Archiv für den Monat: November 2017

Sardellen: Alici Acciughe Anchovis, Alacce ?

Ich hab schon sehr oft Sardellen verschiedenster Art gekauft und war am Anfang ein bisschen verwirrt: es ist aber eigentlich ganz einfach: Alici und Acciughe sind Synonyme, Bezeichnungen verschiedener Herkunft (1), für unsere europäische Sardelle (Engraulis encrasicolus), Anchovis (2) auch (manche bezeichnen nur Sardellenfilets als solche).

Alecce (Sardinella Aurita — Goldsardine) gibt’s auch, auch auf “Italienmärkten” und die schauen ähnlich aus: allerdings meist deutlich größer, etwas dicker und etwas billiger — was nicht heißt, dass das nichts wert ist: die sind gut, aber es sind einfach andere Fische: auf Butterbrot, Pizza oder in Tomatensauce wunderbar. Aber wissen mag ich, was ich da bekomme.

Und, wie schon beschrieben: an Feiertagen gibt’s bei unserem Türken frische Sardellen — das ist dann noch einmal was ganz anderes, ganz feines.

Anmerkungen:
(1) acciuga kommt aus dem Lateinischen/Griechischen und bedeutet eigentlich nur “kleiner Fisch”. alice dagegen ist ein Wort aus Süditalien.
(2) kommt angeblich aus dem Baskisch/Niederländischen.

Brot aus Hartweizengries und Emmer mit Pasta Madre

Endlich! ist es soweit, ich habe das erste Brot aus dem grandiosen „Pasta Madre, Pane Novo, Grani Antichi“ von Antonella Scialdone gebacken und das Ergebnis ist sagenhaft! Eine herrliche Kruste, große und kleine Poren und ein unvergleichlich feiner, nur leicht säuerlicher Geschmack von der Pasta Madre.
Das Buch werde ich noch an anderer Stelle besprechen, es ist das erste, mit dem ich wirklich etwas anfangen kann, weil die Angaben sowohl zur Herstellung der Pasta Madre für die verschiedenen Getreidearten als auch die Rezepte genau genug sind. Das ist nicht mehr ganz so einfach wie mein Roggensauerteig, aber es lohnt sich ungemein!

d´Schnute Hanni und die Sirapuit Goti

Ja, diese zwei Fotos müssen auch noch sein.
Die Lebensgeschichten dieser beiden schneidigen Weiberleit würden auch Bände ergeben. Allein die Ansammlung an Wissen, die sie hatten…
Ich habe mir diese beiden Bilder wegen der Hennen ausgesucht. Auch da bin ich in guter Tradition.

Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln…

Damit und mit den beiden Fotos könnte ich diesen Beitrag auch schon belassen.

Die Bilder sprechen Bände. Ja, eben Bände. Bände könnte ich über diese beiden Bilder schreiben.

Vielleicht sollte ich eine eigene Seite einrichten, um über all die Fundstücke, die mir am letzten Wochenende untergekommen sind, zu berichten. Ich war auf der Suche nach Kopien für meine Bibelrunde, dabei ist mir auch der Ordner mit den alten Fotos in die Hände gefallen.

Gesprudelt haben die Geschichten über die Anstaltschützen(das gibt es wohl nur in Imst), die Pfarrkirche, in Papa, die Mama, in Herrn Eberlein, das Taschachhaus, Herlinde, warst du die Fotografin vom unteren Bild? Ich mache es kurz: Es tuat sou guat, wenn ma setnige Wurzeln hat!!

Das Wichtigste im Leben von EUGEN DREWERMANN

In den Zeiten der Muße finde ich wieder mehr Zeit um mich den Worten, der Sprache, den Gedanken hinzugeben. Meist fallen sie mir ja- einer Richtschnur gleich- in den Zeiten der Wellen, der Wogen und der Stürme zu. In diesen Zeiten bin ich allerdings mit Segeln und mit Rudern beschäftigt. Wenn dann alles wieder klar Schiff ist, dann mag ich es, mir die Route noch einmal anzuschauen, in diesem Falle auch aufzuschreiben.
Je abenteuerlicher die Zeit auf hoher See war,umso heimeliger der sichere Hafen, der mir eine liebgewonnene Bleibe ist.
Aber jetzt zu den Worten von Eugen Drewermann. Er ist mitverantwortlich dafür, dass mir das WORT GOTTES ein Auffangbecken fürs MENSCHELEN geworden ist. Von Beginn an.

