Il Centro — Pizza Lounge: Habemus Italicum!!!

Vorgestern kam Angelika nachhause und erzählte, in der ehemaligen Postpassage habe sie ein neues Restaurant gesehen, mit schön dekorierten Tischen innen und einem Außenbereich — italienisch. Auch eine Webseite war schnell gefunden, viel versprechend. Heute waren wir dort.

Was versprochen wurde waren original italienische Gerichte, gutes Essen, guter Wein! Auf der Karte fanden sich gleich einige Spezialitäten, die echte neapolitanische Pizza (“Margherita verace D.O.C.“), hausgemachte Pasta (“Pasta fatta in casa — Orecchiette con pesto Genovese”). Das gibt es in hier nirgends, entsprechend groß war die Vorfreude. Auf der Webseite hatten wir bereits vom speziellen Pizzaofen gelesen — nur 60-90 Sekunden benötigt eine Pizza hier bei etwa 500°C.

Als wir ankamen waren nur wenige Gäste hier, sehr gemütlich, der kleine Tisch wurde von der zuvorkommenden Bedienung gleich zum Vierertisch umfunktioniert, den brauchten wir auch. Wir begannen zu zweit mit einem Vorspeisenteller verschiedener Aufschnitte (“Affettati”, eigenartigerweise mit ein paar Pfefferoni ergänzt), einigen salami, prosciutto crudo, pancetta: wunderbar, mit dem Weißbrot und dem Hauswein (“Apassimento” — einem Valpolicella, bei dem ein Teil aus getrockneten Trauben gepresst wird) eigentlich schon eine Mahlzeit für zwei.

Ein gemischter Salat (dieses Mal war Mais die Überraschung) war eine feine Abwechslung — die Menage aus Öl und Balsamico hatte auch als Ergänzung ein sehr scharfes Öl mit Peperoncino zu bieten.

Dann aber kamen die Hauptspeisen, und die waren überwältigend! Die versprochenen Orecchiette waren eigentlich Strozzapreti, frisch hausgemacht und perfekt gegart, mit einem traumhaften Pesto, das mit Rucola, Zitrone und Parmesan göttlich abgeschmeckt war. Einer der beiden Inhaber, Enzo Cervello, erzählte lachend, dass heute seine Hände eben bereit für diese Nudeln gewesen seien — was will man mehr?

Die Pizza, eine Margherita, gut wie ich sie noch nie gegessen habe, hat natürlich auch ihre Geschichte: im “Ferrari” unter den Pizzaöfen gebacken, beste Zutaten (San Marzano Tomaten, Büffelmozzarella, der Pizzateig — Geheimnis!): das Ergebnis ist wirklich unvergleichlich, ich legte einige Scheiben von der Vorspeise auf einen Teil der Pizza, aber wozu: etwas Perfektes kann man nicht mehr verbessern!

Ali Genc, der zweite Inhaber des Lokals, verabschiedete uns, wir liessen noch das Essen gemütlich ausklingen, die Mannschaft begab sich in die “Zimmerstunde” um am frühen Abend wieder bereit zu sein.

Auch beim Grappa ist eine große Auswahl vorhanden, wir schlenderten glücklich nachhause, wissend, dass wir wieder zurückkehren werden.

Das Falter-Radio (Podcast)

Podcasts (regelmäßig erscheinende über das Internet erhältliche Hörsendungen — vergleichbar einer Radiosendung) waren einmal eine aufregende Sache: vor gut 15 Jahren haben wir versucht, sie in der Schule zu etablieren — es gelang weder dort noch in der Öffentlichkeit.

Obwohl wir den Falter nun schon seit einigen Jahren abonniert haben, zögerte ich doch, mir auch einmal den Podcast — der Falter nennt das noch mehr retro “Falter-Radio” — anzuhören. Heute war es so weit und ich war überwältigt!

Im Gegensatz zu den so geschätzten Artikeln der Journalisten, die recherchieren, berichten, einordnen, bewerten und in Beziehung setzen, kommen hier Gäste von Raimund Löw zu Wort: im Original, höchstens kurz ergänzt, man hört Menschen reden, ihre Stimme, ihre Meinung, ungefiltert, ungekürzt.

