Diese alten Rucksäcke

können mit ihren Lebensgeschichten ganze Bücher füllen.
Ich habe es nicht übers Herz gebracht sie einfach zu entsorgen und so habe ich sie für ihren Lebensabend in Pflanzsäcke umgewandelt.

Einmal Papas alter Bergsteigerrucksack und einmal ein alter Rucksack, den Hermann über viele Jahre zum Transport wichtiger Güter auf seiner Vespa verwendet hat.
In beiden wachsen Sonnenblumen und Kapuzinerkresse.

Squadra Azzura und Mathilde di Canossa

Nein, ich habe von Fussball keine Ahnung mehr.
Da bin ich vor Jahren ausgestiegen, bis auf einige punktuelle Ereignisse und Persönlichkeiten.
Als ich gestern mitbekommen habe- ja, erst gestern- dass das Eröffnungsspiel der heurigen EM in Rom stattfindet, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.

Mein Herz kann nicht nur sehen, es kann auch reisen und es dauerte nur wenige Sekunden und war mitten drin.
Mitten in einem gewichtigen Teil meiner Familie und meines Lebens.
Mitten in Rom.

Die Ideen, die ich nach dem Schlusspfiff hatte, ähneln eher einer Pubertierenden- oder eben MIR.

Damit noch nicht genug Seelennahrung und Italien.
Wie das Leben so spielt, fiel mir heute Mathilde di Canossa in den Tag.
Sehr interessante historische Person und: SIE WIRD MIT EINEM PFLANZENZEPTER dargestellt.

Italientage in der Klockerei.
Zumindest in meinem Herzen.
Und das tut so gut.

Seelenlandschaft mit Distelbaum

Ich komme aus dem Schauen und Staunen nicht mehr heraus.
Faszination Natur und Wunderwerk Schöpfung.
Da war heuer nicht die Zeit, um mein eingeübtes Gartenjahr zu tun und trotzdem ist alles da, wächst und gedeiht und erscheint mir schöner denn je.

Die Akelei gehört zu meinen Blumen, Jede Blüte ein Meisterwerk.
Ihr Saatgut gedeiht inzwischen auch auf einer Wiener Dachterrasse und erfreut dort die Besitzerin.

Schön und prächtig ist der Wurzelballen über die Jahre geworden und bringt jedes Jahr noch mehr diesen schönen Blüten hervor.

Die ist mir eingeflogen und sie gehört zu meinen Prachtpflanzen im Garten.
Die Distel.
Genau genommen ein Distelbaum.
„Pfeidsgråd in Richtung Himmel“ würde die Tante Poldi sagen.
Ist zur Zeit meine Meditationspflanze.
Ihr kommt so schnell niemand zu nahe.
Das Stachelige wird gern gemieden und bietet somit gutes Schutz.
An jedem der Äste zeigt sich bereits eine Knospe und wenn dann all die lila Blüten da sind, wird sie eine Augenweide für mich sein.

Bienenwiese a la Klockerei.

Die Angelika, der Engelwurz aus dem Klostergarten von Seitenstetten weiß auch wie das geht: in Richtung Himmel wachsen.

Auch der Beinwell zeigt heuer, dass er nicht nur irgendwie am Boden herum liegen kann.

Meine, meine, meine Quitte.
Kerngesund ist sie, hat er gesagt, der Mann vom Buschwerk und das zeigt sie heuer in aller ihrer Schönheit.
Nebenbei bemerkt war die Blütezeit heuer kein einziges Mal vom Frost bedroht.
Sie ist schon irgendwie mein ganzer Gartenstolz, eine Freudenspenderin das ganze Jahr über.

Rund um die Quitte herum hat sich ein Taubnesselfeld gebildet- soviel Heilkraft auf einem Fleck.

Wildbienenhotel

Björn hat uns von seinem Projekt “Wildbienenhotel” erzählt, das hat uns sofort fasziniert. Wir hatten einige Äste von unserem Baumschnitt, es müssen auf jeden Fall Laubhölzer sein: tatsächlich hatten wir von unserem Nussbaum Zweige mit verschiedenen Durchmessern, inzwischen gut abgelagert.

