Frida liebt die Freiheit

und den Regen. Seit geraumer Zeit ist sie in aller Frühe, allein, im Garten — wir hören sie quaken und Valentin quengeln. Wir wissen bis jetzt nicht, wie sie da hin kommt, immerhin gibt es da einen Zaun zwischen Garten und Gehege: fliegen? Drunter durch?? Valentin weiß es auch nicht und rennt halt auf der anderen Seite auf und ab.

Aber Frida genießt jede Sekunde: da gehört alles ihr, sie hat alle Zeit der Welt. Da geht sie dann in Ruhe legen (inzwischen hat sie zwei sehr gemütliche Legestellen gescharrt). Dann ein bisschen schnabulieren und wandeln. Erst nach einer guten Stunde will sie dann zurück ins Gehege. Oder holt den ihrigen. Manchmal.

Emma muss, wenn sie das mitbekommt, immer ganz dringend raus. Unbedingt!! Und klappert die Legestellen ab und die paar anderen möglichen Orte. Nicht selten sieht man sie dann zufrieden irgendwo im Garten liegen. Genüsslich, fast zärtlich, das grüne Ei zerdrückend und schlürfend.

Zu den Zeiten

an denen ich am liebsten am Dürnberg bin, grüßen mich die Sonne — und die Kühe. Recht neugierig schauen sie zu uns dreien herüber, nur selten wird gemuht.

Meine zwei schauen dann meistens recht ehrfürchtig hinüber, die sind ja schon sehr groß. Im Vergleich. Zur Vega beispielsweise. Und Emma glaubt ja sowieso, dass sie ein Terrier ist, größenmäßig zumindest.

Mmmmmmelone!

Emma ist eine Feinschmeckerin! Das wissen wir schon lange: sie schätzt auch Obst und Gemüse (davon gibt’s keine Fotos, da schleicht sie heimlich Richtung Hochbeet und stibitzt einen besonders knackigen Salat!). Dass sie das Ei, das Frida neuerdings unter unseren Hopfen legt, ganz vorsichtig aus dem Nest holt, ist weniger überraschend, genüsslich verzehrt sie es dann irgendwo im Garten.

In diesen heißen Tagen aber mag sie, wie wir auch, eine Scheibe von der gekühlten Melone!

Es ist sooo heiß!

haben sich unsere Hunde an den Hochsommertagen der letzten Woche gedacht und sich immer wieder auch für “drinnen” entschieden. Obwohl unserer Meinung nach das kühle Gras im Schatten der Lockenweide doch auch schön gewesen wäre.

Wenn es dann aber Gutes gab, kleine Leckerbissen, Brotstücke vielleicht, war die Energie dann gleich wieder auf 100%!

Koflerjoch

Den Dürrenberg kennen wir schon ziemlich in- und auswendig, auch wenn wir manchmal wegen der Kühe Umwege abseits des Wegs unternehmen.
Dieses Mal haben wir, das unglaublich schöne Wetter nutzend, den Weg aufs Koflerjoch gewählt, das ist etwa noch einmal so weit wie auf die Alm. Auch für Vega war das zur frühen Stunde leicht machbar. Während die beiden am Gipfel mit den wenigen anderen, die dort waren, Bekanntschaft suchten, genoss ich die Aussicht in alle Richtungen. Besonders beeindruckend war der Blick durchs Pölltal Richtung Zugspitze.

Traumhaft.

Pilzen wollt ich gehen (zumindest als Vorwand)

Des is jetzt schon a bissl unkorrekt, aber wenn sich die Zeitungsmeldungen über verunglückte Pilzsucher häufen, werd’ ich immer leicht nervös. Aha, die sind schon am Weg, also gibt’s welche (oder noch schlimmer, der Neid und die Gier schlagen zu: gab es welche)!? Obwohl mir mein Gefühl, Aufzeichnungen hab ich da keine, sagt, es is noch zu früh. Und gleich nach vier Tag Regenwetter ist doppelt zu früh.

Aber der wahre Grund, warum ich heute eine meiner Schwammerlrunden gegangen bin, ist ja eh ein ganz anderer. Da wo ich geh, ist meistens kein Weg, die Konkurrenz klein, was aber vor allem heißt, dass man allein ist. Da einen Steig zu gehen, den vorher vielleicht höchstens irgendein Wild gegangen ist, klingt nicht nur romantisch. Ist es auch.

Und so bin ich glücklich heim: kein einziges nennenswertes Schwammerl hab ich mitheimgenommen. Ein paar wenige gesehen, die aber vom Regen aufgeschwemmt. Und eines ist klar: es ist noch zu früh. Hab ich eh gwusst.

