Linsensuppe einfach

So haben wir sie in Castelluccio bekommen und jetzt auch nachgekocht: einfachst in der Zubereitung, ein Hochgenuss!

Das Rezept steht im Beiheft ist aber in eineinhalb Sätzen beschrieben: 100g Linsen/1 Knoblauchzehe je Kopf mit Stangensellerie in kaltem Wasser ungesalzen etwa eine halbe Stunde kochen. Mit Salz, Olivenöl und Kochwasser anrichten!

Die sibillinischen Berge Teil 1

Bei einem Glas Rotwein aus dem Burgenland sitze ich in unserem Garten. Einem Paradies, das über diese drei Wochen einen wahren Reichtum an Früchten gedeihen hat lassen. Einer Oase, in der alle wohlauf sind.
Ich sitze da und weiß nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Drei lebenssatte Wochen liegen hinter uns. Drei Wochen ohne Vernetzung( W-Lan) zur Außenwelt. Herrlich. Meinen ersten Beitrag will ich unserem Volvo widmen, der uns nach 4500km wieder sicher nach Hause gebracht hat. Ohne Hermann als Kapitän dieses schwedischen Schiffes undenkbar. Beim Aussuchen der Fotos halte ich ganz kurz inne. 19km waren wir von dem Ort entfernt, der durch das gestrige/ heutige Erdbeben besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ich halte inne für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen. Und ich bedanke mich für den richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Monte Sibillini Teil 2

Von dieser Region habe ich im Studium gehört, wurde im letzten Urlaub in Umbrien wieder daran erinnert und letztendlich hat Niklas mit seinen Paragleitervideos dazu beigetragen, dass sich die Sibillinischen Berge in meinem Gedächtnis verankert haben. Rita hat uns dann noch geraten, bald dorthin zu fahren, weil noch einige Felder in voller Blüte sind.
Gesagt, getan. Unser zweiter Urlaubstag führte uns über hunderte Kurven und immer enger werdenden Straßen in diesen Nationalpark. Als wir die Anhöhe der letzten Passstraßen erreichen und diese Hochebene, die GRANDE PIANO erblicken, wird es ganz still im Auto. Die Augen werden unvorbereitet feucht und Staunen macht sich breit. Mein Gott, wie schön ist diese Welt…
Ein Meer an blühenden Felder macht sich vor uns breit. Mohnrot und kornblumenblau.

Castelluccio in den Sibillinischen Bergen Teil 3

Castelluccio, die Linsenhochburg der Marken und so ganz nebenbei Gleitschirmfliegerparadies, ist ein kleiner Ort, der sich wie eine Festung über die Hochebene erhebt. Ja genau, wegen meiner Liebe zu Linsen sind wir dorthin gefahren und wurden nicht enttäuscht. Sogar meine heißgeliebte Roveja, die Urlinse habe ich nach zweijähriger, erfolgloser Suche dort wieder entdeckt- und gleich den gesamten Vorrat dieser Verkaufsstelle mit nach Hause genommen. Wie im Himmel war dieses Linsenparadies für mich.

Kochkurs Nachlese

Am 28. April fand unser heuriger Kochkurs statt – ausgeschrieben vom Familienverband Lechaschau. Eine gemütliche Runde aus “alten Hasen” – die schon beim letzten Mal dabei waren – und Neuzugänge traf sich bei uns, um Einfaches, Gutes “von friager und heit, von då und von weit” gemeinsam zu kochen und zu verkochen.

Nach einer Vorspeisenrunde ging es an den Hauptgang, der heuer, 2016, das die UNO zum Jahr der Hülsenfrüchte ausgerufen hat, Linsen und Bohnen zum Thema hatte. Schon immer mochten wir das gerne (und Angelika hat auch immer wieder danach gerufen!) – und nun haben wir ein paar Rezepte gefunden, die abseits von “Linsen mit Speck” nicht nur herrlich schmecken, sondern auch noch vegetarisch daherkommen: die schon hier veröffentlichten Bohnen bzw. Linsen mit jeweils selbstgerechten selbstgemachten Nudeln (irgendwann bring ich sie um, die Fehlerkorrektur, die dauernd Fehler HINEINkorrigiert). Beide Rezepte ziemlich italienisch.

Auf unserem Blog gibt’s viel über Bohnen und Linsen: einfach in der Schlagwortwolke am rechten Rand anklicken!

