Archiv des Autors: Angelika

Hilde ist da

Hilde ist eine Sulmtalerin und drei Jahre alt.
Sie lebte bis vor einigen Tagen in einer Schar mit 4 Hühnern.
Dann kam der Fuchs, nur sie überlebte.

„Ob wir sie nicht aufnehmen können?“ lautete die Anfrage.
Zuerst einmal schlucken und dann eine Nacht drüber schlafen.
Dann war die Antwort klar und klar war uns auch, dass das in diese eingeschworene Schar Unruhe bringen wird.

Nein, diesmal war das nicht so.
Schauen, sich ein wenig aus dem Weg gehen, neugieriges, gegenseitiges Erkunden, das war alles, was da passierte.
Nicht einmal das mit den Enten war ein Thema, obwohl Frida schon recht aufgeregt gemeldet hat, dass da eine Neue in ihrer Nähe schläft.
Aber Valentin konnte sie recht schnell beruhigen.

Hilde ist ein stattliches Weib und erinnert mich sehr an Fany.
Es weht wieder ein Hauch von Fany durch die Klockerei.
Und ich bin sehr stolz auf unsere wunderbare Schar, die das derart souverän gemeistert hat.

Das kann er nur für mich gemacht haben

scheint sich Maxi gedacht zu haben, als Hermann die Abdeckungen für die Hochbeete zugeschnitten hat.
Nein, Maxi, nicht für dich- aber Katze bleibt Katze.

Jö, schau, was sich da im Kompost versteckt hat

Die letzte Arbeit im Gartenjahr war es, den Kompost umzustechen und neu zu befüllen. Dabei ist noch ein unverhofftes Abendessen zutage gekommen.
So frische Kartoffeln haben schon einen ganz speziellen Geruch und einen besonderen Geschmack.

Wie die Barbapapas

sitzen die Kohlrabi in den Sandkisten.
Irgendwann ist Schluss mit Gartenarbeit und so habe ich das restliche Gemüse entweder in Sandkisten gebracht, oder das Kraut abgeschnitten, um es leichter zu ernten, oder bei Kälteeinbruch schneller zu übersiedeln.
Wenn der November allerdings weiterhin so mild bleibt, bleiben die restlichen Sandkisten heuer leer, weil wir noch immer frisch vom Hochbeet holen.

Novemberimpressionen 2020

Der Oktober war heuer recht verregnet, kühl und trüb.
Dafür holt der November den GOLDENEN HERBST nach.
Noch einmal satte Farben für das Auge und die Seele.
Da macht das tägliche Strawanzen im Garten Spaß.

Der Juchezer-Engel

ist ein Erbstück von Hermann.
Zwei Leben, zwei Lebensgeschichten und zwei Lebensphilosophien sind da in Holz geschnitzt.
Es sind nicht meine Geschichten und schon gar nicht meine Philosophien.

Ich trage lieber eines meiner lässigen Kleider statt dem Nachthemd.
Hab die Schuhe lieber trittsicher zugebunden und die Flügel gern dort wo sie hingehören, nicht unterm Arm.

Aber in Zeiten, wo es so richtig dick kommt, stelle ich ihn mir auf den Tisch, trägt er doch eine weitere zentrale Botschaft in sich:
AUCH IN ZEITEN, WO DU NUR MEHR EIN NACHTHEMD ANHAST, DIE SCHUHE OFFEN SIND UND DIE FLÜGEL UNTERM ARM, GIBT ES AN JEDEM TAG DEN MOMENT FÜR EINEN JUCHEZER .

Ein Ausruf der Freude ob der Erkenntnis, dass dieses verrückte Leben das größte Geschenk ist( Brunners).
JUCHUI!!!!!!!!

Ausräuchern und einsegnen

Es war mir eindeutig ZUVIEL, was da an Boshaftigkeit — einschließlich all ihrer Kollegen — ins Haus gebracht wurde und so habe ich einen Seelsorger gebeten, unser Haus auszuräuchern und einzusegnen.
Es war sehr feierlich, so ganz im Sinne: Befreiend nach hinten und stärkend nach vorne.
Danke für deine Seelsorge.

