Archiv des Autors: Angelika

Tischgeflüster und ein Kamingespräch mit Luigi Nono

Da flüstert und spricht,
da steht, liegt und hängt mein halbes Leben.

Prall gefüllt, mit all den Facetten, die mich geprägt und gezeichnet haben.

Dass ich über die INTOLLERANZA 1960 von Luigi Nono stolpere und zeitgleich ein Olivenöl aus der Basilikata, erstanden im Centro in Reutte, um mich herum habe, sehe ich eindeutig als Zieloption für die nächsten Jahre.

Irgendwann werde ich durch Matera flanieren, das Brot dort verkosten und mich dann der Einfachheit der kleinen Dörfer dieser Region hingeben.
Und vorher war ich vielleicht doch noch einmal auf den Inseln von Venedig und in San Michele.

Träumen darf man ja.
Bis zum Himmelsbegräbnis habe ich noch die Zeit dazu.

An wunderschönen Orten in Erinnerungen schwelgen

Augen zu,

den link anklicken

und träumen

https://youtu.be/L3eNjHP8d6c

So geht LEBEN.

Ich habe eine Frau Holle im Garten

Die Distel gehört zu den großen Freudenspendern des heurigen Gartenjahres.
Ihr Saatgut verstreut und verbreitet sie wie Frau Holle, nur eben weich, flauschig, kuschelig, strahlend und immer im Spiel mit dem Wind.

Mein Zaubergarten

Es gibt so einen Spruch, der lautet:

DUMME RENNEN,
KLUGE WARTEN,
WEISE GEHEN IN DEN GARTEN.

Ich lebe in meinem Garten- aufgrund der Bauweise des Hauses ist das auch vom Innenraum aus möglich.
Heuer verwöhnt er mich mit Entwicklungen, die mir neu sind und dabei meiner Seele sehr wohl tun.
Eben ein Zaubergarten.

Heuballen verkaufen

Diesen kleinen Zettel fand ich vor ein paar Tagen in meinem Briefkasten.
Dann waren mir die Vorgänge, die sich in den letzten Tagen am Antoniusweg abspielten, recht schnell klar.

Zwei junge Burschen, so um die 15, hatten da anscheinend eine gute Idee- ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
Sie haben gemäht, gestangert, Heu getrocknet, eine Ballenpresse gebaut, Ballen gemacht, Zettel geschrieben und diese Information in der Umgebung verteilt.

Es stand für mich außer Frage, dass ich so eine Initiative unterstützen will und so habe ich mir ein paar Ballen Heu bestellt.
Sehr professionelle Abwicklung mit Lieferservice.

Jetzt habe ich für den Winter wieder reichlich Vorrat und so ganz nebenbei: die kleinen Ballen sind wirklich reizend.
Da unsere Schar immer kleiner wird, werde ich wohl an manchen Tagen damit das Auslangen haben.

Ich habe es euch schon persönlich gesagt: BRAVO BURSCHEN, EINE GANZ LÄSSIGE IDEE.

Flieg Fini, flieg!!!

So wie du es dein Leben lang getan hast.
Du warst mein Adler.
Stattliche 9 Lebensjahre haben wir miteinander geteilt.

Wenn ich in unserem Hausbuch auf FINI klicke, erlebe ich all die wunderbaren Momente unseres gemeinsamen Seins noch einmal.

Du hast gebrütet, über einen längeren Zeitraum, wohl auch weil Valentin dir ständig nachgestellt hat.
Gestern bist du das erste Mal wieder raus- ein bißchen strawanzen und flanieren.

Dann hast du wohl die Zeit übersehen oder die Eier, die wir für den Fuchs ausgelegt haben, waren zu verlockend und du hast auf dem Kompost weitergebrütet.

Und dann gibt es da die Verkettung unglücklicher Zufälle.
Wie es halt so oft ist im Leben ist.

Und heute bist du nicht mehr da.
Nur ein paar, vom Starkregen durchnässte Federn, liegen noch auf dem Kompost.

Hab Dank für all die Freude, die du mir bereitet hast.
Hab Dank für deine unkomplizierte Art.

