Archiv für den Monat: April 2017

Vorfreude

Angelika hat groß eingekauft, noch warten die Pflänzchen darauf, zum richtigen Zeitpunkt gesetzt zu werden.

Aber die Vorfreude ist schon riesig, wie herrlich war das Geburtstagsgeschenk für das letzte Gartenjahr: immer waren frische Kräuter vorhanden, ich hab einiges neu zu lernen gehabt — sowohl Namen als auch, wo sie am besten dazupassen.

Angelika ist optimistisch, dass ich das alles kann und weiß: “die Schilder hab ich gleich weggeworfen, kennst ja eh alle” meinte sie lächelnd.

Der erste Frühlingsvollmond in Arona

Arona, am Lago Maggiore, ist nur eine knappe halbe Stunde entfernt und so fuhren wir am späten Nachmittag des 11. April dorthin. Den San Carlone haben wir ausgelassen – da müssen wir also nochmal hin!

Aber die Uferpromenade in Arona sind wir entlanggeschlendert, vorbei an unzähligen, ganz verschiedenen Lokalen. Eines war schwimmend direkt im Wasser mit Blick auf Rocca di Angera, eine Bergfestung – der See ist hier sehr schmal. Bis zur Piazza del Popolo, einem sehr reizvollen Platz, dann wieder retour, durch die Gassen, die von bunten Schirmen überdacht sind, landeten wir schließlich in einer Bar, die zwischen alten Bäumen ein paar Tische (sehenswert: mit Steinen und Pflanzen gefüllt) stehen hatte. Fantastische Soulmusik, ein sehr verlockendes Getränkeangebot und so ließen wir uns nieder.

Es war schon dunkel, unsere Bestellung schon da, die Hunde lagen an unserem Tisch, als am gegenüberliegenden Seeufer langsam der goldene erste Frühlingsvollmond aufging. Was für ein romantischer, glücklicher Ausklang!

Orta: und auch in San Giulio!

Letztes Jahr zu Ostern hatten wir hier am See richtig schlechtes Wetter (fast wie bei der Heimkehr im Außerfern) wir waren in Orte, verzichteten aber auf einen Besuch der Insel San Giulio.

Heuer war das Wetter durchgehend herrlich – und zu Beginn der Karwoche auch fast nichts los – und so besuchten wir die Insel fast alleine. Das war perfekt um den Rundweg “Weg der Stille” zu gehen, immer wieder sprechen unaufdringliche Schilder zum Besucher und laden ein.

[Der Weg] beginnt an einer Stelle/und kehrt zu ihr zurück./Er führt von uns weg/und kommt wieder zu uns her./Er beginnt außen/und mündet erneut ins Innere./Er ist die Reise des Lebens[…] (Aus dem Begleittext des Bürgermeisters

Auch andere Schilder haben unsere Aufmerksamkeit gefesselt: bunte Emailschilder, die sehr klar kundtaten, was die Bewohner mögen (und was nicht): für die Sonne, für Freunde und für Gäste ist auch unser Haus immer offen.

An einem einsamen Bootssteg mit Blick auf das Westufer konnten wir dann der Versuchung, die Füße ins Wasser baumeln zu lassen nicht widerstehen: wunderbar!

Ein Bauch voller Wasser

An einem kleinen See zwischen den Bergen plötzlich laute Motoren eines Flugzeugs zu hören ist schon spannend genug. Als wir dann zum ersten Mal sehen konnten, was für ein gelbes, großes Flugzeug da auf die Seeoberfläche zusteuerte, waren wir schwer beeindruckt: eine sehr große, dickbäuchige Maschine, die fast im Sturzflug über die Hügel herunterfiel und sich dann auf die Wasseroberfläche — fast — niederließ.

