Caffé Lucca in Füssen

In diesen Zeiten ist jeder kleinste Urlaub ein Genuss. Füssen, gut 20 Fahrminuten von uns entfernt, hat viele Kostbarkeiten zu bieten, die Fußgängerzone mit unzähligen Cafés, kleinen Läden entlang der Reichenstraße und seiner Nebengässchen ist leicht zu finden.

Zweimal war ich nun im “Caffé Lucca” — und begeistert. Zuallererst vom Kaffee — der doppio ist unangefochten der beste Kaffee im Umkreis (der cappuccino ist weniger überzeugend), das Lokal selbst ist klein und sehr ansprechend eingerichtet. Die vier Tische im Freien, direkt davor und die zwei etwas entfernteren Tische sind immer umkämpft: aber es lohnt sich! Zusätzlich zu den Kaffeeköstlichkeiten kann man auch Süßigkeiten — heute war es torta della nonna — bekommen: ich war hingerissen: gefühlsmäßig saß ich bei Montanucci in Orvieto.

Ein Urlaub mit kürzester Anreise!

(Kulinarischer) Urlaub im Piemont

Es gäbe keinen Mittelweg, schreiben sie auf ihren Webseiten, beim Gorgonzola scheiden sich die Geister: lieben oder hassen. Wir mögen ihn beide, haben geschwelgt in diesem Genuss, und beim Herumschmökern über dessen Herkunft — den Hügeln nördlich von Novara — war auch gleich ein Schwelgen in Erinnerungen da: wie oft waren wir da schon auf dem Weg, im Piemont, zwischen dem Ortasee und Mailand, nördlich, im Val Sesia.

Viel vom Urlaub war da dabei, ein bisschen war das wie das Sitzen bei einem Glas Wein, zu dem stuzzicchini serviert wurden. Mit jedem kleinen Bissen und jedem Schluck Wein.

Heute, am Sonntag, war noch ein Restl da und bei den Brennnessel-Taubnessel-Palatschinken bot es sich an, ein paar Stücke dazuzugeben. In diesem Fall gilt nicht “Viel hilft viel” (altes Tiroler Sprichwort) sondern eher genaues Balancieren: sonst schmeckt man nur mehr den Käse. Das gilt insbesondere dann für die Variante mit Räucherlachs und Zwiebeln. Aber wenn man’s richtig erwischt: traumhaft!

Acquerello oder neulich auf Ö1

Ö1 beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiver mit Lebensmitteln und dazu gab es auch eine Sendung über EATALY. Diese Organisation haben wir auf der Expo in Mailand kennen und schätzen gelernt. Das Bild dieser Gasse mit Spezialitäten aus allen Regionen Italiens habe ich heute noch vor meinem geistigen Auge.
Während der Sendung ist dann immer wieder ein Name gefallen, der Name eines ganz speziellen Reises. Den kenne ich, irgendwoher kenne ich diesen Namen…es dämmert langsam… ich gehe ins Depot und siehe da: da steht sie, diese Dose, die wir bei einem unserer Urlaube erstanden haben. Jetzt bin ich schon sehr gespannt auf den Inhalt, den man anscheinend nie vergisst.

Von meinem iPad gesendet

Ein Teller dampfender Nudeln

mit dem herrlichen Olivenöl von Nonno Vito, Parmesan, dem duftenden Pfeffer und ein Glas Rotwein sind in derartigen Situationen das Allheilmittel.
Wohlig und wärmend und ein Bad in den Erinnerungen.
Anschließend habe ich noch ein paar Schneebälle in Richtung Himmel geworfen.
Einer davon war für dich, Herlinde.