Eigentlich haben mich in beiden Podcasts die Gäste beeindruckt: Im Podcast #338 (“Die geizigen Vier”) der Ökonom Stephan Schulmeister, der klar formulierte, dass das Nein der Vier nicht nur kurzsichtig, sondern auch unsinnig ist: da wird Populismus (“die ‘faulen’ Südländer, die wir finanzieren sollen!”) vor (möglicherweise vorhandenes) Grundwissen um wirtschaftliche Zusammenhänge gestellt (Der Staat, der öffentliche Güter schützen bzw. bereitstellen soll, kann nicht gleich behandelt werden wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen). Solidarität kommt da schon gar nicht mehr als Aspekt vor und doch geht es letztlich nur mehr darum: ist die EU eine Union, oder soll sie zerfallen?

Im Podcast #337 (“Wie Corona die Gastronomie verändert”) hatte jeder etwas Interessantes zu sagen. Alle stimmten überein, dass die Unterstützung der Gastronomie katastrophal ist: seit dem Zeitpunkt, wie Barbara Eselböck erläutert, wo das Pandemie-Gesetz außer Kraft gesetzt wurde — das für eine Entschädigung bzw. Unterstützung gesorgt hätte — ist man auf Einzelunterstützungen angewiesen, für die jeweils ein absurder Aufwand für das Ansuchen getrieben werden muss: was dabei herauskommt sind bestenfalls symbolische Beihilfen.

Also: nichts Tröstendes; oder eben doch, weil man hört — die Stimmen transportieren da weit mehr als nur den Inhalt — dass man nicht allein ist, mit seiner Meinung, seiner Verzweiflung, seinem Zorn.

Maxi genießt die Abendsonne

Jetzt sind es noch ein paar Wochen, in denen die Tage länger werden, wenn die Sonne am Abend ewig lang scheint und erst am rechten Rand hinter der großen Schlicke untergeht. Dann färben die letzten Strahlen ein paar Berggipfel und Bergrücken in ein tiefes Orange. Danach wird es kühl.

Die letzte Stunde habe ich heute auf der Terrasse verbracht, Zeitung lesend, Maxi kam vorbei, legte sich, wie selbstverständlich auf den Tisch, putzte sich und schaute dann, mit zusammengekniffenen Augen, genauso wie ich, in die untergehende Sonne.

Café – Restaurant Edelweiss

Gestern waren wir zu zweit im Edelweiss, dem einzigen Lokal in Reutte mit einem Biergarten. Liebevoll sind überall Tröge mit Blumen aufgestellt, es gibt eine Hütte, einen “Marterpfahl”, hinten ein großes Rasenstück. Dass man hier im Freien sitzen kann, wenn die Witterung mitspielt, ist großartig, die Straße ist durch eine Hecke getrennt, man merkt sie gar nicht mehr.

Franz und Renate mit Tochter Marina arbeiten hier mit vereinten Kräften. Auch und gerade in der Corona-Krise, um überleben zu können: die insgesamt 1.500 Euro, die sie bis jetzt von der Regierung für zwei Monate Ausfall bekommen haben, können nicht einmal gut gemeint sein, “zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig” hat man früher gesagt: viel zu wenig, um damit auch nur irgendwie über diese Zeit zu kommen. Dass es Reserven gab, war die Rettung, aber die sind jetzt auch alle verbraucht. Und die anderen “Massnahmen”: Abschaffung der Sektsteuer, Abschaffung der Mehrwertsteuer für alkoholfreie (!) Getränke??

Die Zimmervermietung, die zusätzlich zum Restaurantbetrieb im Gastgarten ein fixes Grundeinkommen garantiert hat, wurde von einem Tag auf den anderen abgedreht. Franz erzählt, er hat ein paar Tage vorher geahnt, was da kommen wird, und fieberhaft überlegt: wie Weitermachen? Wie Überleben? Die Idee mit dem Lieferservice schien eine Möglichkeit zu sein und tatsächlich wurde sie begeistert angenommen. Am Muttertag war es grenzwertig: 88 Essen mussten zubereitet und zugestellt werden.