Und jetzt FLIEG Mädl…
Flieg in eine neue Zeit…

Arche Klockerei

Das ist meine Arche.
Meine Schatztruhe.
Mein Saatgut mit all den Raritäten.

Das ist jene Kiste, die ich unter den Arm nehmen werde, wenn alle Stricke reißen.
Damit können wir uns über Jahre gut ernähren und über Wasser halten.

Es gibt immer was zu tun

Sei es, weil plötzlich mit einem Kracher das Bienengestell am Boden liegt oder wir die hinteren Hochbeete neu gestalten.
Noch ausgetüftelter- mit Holzscheiter als Basis.

Agnessa Principessa

Agnes, unsere orange Zwergcochin, residiert seit April in ihrem eigenen Domizil.
Von einem Tag auf den anderen sind drei bis vier der großen Hühner über sie hergefallen und haben ihr den Kopf und den Kamm blutig gepickt.
Das geht gar nicht in der Klockerei.

Zuerst dachte ich an eine Krankheit, da reagieren Hühner dann so, um das kranke Tier aus der Schar zu bringen und sich selbst dadurch zu schützen.
Aber Agnes war und ist nicht krank.

Nach einem Versuch, sie wieder in die Schar zu bringen, begann das Spiel von vorne.
Und so residiert sie immer noch in ihrem Domizil, der ganze Garten gehört ihr und sie wird, einer Prinzessin gleich, aufgepäppelt.

Ob ich die je wieder in die Schar bringe?
Einen Versuch gibt es noch- inzwischen hat sich ja in der Schar einiges geändert.

Freigeister

waren sie, unsere Enten.
Was für eine treffende Formulierung.

Aber nicht nur sie, auch ihre Namensgeber Frida Kahlo und Valentin aus Wien waren und sind Freigeister.
Und wie in Frida Kahlos wunderschönem Tagebuch zu lesen ist, hat sie ihren Diego wohl genauso geliebt wie Frida ihren Valentin.

Valentin hatte viel von der Unbeschwertheit des jungen Mannes aus Wien, der uns die Enten in die Klockerei gebracht hat.
Abgeholt hat er sie von zwei weiteren Freigeistern, Johanna und Alex, die sich auf das Abenteuer, Seidenhühner brüten Enteneier aus, eingelassen haben.

Drei wunderbare, aufregende und erfüllte Jahre liegen dazwischen.
Vor einigen Wochen haben sich „meine“ Freigeister entschieden, draußen zu übernachten.
Unterm Sternenhimmel, wie in der freien Wildbahn.

Ja und in der freien Wildbahn gibt es auch hungrige Füchs(innen)…
Und so kam es, dass es letzten Freitag ganz ruhig im Gehege wurde.

Kein Laut war zu hören.
Keine Kampfesspuren.
Nicht einmal eine Feder war zu finden.
Leer ist es jetzt.
Still und leer.

Lebensgeschichten und Kreise schließen sich rund um dieses Ereignis.
Neben der Dankbarkeit und der Erinnerung bleibt ein Trog, der einmal als Entenbadl diente.

In diesem Trog wachsen jetzt ein blauer Rittersporn und eine lila Lupinie.
Gut behütet von einem Engel auf einem Stein.

Wenn das EM-Finale wird wie dieser Wein…

dann steht einem gelungenem Fernsehabend nichts mehr im Wege.
Chianti ist und bleibt Chianti, das gilt für das Chianti und den Chianti.

Also ich bin bereit.
Alle Vorbereitungen sind getroffen.
Fehlt nur noch der Ratscher mit IL CAPITAN.

Diese alten Rucksäcke

können mit ihren Lebensgeschichten ganze Bücher füllen.
Ich habe es nicht übers Herz gebracht sie einfach zu entsorgen und so habe ich sie für ihren Lebensabend in Pflanzsäcke umgewandelt.

Einmal Papas alter Bergsteigerrucksack und einmal ein alter Rucksack, den Hermann über viele Jahre zum Transport wichtiger Güter auf seiner Vespa verwendet hat.
In beiden wachsen Sonnenblumen und Kapuzinerkresse.