Pralinen von Venchi

Begonnen hat alles mit der Erinnerung an das Zitat aus Forrest Gump ” Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was drin ist.”
Und dann kamen all die Erinnerungen an frühere Zeiten, wo eine Flasche Wein und eine Schachtel Pralinen das klassische Geschenk bei Einladungen und Besuchen war. Ob es das noch gibt- so Pralinenschachteln?
Vielleicht sogar von Venchi- einer Schokoladenfirma, die für unseren Geschmack die beste Schokolade, die wir kennen produziert. Seit über 20 Jahren ist sie eine unserer Lebensbegleiter.
Und ob die welche haben, eine mit dem Namen DOLCE VITA.
Die nehmen wir.
Und dann kam das Paket, mit viel Geschmack und Stil verpackt. Ein Staunen und Raunen war beim Auspacken zu hören.
Seither gibt’s jeden Abend ein BETTHUPFERLE.
Eine Praline, zerteilt in vier gleiche Teile, für jeden von uns zwei.
Dann hört man lange nichts, bis dieser wunderbare Geschmack am Gaumen und auf der Zunge verflogen ist. Und das kann bei einer Venchi dauern.
Man merkt einfach das Wissen und die Erfahrung von 140 Jahren Genußhandwerk.

Von meinem iPad gesendet

Der erste Frühlingsvollmond in Arona

Arona, am Lago Maggiore, ist nur eine knappe halbe Stunde entfernt und so fuhren wir am späten Nachmittag des 11. April dorthin. Den San Carlone haben wir ausgelassen – da müssen wir also nochmal hin!

Aber die Uferpromenade in Arona sind wir entlanggeschlendert, vorbei an unzähligen, ganz verschiedenen Lokalen. Eines war schwimmend direkt im Wasser mit Blick auf Rocca di Angera, eine Bergfestung – der See ist hier sehr schmal. Bis zur Piazza del Popolo, einem sehr reizvollen Platz, dann wieder retour, durch die Gassen, die von bunten Schirmen überdacht sind, landeten wir schließlich in einer Bar, die zwischen alten Bäumen ein paar Tische (sehenswert: mit Steinen und Pflanzen gefüllt) stehen hatte. Fantastische Soulmusik, ein sehr verlockendes Getränkeangebot und so ließen wir uns nieder.

Es war schon dunkel, unsere Bestellung schon da, die Hunde lagen an unserem Tisch, als am gegenüberliegenden Seeufer langsam der goldene erste Frühlingsvollmond aufging. Was für ein romantischer, glücklicher Ausklang!

Orta: und auch in San Giulio!

Letztes Jahr zu Ostern hatten wir hier am See richtig schlechtes Wetter (fast wie bei der Heimkehr im Außerfern) wir waren in Orte, verzichteten aber auf einen Besuch der Insel San Giulio.

Heuer war das Wetter durchgehend herrlich – und zu Beginn der Karwoche auch fast nichts los – und so besuchten wir die Insel fast alleine. Das war perfekt um den Rundweg “Weg der Stille” zu gehen, immer wieder sprechen unaufdringliche Schilder zum Besucher und laden ein.

[Der Weg] beginnt an einer Stelle/und kehrt zu ihr zurück./Er führt von uns weg/und kommt wieder zu uns her./Er beginnt außen/und mündet erneut ins Innere./Er ist die Reise des Lebens[…] (Aus dem Begleittext des Bürgermeisters

Auch andere Schilder haben unsere Aufmerksamkeit gefesselt: bunte Emailschilder, die sehr klar kundtaten, was die Bewohner mögen (und was nicht): für die Sonne, für Freunde und für Gäste ist auch unser Haus immer offen.

An einem einsamen Bootssteg mit Blick auf das Westufer konnten wir dann der Versuchung, die Füße ins Wasser baumeln zu lassen nicht widerstehen: wunderbar!

Ein Bauch voller Wasser

An einem kleinen See zwischen den Bergen plötzlich laute Motoren eines Flugzeugs zu hören ist schon spannend genug. Als wir dann zum ersten Mal sehen konnten, was für ein gelbes, großes Flugzeug da auf die Seeoberfläche zusteuerte, waren wir schwer beeindruckt: eine sehr große, dickbäuchige Maschine, die fast im Sturzflug über die Hügel herunterfiel und sich dann auf die Wasseroberfläche — fast — niederließ.

Wie wir erfuhren war im benachbarten Valsesia ein großes Stück Wald in Brand und dieses Flugzeug flog andauernd zwischen Löscheinsatz und Wassertanken hin- und her: 8 Minuten dauerte es jedesmal, bis sie wiederkam: am zweiten Tag waren wir in Pella, gegenüber von San Giulio, der Insel, das Flugzeug schien fast auf den Strand herabzufallen. Wenn es dann entlang des Wassers flog, tauchte es, eine breite Fontäne auf beiden Seiten erzeugend, für kurze Zeit ein, um dann, merklich schwerer eine lange Kurve zu fliegen, um die Höhe für den Rückflug wieder erreichen zu können. Wir bangten jedesmal ein bisschen, dass sie es wohl schaffen sollte!

