Zu “summer of 69”

haben wir das Geburtstagskind HERZLICH willkommen geheißen.
Dazu haben wir, dem Anlass gebührend, unsere älteste Magnum geöffnet.
Über die kulinarischen Genüsse wird sich Hermann noch auslassen.
Der hat sich gestern wieder einmal selber übertroffen (Zitat Peter).

Maria Waitschach

oder, wieviele der Geschichten um diese Möbel und Mathildes Mama schreibe ich?
Dieser Wallfahrtsort in Kärnten auf über 1100m Seehöhe( mit 23 Einwohnern) begleitet mich schon seit einigen Jahren.
Die Mama von Mathilde, die dort Mesnerin war, auch.
Ihr haben wir das Rezept für unser Hausbier zu verdanken.
Sie hat nicht nur einige Kinder großgezogen, sie ist auch zweien von ihnen ins Außerfern gefolgt.
Sie war eine feine Frau, a gånz a feine.
Und jetzt stehen ihre alten Möbel in der Klockerei.
Viel Stauraum für all die Betten und Bettwäsche für unsere Gäste und ein Hauch von Wiener Kaffehauskultur hat Einzug gehalten.
Ein eigener Lesetisch für uns und mittendrin brennt ein Kerzl auf einer der alten Schieferschindeln aus Maria Waitschach.
Ja, auf einer der Bilder ist Fany drauf, absichtlich- sie ist zur Zeit auf Reha im Haus- und ab und an nehme ich sie mit auf den Balkon, um Sonne für die Genesung zu tanken.

Mågsch die Möbel von der Mama?

So hat sie uns gefragt, die Mathilde.
Sie sind aus den 1920ern und würden gut zu euren Möbeln passen und wir würden die Möbel gerne an jemanden weitergeben, der sie auch zu schätzen weiß.
Wir machen einen Besichtigungstermin im Dachboden aus.
Hermann ist sofort begeistert und wir sagen zu.
Wo stellen wir sie auf? Wo passen sie dazu und zu welchem Zweck? Damit haben wir uns einige Zeit beschäftigt.
Nach einiger Organisation- es gibt fast nur noch Männer, die nichts mehr tragen können- steht Peter am Sonntag morgen mit seinem LKW bereit und er, Franz und Hermann holen die guten Stücke in Millimeterarbeit vom Dachboden, verstauen sie professionell im Lkw und führen sie in die Klockerei.
Da stehen sie jetzt und warten auf ihre Bestimmung.

Risotto mit Rindsuppe und Wein aus Rom

Ich hab noch nie ein Rezept für Risotto gesehen, in dem nicht Hühnersuppe als Zutat angegeben war. Wir essen seit einiger Zeit abwechselnd Hühner- und Rindsuppe, gestern war Rindsuppe da und es war nicht überraschend: schmeckt auch hervorragend!

Besonders gefreut haben wir uns über die Weinbegleitung: ein weihnachtlicher Gruß aus Rom hat uns (durch die gesperrte Straße verspätet) erreicht, der Weißwein Satrico aus dem Weingut Casale del Giglio war ein feiner Gefährte.

Das Christkind hat sich verflogen

Trotz all der widrigen Wetterbedingungen hat es es aber trotzdem geschafft, das Paket vor die richtige Haustüre zu legen.
Es war ein freudvolles Auspacken und jedes Geschenk knüpft an all das gemeinsam Erlebte an.
Ein sehr tragendes Netzwerk.
Alleine wenn ich daran denke, wie Hermann ob des Anblicks auf die Amper ins Schwärmen geraten ist.
Schau, die Amper.
Jetzt fahren wir wieder über die Amper.

Da bin ich jetzt mal gespannt, wie ihm der Hopfenbazi vom Amperbräu schmeckt.
Das Isarkindl erinnert mich an unsere ersten Brauversuche.
Was es alles für Ideen und kreative Köpfe gibt.