Squadra Azzura und Mathilde di Canossa

Nein, ich habe von Fussball keine Ahnung mehr.
Da bin ich vor Jahren ausgestiegen, bis auf einige punktuelle Ereignisse und Persönlichkeiten.
Als ich gestern mitbekommen habe- ja, erst gestern- dass das Eröffnungsspiel der heurigen EM in Rom stattfindet, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.

Mein Herz kann nicht nur sehen, es kann auch reisen und es dauerte nur wenige Sekunden und war mitten drin.
Mitten in einem gewichtigen Teil meiner Familie und meines Lebens.
Mitten in Rom.

Die Ideen, die ich nach dem Schlusspfiff hatte, ähneln eher einer Pubertierenden- oder eben MIR.

Damit noch nicht genug Seelennahrung und Italien.
Wie das Leben so spielt, fiel mir heute Mathilde di Canossa in den Tag.
Sehr interessante historische Person und: SIE WIRD MIT EINEM PFLANZENZEPTER dargestellt.

Italientage in der Klockerei.
Zumindest in meinem Herzen.
Und das tut so gut.

Seelenlandschaft mit Distelbaum

Ich komme aus dem Schauen und Staunen nicht mehr heraus.
Faszination Natur und Wunderwerk Schöpfung.
Da war heuer nicht die Zeit, um mein eingeübtes Gartenjahr zu tun und trotzdem ist alles da, wächst und gedeiht und erscheint mir schöner denn je.

Die Akelei gehört zu meinen Blumen, Jede Blüte ein Meisterwerk.
Ihr Saatgut gedeiht inzwischen auch auf einer Wiener Dachterrasse und erfreut dort die Besitzerin.

Schön und prächtig ist der Wurzelballen über die Jahre geworden und bringt jedes Jahr noch mehr diesen schönen Blüten hervor.

Die ist mir eingeflogen und sie gehört zu meinen Prachtpflanzen im Garten.
Die Distel.
Genau genommen ein Distelbaum.
„Pfeidsgråd in Richtung Himmel“ würde die Tante Poldi sagen.
Ist zur Zeit meine Meditationspflanze.
Ihr kommt so schnell niemand zu nahe.
Das Stachelige wird gern gemieden und bietet somit gutes Schutz.
An jedem der Äste zeigt sich bereits eine Knospe und wenn dann all die lila Blüten da sind, wird sie eine Augenweide für mich sein.

Bienenwiese a la Klockerei.

Die Angelika, der Engelwurz aus dem Klostergarten von Seitenstetten weiß auch wie das geht: in Richtung Himmel wachsen.

Auch der Beinwell zeigt heuer, dass er nicht nur irgendwie am Boden herum liegen kann.

Meine, meine, meine Quitte.
Kerngesund ist sie, hat er gesagt, der Mann vom Buschwerk und das zeigt sie heuer in aller ihrer Schönheit.
Nebenbei bemerkt war die Blütezeit heuer kein einziges Mal vom Frost bedroht.
Sie ist schon irgendwie mein ganzer Gartenstolz, eine Freudenspenderin das ganze Jahr über.

Rund um die Quitte herum hat sich ein Taubnesselfeld gebildet- soviel Heilkraft auf einem Fleck.

Der April ist irgendwie ein Quittenmonat

Abgesehen davon, dass wir bei unserem Kalender heuer das Thema Quitte im April verankert haben, war vor ein paar Tagen „ der Buschwerk“ da und hat den Baum zugeschnitten.
Jetzt hat er wieder Luft zum Atmen und Kraft zum Gedeihen.

Die Früchte des letzten Jahres wurden zu Chili- Quitten und Quittendicksaft verarbeitet.

Ich bin schon immer wieder erstaunt und zugleich beglückt, was ein einziger Baum an Ertrag, an Früchten und an Köstlichkeiten zum Vorschein bringt.
Da kann man ein Jahr lang davon leben.
Sie ist einfach ganz MEIN BAUM, diese Quitte.