Eine Krippe hat in jeder Familie Platz

So hat er es immer gesagt, der Herr Mathoi. Der Mann, dessen Kunstwerke der Papa auf seiner Krippe hat – der MATHOIKRIPPE.

Traditionen und Geschichten auspacken

Das gehört zu den heiligen Momenten des Jahres. Wenn die Krippen aus den Tiefen des Depots wieder an die frische Luft kommen. Zum aus- und einatmen, zum Wind drüber wehen lassen und um die vielen Spinnfäden zu entfernen. Ein paar davon bleiben, wie es sich gehört – diesen Spinnerinnen des Friedens.

Und dann hole ich die Schachteln mit den Figuren. Eine jede einzelne eingepackt in Papier. Leider nicht mehr dieses Raschelpapier, das mein Papa verwendet.

Die Vorfreude bleibt gleich, auch das Staunen, wenn sie da liegen, auf dem Stück Papier.

Schön und aussagekräftig wie eh und jeh…

Jahr für Jahr – Tradition im besten Sinne…

Sie dürfen nicht fehlen

die Goas und die Schafelen. Jedes schaut anders aus, ein jedes so gefasst, dass das Zirbenholzz noch durchschimmert und jede Locke der Schafwolle zu sehen ist.

Die Lampelen bleiben zumindest auf der Krippe immer Lampelen.

Sie dürfen nicht fehlen

die Goas und die Schafelen. Jedes schaut anders aus, ein jedes so gefasst, dass das Zirbenholzz noch durchschimmert und jede Locke der Schafwolle zu sehen ist.

Die Lampelen bleiben zumindest auf der Krippe immer Lampelen.

Je näher der Tag kommt,

an dem die Krippelen wieder an ihren Rastplatz kommen, desto öfter am Tag stehe ich davor, um mich genug satt zu sehen, bis wieder Weihnachten ist. Alles, der Berg, der Stall, das Grün, die Stauden, der Seifetz, der Hirschhoadrich und jede einzelne der Figuren haben eine( oder mehrere) Geschichten zu erzählen.

Und jedesmal bin ich in großer Bewunderung über die Kunst der Schnitzer. Die liebevollen Details, die ausdrucksstarken Gesten und Gesichter…

s`Krippele

Jedesmal, wenn ich vor dieser Krippe stehe, werde ich ganz ruhig.Sie strahlt so viel Frieden aus. Heuer sind die Ferkel schon größer und sind beim Brunnentrog, dafür hat sich die Bruthenne zum Jesuskind dazu gesellt. Die haben es sicher ganz fein warm.

und eine Maus( mindestens)

so unterschreibt Hermann die Grüße aus der Klockerei, wenn er alle mit einbeziehen möchte.
Vor zwei Wochen hatte es so den Anschein, als ob wir eine Maus in der Garage haben. Um sicher zu sein und um das Wesen nicht verhungern zu lassen, habe ich immer wieder ein paar Essensrestl rausgelegt. Siehe da, sie waren alle weg. Als Dankeschön haben wir die Gagelen gefunden.

Soweit die Vorgeschichte. Da heuer das Wetter so sonnig und warm ist, wollte ich unsere Krippen einmal so richtig durchlüften und das Moos wieder einmal von der Sonne bescheinen lassen.

Bei der jährlichen Kontrolle, ob wohl alles noch an seinem Platz ist, traue ich meinen Augen kaum. Getrocknete Nudeln liegen im Stall, schön zu einem Nest zurecht gelegt. Die Maus, da hat die Maus gewohnt und gelebt. Ein guter Platz. Da aber von ihr weit und breit nichts mehr zu sehen war, habe ich den Stall gereinigt und wieder Herberge werden lassen.

So langsam

haben wir alle notwendigen Gartenarbeiten getan und alle baulichen Veränderungen erledigt.

Jetzt ist es an der Zeit, meine Adventbegleiter hervorzuholen.

Und meine Erdäpfelkrippe warten schon sehr gespannt auf ihre Zeit.

