Spielereien der Abendsonne

Wenn sich der Tag dann dem Ende entgegen neigt und die Sonne noch einmal ihr Licht spielen lässt.

Heil-Tinkturen und Heil-Öle

Ob der Fülle, die all die gepflanzten Heilkräuter im Laufe des Sommers produzieren, habe ich vor Jahren begonnen mich mit Tinkturen zu beschäftigen. In all der Zeit habe ich diese Wunderfläschchen schätzen gelernt und so habe ich die Fülle des heurigen Sommers genützt um wieder einmal ein paar Liter auf Vorrat anzusetzen.

Ich bevorzuge den Auszug in Alkohol oder Öl. Wasser oder Sole verwende ich nur ganz selten und in kleinen Mengen. Der Hauptgrund ist die Haltbarkeit. Bei Ölen und Alkohol brauche ich nicht viel überlegen, das geht.
Abgefüllt wird immer in dunklen Flaschen, da hält sich die Tinktur über Jahre. Beim Ansatz halte ich mich an meine Erfahrung und stelle sie Gläser gerne in die Sonne. Sonnenenergie ist die beste Energie.

Verwendet werden die Tinkturen: Getropft in ein Wasserglas und regelmäßig trinken oder als Wickelauflage ( Erholung und Stärkung pur) oder aber abgefüllt in eine Sprühflasche zum Bestäuben der betroffenen Körperstellen ( sehr wohltuend).

Begonnen habe ich mit dem Salbei-ohne Gurgeln meines Salbeiwassers gehe ich ab Spätherbst nicht mehr außer Haus.

Schafgarbe mit Goldmelisse. Das nenne ich Auszug. Kein Hauch von Grün oder Rot mehr in den Blüten, dafür aber im Ansatz. Meine SCHUTZtinktur.

Mohnblütenöl habe ich zum ersten Mal angesetzt und auch gleich ausprobiert. Verleiht einen Zustand des Schwebens!!

Spaghetti mit in Butter gebratenem Salbei

Es ist ein so einfaches Essen, dass es als ganz schnelles bei uns immer wieder zum Zug kommt:

Salbeiblätter in Butter braten (also wirklich bis sie knusprig sind, da ist dann die Butter schon recht braun) und mit Spaghetti vermischen. Dabei ist es am besten, die noch nicht ganz durchgegarten Spaghetti mit ein paar Löffeln Kochwasser zum Salbei zu geben und dort fertig zu kochen — dann entsteht eine sämige Buttersoße. Hier dann mit Salz und Zitrone abschmecken!

Variante: statt Salz ein paar Sardellen feingehackt evtl. mit ein paar Kapern dazu. Nicht mehr vegetarisch aber noch einmal aromatischer.

Dazu einen grünen Salat. Und Rotwein.

 

Cannellini Bohnen-Salat

Nicht gerade ein “leichtes” Sommer-Rezept, aber am lauen Sommerabend eine feine Ergänzung zu allerlei anderen Kleinigkeiten, die man zum Wein auf der Terrasse genießen kann. Naja, das Jahr der Hülsenfrüchte darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen und frischen Salbei hats auch jetzt. Das Rezept ist von der Marcella. Kurzfassung: gekochte Canellini (oder weiße) Bohnen (nicht salzen!) in einer würzigen Paste.

Also: 2 EL grob gehackte Zwiebeln, 3 frische Salbeiblätter (eher mehr), 2 bis 3 Sardellenfilets (siehe Beitrag über die Remouladensauce), 6 EL Olivenöl, 1 EL Rotweinessig, 2 Eidotter gekocht, 1 EL gehackte Petersilie – alles mit dem Stabmixer zu einer Creme verarbeiten. Die abgetropften Bohnen, am besten lauwarm, mit der Sauce vermengen und ziehen lassen. Erst nach einiger Zeit evtl. mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sehr gschmackig und auf jeden Fall mediterran. Also doch ein bisschen Sommer.