Die Grundidee, “Essen, das mir selbst auch schmeckt” (Renate), frisch gekocht, zu äußerst fairen Preisen, die sich jeder leisten kann, anzubieten und zuzustellen, ist für viele interessant und wird es auch bleiben: von Anfang an für Menschen mit kleinem Budget — Pensionisten etwa — für die ein wechselndes Tagesmenü mit Vorspeise, Hauptspeise und Salat angeboten wird. Aber auch jetzt, erzählt Franz, können sich viele einen Restaurantbesuch einfach nicht mehr leisten — das Essen von uns geliefert, die Getränke selbst: das ist machbar.

Wir haben das Tagesmenü — Leberspätzlesuppe, Schweizerschnitzel mit Rösti und Salat — und einen Toast gewählt. Die Suppe war schon ein feiner Anfang — “die mach ich selbst, da kommt mir kein Pulver rein”, erzählt Renate. Das Schweizerschnitzel dann gschmackig, die Rösti genau passend und der Riesenteller Salat die perfekte Ergänzung. Wir nahmen einen Teil mit nach Hause, die Portionen sind großzügig.

Wir kommen wieder!

Endlich: Salat!

Gestern haben wir den ersten Salat aus dem Garten gegessen, einen kleinen grünen Kopf mit Pflücksalat und ein paar Blättern Rucola aus dem Kräutergarten.

So gschmackig, aromatisch, intensiv und frisch!

Ästling bei alten Hochzeitern

Schon seit Wochen sehen wir jeden Tag ein Meisenpärchen auf unseren Bäumen, Sträuchern und Rosen geschäftig Nahrung sammeln und dann zum Nachbarn fliegen: in deren Vogelhäuschen brüten sie. Geschäftigst und mit einem genauen Rhythmus, am Morgen etwa sind eine Zeit lang beide auf dem Weg.

Gestern entdeckten wir in unserer Weide, inzwischen Heimat unserer Hochzeitsenten von Mazi, ein sehr kleines Vögelchen sitzen, eine mindestens doppelt so große Meise flog blitzschnell hin, fütterte und war schon wieder weg. Wir wagten nicht, unsere Jalousie zu verändern, hatten wir doch Ähnliches letztes Jahr schon mit unseren Amseljungen gesehen: die aber waren am Boden unterwegs, während dieses Meiselchen ganz sicher am Baum saß. Hofften wir auf jeden Fall, schlossen auf jeden Fall einmal alle Türen um unseren Kater Maxi herinnen zu behalten und verbrachten einige Zeit nur mit dem Beobachten dieses Wunders. Nach einigen Fütterungen flog das Kleine dann anstandslos in die Quitte, wo es von Ast zu Ast weiterhüpfte.

Gartengenuss

Vor einigen Tagen war es wieder einmal so weit: im Frühling, an, zumindest für die Hennen, gezählten, Tagen, dürfen alle raus. Das ganze junge (erst einmal gemähte) Gras ist Genuss für die Hennen, sie probieren schon einiges andere auch aus. Von den Enten aber sieht man meistens nur mehr die Hinterteile, derart viel gibt es hier zu erschnabeln.

Unsere Wesen scheinen manchmal nicht zu wissen, wo sie zuerst hinpicken sollen, so viel Prächtiges und Köstliches bietet sich ihnen. Uns geht es beim Zuschauen genauso.

Vega im Brunnen

Für Vega ist das Trinken aus diesem Brunnen nicht ganz einfach, aber irgendwie lehnt sie sich dann doch an und schafft es. Am Samstag kletterte sie dann einfach hinein und entschloss sich damit offensichtlich für die ganzheitliche Lösung.

Erst als ich ganz um den Brunnen herumging, sah ich, dass das ein doppelter Genuss für sie war!

Die letzten Max-Stiegl-Gläser

Nach der Böhmischen Rindsroulade, dem Szegediner Krautfleisch und dem Mangalitza-Sugo haben wir heute die letzten Gläser von Max Stiegl verspeist.

Wie bei allen anderen: sparsamst gewürzt, perfekt abgeschmeckt. Das Hendl ein Genuss, die Bohnensuppe einwandfrei. So ein Gasthaus in Reutte zu haben wär herrlich!

Licht und Schatten

Ziemlich kühl war’s und bewölkt, ein bisschen Sonne versprochen. Sie kam dann auch, manchmal. Zum Schauen gab’s genug für uns alle.

