Musik zum Überleben

von der Egberto Gismonti Group, höre ich gerade, während ich das schreibe, eine CD aus dem Jahr 1993. Bei Keith Jarrett und dem Köln Concert war es ganz gleich: ich bin schon nach wenigen Tönen im Innersten ergriffen. Hier erwischen mich jede einzelne Note der Gitarre(n), der Klang des Cellos, die tiefen, vibrierenden Basstöne. Später dann das Piano. Allesamt klingen die Töne, spielen alle gemeinsam, für einen Teil von mir, der normalerweise gscheit verborgen ist, von dem ich manchmal selber gar nicht spüre, dass es ihn gibt. Es schnürt mir bei manchen Liedern die Kehle zu. Bei anderen möchte ich aufspringen (und tanzen)! Ich schmelze.

Das passiert nur, wenn die Anlage etwas kann, was man schwer beschreiben — aber erleben kann. Zum Schwingen bringen, wie es eine Stimme kann, die ein Lied singt. All das kann unser neuer, herrlicher CD-Spieler, in Kombination mit der recht alten aber schon damals gut ausgesuchten Anlage.

Ach, paradiesisch!

S’Notenkufer und der alte Stuhl

Wenn schon, denn schon.
Wenn wir schon den “Musikraum” in unserem Haus umordnen und umbauen, dann brauchen auch die Noten, die bisher ehe lose im Raum verteilt waren, einen neuen Platz.
Dafür habe ich meinen uralten Handarbeitskoffer hergegeben, um all die Stücke, die Hermann spielt oder gespielt hat, griffbereit zu haben.
Für mich der perfekte Anlass, um den x-ten Versuch zu starten, diesem Stuhl die passende Hülle zu verleihen.
Es fehlt nur noch der Webteil der Sitzfläche, das werde ich bis Ostern doch schaffen… Gut Ding braucht eben Weil.

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Traudi, die Hüterin der Musik ist da

Da war doch was mit Tanz und mit Opern und Schokolade…
Früher einmal, in den Anfängen und als Teil des Versprechens am See… Damit dafür wieder Raum und Zeit ist, habe ich Traudi erstanden. Um uns an die Wichtigkeiten des Lebens zu erinnern.

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Von Attwenger, Bartoli, Karajan über Molden, Jarrett, Toto bis zu Xavier und Zappa

Während Hermann sich durch den Kabelsalat und sämtliche Funktionen der Geräte gewühlt und gearbeitet hat, habe ich mich der “inneren” LP- und CD- Sammlung hingegeben. Ja, im Depot lagern auch noch jede Menge Schätze, das nenne ich die äußere Sammlung- die ist dann für die Pension, wenn ich ganz viel Zeit habe. Soll’s geben.

Unser beider Musik- und Konzertgeschichte hat sich vor mir ausgebreitet und es war ein Baden in all den Empfindungen und in all den Erinnerungen.

Und um auf die Überschrift Bezug zu nehmen, glaube ich, dass wir für jeden Buchstaben des Alphabets mehrere Interpreten in unserem Repertoire haben.

Jetzt sind sie alle- thematisch und zeitlich geordnet- griffbereit im schwarzen Kasten.

Der weiteren Beschallung der Klockerei steht nichts mehr im Wege.

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Boxen, einen Plattenspieler und einen Verstärker

hab ich mir damals leisten wollen, 1983, vom Verdienst eines ganzen Sommers Ferialarbeit. Bin nach Wien gefahren, denn nur dort hatten sie diese Elac-Boxen und den Dual Plattenspieler mit dem legendären Tonabnehmer und der Originalnadel. Ich konnte also nur Vinyl abspielen, das aber für mich himmlisch gut: Klavier wollte ich hören, Keith Jarrett und Stimmen.
Der Verstärker war damals schon gebraucht aber ein ganz besonderes Gerät. Inzwischen sind fast alle Lamperl kaputt, aber er spielt immer noch grandios. Natürlich ist inzwischen auch ein CD-Spieler dazu gekommen, aber immer noch klingen die Platten besser! Fast 40 Jahre ist die Anlage alt.

