Rund um den Stall

Auch heuer musste ich wieder auf den Boden, der Länge nach, um unter den Stall zu robben. Josefine hatte sich ihren Brutplatz diesmal unter dem mittleren Träger des Stalls eingerichtet. Um an das Nest zu kommen, musste ich zuerst das Schutzgitter, das aus den Zeiten des alten Zauns stammt, entfernen. Mit Zange und Schraubenzieher. Dann vorsichtig alle Eier herausnehmen und Josefine dabei gut zureden, dass das kein sicherer Brutplatz ist. An dem Gelege waren vor allem zwei Mädels beteiligt. Vivienne und Josefine. Gott sei Dank hat sie jetzt ihre Brut beendet und ist in die sicheren Gefilde zurückgekehrt.

Dieses Foto zeigt jetzt endlich, wie schön die Lockenweide aus Johannas Garten in Mattsee geworden ist. Sie, die auf dem Grabl von Marilyn gepflanzt wurde, ist wahrlich unsere Stallwächterin. Ganz in seinem Sinne.

Klettern war, Schaukeln ist

Das ist DIE Herausforderung in unserem Hennenparcours. Evas alte Kletterleiter haben wir als Hängebrücke zwischen zwei Paletten montiert. Hederl ist noch sehr skeptisch, aber Viviene traue ich es zu. Bin gespannt, wer die Erste sein wird, die das für sich entdeckt.

Vielfältig und bunt

bereichern sie den Garten und unser Leben. Jede mit einer eigenen Persönlichkeit ausgestattet. Den Sonntag feiern, heißt sich an der Schöpfung erfreuen- Hennen schauen gehört dazu- und beruhigt ungemein.

Tratschen und flüstern

Manchmal überkommt mich die Lust aus den Fotos von den Hennen Comics zu gestalten. Man kann es an ihren Gesichtern ablesen, was sie zum Tratschen, Reden und Flüstern haben.

Jota zu allem bereit.

Matea und Tau tauschen sich ob des Abflugplatzes aus.

Josefine, die unter dem Stall brütet, bei ihrem morgendlichen Besuch.

Anna hat sich für ihr Sonnenbad ein Nestl bereitet. Heubad, um in der Wellnesssprache zu schreiben.

Wir tun so als OB….

Drei sind noch da

aus der Brut 2015. Ich knabbere immer noch daran, dass die anderen so oder so an anderen Orten sind. Sie fehlen mir so, diesmal war ich nicht gut genug darauf vorbereitet. Aber aus den Dreien werden gerade GSTÅNDENE WEIBERLEIT: Josefine, Morele und Vivienne. Hoffentlich bleiben wenigstens sie noch lange da!!!

Mitten in der Nacht beginnt der neue Tag

An diese einfache, bekannte, manchmal vertraute und alte, aber auch immer wieder vergessene Wahrheit bin ich gestern wieder erinnert worden. Ja, in der dunkelsten Nacht beginnt bereits der neue Tag.

Es war der Titel des ersten Liedes, das der Chor beim Requiem gesungen hat. Und während diesem Lied hat Oktavia, die nur mehr eine Hand voll war( sie hatte nur mehr 550g) ihre Flügel ausgestreckt und ist in eine neue Zeit geflogen.

Und sie wird singen, sie wird lachen, sie wird” des gibts nit” schreien, in der neuen Zeit, in der neuen Zeit( frei nach Ludwig Hirsch).

Sie hat so gekämpft, sie war so tapfer und es hat am Freitag Nachmittag noch so nach Besserung ausgesehen.
Am Samstag früh war dann, der mir inzwischen sehr vertraute Moment, wo sie die Augen nicht mehr aufgemacht hat- nur noch einmal, mit aller Mühe, wie alle anderen Hennen und Hähne vorher auch. Wer diesen Blick einmal gesehen hat, der weiß, er schaut in den Abschiedsschmerz- in all seiner Stärke, in all seiner Kraft, in all seiner Trauer, in all seiner Sehnsucht, mit all dem LEBE WOHL.

Dann kam nur mehr dieses ruhige Atmen und dann die Erlösung.
Bei ihr habe ich lange gerungen und gesucht, wo der Beginn, der Auslöser, der Anfang war.Ich hatte es vergessen, dabei war es mir, als ich sie das erste Mal so versunken im Gras sitzen sah klar, ich habe es ihr auch gesagt. Doch dann fängt mich immer wieder das Ringen ums Leben, immer wieder, eine Chance gibt es noch, ein….
Nachdem ich sie auf Heu gebettet hatte, habe ich in unserem Hausbuch unter dem Schlagwort Oktavia nachgesehen, und ihr kurzes Leben noch einmal an mir vorüberziehen ziehen lassen. Dabei ist mir auch klar geworden, warum Vivienne immer bei ihr im Schupfele schlafen wollte: Die waren von Anfang an zusammen. Es gibt einige ganz nette Fotos.

Beim Blick aus dem Fenster traute ich meinen Augen kaum.Das glaubt uns kein Mensch, habe ich zu Hermann gesagt. Nach dem Miterleben dieser innigen, fast heiligen Momente, in denen Vivienne Oktavia geputzt und gesäubert hatte, haben wir doch noch ein Foto gemacht- fürs Lebensalbum.

Unsere hübsche Oktavia

leidet sehr. Immer öfter hat sie sich versteckt und mir nur mehr die Schwanzfedern gezeigt. Zur Sicherheit und um genügend Ruhe zu haben habe ich sie ins kleine Stallele gebracht. Mit Argusaugen haben Vivienne und Karla alles genau beobachtet. Damit ich ja nichts falsch mache.

Gefüttert habe ich sie, damit die arme Haut ja genug zu essen bekommt. Es ist nicht besser und nicht schlechter geworden, aber meine Beobachtungen klarer. Heute sind wir mit ihr zum Tierarzt. Dort hat sie eine Tortur über sich ergehen lassen müssen. Sie hat nämlich einen sogenannten weichen Kropf. Das bedeutet alles, was sie gepickt hat und ich ihr reingestopft habe, ist im Kropf gelandet, aber nicht im Magen angelangt. Die Behandlungsmethode heißt: ausstreifen. Sprich kopfüber alles, was da noch im Kropf ist( und da war einiges) muss durch Schnabel und Nase wieder raus. Jetzt heißt es DURCHSPÜLEN. Wasser, Wasser, Wasser und nochmals Wasser- mit der entsprechenden Medikation. Sie ist nur noch Haut und Knochen. Wir hoffen sehr, dass wir das so schaffen, eine Operation überlebt sie nicht, wahrscheinlich nicht einmal die Narkose. Toi, toi, toi du schneidiges Mädl!!!!!! Aja, das hätte ich jetzt fast vergessen: Vivienne kommt jeden Abend zu ihr in den Stall, damit sie ja nicht alleine ist. Zwei ganze patente Mädels!!!!!!!!