Wie wir erfuhren war im benachbarten Valsesia ein großes Stück Wald in Brand und dieses Flugzeug flog andauernd zwischen Löscheinsatz und Wassertanken hin- und her: 8 Minuten dauerte es jedesmal, bis sie wiederkam: am zweiten Tag waren wir in Pella, gegenüber von San Giulio, der Insel, das Flugzeug schien fast auf den Strand herabzufallen. Wenn es dann entlang des Wassers flog, tauchte es, eine breite Fontäne auf beiden Seiten erzeugend, für kurze Zeit ein, um dann, merklich schwerer eine lange Kurve zu fliegen, um die Höhe für den Rückflug wieder erreichen zu können. Wir bangten jedesmal ein bisschen, dass sie es wohl schaffen sollte!

Am Abend konnten wir dann nachschauen: ein klassisches Löschflugzeug, eine 20m lange Canadair, die jedesmal 6t Wasser tankte und Minuten später aus der Luft abwarf. Ins Valsesia fuhren wir dann zwei Tage später, nach Varallo.

Gattinara

Es gehört zum Schönsten, nach einer Reise immer wieder ein Stück Mitgebrachtes zu verkosten und zu genießen. Diesen Wein, den wir im Pane e Vino auf die Frage nach einem lokalen Wein bekamen, besteht fast zur Gänze aus Nebbiolo und kommt aus der gleichnamigen Region an der Sesia – also nicht weit entfernt: ein Fluss, der eher einem Wildbach gleicht, in Varallo fanden Wildwasser-Weltmeisterschaften statt.

Wir hatten zwar Lust auf Herzhaftes, waren aber mit recht Einfachem glücklich: “Petrini-Nudeln”     wie wir sie nennen, und Linguine mit einer Sardellen-Zwiebelsauce (das klingt brutal ist aber sehr mild und geschmeidig: ein paar Zwiebeln andünsten und mit ⅛ Weißwein löschen, dann auf kleiner Flamme völlig zerkochen lassen – das dauert gut eine halbe Stunde. Einige Sardellenfilets darin zerfallen lassen und wie mit Pesto die fast garen Nudeln mit etwas Nudelwasser dazugeben und verheiraten lassen. Mit etwas Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken). Etwas Romano-Salat rundeten das ganze ab.

Ach ja der Wein: so alt wie Eva, braunrot, sehr mild und trotzdem kräftig mit langem Abgang. Ach!

Fettucine mit Parmaschinken und Zichorie


Natürlich haben wir auch eingekauft: auf dem Markt in Omegna einiges an Gemüse, zuletzt beim Dorfmetzger (im kleinen Ameno — etwa 1.000 Einwohner — gibt es alles: Metzger, Gemischtwaren, Gemüsehändler, einen Wirt, ein Restaurant und einige Agriturismi in der näheren Umgebung: Neid!) Parmaschinken.
Nach ein paar Rasttagen nun die erste Verkostung: wir hatten noch Bandnudeln aus Campofilone, den Marken, gemeinsam mit dem Parmaschinken und der sehr einfach gekochten Zichorie war das ein einfaches und doch außergewöhnlich gutes Abendessen.
Für die Fettucine für 2 Personen (wieder einmal nach Marcella): 60g Parmaschinken in Scheiben, in dünne Streifen geschnitten und in 20g Butter in etwa 2 Minuten braun gebraten mit etwa 1/16l Sahne aufgießen und einkochen lassen. Die gekochten Bandnudeln direkt in die Soße, 2 EL Parmesan, unterrühren und sofort servieren.
Die Zichorie einfach in Salzwasser kochen (dauert nicht länger als 5 Minuten), abgießen und lauwarm mit Olivenöl anrichten.
Dazu Rotwein und mehr Parmesan zum Bestreuen servieren. Schwarzer Pfeffer schadet nie. Grandios und einfach!
PS: Mit diesen herrlichen Grundzutaten schmeckt das schon von vornherein rasend, da braucht man nichts sonst als Würze. Wär schade.

Donata e Pane

Wir sind heuer wieder in derselben Unterkunft gelandet – und wieder war das Frühstück jedesmal ein Fest. Ein ganz besonderer Bäcker (mit speziellem Zeichen!) backt für sie und ein paar andere Ausgewählte. Wir konnten das Brot genießen: frisch angeschnitten von der Wirtin Donata selbst!