Kastanienmehl Nummer 2

Ein Brotrezept so ganz nach meinem Geschmack habe ich auf der Suche nach 6- Mehlsorten – gehören- verwertet gefunden. Diesmal habe ich das farro integrale mit dem Kastanienmehl gemischt. Dieses Volldinkelmehl aus der Nähe von Orvieto war die perfekte Ergänzung zu den Hanfsamen aus dem Waldviertel und den Walnüssen aus Osttirol. Was ich ganz besonders mag, einfach alles mischen, in eine Form geben, gehen lassen und backen.

Ein sehr ASIGES Scheibenbrot mit kernigem Geschmack ist entstanden. Meine persönliche Empfehlung: nur Butter drauf.

Regelmäßig werden unsere Obstkisten, gerade gegen Ende des Winters kontrolliert. Da gab es einige Quitten und Äpfel mit Faulstellen. Gerade soviel ist übrig geblieben, dass sich ein paar Gläser Gelee ergeben haben.

Apfelschmarrn

Mit den Äpfeln von Marietta (halb Boskoop und halb eine alte Sorte kleine rote Äpfel) hat es heute das erste Essen gegeben: einen Apfelschmarrn, ein altes, sehr einfaches Familienrezept. Achtung: die Butter kann NICHT ersetzt werden, es braucht sie fürs Braten aber auch für den unvergleichlichen Geschmack: wenn man lange genug röstet, karamellisieren die Apfelstücke beim Braten teilweise…
Hier das Rezept: 6 Eier, 6 Äpfel, 1/4 l Milch, Mehl. Das Mehl mit der Milch recht dick anrühren, mit den Eiern verrühren. Äpfel hineinblättern. In der (beschichteten) Pfanne in Butter rösten, evtl. portionsweise. Immer wieder Butterstücke vom Rand her ein“fließen“ lassen.
Durch die Äpfel brauchts nur mehr wenig Süßes, ich mag am liebsten etwas Kristall-Rohrzucker, die meisten mögen gerne Staubzucker, wir haben dieses Mal die Flower-Power Sonnentor-Blüten-Zuckermischung, die uns Herlinde geschenk-schmuggelt hat, probiert: perfekt im Geschmack und toll zum Anschauen! Danke!!

Vorratskammer

Unsere Vorratskammer, auch Depot genannt, füllt sich Tag für Tag. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir eine ganze Mannschaft über Monate ernähren können. Marietta hat uns ihre köstlichen Äpfel geschenkt. Ich sehe schon die Kiachl und den Schmarren vor mir, oder doch den gedeckten Apfelkuchen, oder Äpfelschnitz???!!
An der Quitte kann ich mich gar nicht satt sehen. Ihr haben die heurigen Sommertage richtig gut getan. Bei ihr rätseln wir noch über die Verarbeitung. Marmelade, Kompott, mit Honig und den Käse haben wir schon. Aber was machen wir aus diesen herrlich reifen Früchten??

Die Großzügigkeit der Natur

wird nur allzu oft übersehen. Bei unseren Spaziergängen fällt uns immer wieder auf, dass es viele, prallgefüllte Obstbäume gibt, die nicht abgeerntet werden. Wir fragen dann ab und an nach und erhalten dieselben Antworten: Na, dei will kuaner håben. Nemmts lei, wås brauchts!
Und so haben wir uns letzte Woche noch einmal diese herrlich saftigen und geschmackvollen Äpfel geholt. Die Eva hat nicht nur einmal einige der Krallelen geschält und geschnitten, stand doch Waldorfsalat und Äpfelschmarren auf dem Programm. Nicht zu vergessen mit welcher Inbrunst die Hennen sie verzehren.
Was ich nicht verstehe ist, dass die inzwischen doch recht faden, eintönigen Standardäpfel, die es zu kaufen gibt, dieser Geschmacksvielfalt vorgezogen werden.
Ja, und weil da am Wegesrand dann auch noch Wacholderstauden mit ihren Beeren gewunken haben, könnte ich nicht widerstehen, ein paar Zweige mitzunehmen. Auch die sind in ihrem Geschmack eine andere Liga.

Rote Eiser und Korkenzieher

Erinnerungen an feine Begegnungen und unsere Reise nach Mattsee machen unseren Hof wieder reicher, vielfältiger und bunter.

Wir sind viel Landstraße gefahren. Ich mag diese Hetzerei auf der Autobahn nicht mehr. Man sieht nichts von der Landschaft und kann sich nicht einfach irgendwo reinfallen lassen. Entlang der gesamten Route haben Bauern ihre Kürbisse, Artischocken und Blumen angeboten. Bei den Winteräpfeln und den Birnen konnte ich nicht mehr widerstehen. Wenn ich an die Äpfelkiachl und den Äpfelschmarren vom Hermann denke…also rechts raus, aussuchen, Münzen einwerfen und mit nach Hause nehmen. Und heute gleich ausprobieren!

Rosa und Martin haben uns mit einem herrlichen Geschenkskorb überrascht. Darin auch drei verschiedene Kaffeesorten (Harrar, Nicaragua und Selektion Nummer vier) aus der Salzburger Rösterei 220°. Jetzt schauen wir uns gerade nach einer Kaffeemühle um, damit wir diesen Genuss kultivieren können.

Und Johanna hat uns beim Abschied noch Zweige ihrer Weide mitgegeben. Die werde ich beim Hennenstall einpflanzen. Wo denn sonst? All diese Gaben werden uns noch sehr lange an diese feine Zeit erinnern!!