Nachdem wir uns noch einmal ausführlich beraten hatten (“quer zur Faser” aus der Anleitung bei Wildbiene.at gilt nicht für Äste!), ging es los: die Zweige in Stücke schneiden — das war recht mühsam bei den dickeren! (Das mit “fingerdick” aus der Anleitung hab ich ein bisschen frei ausgelegt — aber wenn ich an die Finger meines Vaters denke … )

Holzbohrer mit Zentrierspitze hatte ich in unserem Werkstattregal (dann doch irgendwann gefunden).

Dann wurden die Löcher sauber gebohrt (zwischen 2 und 9 mm sollten sie haben, Bohrertiefe und vor allem: sauber, keine Fransen!).

Nur die Metallsäge schneidet schöne Schnitte!

Auch das war bald getan, gemeinsam schnürten wir schöne Bündel und dann kamen sie zu den Standorten: unter dem Dach des alten Hennenstalls, unter dem Dachl zum Erdbadl und zwei unter unserer Blumenwiese — die sieht man auf dem Video zum Schluss: alte Weinkisten auf einer Leiter, umrahmt von Kapuzinerkresse (dann halt, Außerfern-Zeit, aber man sieht jetzt schon kleine grüne Spitzen hervorlugen).

Gasthof Kreuz in Rieden

Das letzte Mal waren wir beim Gansl-Essen dort — dafür sind sie auch berühmt — beim Kreuz in Rieden. Das Wetter, Anfang November schon a bissl kühl, der Spaziergang um den Riedener See erfrischend. Auf der Bovist-Wiese fanden wir nur einen, die Blutwurz, die wir suchten, gar nicht. Umso feiner war es dann in der warmen Stube, das Essen hervorragend.

Nun öffnen sie endlich wieder, und sie haben ein Video veröffentlicht, das ohne Ende Lust darauf macht, sofort hinzufahren! So bald wie möglich!

Topfenplattln von der Tante Paula

Es hat nicht nur mit der Meinigen zu tun, die das sehr mag. Auch ich mag die traditionellen Tiroler Essen. Sie sind meistens ganz einfach, in einem Gasthaus sucht man sie meistens vergebens. Wie man eines davon kocht, Topfenplatteln, hab ich mir von Angelikas Tante Paula, über 80 Jahre alt, zeigen lassen. Den Teig kann man erst knapp vor dem Kochen zubereiten, und auch gegessen müssen die Platteln heiß direkt aus der Pfanne. Heißt: die Köchin isst erst bei der letzten Runde mit. Als Getränk passt am besten Bier.

Natürlich sind die Rezeptangaben dann so: für zwei Personen einen Topfen (¼kg, 20% Fett, was sonst!) und dazu gleichviel Roggenmehl und Weizenmehl (glatt). Gråd richtig viel eben, dass der Teig noch recht weich ist, aber trocken genug zum Verarbeiten. Mit der Hand ausrollen, kleine Stücke abschneiden und mit dem Nudelholz flachrollen — falls nötig immer wieder etwas Mehl darüberstauben. In der Pfanne in heißem Fett (Paula schwört auf Ceres) herausbacken. Das Sauerkraut, das es dazu gibt, ist mit etwas Zwiebel und einer Einbrenn angemacht, sonst nichts.

“Die müsst ihr aufessen — kalt schmecken die nicht mehr” sagt Paula, ich gebe alles. Gut zweistellig werde ich, der Schnaps danach ist Pflicht. Und Vergnügen: der Zirbeler ist sensationell!

Die herzliche Wärme, die bei diesem Besuch spürbar war, begleitet uns immer noch. Es war unsere erste Ausfahrt seit vielen Monaten, mit dem Wetter hatten wir mehr als Glück während der Eisheiligen, Hin- und Rückfahrt waren problemlos aber schon wieder mit fast so viel Verkehr wie normalerweise.

Von der Küche aus haben die beiden einen herrlichen Blick auf die Imster Nordseite, der Muttekopf, ein ganz besonderer Berg, ist im Zentrum. Einige Zeit lang habe ich mich mit Karl über die Möglichkeiten, diesen Berg mit Schiern oder Figln zu befahren, unterhalten.

