Tarte mit Beeren

Unsere Brombeeren reifen täglich heran und zum Kaffee ist etwas Süßes herrlich. Vom Kohlrabi hatte ich noch eine ganze Menge Mascarpone übrig, daher eine Tarte mit Mascarpone-Creme und Beeren.

Tarte: 150g zimmerwarme Butter, ¼ kg Mehl, 10 dag Zucker, 1 Ei, eine Prise Salz. Verkneten und im Kühlschrank mindestens eine Stunde rasten lassen, ich lass ihn da meist über Nacht. Dann auf reichlich Mehl ausrollen und in die Tarte-Form hineinbasteln. Fuchst mich immer wieder, aber nur nicht mit dem Mehl sparen, dann geht das schon irgendwie. Mit Gabel Löcher in den Boden stechen, bei 180° vorgeheizt etwa eine halbe Stunde backen. Auskühlen lassen.

Creme: ¼ kg Mascarpone, drei Eidotter, 5 dag Zucker verrühren, evtl. etwas vom Fruchtsaft dazu. Auftragen und die Beeren darüber verstreuen.

PS: Mir wurde die Creme etwas zu flüssig, mit Agar-Agar in Fruchtsaft aufgekocht und abgekühlt eingerührt kann man sich da leicht helfen!

 

 

Schokoladenpudding selbst gemacht

Beim Tortenmachen blieb mir letztens Schokoglasur übrig (bei der Bohnentorte: eigentlich nur Bitterschokolade mit etwas Butter) und Eva, die normalerweise daraus Heiße Schokolade macht war nicht da. Also?

Ich mag Süßes als Abschluss eines Essens, also eine Nachspeise daraus machen. Nachdem wir schon viele (beste) Erfahrungen mit Agar Agar gemacht haben (z.B. als Aspik) wollte ich schon lange Pudding probieren: natürlich geht das, ganz, ganz einfach und das Ergebnis ist toll.

Also: auf 400 ml Milch 8g Agar-Agar (oder was halt auf der Packung steht) einstreuen, aufkochen lassen und 2 Minuten kochen. Mit dem Geschmack (also der restlichen Glasur) verrühren, nach Belieben einen Schuss Geistiges dazu (z.B. Kirsch — ich hab Granatapfellikör genommen), abkühlen lassen und in kleinen Formen im Kühlschrank mindestens 3 Stunden kaltstellen.

Wunderbar, hält länger als man es schafft, ihn nicht aufzuessen!

Autrenndelte Wolle

hat mich schon als Kind fasziniert. Diese Wellen und Windungen, diese Bogelen,die an gelocktes Haar erinnern. Manchmal durften meine Arme herhalten, um die Wolle dann in Strähnen zu wickeln. Dieses Auftrennen von Altem oder Gebrauchten mag ich bis heute.Aus Manchem ist man heraus gewachsen, es passt nicht mehr oder man zieht es nicht mehr an. Dann heißt es autrenndeln, voneinander lösen. Um mit der qualitativ hochwertigen Wolle wieder etwas Neues, Brauchbares zu gestalten. Das Grundmaterial und die Farbe bleiben, die Muster oder die Werkstücke ändern sich. Wie im Leben.

Wuchteln mit ålter Marmelad

Ja, ich habe vorher noch nie Wuchteln (so sagt man bei uns zu Buchteln) gemacht. Da hatte ich Respekt davor, weil erstens: Germteig und zweitens: Füllen. Ersteres sowieso schwierig bzw. aufwendig (Dampfl oder nicht Dampfl?) und zweitens weil: was rinnen kann das rinnt — nämlich raus (Murphys Gesetz). Dass das eigentlich ein Projekt zum Aufbrauchen alter Marmelade war hat mich zuversichtlich gemacht, weil die ist eher gummiartig und verhüpft höchstens irgendwohin, zumindest die eine Sorte, mit der wollte ich beginnen.

Dann aber gleich gscheit mutig und das Brutal-Rezept mit dem Backautomaten auf die Spitze getrieben: nicht einmal darüber nachgedacht, was denn jetzt vielleicht sinnvollerweise als erstes reinkommt sondern einfach: alles rein in den Topf (nämlich für die Mohnbuchteln: 100 ml Milch, 15 g Germ, 320 g Mehl, 70 g gequetschter Mohn, 130 g Zucker, 120 g Butter, 2 Eidotter, 1 Ei, 1 EL Rum, 1 Prise Salz; für die “normalen” Buchteln: 300 g Mehl, 20 g Germ, 40 g Zucker, 200 ml Milch, 1 KL Salz, 2 Dotter, 40 g Butter) und das Germteigprogramm mit 15 Minuten vorwärmen und dann Kneten laufen lassen. Tatsächlich wurden das schöne Kugeln, die ich in einer zugedeckten Schüssel dann gemütlich gehen lassen konnte. Nach gut einer Stunde dann daraus  eine Rolle formen, Stücke schneiden, breitdrücken und mit einem Marmeladehäuferl besetzen. Dann zu einem Stück schließen — das ist das eigentlich schwierige aber auch da bin ich recht wild gewesen – irgendwie halt, wird sich schon ausgehen. In zerlassener Butter rundherum wälzen und auf Blech oder in Auflaufform einordnen. Bei 200°C waren die bei mir schon nach 25 Minuten so braun, dass ich sie aus dem Rohr nahm.