Jetzt ist’s endlich wieder soweit, die Anlage ist wieder in Betrieb, hat nur einen einzigen zusätzlichen Anschluss bekommen (an die digitale Welt über ein 10 Jahre altes Apple-TV-Kisterl), alles andere ist endgültig wieder rausgeflogen: kein VHS mehr (kaputt), keine Audio-Kassette (nicht benötigt), auch der DVD-Spieler hat ausgedient (kaputt), Fernsehempfänger braucht’s eh schon lang nicht mehr (und war auch nicht digital). Schöne Leere im Kastl. Als Radio (dauerhaft auf Ö1 eingestellt) ist unser hier schon geschildertes Küchenradio im Einsatz, aus dem Jahr 1956, also fast 65 Jahre alt.

Das hört sich alles ein bisschen nostalgisch an, solche Gschichtln hat früher der Opa erzählt oder die Oma. Da brauchen wir nicht lang zu rechnen: in dem Alter sind wir, aber Alter spielt beim Musikhören gar keine Rolle! Was für ein himmlischer Genuss!

Andris Nelsons, Georg Ringsgwandl und Ö1

haben uns durch die ersten Stunden des neuen Jahres begleitet.
Berührend die Lebensgeschichte von Ringsgwandl.
Verzaubernd die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons, der Blumenschmuck der Wiener Stadtgärtnereien und das Ambiente Wiens.
A bisl a Geld für die Neujahrswünscher ist auch noch geblieben, obwohl einige den Weg in die Klockerei gefunden haben.

Geteilte Freude

Wir haben uns sehr über diese doch sehr speziellen Biere gefreut. Hofbräu Kaltenhausen haben wir schon vor einigen Jahren durch einen ehemaligen Schüler kennengelernt. Jetzt haben wir Nachschub bekommen, einen Teil der 200 Jahre Stille Nacht Kollektion. Auf der Rückseite sind auf den Etiketten die einzelnen Strophen abgedruckt. Jene aus der Urfassung, die uns so gut gefallen haben, sind mit dabei.
Und wenn der Winter sich weiterhin so zeigt, haben wir fast ein stimmiges Ambiente, um eines davon zu verkosten.

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Wer ist der Komponist der letzten Zugabe?

Mit dieser Frage sind wir vom letzten Planseekonzert entlassen worden.
Ein Konzert ganz nach meinem Geschmack.
Wenn sich zwei Menschen derart ihrer Leidenschaft und ihrer Berufung hingeben, gepaart mit Achtsamkeit und Hingabe, dann ist das pure Energie.
Nur, wer war der Komponist der letzten Zugabe? Wer ist im Ranking um die beliebtesten Opernmelodien mit Rossini immer wieder gleich auf ?
Mozart, Puccini oder doch Bizet?
War das aus Carmen?
Wir werden in unserem schlauen Buch „Opern für Dummies“ nach der Lösung suchen.

Was für eine Nacht…

So warm und geduldig,
setzt euch näher zu uns her,
schenkt noch einmal ein.
heute spricht mal keiner
den anderen schuldig,
heute läßt mal jeder
den andern anders sein…

Dieses Lied klingt mir seit dem Erwachen inmitten der Nacht in den Ohren.
Konstantin Wecker und Pipo Pollina.

Bisher habe ich dieses Lied immer mit Sommer und Wärme in Verbindung gebracht, es auch zu diesen Zeiten gehört und gespielt, gesungen und gegrölt.
Aber diese Nacht hat genau diese Qualität und diesen Geschmack.
Warm und geduldig.
Was für eine Nacht…

In Biersocken ins neue Jahr

Entspannungsübungen mit Tiefenwirkung waren die Grundlage, um uns auf den Neujahrswalzer in unseren aktuellen Tanzschuhen einzustimmen.
Und dann hieß es immer: Vor- Seit-Schluß…
Bin schon recht gespannt, wieviele Takte ich durchhalte…