Beim Ratschen am Balkon auf der Südseite gab es noch Geschichten aus früheren Zeiten, vom Schi- und Rodelhersteller aus Imst, der die “Oberländer”-Schi gemacht hat (die waren besser als die “White Star”, wurden auch noch repariert wenn nötig), von der Schmiede, die als Antrieb für alle Maschinen ein Mühlrad mit einem verschieden übersetzten Riemen verwendete.

Währenddessen war von der gegenüberliegenden Straßenseite, hin zum Bach, hin und wieder ein Quaken von den fünf Enten zu hören, die gemeinsam mit einer Schar Hühner dort auf einer riesigen herrlichen Wiese leben.

Und jetzt werden sie eingesommert

Auf die Guflespitze haben mich Reini und Tini mitgenommen, eine richtige Frühjahrstour mit allem was dazugehört: Schi tragen von Kaisers aus bis zum Beginn, dann Schi tragen durch das Waldstück vom Weg bis zum ersten Hang. Aber dann!

Ein herrlicher Hang nach dem anderen, zu dieser Zeit noch im Halbschatten, bei jedem Schritt konnte man schon ahnen, wie der Hang dann aufgefirnt sein würde, und immer noch rasendere Aussicht auf die umliegenden Berge. Ich fand mein eigenes Tempo — nicht schnell aber gleichmäßig — freute mich über die am Vortag erworbenen Harscheisen, konnte gelassen und entspannt jedes Teilstück queren und war dann am Grat oben überwältigt: eindrucksvoll (und ein bisschen ehrfurchtgebietend) war da die Gipfelwächte auf der einen Seite, der Blick nach unten auf all die glatten Hänge auf der anderen.

Und die Aussicht auf all die umgebenden Berge grandios: im Süden der Hohe Riffler mit seinen Gletschern, direkt um uns herum die Aples-Pleis-Spitze und die Vorderseespitze, auf der anderen Seite der Schwarze Kranz, das Kaiserjoch-Haus deutlich unter uns.

Und jetzt gibt’s nach einer Reinigung etwas Wachs und Aussicht auf ein halbes Jahr Sommer-Ruhe. Für die Schi.

Vega war bei der Friseurin

Angelika hat heuer entschieden, dass Vega von einer professionellen Hundefriseurin frühjahrs- und sommerfit gemacht werden soll. Bei Susannes Fellwerk hab ich Vega abgegeben, nicht ohne zu erwähnen, dass sie (bei uns) eine “Sturnudel” ist, und habe auch angeboten, als Begleitung dabei zu sein. Nicht nötig, meinte Susanne, in 1½ Stunden könne ich wiederkommen, da sei Vega gebadet und geschoren — genau so, wie es für ihren Hundetyp passend ist.

Und tatsächlich kam kein Anruf, ich würde gebraucht um Vega zu halten. Ich war pünktlich dort und eine neue Vega kam bei der Haustür herausspaziert: seidiges, lockeres Fell mit kaum Unterwolle, und am Kopf ganz frech gekürzt: jetzt schaut sie wieder ganz jung aus, unsere 13-jährige, und springt auch genauso herum!

Der April ist irgendwie ein Quittenmonat

Abgesehen davon, dass wir bei unserem Kalender heuer das Thema Quitte im April verankert haben, war vor ein paar Tagen „ der Buschwerk“ da und hat den Baum zugeschnitten.
Jetzt hat er wieder Luft zum Atmen und Kraft zum Gedeihen.

Die Früchte des letzten Jahres wurden zu Chili- Quitten und Quittendicksaft verarbeitet.

Ich bin schon immer wieder erstaunt und zugleich beglückt, was ein einziger Baum an Ertrag, an Früchten und an Köstlichkeiten zum Vorschein bringt.
Da kann man ein Jahr lang davon leben.
Sie ist einfach ganz MEIN BAUM, diese Quitte.

Buona Pasqua

Heuer hat er sich nicht lumpen lassen, der Herrgott mit der Auferstehung.