Wir sind in dieses Dasein getreten als erwünscht, als geladen, als berufen.
Es gäbe uns nicht auf dieser Erde, stünde nicht ganz sicher fest, dass Gott uns an seiner Tafel haben möchte.
Wenn dieses Gefühl, beliebt genug zu sein, um dazuzugehören, tief genug ist, braucht die Profilierungsneurose uns nicht mehr zu verschleißen in endlosen Quälereien. Es ist möglich, ruhig dabei zu sein, den anderen gelten zu lassen…
Ist es nicht so, dass wir unser Dasein völlig anders betrachten könnten, fühlten wir uns wirklich als Eingeladene?
Wir brauchten um die Eintrittskarte nicht zu kämpfen, wir müssten nicht erst beweisen, wer wir sind, durch Leistung, Anstrengung als Emporkömmlinge.
Wir wären höchst erwünscht im Leben und es gäbe unsichtbar so etwas wie einen Anruf, der uns erreicht und bittet, da zu sein in dieser Welt:
Was wir das Leben nennen, sei nicht der Kampf der Fittesten gegen die Konkurrenten, sondern eine Vorbereitung für ein königliches Mahl;
an dieser Tafel Platz zu nehmen sei unsere Würde, die uns unsichtbar schon jetzt verliehen sei.

Buon appetito!!!!

Zwiebelrezept Teil 2

Zwiebeln in Olivenöl anbraten

bis sie Farbe angenommen haben.

Herausheben und in eine Schüssel legen. Knoblauch, Chili, Fenchel, Lorbeerblätter und Nelken im Öl kurz anbruzzeln und zu den Zwiebeln in die Schüssel geben. Schön aufgeteilt in die Gläser schichten.

Das restliche Olivenöl mit dem Honig erwärmen und abschließend über die Zwiebelen gießen. Verschließen und 4 Wochen warten bis man probieren darf.

Ein paar davon habe ich beim Einfüllen kosten MÜSSEN!! Prädikat: Sehr Gut

Zwiebeln in Honigmarinade

Auch das gehört für mich zur Muße. Was machen wir mit all der Ernte? Was können wir lagern?Was sollten wir verarbeiten?

Rezepte schmökern und ausprobieren.

Mit dem Einlegen, Einkochen und Einwecken beschäftige ich mich schon sehr lange, aber dieses Rezept hat mich von der ersten Zeile an neugierig gemacht. Diese Art war neu für mich.

Bei der Zwiebelernte waren auch ein Korb voll mit kleineren Knollen dabei. Die haben sich für dieses Rezept regelrecht angeboten.

Ungeschälte Zwiebel kochen!

Mit kaltem Wasser abschrecken und schälen.

Die pflutschen so richtig aus der Schale raus und liegen dann wie kleine Perlen in der Schüssel.

Mit Salz bestreuen und einen halben Tag ziehen lassen.

Zeit für die Muße

Am Ende des Gartenjahres waren wir zufrieden und müde zugleich. Wie so oft hat es uns die Wetterunbill dieser Region recht erschwert, den Garten in Ruhe winterfest zu machen. Aber- wir habenn es geschafft. Damit ist jetzt Zeit für Mußestunden- nicht nur für Cipollino und mich. Für alle in der Klockerei beginnt jetzt die gemütliche Zeit.

Die letzte Ernte

war den Kräutern gewidmet. Ein guter Teil davon haben wir eingefroren, damit wir auch im Winter diese herrlichen Aromen verkochen können. Die Lorbeerblätter, die heuer besonders groß gewachsen sind, lasse ich trocknen.