Den zweiten Wildererweg gibt’s nimmer

Ermutigt durch den ersten Wegfund — da war ich noch nie vorher — machte ich mich auf den Weg zum zweiten, ebenfalls auf der ÖK50 eingezeichnet.

Jetzt gar so genau hab ich’s auch da nicht genommen, dass da die Höhenlinien manchmal schon gar eng beieinander waren, hätte mich schon stutzig machen können. Haben sie aber nicht. Frisch gewagt! Hab ich gedacht.

Allein den Anfang zu finden war schon ein Abenteuer. Da war nämlich nix. Kein Schild, kein erkennbarer Weg. Die Karte wies ihn aber deutlich aus, entlang der Gemeindegrenze Breitenwang-Reutte sollte der Weg führen. Etwas geknicktes Gras fand ich, Winnetou-mäßig, und begann den recht steilen Anstieg. Vega wollte zuerst gar nicht mit, es war klar was sie sich dachte. Folgte mir dann aber doch. Immer wieder fanden wir frisch bemalte Grenzsteine. Aber sonst nichts. Ganz sicher keinen Weg.

Ganz eigenartig war der Bergrücken hier zweigeteilt: auf der Breitenwanger Seite war der Wald ausgelichtet worden, kleine Bäume und Äste waren abgeschnitten worden, allerdings lag alles einfach auf dem Boden: Gehen unmöglich. Auf der Reuttener Seite war eine feine Wiese, lichter Wald. Allerdings doch recht heftig im Anstieg.

Nach gut einer Stunde wurde der Rücken breiter und flacher. Da allerdings kehrte ich aus Rücksicht auf unser aller Kondition um. Abenteuerlich schon, Weg: keiner! Daheim dann forschte ich ein bisschen weiter: tatsächlich war auf der aktuellen Wanderkarte von diesem gepunkteten ÖK-50-Weg nichts mehr zu sehen, erst ein kleines Stück weiter oben hätte einer begonnen!

Jetzt hab ich einen der Wildererwege gefunden — ohne Kapelle!

Auf der alten Karte ÖK 50 (“Österreichische Karte 1:50.000, ab 1959, erstellt), die auch Grundlage von Wanderkarten ist, sind Wege eingezeichnet, die es jetzt nicht mehr gibt. Viele Symbole stellen markante Geländeelemente, auch Gebäude dar. Diesen Weg hier gibt es schon noch, er ist deutlich weniger begangen als andere, aber immer noch beschildert.

A bissl schlampert hab ich da geschaut und es war schon klar, wo der Weg weggeht. Aber die Spannung war groß, wo sich denn die von mir vermutete Kapelle befinden könnte. Immerhin war die Kartenbeschriftung ja “Kirchelestal”, was ja ein klarer Hinweis war. Hatte ich gemeint.

Alles fing wunderbar an, ich war allein, begegnete nur einer einzigen (offensichtlich erfahrenen) Wanderin, dann durchwanderten wir drei abwechslungsreiche, schattige Waldwege. Bald, wusste ich, musste die große Almwiese kommen, an deren Rand ich die Kapelle vermutete.

Zwischendurch war Zeit, verschiedene Eindrücke zu sammeln und Fotos zu machen. Die Alm kam, immer noch waren wir allein, wunderschöne Mischwälder. Keine Kapelle allerdings.

Erst zuhause forschte ich dann noch ein bisschen nach und las nach, dass das Symbol, dessen Kreuz ich “natürlich” einer Kapelle zugeordnet hatte, ganz was anderes bedeutete. Einen Bildstock nämlich. Den hatte ich fotografiert, eh genau da, wo die Karte meine “Kapelle” gezeigt hatte. Ahnungslos. Aber doch beeindruckt!

Wie zu Corona-Verbots-Zeiten

bin ich nun auf dem Weg auf den Hausberg wieder gefordert: ab der Mitte laufen die Kühe frei herum, mal sind sie in der Früh ganz oben, über der Alm, heute etwa waren sie eher darunter. Da heißt es die Ohren zu spitzen. Und auszuweichen, schließlich möchte ich weder die Kühe erschrecken (wie angeblich manch abartige TikTok-Zeitgenossen) noch meine alten Hundedamen gefährden. Mich eh auch nicht.