Den Garten winterfest machen

gehört für mich zu den arbeitsintensiven Zeiten im Gartenjahr.
Neben der Ernte und deren Verarbeitung gilt es noch alle Blumen, Stöcke, Stauden und Bäume so zu versorgen, dass sie gut über den Winter kommen.
Schneid, Schneid und Schlepp, Schlepp.
Heuer hatte ich das Gefühl, dass alles doppelt gewachsen ist und so war ein ordentlicher Rückschnitt fällig.
Erstmals haben wir für den letzten Transport sogar einen Hänger, den uns unser Nachbar geliehen hat, benötigt.
Und so ganz nebenbei haben wir noch Rasenziegel, auch ein Geschenk des Nachbarn, eingearbeitet.
Jetzt wird’s dann Zeit für DRINNEN.
Mit klammen Fingern mag ich nicht mehr garteln.

Quittengschichten

Auch heuer hat er reiche Ernte gebracht, DER Quittenbaum, kurz DIE Quitte genannt.
Es ist wohl jener Baum oder jene Frucht, die die meisten Gespräche am Gartenzaun entstehen lässt.
Nur wenige Menschen kennen diese Frucht und so ergibt sich meist ein feiner Ratscher, gehört sie doch für mich eigentlich zu meinen Lebensbegleitern.
Im heurigen Gartenjahr war sie für drei erfrischende Begegnungen verantwortlich.
Die Besucher haben Quitten und das Wissen darum mitgenommen und uns haben sie Freude, ein Miteinander, gute Ideen, guten Wein, Schpeck! und gute Bücher dagelassen.
Es war einfach nur fein, wohltuend, ermutigend und gemütlich.

Meine, meine, meine Kapuzinerkresse

Ja, sie ist meine. Ich mag diesen Geschmack und die Wirkkraft dieser Heilpflanze.
Wie ein Wasserfall ist sie entlang der Wände des Hochbeets gewachsen.
Und dann auch hier: Frostwarnung
Das bedeutet noch ganz schnell ganz viel ernten, um gut über den Winter zu kommen.
Wer die Fotos genau anschaut, entdeckt auch unseren „Ohrwaschelsalat“.
Der schaut aus wie ein Ohrwaschelkaktus aus dem oben noch Salat rauswächst.
Mit dem untenrum hatten die Hennen eine Freude, mit dem obenrum wir.

Paprika nachreifen lassen

Es ist Sonntag und ich sitze da und bin gerade sehr erstaunt, was ich alles noch nicht in unser Hausbuch geschrieben habe.
Das ist ein Versuch, zumindest ein paar der Ereignisse doch noch zu verankern.
Heuer habe ich, eigentlich nur weil da noch ein paar Pflanzen und eine wenig Platz im Hochbeet war, Paprika erstanden und eingesetzt.
So ganz nach dem Motto, die wachsen bei mir eh nie.
Denkste.
Und wie sie heuer gewachsen sind.
Aber der Frost kam viel zu früh und ich habe mich informiert, ob man Paprika, ähnlich wie Tomaten nachreifen lassen kann.
Nein, ist nicht.
ABER und das war für mich faszinierend: wenn sie nur einen Hauch von Rot bereits in sich hatten, sind sie nachgereift- und wie- innerhalb weniger Tage.
Das Ergebnis: Knallrot, knackfrisch und mit herrlicher Schärfe.
Mir rinnt das Wasser jetzt noch im Mund zusammen.
Auf ein Neues im nächsten Jahr.

Salbei, was sonst

Manchmal kann ich nur mehr Kopf schütteln.
Jahr und Tag werke und werkle ich mit meinen Kräutern herum und dann vergesse ich auf ein derartig bedeutungsvolles Kraut wie den Salbei.
Unser Tierarzt muss mich wieder daran erinnern, was ich vor vielen Jahren schon in diesem Büchlein gelesen habe.

