Schwester Doris – Bierbrauen ist Frauensache

Einst, so erfährt man von Doris in ihren Gesprächen mit der FAZ (und hier), foodhunter, der Mittelbayrischen oder dem Bier-Lexikon, bei den Germanen, war Bierbrauen Frauensache. Im Mittelalter war der Braukessel Mitgift der Braut: Luther soll zeitlebens das Bier, das seine Frau Käthe, eine ehemalige Nonne, braute, als Leibgetränk geschätzt haben. Eine Frau, die gerade Bier gebraut hatte, lud zum Bierkränzchen – das erst später zum Kaffeekränzchen wurde. Die Meinung von Hildegard von Bingen zum Bier ist überliefert – uneingeschränkt voll des Lobes.

Nicht überraschend für Bierliebhaber, aber es geht noch viel weiter – abseits gängiger Vorurteile: Bier macht schlank (wenn man sonst nichts isst) und Bier ist gesund: daran hält sie sich auch selbst: ein halber Liter pro Tag am Abend gehört zum Tagesabschluss. Aber ihre Empfehlung ist einfach: ein Dreiviertel Liter für Frauen, Drei Halbe für Männer.

Besonders naturbelassen soll ihr Bier sein, wenn man zuviel der Haltbarkeit opfert, schmecken alle gleich – “wie die in München”, wie sie meint. Allerdings ist sie da zu vorsichtig: wir haben eine Flasche “Vollbier hell” gerade verkostet, die schon Jahre bei uns im Keller steht: wunderbar!

Der Hopfen wird eingekauft, aber gemälzt wird selbst – bei weitem nicht selbstverständlich. Und die Trebern werden als hochwertiges Tierfutter weiterverwendet.

Manche Geschichten im Leben haben viele Kapitel: die erste Erzählung über Schwester Doris, eine Nonne, die Bier braut, reicht zurück in die Zeit, in der Angelika Claudia am Jakobsweg traf und sie einige Hundert Kilometer gemeinsam gingen. Das zweite bringt uns nach Gottfrieding, den Heimatort von Claudia, wo Angelika das erste Mal ihre Familie traf und ihr klar wurde, dass Claudias  Mutter Irmgard BESTE Beziehungen zu Schwester Doris hat. Dort hat sie das Bier das erste Mal getrunken und ein Flascherl von diesem Heiligtum für die Heimreise mitbekommen.

Bei einer der Begegnungen in Freising bekamen wir wieder dieses Bier und Gott sei Dank: wieder ein Flascherl zum Mitnehmen (das haben wir gerade getrunken). Eine weitere Begegnung ergab sich, als wir mit Riegele-Bier beschenkt wurden und wir beschlossen, die Brauerei Riegele in Augsburg zu besuchen: dort empfingen uns Sprüche an den Wänden –  von von Schwester Doris!

Also musste das einfach erzählt werden! Dieses Doris-Bier trinken wir auf Hans, den Papa von Claudia. Und eigentlich würden wir spüren: wir sollen in guter christlicher Tradition die Bierkränzchen wieder einführen und uns von der Braumeisterin am Etikett anstrahlen lassen!

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

 

Korbinian

war der erste Bischof von Freising und ist dort überall – auch als Schutzpatron – präsent. Überall in Freising ist man von Bärenfiguren umgeben und auch auf dem Etikett dieses Bieres ist die zentrale Geschichte symbolhaft dargestellt: der wilde Bär, der auf der Pilgerfahrt Korbinians dessen Tragtier gerissen haben soll, wurde von dem Heiligen verpflichtet, an seiner Statt die Lasten zu tragen – was er auch getan haben soll – im Wappen von Freising ist er ebenfalls dargestellt.
Das Bier selbst ist wirklich würdig, diesen Namen zu tragen: das Dunkle, das Malz und das Geräucherte sind stark im Geschmack vorhanden, aber weich, leicht, nicht zu stark süß, fruchtig, wie von reifen Zwetschgen. Die sanfte Kraft des Doppelbocks nimmt Dich in den Arm wie eine warme, braune Bärentatze eines Kuschelbären…
Brrrrrrrummmmmm!

Die versteckten Winkel von Freising

Zu diesen Bilder kann man eigentlich nur mehr sagen: selbst hinfahren! Diese versteckten Gässchen, wie etwa am “Naviglio piccolo”, der Moosach in Freising, an der ein Gefängnis zur herrlichen Schenke umgebaut wurde, sind abseits von Marienplatz und Hauptstraße zu finden. Wenn man einen kundigen Führer wie Robert hat. Danke!

Der Advent naht

Von Claudia haben wir einen ganz speziellen Adventkalender bekommen. leine Räucherkerzen
in unterschiedlichen Duftnoten. Derart eingestimmt haben wir noch einen Handwerks- und Adventsmarkt besucht und ein paar der dort angebotenen Kunstwerke mitgenommen.

Ensemble Cantabile Freising – Marienvesper von Monteverdi

Claudia singt im Vokalensemble Cantabile, und lädt uns zu ihren Konzerten immer ein. Ehrlich gesagt, haben wir nicht einmal geahnt, was uns da erwartet: die Marienvesper von Monteverdi. Aufgeführt in der Pfarrkirche St. Georg in Freising, gemeinsam mit sechs Gesangs-Solisten und dem Barockorchester La Banda. Und mit einer  Theorbe (=Bass-Laute)-Spielerin – Petra Burmann – deren Instrument nicht nur optisch herausragend war, sondern die durch ihre Spielfreude in den vielen beschwingten Passagen der Vesper hin- und mitreißend war, in den Solopassagen, gemeinsam mit einem Sänger (einmal als Echo vom anderen Ende der Kirche aus), fesselnd.

Diese Beschreibung trifft auf die gesamte Aufführung zu: der Chor und die Solisten wechselten die Orte, an denen sie sangen, die Takte, die Rhythmen, die Stimmungen und jedesmal wieder war es ein Fest: zu Beginn und am Ende jubilierten alle, der Klang hallte gefühlt noch Minuten nach. Am Ende wollte der Applaus kein Ende nehmen. Jetzt noch klingt es in unseren Ohren.

 

Von Ziegenbauern und Destillerien

Schon bei einem unserer früheren Besuche in Freising haben wir von Claudia Tipps erhalten, wo es denn guten Käse und noch köstlichere Pralinen gibt. Wir haben die Künstler dieser Gustostücke auch diesmal besucht. Mei,sou guat. Neu sind für uns der Whisky vom Schliersee, davon habe ich bisher nur gelesen und die Edelbrände. Für kalte Winterabende und für geselliges Zsammsitzen -und- beste Medizin!

Der Marienplatz

Nein, da werde ich jetzt nicht ausführlich. Ich kann nur jedem empfehlen diese liebreizende Stadt mit all ihren Bauwerken, ihren Geschichten und ihren Feinkostläden einmal zu besuchen. Es lohnt sich!!