(Kulinarischer) Urlaub im Piemont

Es gäbe keinen Mittelweg, schreiben sie auf ihren Webseiten, beim Gorgonzola scheiden sich die Geister: lieben oder hassen. Wir mögen ihn beide, haben geschwelgt in diesem Genuss, und beim Herumschmökern über dessen Herkunft — den Hügeln nördlich von Novara — war auch gleich ein Schwelgen in Erinnerungen da: wie oft waren wir da schon auf dem Weg, im Piemont, zwischen dem Ortasee und Mailand, nördlich, im Val Sesia.

Viel vom Urlaub war da dabei, ein bisschen war das wie das Sitzen bei einem Glas Wein, zu dem stuzzicchini serviert wurden. Mit jedem kleinen Bissen und jedem Schluck Wein.

Heute, am Sonntag, war noch ein Restl da und bei den Brennnessel-Taubnessel-Palatschinken bot es sich an, ein paar Stücke dazuzugeben. In diesem Fall gilt nicht “Viel hilft viel” (altes Tiroler Sprichwort) sondern eher genaues Balancieren: sonst schmeckt man nur mehr den Käse. Das gilt insbesondere dann für die Variante mit Räucherlachs und Zwiebeln. Aber wenn man’s richtig erwischt: traumhaft!

Im Garten mit den Hunden sitzen

ist einfach ein Genuss. Vega mag es besonders gerne im kühlen Gras (wenn da Schnee wäre, wär’ es ihr vermutlich noch lieber). Manchmal aber auch auf der warmen Holzterrasse (ein komisch widersprüchliches Wort) in der prallen Sonne. So wie ich.

Salomonssiegel

Einen besonders schönen Gruß vom Streifen durch die Wälder habe ich heute bekommen und mit diesen Bildern mag ich mir ein paar Gedanken über die vergangenen Wochen in unser Hausbuch schreiben.
Es ist ein wenig Trauer dabei und ich finde es schade, dass diese geschenkte Lebenszeit jetzt ihrem Ende entgegen geht.

Das Außen klopft mit seiner erlebten Wucht wieder an die Türen.
Alles wird wieder schneller, häufiger, mehr, viel, hektischer, unruhiger,…bis „Der Alltag wieder die Seele auffrisst.“

Diese Pflanze namens Salomonssiegel erscheint mir dazu eine stimmige Symbolik.
Soll sie doch Kräfte verleihen, die Türen und Schlösser öffnen, gar Felsen sprengt, um Quellen zu finden.Daher wird sie auch Springwurz genannt.
Viele verschlossene Türen haben sich in den letzten Wochen geöffnet.
Und viele Quellen sind wieder zugänglich geworden.
So viel Brachgelegenes wiederbelebt.

Allesamt haben meiner Seele einen wohltuenden Balsam bereitet.
Einfach nur schauen oder einfach nur schaukeln, ohne den Antreiber der Leistung im Rücken zu haben.
A bisl in der Lebenszeit segeln…

Ich werde mir die Frustration ersparen, dass ich mir jetzt vornehme, irgendetwas aus dieser Zeit in den Alltag mitzunehmen.
Der wird noch etwas fordernder werden und sich dann im erprobten Wahnsinn einpendeln.
Das, was „hängen“ geblieben ist, bleibt schon da und darauf vertraue ich.
Und das finde ich sehr tröstlich.

Eine Berghenne?

Schon gestern hatte ich beim Sitzen eine Art Gurren gehört, es aber nicht ernst genommen: Tauben hier heroben auf der Alm? Vielleicht ein Stück Holz, das im Wind irgendwo scheuert…

Heute hörte ich es wieder, dieses Mal aber war klar, dass die Geräusche von einem Baum kamen: da saß eine Henne auf dem Gipfel einer Fichte! Größe, Form … eindeutig, genau wie unsere Welsumerlen! Abwechselnd schoss ich ein paar Bilder, dann ging ich langsam in Richtung der Henne … die plusterte sich manchmal kurz auf, bald war der rote Kamm erkennbar und das dunkle Federkleid, wo aber auch weiße Stellen zum Vorschein kamen. Faszinierend!

Sie flog weg und war ein er, wie ich jetzt weiß: Ein Birkhahn!

Der Dattelessig ist abgefüllt