Maria Lichtmess

ist einer der Tage, die ich heiß ersehne. Da geht die Sonne wieder über die Berggipfel, da ist der Tag von der Wintersonnenwende an um EINE STUNDE gewachsen. Jener Tag, an dem in manchen Kirchen die Kerzenweihe stattfindet. Sie sollen das Unheil von Haus und Hof fernhalten. Es ist das Ende der Weihnachtszeit. Christbaum (wer ihn so lange stehen lässt) und Krippen werden abgeräumt und für den Rest des Jahres verstaut. Es fällt mir nie leicht die Figuren wieder in ihr Seidenpapier zu wickeln und sie dann in die Holzschatulle legen. Weil gerade in den letzten Tagen vor Lichtmess die Sonne, die eine oder andere Figur, die sie vorher nicht erreichen konnte, in ihr Licht eintaucht. Mit diesen Bildern verabschiede ich mich von unseren Figuren. Bis ich sie im Dezember wieder in die Hand nehme, um sie an ihren Platz zu stellen.

Und manchmal

ähnelt das Leben den Krippenfiguren. Oder Krippenfiguren werden lebendig.

Lisl im Stallele ähnelt der Henne im Korb- oder vielleicht ist sie die Henne im Korb.

Auf alle Fälle war sie in der Weihnacht dabei.

Das Krippenlicht

aus Zirbenholz wirft ein warmes, strahlendes Licht auf unseren beiden Krippen. Das Christkindl aus der Tischlerei hat es uns vorbeigebracht.

Auch auf unserer PIAkrippe gibt es heuer eine andere Anordnung. Auch die gefällt mir ganz besonders.

Der Verkündigungsengel

Über diese Neuanordnung der Krippenfiguren mag ich einen eigenen Beitrag schreiben.

Auf den meisten Krippen gibt es eine sogenannte Verkündigungsgruppe. Bestehend aus einem oder mehreren Hirten, denen der Engel die Botschaft verkündet. Davon abgesehen zeigt er ihnen bei vielen Darstellungen den Weg in Richtung Stall.

Hermann hat den Engel und einen weiteren Hirten, der den anderen auch den Weg weist, direkt vor den Stall gestellt. Ein Ort, wo man den Weg nicht mehr weisen muss, weil man schon da ist.

Zahllose Dialoge aus unserem Alltag könnte ich jetzt dazu schreiben. Wozu? Die beiden Fotos zeigen alles.

Was mein Vater zu dieser Anordnung sagen wird, weiß ich noch nicht. Mir entlockt es jedesmal ein Schmunzeln. Schön, so vor der GEBURTSGRUPPE zu stehen.

imageFoto

Es isch sou der Brauch

Von Jahr zu Jahr, von Begegnung zu Begegnung wird mir bewusster, dass ich in einer Familie aufgewachsen bin, in der zahlreiches DER BRAUCH war. Nicht immer habe ich das geschätzt, als Jugendliche wohl auch dagegen rebelliert. Über all die Jahre sind mir all die Bräuche immer wichtiger geworden. Ihnen entlang kann ich mich auch in den schwierigsten Zeiten durch den Alltag und durch das Jahr, letztendlich durch das Leben hanteln. Da hat DER KLEINE PRINZ schon wahre Worte gesprochen (es muss feste Bräuche geben).
Und es war und ist es auch bei uns der Brauch, wann und wie man die Krippe aufstellt.

Heuer hat sich Hermann für die Krippen, ich für den Christbaum entschieden. Alle Figuren auf meiner mitgebrachten Krippe haben eine Bedeutung, eine Geschichte, manche wurden speziell für mich angefertigt.

Hermanns Familie hat keine Bräuche in diesem Sinn. Auch weiß er nicht um die Geschichten.

Und so habe ich, als ich seine Anordnung der Figuren gesehen habe, zuerst einmal gschluckt. Nur mehr wenige waren an den Plätzen, die ich ihnen über Jahre zugedacht hatte.

Bei näherer Betrachtung wurde mir recht warm ums Herz. Sehr heilend ist die Aufstellung für mich. Viel inneres Wissen hat die Figuren an einen neuen guten Ort gestellt.

Gloria

Nachdem ich schon beim Jubeln bin, ist mir noch nach Gloria.

Gloria für die Krippe meines Papas. Nur er baute sie in dieser Art und dieser Weise!

Gloria für die Handwerker unter unseren Freunden, weil sie Nistplätze für neues Leben gestalten!

Gloria für die Ideen meines Trauzeugen.

Gloria für das Aufblühen der ersten eigenen Barbarazweige.

Und ein Gloria auf die Braumeister, die ein derartiges Gebräu zustande bringen.

Das Christkind ist da

Ganz schnell haben die Hennen ihr Federn, die überall herumgelegen sind, zusammengeholt, um ein weiches Bett zu bereiten. Fürs Christkind!
In der Heiligen Nacht!
Sou a netter Wonneproppen!!!