Dieser Beitrag ist sowohl so eine Art Zeit-dokument, das nicht nur dafür spricht, dass diese sozialen Medien ihren Namen manchmal zu Recht verdienen.

Er ist auch ein starker Ausdruck dessen, was für mich Ostern und Auferstehung bedeutet.
Das Leben, die Lebendigkeit, die Menschen und das Wesentliche im Leben eines Menschen lassen sich nicht unterkriegen.

Aller Panik, aller Angst, allem Todbringenden zum Trotz.
Die Trotzmacht der Herzen und die Trotzmacht des Geistes- und der kommt ja an Pfingsten noch dazu.

Habt Dank euch allen.
Habt Dank.

Alle Stückln spielen

Es gibt Zeiten und vielleicht ist der März wirklich „ der starke Monat“, da spielt das Leben alle Stücke, die es so zu bieten hat.
Fastenzeit und Karwoche haben es in sich.
Hoffentlich vergisst er mir heuer die Auferstehung nicht.

Alles hat seine Zeit- Gratuliere Martin!

Der Zufall führt recht oft Regie im Leben und so kommt es auch, dass an dieser Stelle Beiträge entstehen, die jetzt so direkt mit der Klockerei nichts zu tun haben.
Nein, aber mit den Menschen, die darin leben.

Nein, ich kann es noch gar nicht glauben, was mir da heute zugefallen ist.
Wenn mir das jemand vor cirka 20 Jahren gesagt hätte, wäre ich wohl in Gelächter ausgebrochen oder hätte zumindest geschmunzelt.
Oder diskutiert oder gestritten.

Ist das lässig, was du aus dir gemacht hast.
Und es tut mir so gut, jetzt in diesem Lebensabschnitt zu erfahren, dass da Systeme Lügen gestraft werden.

Eine Trotzdemblüte des Lebens.
Martin, Gratulation und weiterhin einen guten Weg und gutes Schaffen.

Schau, ich habe passende Biere für den Frühling gekauft

So quasi Frühlingsbiere- hat er gesagt- der Hermann.
Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihm den Bierkauf weiterhin überlassen sollte.
Da nützt auch das Heimatbier nicht mehr viel.

Zaach

wars heut — kein Vergleich zum Samstag. Es war schon eine Menge Neuschnee da, aber es war schön (wenn auch steil) gespurt, Vega, und oft auch beide, gingen fein hinter mir her in der Spur.

Ein paar Abfahrer kamen uns entgegen, bei denen, die’s konnten, staubte das links und rechts im lustigen Wechsel. Ich hab mich schon gscheit auf die Abfahrt gfreut.

Als wir dann nach kurzer Rast und Umziehen im Stehen abfahren wollten, hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert. Auf dem Schibelag waren Schneeflocken geschmolzen und gleich wieder gefroren. Es hatte so fest geblasen, dass die Aufstiegsspur fast nicht mehr zu finden war. Dazu hatte sich der Schneefall verstärkt, wirkte wie Nebel.

Kurz: man sah kaum mehr etwas, weder ich (fast nix) noch Vega (aber schon rein går nix): während es sonst eine ihrer Spezialitäten ist, die Aufstiegsspur auch wieder runterzulaufen, während ich in ihrer Nähe daneben fahre, war sie völlig neben der Spur im wahrsten Sinn des Wortes. Sie versuchte nur mehr mir zu folgen. Unmöglich im tiefen Schnee.

Daher: Spitzkehren, ohne Stöcke, mit Vega in den Armen. Gutes Training, falls ich das einmal brauche.

Und ein paar Schwüngerln sind sich auch damit ausgegangen!

Frühjahrs-Schitour auf den Hahnenkamm

Am vergangenen Wochenende war alles einfach “aufglegt”: schönes Wetter, perfekte Schneelage (auf der Piste, d.h. nix denken müssen wegen Sicherheit etc.), weder Schneekanonen noch Schifahrer: alles zu.

Traumhafte, gleißende Hänge, Temperaturen fast für’s Gehen im T-Shirt geeignet (bei Windstille), dann aber auch wieder föhnstürmige Böen und oben der scharfe Gratwind: eine tolle Mischung. Feinste Rast, rasende Abfahrt!