Am Abend konnten wir dann nachschauen: ein klassisches Löschflugzeug, eine 20m lange Canadair, die jedesmal 6t Wasser tankte und Minuten später aus der Luft abwarf. Ins Valsesia fuhren wir dann zwei Tage später, nach Varallo.

Gattinara — Linguine mit Sardelle-Zwiebelsauce

Es gehört zum Schönsten, nach einer Reise immer wieder ein Stück Mitgebrachtes zu verkosten und zu genießen. Diesen Wein, den wir im Pane e Vino auf die Frage nach einem lokalen Wein bekamen, besteht fast zur Gänze aus Nebbiolo und kommt aus der gleichnamigen Region an der Sesia – also nicht weit entfernt: ein Fluss, der eher einem Wildbach gleicht, in Varallo fanden Wildwasser-Weltmeisterschaften statt.

Wir hatten zwar Lust auf Herzhaftes, waren aber mit recht Einfachem glücklich: “Petrini-Nudeln”     wie wir sie nennen, und Linguine mit einer Sardellen-Zwiebelsauce (das klingt brutal ist aber sehr mild und geschmeidig: ein paar Zwiebeln andünsten und mit ⅛ Weißwein löschen, dann auf kleiner Flamme völlig zerkochen lassen – das dauert gut eine halbe Stunde. Einige Sardellenfilets darin zerfallen lassen und wie mit Pesto die fast garen Nudeln mit etwas Nudelwasser dazugeben und verheiraten lassen. Mit etwas Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken). Etwas Romano-Salat rundeten das ganze ab.

Ach ja der Wein: so alt wie Eva, braunrot, sehr mild und trotzdem kräftig mit langem Abgang. Ach!

Donata e Pane

Wir sind heuer wieder in derselben Unterkunft gelandet – und wieder war das Frühstück jedesmal ein Fest. Ein ganz besonderer Bäcker (mit speziellem Zeichen!) backt für sie und ein paar andere Ausgewählte. Wir konnten das Brot genießen: frisch angeschnitten von der Wirtin Donata selbst!

In Tagesreisen


wurden Entfernungen früher beim Karl May angegeben, für uns sind sie nach wie vor ein Maß. Da wir aber, gemeinsam mit unseren Hunden, so reisen, dass Pausen und Zwischenhaltestellen einfach dazugehören, sind wir nach Mitteldeutschland, ans andere Ende von Österreich und in Italien bis jetzt immer bis zur Mitte gekommen. Ligurien, Toskana, Umbrien, Marken, Latium. Da allerdings haben wir einiges abgegrast!

Also? Ab in den Süden! Zwei Tagesreisen sollten genügen…

Franciacorta: der Champagner Italiens

Die Gegend südlich des Iseo-Sees ist in ganz (Nord-)Italien berühmt für seine Schaumweine – aber das ist uns eigentlich erst unten wieder eingefallen, als wir die Landkarte studierten: Adela hatte uns das erste Mal kosten lassen und uns davon erzählt, auf der Expo gab es einen eigenen großen Stand – und es ist bemerkenswert, dass sie auch noch (relativ) erschwinglich sind: ab €15 ist man (ab Hof) dabei. Die Weine werden aufwendig geerntet, sorgfältig verarbeitet, können (verschieden) lange reifen. Das Ergebnis ist bei allen Varianten (die wir  kosten durften) eine fruchtige Milde und ein sehr feines Perlen.