Weihnachten 2018 in der Klockerei

23.12.18: Wir schaffen heuer das erste mal, dass wir Krippe und Baum vor dem Hl. Abend fertig haben.
24.12.18: Falsch gedacht, nicht mit dem Leben gerechnet. Menschen kommen und gehen.
Zsamm’ sitzen und ratschen, es fein haben.
Die Geburtsgruppe steht, der Baum auch.
Ungeschmückt.
Viele Wünsche und Pakteln liegen bereit.
Die Sendung auf Ö1 über Stille Nacht, Heilige Nacht berührt uns sehr und begleitet uns durch den Tag.
So schöne Strophen- warum werden die nie gesungen?
O.K., das geht sich nicht mehr aus.
Gut, machen wir es australisch, britisch, italienisch: der 25.12. wird anvisiert.
25.12.18: Krippe und Baum erstrahlen in all ihrer Pracht.
26.12.18: Baum liegt am Boden, Maxi ist die Unschuld in Person.
27.12.18: Baum und Krippe strahlen um die Wette. Maxi bevorzugt das Sofa.

music was my first love

Musik ist einer der Grundpfeiler unseres Lebens.
Leider geben wir ihr viel zu selten den Raum, den wir uns wünschen.
Beide haben wir eine stattliche Sammlung an Vinyl, CDs und noch älteren Tonträgern.
Damals haben wir sie übersiedelt, seither lagern sie im Depot.
ABER jetzt- in diesem Advent werden sie hervorgeholt, abgestaubt, sortiert, inventarisiert und mit so manchem ACH und so mancher Träne abgespielt.
Was wäre diese Welt ohne Musik?- so lautete der Titel meines ersten Gedichts im Teenageralter- oder um es mit ABBA zu sagen: music was my first love.

Bartoli und Florez beschallen unser Haus( und den Garten dazu)

Hunderte(!) Tonträger aller Altersklassen lagern in unserem Haus.

Viel zu selten haben wir die Gnade, einen davon auf- oder einzulegen.
Doch dann gibt es immer wieder diesen einen Tag, da halte ich es ohne Musik nicht mehr aus und dann wird gestöbert und über die Hüllen gestrichen bis das Herz und die Hand einen davon herauszieht.

Das Zeremoniell beginnt. Herausnehmen, säubern, einlegen, Lautstärke einstellen und sich HINGEBEN.

Mein Gott, was für eine Musik, was für Stimmen…

Damit ist die Welt wieder in Ordnung zu bringen.

Ein gutes neues Jahr 2018

Zu den Klängen des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker wieder einmal unter Ricardo Muti (aus Neapel!) sitzen wir hier, diesesmal am Radio, in diesen ersten Stunden des neuen Jahrs: ge- und berührt von der herrlichen Musik, noch erfüllt von den Eindrücken dieser Silvesternacht, die so intensiv war wie schon lange nicht mehr.

Der Fast-Vollmond und das herrlich klare Wetter zauberten einen tiefblauen Nachthimmel umrahmt von schneebedeckten Bergen. Zwei kleine Heißluftballons ließen wir steigen: einen als Dankeschön, den zweiten mit Wünschen und Bitten: er vollführte einen tollkühnen Flug entlang unseres Hauses, sagte auf dem Balkon kurz auf Wiedersehen zu all den Wesen, flog dann noch einmal das Haus entlang und stieg dann erst steil empor. Ganz grad und einfach ist halt nix — aber umso schöner war dann das Steigen zu den Sternen bis wir ihn nicht mehr sehen konnten.

Für das Jahr 2018 wünschen wir nebst der Gesundheit und dem Segen Gottes, Vergnügen, Freude, Spaß und Gestaltkraft für alles, was da kommt!

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“Angelika, uans nåchn åndern –

und auf deis uane konzentriersch di.”
Diesen Tipp hat mir mein Vater als Überlebensstrategie vor einem Jahr mit auf den Weg gegeben. Vor einigen Jahrzehnten mußte er lernen, dass nicht ALLES ( manchmal AUF EINMAL) geht. Jetzt bin ich dabei, das zu lernen.

Da mir unser Hausbuch ein wichtiges Anliegen ist, tut es mir manchmal recht leid, dass ich nicht mehr in der Regelmäßigkeit schreibe. Das eine oder andere ereilt uns oder erschwert die Bedingungen und so hinke ich wieder einmal hinten nach.

Allerdings macht es so den Anschein, dass an diesem Wochenende viel Zeit ist, um den einen oder anderen Beitrag nachzureichen. Dies ist der Beginn.