Fünf Nåckebatzl

Die Männer waren mit dm Abbau der Schutzhülle und dem Entfernen des Efeus fertig und auf dem Weg in die Mittagspause. Ich wollte mir die Baustelle, die sie hinterlassen haben, anschauen. Fünf rosarote Würmchen sind da auf er nackten, kalten Erde gelegen. Da hat wohl eine Maus ein Nest gehabt und ist vor dem Lärm geflohen. Ich hole meinen Handschuh und will die nackten Wuzzelen entsorgen. Doch die haben sich bewegt .Die sind noch am Leben. Was soll ich jetzt tun?
Ein alter Blumentopf war schnell mit Schafwolle gefüllt und ausgestopft. Ein wenig Heu dazu und die fünf Zwetschgelen ab in die wärmende Wolle. Den Blumentopf habe ich so nah wie möglich an das alte Nest gestellt, gut verbarrikadiert, dass Maxi oder eine andere Katze ja nicht hinkommt. Futter ausgestreut, in der Hoffnung, dass die Mäusemama zu ihren Babys gelockt wird. Hoffentlich hat sie es und haben die Würmchen die Übersiedlung gut überstanden.

MacGyver und der Efeu

Beim Hausbau hat uns Hermann Senior für die Wärmepumpe eine Schutzhülle aus Holz gebaut. Eigentlich eine “Lärmschutzhülle”- sie surrt ssooooo laut… hat er gesagt. Um diesen Holzwürfel im Garten etwas ansehnlicher zu machen habe ich damals Efeu und Hopfen zur Berankung gesetzt. Schön war er der Efeu mit seinem satten Grün. Bis zu dem Tag, da uns ein Wasserverlust im Heizungssystem zur defekten Wärmepumpe geführt hat. Der Rest war eine Kooperation von Hermann, Heizungstechniker1 aus Breitenwang und Heizungstechniker 2 aus Oberösterreich. Via schriftlicher Anleitung und Tipps von Techniker 2 hat sich Techniker 1 daran gewagt, das Ding zu reparieren. Fundstücke aus den Katakomben einer Firma haben dann zur Lösung des Problems geführt. Fast wie damals bei Macgyver. Vom Efeu habe ich mir ein paar Zweige behalten und hoffe darauf, dass sie gut wurzeln. Für einen neuen Platz im Garten. Die Heizung läuft Dank hilfsbereiter und engagierter Techniker wieder wie am Schnürchen. Rechtzeitig zum ersten Schneefall.

Die Berner Landfrauen

waren unsere vorletzte Ernte. Jede zeigt einen anderen Farbton und eine andere Musterung. Es ist fast wie Weihnachten, die Schoten aufzumachen. Man weiß vorher nie, wie die Bohnen innen ausschauen. Eine sinnliche, fast meditative Tätigkeit, die Bohnenernte.

Vorvorletzte Ernte 2017

Es war ein gutes Gartenjahr, das Jahr 2017. Eine reiche und vielfältige Ernte haben wir bekommen. Alles zur rechten Zeit und nichts im Übermaß, sodass die Verarbeitung ein rechter Genuss war. Da im nächsten Frühjahr die Hochbeete auch an einem anderen Platz stehen werden, haben wir auch jenes Gemüse herausgeholt, das ich in all den anderen Jahren bis in den Winter hinein in der Erde gelassen habe. Einen Korb voller Rohnen und Karotten habe ich noch aus der Erde geholt und bis zum Verkochen in eine Erdkiste gegeben. Das Rohnenkraut hat Hermann inzwischen schon lange zu Pesto und Gemüse verarbeitet und von Woche zu Woche werden auch die Gelbruaben und Rohnen weniger.

“Angelika, uans nåchn åndern –

und auf deis uane konzentriersch di.”
Diesen Tipp hat mir mein Vater als Überlebensstrategie vor einem Jahr mit auf den Weg gegeben. Vor einigen Jahrzehnten mußte er lernen, dass nicht ALLES ( manchmal AUF EINMAL) geht. Jetzt bin ich dabei, das zu lernen.

Da mir unser Hausbuch ein wichtiges Anliegen ist, tut es mir manchmal recht leid, dass ich nicht mehr in der Regelmäßigkeit schreibe. Das eine oder andere ereilt uns oder erschwert die Bedingungen und so hinke ich wieder einmal hinten nach.

Allerdings macht es so den Anschein, dass an diesem Wochenende viel Zeit ist, um den einen oder anderen Beitrag nachzureichen. Dies ist der Beginn.