Besonders beeindruckt hat uns aber die Gegend: via grober Karte haben wir uns über kleine Straßen Richtung Erbusco gefädelt (ohne Navi natürlich, wir mögen das nur so, auch wenn man dann manchmal kleine Umwege macht). Dann plötzlich wird’s hügelig und wie in einem Märchen ist man inmitten malerischster Landschaft (die Weinstraße zeigt’s an), ein Örtchen nach dem anderen und auf einem Hügel sieht man dann bis zum Iseo-See und wunderschöne Weingärten laden zur Weinkost ein. Wir kehren bei Solive ein – weil’s uns auf Anhieb gefallen hat und werden verwöhnt: der Önologe des Weinguts macht die Verkostung selbst, erklärt und lässt kosten, lässt Zeit und kümmert sich um uns und die paar anderen, die hereintröpfeln.

Den halben Vormittag haben wir dort verbracht, bei feinem Wetter, dann ging’s weiter zu einem Agriturismo, wo wir zu Mittag aßen…

Wunder gibt es immer wieder

So lautet die erste Zeile von einem Lied. Luise und das Leben haben mich wieder einmal diese Wunder gelehrt. Es ist mir recht vorgestanden, mit ihr zum Tierarzt zu gehen, um die Fäden ziehen zu lassen. Der Reflex war immer noch deutlich erkennbar und die Folgen sehr bedrohlich.

In der Ordination werde ich sehr schnell eines Besseren belehrt. Ein Griff, ein Blick, ein Zupfer und der Faden, den Luise bereits geöffnet hatte, war in den versierten Händen unseres beherzten Tierarztes. Dass sie seitdem täglich in die Küche spaziert, um ihre Ration MEDIZIN zu holen, ist wohl selbstredend. So kluge und mutige Wesen, diese Hühner.

Bücher aus Papier für Hand, Herz und Seele

Ebooks mag ich schon lange, auf dem iPad liest sich’s nicht schlecht und so komm ich auch an die Bibliothek Wien – und hab die Bücher sofort. Aber gestern konnte ich nicht widerstehen: wie so oft kommen die Bücher, Zeitschriften oder Artikel wie zufällig immer genau zum rechten Zeitpunkt. Sie liegen einfach da, hingelegt genau für Dich – genau jetzt.

Zwei solcher Bücher fanden den Weg zu uns: eines über’s Tagebuchschreiben, mit 26 Ideen, wie man’s machen könnte. Will ich schon lange (wieder) machen. Jetzt hab ich keine Ausrede mehr.

Und ein Buch über unsere Sehnsuchtsgegend #2: Apulien und Basilikata, ein mit kleinen Aufsätzen und wunderschönen Bildern aufgelockerte Sammlung von 50 Rezepten (aus dem Silberlöffel!). Ein einziger Genuss beim Lesen und Schmökern. Da schaut einfach alles gschmackig aus!

Wo, bitte, geht’s nach Domodossola?

ist der Titel eines Reiseberichts von Bill Bryson, einem Amerikaner in Europa. Ich hab ihn mir gemerkt, weil der Name fast erfunden scheint – und auch ich nicht einmal wusste, in welchem Land das liegen könnte. Dass jedes italienische Kind beim Buchstabieren “D wie Domodóssola” lernt (auf dem ó betont – Bill Bryson schildert seine verzweifelten Versuche, eine Bahnkarte nach diesem Ort zu lösen, für “dessen Aussprache es siebenunddreißig Möglichkeiten gibt” – er erntet nur Stirnrunzeln).

Aber das war nur ein Anlass, diesen Ort nicht zu übersehen, der auf einer von einer beeindruckenden Bergwelt gesäumten Straße in gut einer Dreiviertelstunde erreichbar ist.  Der Reiseführer versprach zwei besondere Attraktionen: einen riesigen Samstagsmarkt (auf dem die ganze Schweiz einkauft) für fast alles – Antiquitäten, Lebensmittel, Kleidung. Und eine schöne Altstadt. Gerade diese hat es uns dann auch angetan: liebevoll gepflegte Häuser, ineinander verschachtelt, enge Gässchen. Etwas abseits des Markts finden sich in einigen ruhigen Gassen sehr schöne kleine Lokale, in einem aßen wir wunderbar zu Mittag. Und natürlich haben wir auch einiges gefunden: ein Slow-Food-Metzger, der auch Wildfleisch verarbeitet, einige Kleidungsstücke auf dem Markt, einen Bio-Händler mit tollen verarbeiteten und eingelegten Gemüsen. Der Tag war strahlend schön, wir genossen jede Minute!