die Verwendung von Wellenlängen kürzer als 10m, und erlaubten sie ab 1949 in Deutschland, aber erst 1953 in Österreich. Das Zustandekommen der österreichischen Sendungen durch Verschicken von Tonbändern konnte bei den Amerikanern den Verdacht nicht ausräumen, dass dabei kommunistische Propaganda eingeschleust werden könnte. Es dauerte vom 6. September 1953 bis zum 15. Dezember, dass die Amerikaner nach mehrmaligem Verhindern der Sendungen diese rein österreichischen Programme zuließen, der erste auf dem Kahlenberg in Wien, in Innsbruck wurde vom Landhaus aus mit 300W gesendet (viel mehr dazu z.B. hier)

In Tirol wurde die erste Sendeanlage auf dem 2246m hohen Patscherkofel am 21. Dezember 1956 eingeweiht, sendete aber nur schwach: erst am 1. Juni 1959 konnte der UKW-Betrieb aufgenommen werden.

All das ist für unseren Radio, den wir am Montag von einem Radiobastler aus Wien, der das Gerät liebevoll und herrlich restauriert hat, erhalten haben, von großer Bedeutung: der Empfänger wurde von der österreichischen Firma Eumig (das ist eine andere interessante, noch viel längere Geschichte, die ich hier nicht erzählen werde) 1956 gebaut, also zu einer Zeit, als UKW in Österreich gerade erst begonnen hatte. Die Empfänger von Minerva (z.B. der 556W aus dem Jahr 54/55 hatte deshalb eine provisorisch mit 0-100 beschriftete Skala – den gibt’s bei der issba in Reute).

Unser Eumig Eumagnus 363W hat eine Skala, die von 88-100 beschriftet ist, mit Senderbezeichnungen. Über 100(MHz) ist noch nichts, das ist für die damalige Zeit normal.

Die Technik, die dahinter steckt schaut abenteuerlich und spannend aus! Das magische Auge funktioniert hervorragend, eine kurze Wurfantenne reicht für guten Empfang aus!

Und so begrüßen wir den neuen Tag mit „Guten Morgen Österreich“ mit unserem neuen, fast 60 Jahre alten Küchenradio!