Von Harzen, Flechten und Moosen

Diese Überschrift birgt einige Jahrzehnte und einige Traditionen in sich.

Moos ist für mich einer jener intensiven Gerüche, die mich sofort vor die Krippe meines Vaters zurückbringt. Wenn dann am Hl. Abend der Christbaum mit den Kerzen und dem Moos um die Wette geduftet haben, dann war diese heilige und geweihte Nacht da.

Heuer sind Hermann und ich mit meinen Eltern Moos holen gegangen. Im Schauen und Suchen dieser unterschiedlichsten Gewächse von ganz nieder und dicht bis hin zu langstieligen Ministaudelen, ist mir die Idee gekommen, dass dieser wunderbare Duft uns bereits durch den Advent, als Teil unseres Adventkranzes, begleiten soll. Also haben wir uns in den Lechauen der grünen Vielfalt hingegeben.

Kurze Zeit später kam DIE SERVUS ins Haus. Eine Zeitschrift, bei der Vorsicht beim Blättern geboten ist. Immer gibt es die eine oder andere Idee, die anregt. Seien es Rezepte oder Bastelarbeiten. Diesmal war der Zeitung ein Büchlein mit dem Titel “RÄUCHERN MIT KRÄUTERN UND HARZEN” beigelegt.

Auch Räuchern ist alte Rauhnachttradition aus Kindheitstagen und in der Zwischenzeit verwende ich diese Tätigkeit ganz gerne zum Klären, Reinigen und Säubern manch dicker Luft!

Von einem Freund aus Dubai habe ich mir den Weihrauch schicken oder mitnehmen lassen. Und jetzt lese ich in diesem Büchlein- eh logisch, wenn mans weiß – dass die Harze unserer Bäume denselben Zweck erfüllen. Wohl eher noch den stimmigeren, bin ich doch eine Vertreterin der Theorie, dass das dem Körper am wohlsten tut, was in seiner Nähe wächst und gedeiht.

Mit Taschenmesser und Sackl ausgerüstet haben wir uns auf die Suche gemacht- sehr zur Freude unserer Hunde. So oft und so viel Wald!!!!

Die Freude über die Ernte ist groß, die Vorfreude auf das Räuchern erst recht.

Das Lärchenharz fehlt noch, aber der Wald ist nah und Emma und Vega sind bereit.

Naja und beim Durchblättern des Büchleins bin ich an altes Wissen, was das Räuchern mit Kräutern und Flechten betrifft, erinnert worden. Also ab in den Garten und die letzten Zweige von Minze, Salbei und Majoran geschnitten. Meine Nase fängt schon an zu kitzeln ob der Vorfreude auf all diese Düfte….

Salbei-Focaccia und Rohnen

Die Salbei-Focaccia ist ja schon gebloggt worden, die Rohnen in Folie im Backofen auch – aber heute, am Sonntag (die Rohnen halten sich im Hochbeet perfekt – und das Ende Oktober!) halt wieder: diese (relativ) einfachen Speisen sind ein derartiger Hochgenuss, dass sie auch als Sonntagsessen locker durchgehen.
Schon eine der beiden Speisen reichte, es bleibt nur die Wahl: zur Focaccia passt der Rotwein besser, zur Rohne auch Bier. Was tun?

Minestrone mit verliebter Salbei-Focaccia

Da hab ich’s gestern wirklich gut gemeint und dem Rezept für die Focaccia, wie’s im Klassiker von der Marcella (Die klassische italienische Küche) abgedruckt war, geglaubt und dann doch nur die Hälfte der angegebenen Salzmenge genommen. Aber das war immer noch bei weitem zu salzig, so schlimm, dass man’s eigentlich kaum mehr essen konnte. Extrem verliebt halt (inzwischen hab ich’s nachgesehen: in der englischen Ausgabe steht „1 teaspoon“, die deutsche übersetzt mit 1 Esslöffel, ich hab einen halben genommen und mich sehr gewundert. Zu wenig offensichtlich. Gewundert).