So führt mich sowohl Auf- als auch Abweg manchmal auf die eine oder andere Seite des Bergs. Viele Wege habe ich schon vor kurzem als wunderbare Schleichwege kennengelernt — eigentlich viel schöner als der Normalweg. Und so streifen wir drei aufwärts oder abwärts durch zauberhafte Dickichte und Lichtungen, und freuen uns. Wo eine Tür zu geht, geht immer auch eine auf …

Licht und Schatten

Ziemlich kühl war’s und bewölkt, ein bisschen Sonne versprochen. Sie kam dann auch, manchmal. Zum Schauen gab’s genug für uns alle.

Der Apfel im Mund hält dich gesund

(hab ich vom Leo, wo einige andere lesenswerte Übersetzungsversuche zu finden sind). Auf jeden Fall hat sich in den letzten Wochen für uns drei das Ritual eingespielt, als Belohnung am Ende des Aufstiegs Vitamine zu uns zu nehmen. Mit größtem Vergnügen grascheln die kleinen (für Vega) und großen Apfelstücke (für mich und Emma) beim Zerbeißen, ein bisschen Erfrischung und guter Geschmack als Draufgabe.
Das kleine Bier teile ich dann nicht mehr, aber das gönnen sie mir gerne!

Ach, Emma

Du Lebensgeschenk. Unsere Spaziergänge am Hausberg sind geprägt davon, dass Du während des Aufstiegs um mich herum läufst, in Sichtweite. Du läufst ein bisschen nach vorne und schaust zu wie ich nachkomme (schnaufend, im Gegensatz zu Dir), Du machst kurz einen Abstecher zu dem einen besonderen Platzl hinter den Bäumen (da liegt was ganz besonders Gschmackiges), und kommst dann wieder, manchmal von hinten (mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht). Auf Pfiff immer sofort.

Am entspanntesten sind natürlich die Rasterlen, ich das kleine Bierle, Du die Gerüche, die die Luft zu uns heranträgt und die Geräusche und die Töne und die Sonnenstrahlen.

Dann trotten wir gemeinsam zufrieden ins Tal, gut gelüftet.

Auf die lange Bank geschoben

haben wir unseren Wunsch, auch einmal ein Sofa zu haben, das halt all die Stückerln spielt, die in unserem Alter schon sehr zum guten Überstehen der manchmal vollen und langen Wochen gehören: das Mittagsschlaferl, entspanntes Musikhören oder manchmal auch wieder einen Film oder ein Kabarett anzuschauen.

Und jetzt, nachdem Angelika lange gespart hatte, wurde der Traum vom Urlaub im Süden umgewandelt in die Erfüllung dieses Wunsches. Und damit ist täglich ein kleines Urläubchen möglich, manchmal ein Film, der uns in die Ferne reisen lässt.

Dass unsere Fellies (wie sie Gabi nennt) der Meinung sind, dass dieses herrliche Möbel klarerweise für sie bestimmt ist, können wir nur teilweise vermitteln. Immer noch schleicht am Abend, wenn wir noch am Tisch sitzen und ratschen, Emma sehr, sehr leise Richtung Sofa, wird mittlerweile aber immer öfter ertappt und folgsam wie sie ist, macht sie dann kehrt. Was dann in den Tiefen der Nacht passiert, wissen wir nicht.

Dass aber der Kater Maxi seine Daheim-Zeiten nur auf diesem Sofa verbringt, ist kein Geheimnis: er liegt einfach immer dort, egal ob wir es sehen, ob wir schimpfen oder ob wir ihn von dort herunterholen. Raufgehüpft ist gleich wieder. Und im Gegensatz zu Emma kann er das wirklich lautlos.

Mitspracherecht in der Quarantäne

Ob wir wollen oder nicht, sie reden dann doch immer wieder mit- unsere Vierbeiner.
In den letzten Wochen hat es diesbezüglich einige recht interessante und humorige Diskussionen gegeben.
Emma kommentiert den einzuhaltenden Abstand:

Vega kommentiert das Tragen von Schutzmasken:

Was uns Emma damit sagen will haben wir noch nicht ganz verstanden- sie geht jetzt einkaufen für ältere Menschen???
Ma was es nit.

Allheilmittel oder #LEBE!

Der heutige Spaziergang entspricht meiner Erfahrung von Allheilmittel.

Gehen, den tragenden Grund spüren, den Urgrund allen Seins unter den Füßen haben, in Bewegung sein.

In die Natur gehen und diese frische Luft einatmen und ausatmen.

Entlang dem Lebenselement Wasser.

Begleitet von den Meinen.

Geballte Ladung Lebenskraft und Lebensfreude.

Von meinem iPad gesendet