Rohnen-Ingwer-Sauerrahm-Kuchen von Yotam Ottolenghi für David und Steffen

Wir sind große Freunde der Rohnen, heuer haben wir sie in zwei Hochbeeten angepflanzt — und viel geerntet. Süß haben wir noch nicht probiert und so haben wir anlässlich des Besuchs von David und Steffen uns an dieses Experiment gewagt: im Kochbuch “Sweet” von Yotam Ottolenghi war von einem Rote-Bete-Kuchen die Rede, der Esme, einer Kollegin in seiner Versuchsküche, so geschmeckt hat, dass sie ihn sich als einen ihrer drei Hochzeitstorten ausgesucht hat. Das klang verheißungsvoll. Angenehmerweise sind die Zutaten allesamt leicht erhältlich (ich hatte alles zuhause), ein großes Stück Ingwer braucht man aber schon. Die Walnüsse stammen aus der Villa Kunterbunt, die uns heuer ein großzügiges Paket voller Nüsse zukommen ließen.

Die Walnüsse (75g) werden im Rohr bei 160°C (Heißluft) 10 Minuten auf einem Backpapier gebräunt und dann in große Stücke gehackt; eine 20cm-Backform wird eingefettet und mit Backpapier ausgelegt vorbereitet, das Rohr auf 175°C vorgeheizt. Dinkelmehl (200g), 150g Staubzucker, 2 TL Backpulver, ¼ TL Natron, ¼ Salz in eine große Schüssel geben und vermischen,¼ kg geraspelte Rohnen (etwa zwei mittlere), 1 EL geriebene Orangenschale, die Nüsse und 10 dag feingehackten Ingwer dazugeben. 2 große Eier, vermischt mit 60g Sauerrahm und 125 ml Sonnenblumenöl dazugeben und alles am besten mit der Hand vermischen. 50-55 Minuten backen, dann eine halbe Stunde in der Form auskühlen lassen, dann auf einem Rost ganz auskühlen.
Für die Creme 150g Frischkäse (den Bio vom Hofer) mit 70 ml Mascarpone (Zillertal Milch) verrühren und mit 60g Staubzucker zu einer Creme mixen — die wirkte zuerst zu flüssig, aber das hat dann schon gepasst. Etwa 20ml Ingwersaft (etwa 6cm fein raspeln und durch ein Sieb drücken) einrühren. Mit einem flachen Messer auf dem Kuchen verteilen.

Im Originalrezept wird noch eine zerstoßene Vitamin-C-Tablette erwähnt (1500mg), die man in die Ei-Sauerrahm-Öl-Mischung geben könnte, um die Farbe der Rohnen zu verstärken. Hatte ich nicht, braucht’s auch nicht.

Sehr aromatisch, scharf und erdig, nicht sehr süß (angenehm!) und fast schon erfrischend!! Wir waren begeistert!

Mein Motto für 2019

Je älter, je feiner

Das ist wohl ein passendes Motto für den Neubeginn meines nächsten Lebensjahres.
Zwei meiner treuesten Weggefährtinnen haben meinen heurigen Geburtstag zu einem ganz feinen Tag gemacht.
Beide kommen inzwischen nicht mehr alleine, sondern mit Anhang, wie man das so nennt.
Mit liebenswertem Anhang.
Wenn mein nächstes Lebensjahr so wird, wie es begonnen hat, dann kommt eine ganz feine Zeit auf mich zu.
Darauf freue ich mich.

Spaghetti Cacio e Pepe

Ein klassisches Rezept, an das ich mich lange nicht gewagt habe: zu genau musste man da wissen, was man tut, dachte ich, und die Zutaten muss man auch erst haben. Oder halt wissen, welche zusammenpassen.

Als wir heuer in Abbiategrasso waren, hat Fabrizio, er ist aus Rom, eine persönliche Variante für uns gekocht und mir ein spezielles Geheimnis verraten (“nimm zum Nudelkochen Wasser, das bereits die Stärke eines Nudelkochens in sich hat”) — also hab ich mich jetzt getraut: und es war gut, unglaublich gut!!