Kräuterpfarrer Johann Künzle war ein außergewöhnlicher Mann, der seine „giftfreie Kräuterheilkunde“ entwickelte und äußerst wirkungsvoll zum Einsatz brachte.
Immerhin gab es in seiner Heimatgemeinde wegen seinem Wissen um all die Kräuter während der Spanischen Grippe kein einziges Todesopfer zu beklagen.
Dafür wurde er dann auch zum Ehrenbürger ernannt.

In diesem Büchlein ist irgendwo auch die Aussage zu finden, die den Salbei als wahres Wundermittel beschreibt.
Salbeitee gurgeln!!!!
Was für eine reinigende und befreiende Wirkung.
Wie konnte ich das vergessen?

Wohlgeschmack zum Ferienende

Mama Mia, was war das für ein Schulbeginn.
Alarmstufe ROT ist gleich von mehreren Seiten ausgerufen worden.
Ja, Halleluja und Saggrahaxn…
Umso tröstlicher und erfreulicher die Geschenke, die auch eine Punktlandung hingelegt haben.
Guat waren sie, die Schwammerln und die Süßigkeiten.
Das Bier wartet noch auf den Zeitpunkt, wo Weißglut und Rotglut sich wieder beruhigt haben- dann schmeckt es gleich doppelt so gut.
Und das Prosit auf das Meisterstück kann ich kaum erwarten.
Was für passende Biernamen…

Einmal Ölauszug und einmal Schlaftrunk vom Hopfen

Richtig schön reif ist er, der Hopfen, das Beruhigungsmittel der Natur.
Zwei neue Rezepte habe ich entdeckt und ausprobiert.

Einmal einen sogenannten Ölauszug zum Einreiben:
Ein Drittel Hopfen und zwei Drittel Öl über 3 Wochen in der Wärme stehen lassen.
Dann in dunkle Flaschen füllen und bei Bedarf damit einreiben.

Schlaftrunk: 2 Handvoll Hopfen, 2 EL Kandiszucker und 250ml Wodka.
2 Wochen in der Wärme stehen lassen und dann in dunkle Flaschen abseihen.
Bei Schlaflosigkeit ein Stamperl trinken und dann ab ins Bett.

Damit hoffen wir auf ruhigere Zeiten…
Und wird bei Bedarf auch gerne verschenkt.

Ein lautes und beherztes JA zu…

Jetzt war ich über einige Tage schwer versucht, dieses Bild zum Anlass zu nehmen, um all die NEINS zu benennen,
die ich ENDLICH lernen sollte, in meinem Leben klar und deutlich zu sagen.

Oder um es mit den Worten vom Klockervater zu sagen“ Wehr dich endlich, damit auf die Fiaß kimmsch!!“
Ja, das mit dem sich wehren ist so eine Sache…
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt…oder
Wer sich bückt, wird gedruckt.

Da wäre allerdings in der Aufzählung und Auflistung a bisl VIEL Grausliges und Bodenloses zu Tage gekommen.
Nein, das will ich in unserem Hausbuch NICHT lesen.
Daher habe ich mich entschieden, all die JAs zu benennen, um die es geht.

JA, was für ein Geschenk und Wunder des Lebens bist du.
Wachse und gedeihe.
Hör auf dein Herz.
Was bist du für ein wunderbarer Mensch.
Wie liebenswert bist du.
Lass dich umarmen.
Lass dich fallen.
Nimm meine Hand.
Nimm meinen Arm.

Ich verstehe dich.
Ich bin da.
Ich komme vorbei.
Ich muntere dich auf.
Ich tröste dich.
Ich schenk dir meine Zeit.
Ich streich dir über den Kopf.
Dann wirst du es schon schon brauchen.
Lass es dir gut ergehen.
Nimm dir die Freiheit.
Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun.
Schau dir die Wolken an und in den Sonnenuntergang.
Lass deine Seele in den Schönheiten der Schöpfung baumeln.

Sei liebevoll mit dir.
Und bescheiden in deinen Ansprüchen an dich.
Mach die Tür zur Freiheit auf.
Halt nicht dagegen, dann geht es schneller vorbei.
Geh wohin dein Herz dich trägt.