Handwerkskunst oder Kunsthandwerk

Bei unseren Renovierungsarbeiten wird jedes Teil in die Hand genommen, gereinigt und gesäubert, notfalls auch repariert. Beim Kanapee, das mich jetzt schon über 30 Jahre begleitet, bin ich beim Anblick des Aufbaus ehrfürchtig ob der Handwerkskunst geworden. Ausgetüftelt ist diese Liegerstatt bis ins kleinste Detail. Ob das heute noch in einem Lehrberuf gelernt wird? Oder fällt das schon unter Kunsthandwerk? Übrigens der Stoffbezug ist meine Pfuscherei, aber vielleicht lerne ich das fachgerechte Polstern auch noch. Kommt Zeit, kommt Wissen.

[JT]recycling

ist eine EIN FRAU FIRMA in Wels. Ihre Arbeiten haben wir schon des öfteren in diesem blog vorgestellt. Hier ist ein weiteres Kunstwerk aus ihrer Werkstätte. Passt hervorragend zu meinem Winterkleid- ein richtiger Blickfang. Danke und COMPLIMENTI.

Seelenbotschaften

hat auch unser Garten bekommen. So schön ROT, so STRAHLEND, so FRECH und so SCHWUNGVOLL. Gesegnet die Hände, die solch ein Handwerk verstehen.

Die Hände sind das Werkzeug der Seele

So liest und hört man es von den alten und weisen Seelsorgern und Seelsorgerinnen, die Europa ihren Stempel aufgedrückt haben.

Das ist einer der Gründe, warum ich sehr gerne auf Kunsthandwerksmärkte gehe. Das Anschauen, Betrachten, Kaufen und Verkaufen ist immer mit Freude und Stolz von beiden Seiten verbunden. Gestern waren wir in Hopfen am See und haben den dortigen Markt besucht. So viel Schönes und so viel Geschick, ob aus Beton oder aus Lärchenholz war zu bewundern und zu erstehen. Ein paar dieser Seelenprodukte haben den Weg in unser Haus gefunden und bereichern es mit fröhlicher und freundlicher Energie.

Von schönen und alten Künsten

Varallo ist voll von schönen, alten und stilvoll renovierten Häusern. Der Ort ist sehr stolz auf seine Geschichte und lebt das auch im Fortführen einiger alter Handwerke.

Zwei Produkte haben auch den Weg in die Klockerei gefunden. Als Urenkel einer PATSCHENMACHERIN konnte ich nicht widerstehen ein Paar SCAPIN VALSESIANO mitzunehmen. Jetzt schreitet Hermann manchmal wie Don Pasquale durchs Haus.

Puncetto heißt das zweite Handwerk, das in diesem Ort immer noch praktiziert wird. Ich habe das vorher noch nie gehört oder gesehen. Inzwischen weiß ich, dass das in einigen Ländern eine lange Tradition hat. Ich war beeindruckt als ich mir auf Anraten der älteren Dame im Geschäft diese Technik in einem Video anschaute. Nur mit einer spitzen Stopfnadel wird in den Faden Knoten für Knoten gewickelt. Auf diese Art und Weise knoten sie Vorhänge und Taufkleider, Spitzen und Borten. Ich habe mich für diese Ohrringe entschieden. Der Aufwand ist mir gerade noch vorstellbar. Die Jungen lernen es immer noch von den Alten und- so die Aussage der Dame im Geschäft- am besten gefällt ihr, wenn die Frauen aus Marokko mit den Frauen aus Varallo ihre Knotenkünste austauschen.

Diese Tafel an einem der renovierten Häuser hat mein Herz zum Lachen und zum Schmelzen gebracht. Auch so eine Darstellung habe ich noch nie gesehen.

Orta San Giulio

Bereits im Sommer, als wir diesen See mit Adela und Margherita besuchten, wollte ich mir diesen Ort und diese Insel anschauen. Damals hat der Tagesablauf der jungen Dame zum Rasten und Ruhen eingeladen, diesmal machten wir den Wunsch wahr. Wir waren im ruhigen, fast verschlafenen Ameno untergebracht, umso erstaunter war ich, als beim traditionellen Ankommenslokal, bei einem Glas Wein in der Sonne, Menschenmassen an uns vorbei, sich in Richtung Orta bewegten. Beim Flanieren durch diesen reizenden Ort war mir schnell klar, warum derart viele Menschen ihren Ostersonntag hier verbringen. Geschichte, Tradition, Kunsthandwerk und gutes Essen gibt sich hier ein Stelldichein. Dass wir von einer Jakobusmuschel und einem Jakobuspilger begrüßt wurden hat mich wieder einmal an das GETRAGENSEIN erinnert. Ich mag Orte, denen Traditionen, Wissen, Können und Handwerk mit Stolz herzeigen.