Hier also das Rezept, ergänzt um Alessandra Dorigatos Erläuterungen, die wichtigen Stellen sind hervorgehoben:

  1. Käse und Pfeffer frisch reiben/mahlen: 4 EL Käse (Pecorino romano, eher dolce!), ½ TL schwarzer Pfeffer pro Person. 100 g Nudeln pro Person. Einen kleinen Teil für die Schluss-Bestreuung aufheben.
  2. Nudeln (Spaghetti oder z.B. Rigatoni) in Wasser kochen, in dem schon einmal Nudeln gekocht wurden — bei uns einfach: die Hennen/Enten/Hunde/Wir  bekommen immer wieder einmal einfach Nudeln, vielleicht mit etwas Olivenöl, Parmesan und Pfeffer (nur bei “Wir”)!
  3. Mit dem Nudelwasser, das schon recht dick daherkommt, die Käse-Pfeffer-Mischung vorsichtig mit einem Schneebesen aufschlagen (in einer Schüssel, darf nicht mehr kochen) und zum Schluss die entsprechende Nudelmenge untermischen. Mit dem Rest bestreuen, dafür
  4. Vorgewärmte Teller! verwenden!!

Ein grüner Salat, Romano; und ein roter Wein; das passt immer!

Was für Kostbarkeiten!

Der Sommer ist schon lang dahin, die Erinnerung an den herrlichen Besuch aus Italien ist immer noch da, immer wieder intensiv und dicht. Die  mitgebrachten Weine waren ganz besondere, das war klar, aber erst beim Nachschlagen wurde uns klar, wie besonders: kostbare Tropfen, die auf spezielle Anlässe warten, um Schluck für Schluck genossen zu werden.

In der Zwischenzeit = Vorfreude-Zeit ist es schon allein eine Freude die herrlichen Etiketten zu betrachten!

Hanfkuchen

Der Hanf, diese gute, alte Kulturpflanze scheidet immer noch die Geister.
Im Frühling, wenn unsere Kirschen reifen, werde ich dieser Zeichnung gleich, einmal zur Arbeit gehen.

Durch Österreich gondeln

Damit sich unser Neuer gleich daran gewöhnt, was auf ihn zukommt, haben wir uns die Route für die Heimreise genau überlegt.
Vom Heuberg über Mauerbach zur Dopplerhütte, hinunter ins Tullner Feld und durch die Wachau bis Melk.
Autobahn bis Salzburg und dann Richtung Oberndorf und Laufen. Ich mag diese beiden Orte, die wie eins wirken, verbunden mit einer Krönungsbrücke, wie Hermann sie nennt.
Dem Chiemsee entlang, dann auf die alten Bekannten, die 472 und die 17er bis Mühl.
Gut angefreundet haben sie sich, der Fahrer und sein neuer Volvo.
Ein stimmiger Einstieg in eine neue Zeit.

Der Feschmarkt in der Ottakringer Brauerei

Allerlei Handwerkskunst, Kunsthandwerk, Mode, Design und Delikatessen waren da auf dem ehemaligen Hopfenboden und dem alten Gerstenboden zu bewundern und zu verkosten.
Ein stimmiger Abschluss unserer gemeinsamen Tage in Wien.
A biserl Wiener Luft schnuppern.

Besuch bei Freunden

Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Wiener Freunde wäre dieses Wochenende niemals so reibungslos über die Bühne gegangen. Dank ihrer Hilfe ging alles Hand in Hand und innerhalb weniger Stunden waren wir im Besitz unseres neuen Autos- inklusive Montage der Winterreifen.
Fein, gemütlich, sehr geschmack- und gehaltvoll, gefüllt mit so manchen Erzählungen und Diskussionen waren diese Tage mit euch.
Dankeschön!

Lange erwartet, erhofft und ersehnt

haben wir diesen Besuch.
Nicht nur diesen Besuch, diese Wörter beschreiben wohl auch die Lebensgeschichten, die auf diesem Foto miterzählt werden.