Da wurde dann an gleich vier Tischen von vier Teams gleichzeitig gekocht, geschnipselt und geknetet, dass es eine Freud war. Und die Linsen und Bohnen sind wieder so gut geworden, dass so manche(r) gleich zweimal zu den Töpfen gegangen ist…

Die weiteren Themen waren etwa Restlverwertung nach alter Art (Aspik) und eine Nachspeise aus Quitten. Fein und gemütlich wars!

Harira wie Shakshuka!

Jetzt würd ich ja gern tirolerisch kochen, aber bei Kichererbsen und Linsen ist die einheimische Tradition eher dünn. Aber Ottolenghi-geschult eh schon viel erfahrener. Also halt gegoogelt und gefunden: Harira hat grad all das drin, was an diesem Sonntag da war: eingeweichte Linsen (eigentlich für: Salat), eingeweichte Kichererbsen (eigentlich für eine Suppe), Tomaten sowieso immer.
Das Rezept las sich erprobt und gschmackig und war auch schnell gemacht: allerdings war’s irgendwie unrund. Und etwas trocken. Aber herrlich im Geschmack. Also beim zweiten Wärmen mutiger (und nocheinmal die Wikipedia befragt) und wie Shakshuka mit Eiern, die in der Soße halbweich garen, gemacht, auf Weißbrot serviert: göttlich!

Spätzle mit Linsen – Past’ e lenticchie – Verschlungene Wege

Jetzt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Denn das Rezept, das ich heute gekocht habe, ist nicht der Anfang. Das Ergebnis aber ist rasend. Hier zuerst, für Eilige, das Rezept, dann die Gschicht(en).

Spätzle mit Linsen: ziemlich genau an die Anweisungen von hier gehalten – Würstel weglassen. Kurzfassung: Speck auslassen (kann man auch weglassen, dann eben etwas mehr Öl), Zwiebeln anbräunen, mit Rotwein und Gemüsebrühe aufgießen, 1/4 kg Linsen (Berglinsen, über Nacht eingeweicht) dazu und Lorbeerblätter, Knoblauch und Nelken dazugeben (die Mengen, die ich jeweils dazugebe, orientieren sich eher am “Gefühl”). Nach etwa einer halben Stunde mit Tomatenmark und Brennig binden und mit Paprika, Salz, Pfeffer und Balsamico abschmecken, am Ende Petersilie dazu. Die Spätzle in Butter schwenken, gemeinsam servieren.

Dass ich überhaupt mit Linsen was mach hat natürlich nur mit meiner Gemahlin zu tun, sie schlägt derlei Köstlichkeiten vor und ich denk mir dann immer, ja, da hätt ich wieder einmal etwas versäumt. Daher große Vorräte von Linsen.

Nun hab ich aber dieses Mal die Spätzle ganz eigensinnig gemacht – je 100g Mehl (glatt!) 1 Ei und 10ml Wasser, was einen recht festen Teig ergibt. Burgi und Manuela waren grad auf Besuch, Burgi hat mir zurecht verwundert zugeschaut, wie ich beim Spätzleschaben eigentlich eher Nudeln geschnitten hab – der Teig ist mir zu fest geworden. Heute wieder und so gegessen (weil so vorphantasiert) und: fantastisch!

Ein erstes Herumgooglen hat gleich etwas geliefert, was ich nicht wusste: Spätzle kommen eigentlich aus Italien, “spezzare” heißt in kleine Stücke schneiden. Also. Muss doch eigentlich mit frischen Nudeln bekannt sein, weil anders besser undenkbar. Da hab ich mich an einen Hinweis im Rezept erinnert, es gäbe in Apulien auch eine italienische Variante: Spaghetti e lenticchie. Mag sein. Aber das grandiose Esserlebnis mit meinen frischen Spätzle, die eigentlich eher Pasta waren, ließ mich daran zweifeln, und da hab ich halt stattdessen Pasta e lenticchie gegoogelt.

Und vieles gefunden, unter anderem einen Artikel aus dem sehr empfehlenswerten Blog La mia Cuccina. Sofort reingeklickt, dem vertrau ich blind, und lese dann: “eine Offenbarung”. Und, dass das das Lieblingsgericht von Claudio sei. DEM Claudio, les ich weiter, dessen Blog Anonyme Köche zu meinen liebsten gehört. Und dessen erstes Buch, das (antiquarisch aufgetrieben) seit zwei Wochen auf unserem Tisch liegt und immer wieder durchschmökert wird. Sein Rezept steht auf Seite 124. Warum in die Ferne googeln wenn das Gute liegt so nah?

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