Und es ist sich ausgegangen, gerade die mir bis dahin unbekannten Mohnbuchteln (mit Powidl) waren besonders gut, auch die normalen (mit grandiosem Scharzribiselgummgelee) waren herrlich, hielten gut zwei Tage frisch und waren auch danach noch ein Eintunkfreude (in den Kaffee) bzw. eine feine Ergänzung zum Rotwein (ja!).

 

Herbstsalate

gehören gerade zu meiner täglichen Wunschliste, wenn Hermann mich fragt, was ich gerne essen möchte. Diese Salate wie Chinakohl, Zuckerhut, Endivien… eben jene Salate, die man sich für den Herbst und den Winter pflanzt, haben für mich den Sommer in sich. Ganz zum Unterschied zu den frischen Frühlingssalaten. Ausserdem können sie mit all den Früchten und Beeren, die über das Jahr gereift sind, kombiniert werden. Oder mit all den Restln, die sich im und um den Kühlschrank noch so finden. Zum Beispiel eingelegte Johannisnüsse oder Grapparosinen vom Stekovics. 100% Geschmack, Energie und Genuss. Knackig und gehaltvoll.

Nach der Hühnersuppe: Risotto oder Hühner-Salat

Wenn man eine größere Menge Hühnersuppe macht, hat man eine Menge gekochtes Hühnerfleisch. Das schmeckt hervorragend, am besten gleich in der Suppe. Und wenn was übrigbleibt?

Als erstes natürlich Hühnersalat: mit einer Mayonnaise-Sauerrahm-Mischung, etwas gehacktem Apfel, ein paar Nüssen und Petersil, mit Senf, Zitrone, Salz und Pfeffer abgeschmeckt, ist man mit etwas Weißbrot schon sehr gut versorgt!

Risotto ist noch einfacher: einfach einen weißen Risotto nach dem Grundrezept mit der Hühnersuppe aufgießen und vor Ende der Garzeit eine tüchtige Menge des Hühnerfleischs dazugeben. Etwas Petersil passt auch hier.

In beiden Fällen: Wein dazu!

Malakoff mit Hindernissen und Wähe

Am Anfang stand die Erinnerung ans erste Mal (des Backens dieser Torte – schon einige Zeit her) und die Idee der Wiederholung: also natürlich selbstgebackene Löffelbiskuits (ganz ohne Biskuit geht’s nicht!) statt fertiger Biskotten. Die warteten dann einmal auf die Vollendung.

Dann kam die Idee, den Biskuitboden (s. dazu auch die Rhabarber-Tarte) des verwendeten Rezepts durch einen Mürbteigboden zu ersetzen (10 dag Zucker, 20 dag Butter, 30 dag Mehl, 1 Dotter, etwas Salz). Schaut gut aus und riecht gut.

Während der Teig rastet, die Creme machen: eine Bayerische Creme, wie hier beschrieben. Nach Text nur die 66%-Menge – davon hätten wir mehr brauchen können. Daher nach Fertigstellung (Achtung: mit Agar-Agar funktioniert die Beschreibung nicht – das muss 1-2 Minuten aufkochen, damit alles fest wird) die Entscheidung, nur mit dem halben Mürbteig eine kleinere Version zu backen und den Teigrest für später zu lassen. Das funktioniert dann ganz gut, allerdings sind die Biskuits etwas zu groß. Und: kein Zucker mehr da! In einer Honig-Wasser-Mischung (1:1, 200 ml + 200g) mit etwas zugesetztem Espresso die Löffelbiskuits wenden und dann wird geschichtet: Creme, Biskotten, Creme, Biskotten. Mehr als zwei Schichten gehen sich nicht aus, oben wird mit geschlagener Sahne abgedeckt. Mit den restlichen Biskotten am Rand und oben garniert. Etwas rasten lassen – ruhig über Nacht! Das Ergebnis schaut weder genau so aus noch schmeckt sie wie eine klassische Malakoff – aber schmeckt ganz hervorragend!

Und jetzt hatten wir einen Rest Mürbteig. Daraus wurde einfach mit einem Rest Obst eine Wähe – so ist sie angeblich auch entstanden, als Resteverwertung. Wir finden ein paar Marillen und entscheiden uns bei einem guten halben Kilogramm Früchten für die Zugabe von Zucker: über die Marillen (2 EL) als auch in den Guss (100 ml Milch, 100ml Rahm, 2 Eier, 2 EL Zucker). Etwa eine halbe Stunde bei 220° im Ofen backen (unsere war schon früher fertig). Das Ergebnis ist wunderbar – die Säure der Marillen wird durch die mäßige Süße von Guss und Boden fein ausgeglichen. Was für ein Genuss im Vergleich zu den üblichen Obstkuchen aus Rührteig oder B*****t!