Vom Schneetal bis Pisswang

Schon zum zweiten Mal hatten wir heuer Besuch aus Wien: dieses Mal die vorherige Generation. Neben all dem feinen Zusammensitzen, Essen, Trinken und Ratschen zog es auch sie in die Berge.

Die Überschreitung des Reuttener Hahnenkamms über die  Schneetalalm nach Nesselwängle zum Haldensee war die erste Tour. Auf der Alm herrschte, wie so oft in diesem Sommer, Wassermangel — man trank eben etwas anderes  und konnte dabei junge Männer beobachten, die ein Wasserfass mit waghalsigen Manövern durchs Gelände manövrierten. Wir holten die beiden am Haldensee ab und ließen den Abend zuhause ausklingen.

Die nächste Wanderung führte zur Ehrwalder Alm und, über den Seebensee, zur Coburger Hütte. Nicht wenige hatten dasselbe Ziel, ein Kontakt jagte den anderen. Im Nachhinein konnte man froh sein, zumindest auf der Alm keinen Kontakt zu jagenden Kühen gehabt zu haben (wie Tage später ein anderes Paar): Andreas hätte wohl gleich reagiert! Glühend vor Begeisterung und Sonne trafen wir die beiden beim WAS cooking und genossen ein herrliches Abendessen im Freien (im Schatten).

Am nächsten Tag verbrachten wir den Vormittag mit einer intensiven Rad-/Bergtour auf die Gehrenalm bzw. eigentlich deren Planung: sehr vergnüglich und entspannt, begleitet von Knabbereien und ein paar kleinen Bierchen. Die Durchführung erübrigte sich.

Zum Auslockern perfekt war die letzte Tour: den Lechweg entlang zur Sternschanze, eine Befestigung aus dem dreißigjährigen Krieg — eine gemütliche Radtour mit fallweisem Kontakt zu jagenden Jungstraußen (was die Missdeutung des Ortsnamens nicht schlüssig erklärt).

Erwähnt werden muss auch ein intensives und besinnliches Morgengangerl (wenn andere noch schlafen) der zwei Männer mit Emma  Richtung Dürrnberg mit anschließender teilweise genutzter Bademöglichkeit im Urisee.

All die restliche Zeit war Genuss auf der Terrasse — und erst spät drinnen — angesagt: Sitzen und Genießen dieses herrlichen Sommers und all der Gespräche!

 

 

 

 

Auch die Lienzrose

hat uns im heurigen Sommer gezeigt, was in ihr steckt. Mit einer Hundertschaft an Blüten hat sie uns über all die Wochen erfreut. Sie ist eine unserer Hochzeitsrosen und es tut gut, durch eine derartige Blütenpracht daran erinnert zu werden. Als Ergänzung zu diesem Beitrag, ganz ohne Foto, möchte ich an der Stelle doch festhalten, dass ich diesen Beitrag an einem lauen Sommerabend Mitte September auf unserer Terrasse schreibe. Das gibts nicht oft und auch daran möchte ich mich beim Nachlesen erinnern. Begleitet wird das alles von einem guten italienischen Bier( Dorata), drei schlafenden Enten unter der Weide und dem leisen Geputte der Hennen. Er kann schon recht schön sein, der Feierabend.

Valentin, Frida und Sternenstaub

lauten die Namen, die wir uns für unsere Enten ausgedacht haben.
Valentin, ein ruhiger, besonnener Erpel, der seinen Damen ein guter Beschützer ist, wurde nach dem jungen Mann benannt, der uns die Entenschar ins Haus gebracht hat.
Frida, die schwarze Dame, macht ihrer Namenspatronin Frida Kahlo alle Ehre.
Und Sternenstaub ist wie der Name schon erahnen lässt etwas ganz Besonderes und trägt immer einen Hauch von Magie mit sich herum.
Leibspeise der Drei: NUDELN im Gras.

Die guten ins Töpfchen…

diese Worte aus Aschenputtel haben mich während der Erbsenernte begleitet.
Abgesehen davon, welch herrliche Gerichte mit all den Früchten zubereitet werden können, verblüfft mich bei einer derartigen Tätigkeit Mutter Natur immer wieder aufs Neue.
Wie aufgefädelt liegen sie drinnen, in regelmäßigen Abständen, fast so als ob jemand nachgemessen hätte. Die Schoten wirken wie Pergament und ringeln sich nach dem Schälen in einer Gleichmäßigkeit zu Objekten, die an eine bestimmte Nudelsorte erinnern.
In diesem Sinne: AN GUATN.

Wenn der Sommer wahre Wunder wirkt

Mit diesen Worten hat mich zu Schulbeginn eine Kollegin in ihrer gewohnt herzlichen Manier begrüßt.
Ja, dieser Sommer hat wahre Wunder bereitet.
Jetzt ist es an der Zeit- bevor der Herbst ins Land zieht- Revue passieren zu lassen.
Als passendes Symbolbild habe ich mir die Königskerze ausgesucht, über all die Wochen hat sie mich in ihrem Wachstum beeindruckt.
Wir haben gestern noch einmal nachgemessen.
Die Pflanze hat stattliche 3,50 m erreicht.
Allein die Blüte misst 2 m.
Zwei Meter Blütenpracht, die zudem noch mit Heilkraft gefüllt ist.
So ungefähr war unser Sommer, prächtig, warm, unzählige Sonnenstunden und eine reiche Ernte.
Begegnungen, getragen von Herzenswärme, Fröhlichkeit und das Wissen umeinander.
Zahlreiche Knoten haben wir in unser tragendes Netzwerk MENSCHEN geknüpft und geknotet.
Altvertrautes aufgefrischt und neue Fäden dazugelegt.
Gestärkt, bestärkt, gesättigt und ausgestattet mit zahlreichen Erinnerungen gehen wir in dieses neue Arbeitsjahr.
ANDIAMO.

Polpette für Margherita

Ein Essen, das immer schmeckt? Das man jeden Tag essen kann? Für Margherita sind das Polpette, hatte unser Besuch aus Italien erzählt (übersetzt eigentlich ein kleines Stückchen Fleisch; ein Fleischbällchen aus Faschiertem). Das wär jetzt nicht so etwas besonderes, Fleischloaberl, halt klein und rund. Aber ich wollte das natürlich ganz richtig machen, und hab nach italienischen Rezepten gesucht und gleich zwei probiert: der Unterschied zu unseren Rezepten — mit Parmesan und ohne Zwiebeln! Das eindeutig bessere ist dieses:

600 g gemischtes Faschiertes, 150 g in Milch eingeweichte und ausgedrückte Semmelbrösel, 2 Eier, 1 Knoblauchzehe, gepresst, eine Handvoll geriebener Parmesan, gehackte Petersilie, wenig Salz. Alles gut (am besten mit den Händen) vermischen und kleine Bällchen formen, in Mehl wälzen. In heißem Pflanzenöl möglichst auf allen Seiten anbraten (die noch lauwarm zu kosten ist natürlich Pflicht aber sehr verführerisch!). In reichlich Tomatensauce (z. B. dieser ganz einfachen), so dass alle komplett bedeckt sind, auf kleiner Flamme etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit oder ohne Sauce genießen! Auch mit Nudeln, z.B. Rigatoni, wunderbar.

Natürlich war ich ein bisschen nervös, ob sie einer echten italienischen principessa schmecken würden. Sie haben, und wie!!