Für die Focaccia: einen Weißbrotteig wie schon gebloggt, ausgerollt, 45’ gehen lassen. In diesen dann feingeschnittenem Salbei eindrücken und wieder eine viertel Stunde gehen lasen. Dann mit den Finger Vertiefungen drücken und dann auf diese eine mit der Schneerute aufgeschlagene Mischung aus 4 EL Olivenöl, 2 EL Wasser und 1 TL (!!!!) Salz verteilen: das sammelt sich in den Löchern. In 15’ fertig backen.

Nun hat sich die Angelika zwar brav durch die höheren Regionen gegessen, aber den Rest hab ich aufgehoben. Für heute, denn heute hatte sie die Idee, unsere aktuellen Gemüse zu einer Suppe zu verarbeiten: Buschbohnen, Zucchini, einen Rest von der italienischen Melanzani, Schalotten aus dem Garten, Knoblauch – was halt so herumliegt an kleinen Resten. Ich hab dann noch eine kleine Rhone dazugegeben – Kraut und Knolle und nach etwa einer Stunde hatte sich alles verheiratet (wie sie immer sagt) und wir konnten genießen: es geht wirklich kaum was über eine Suppe, da ist Flüssigkeit und Gemüse aus allen Richtungen, da passt Parmesan dazu und was fast überraschend ist: eine Salbei-Focaccia schmeckt da drin wunderbar!

Yesterday I thought I could believe the recipe for the focaccia in the classic of the Marcella (Essentials of Italian Cooking) and took only half the specified amount of salt. But even that was much too salty, so bad that you actually could not eat much. For a cook extremely in love (later I checked it: in the English version it is “1 teaspoon”, the German is translated with 1 tablespoon, I’ve taken a half and was very surprised to).
For the focaccia: a white bread dough as blogged, rolled out, let rest for 45 ‘. Then add the finely sliced ​​sage, press it in and again let rest for 15’. Then press indentations with your finger and spread on this a mixture of 4 tablespoons olive oil, 2 tablespoons water and 1 tsp (!!!!) salt heavily stirred: that will collect in the holes. Bake for 15 ‘.

Now, Angelika has indeed eaten the higher regions, but the rest I’ve canceled. As for today, because today she had the idea to process our current vegetables to a soup: bush beans, zucchini, a remnant of the Italian eggplant, shallots from the garden, garlic –  just what was lying around . I then added a small beetroot – herbs and fruit and after about an hour everything had married (as Angelica always says) and we were able to enjoy: there really is hardly anything better than a soup, there is liquid and vegetables from all directions, Parmesan fits and what is almost surprising: a sage focaccia tastes wonderful in there!

unscheinbar und gehaltvoll

In zwei Wochen tut sich in einem Garten, auch wenn es fast nur regnet sehr viel. Ernten, zupfen, zurückschneiden und jäten sind angesagt.

Da kann es dann leicht passieren, dass man ob der Fülle an Ertrag und Arbeit die feinen und unscheinbaren Wunderwerke übersieht. Viele der Kräuter blühen gerade.

Unscheinbar und leicht zu übersehen.

Beim Kosten zeigen sie ihren gehaltvollen Geschmack und ihre belebende Wirkung!

Inconspicuous and substantial – In two weeks much is going on in a garden, even if it almost only rains a lot. Harvest, pluck, prune and weeding has to be done.
So it can easily happen that because of the abundance of income and work one overlooks the subtle and inconspicuous marvels. Many of the herbs are blooming now.
Inconspicuous and easy to miss.
Taste them and you get the rich taste and invigorating effect!

Tinktur

Die Reifezeit für die Salbeitinktur ist zu Ende, somit eröffnet sie den Reigen der Heilsaftln für dieses Jahr.