Inventur im September 2022

Oder soll ich doch schreiben, angelehnt an Markus Wilhelm oder Kohelet und sein Text über die Zeit.
Allen drei Ansätzen ist eines gemeinsam:
ALLES HAT EIN ENDE
Für mich auch dieses Hausbuch.
Soviel ist schon geschrieben, wenn ich darin blättere, ein FÜLLHORN DES LEBENS.

Das Leben bringt es auch mit sich, dass es sich verändert und der Endpunkt des „alten“ Lebens ist jetzt da.
Neues klopft an.

Einige Worte noch zum Betreff.
Haus und Hof sind mit heute generalsaniert,
Reichliche Ernte ist eingelagert,
Sieben alte Hühner erfreuen sich an ihrem Sein,
Maxi streift durchs oder ums Haus,
Und Emma ist und bleibt mit ihren 13 Jahren mein Sonnenschein.

Jede Blüte und jede Frucht erfreut aufs Neue mein Herz.

Die Veränderungen des Lebens haben es mit sich gebracht, dass Hermann mit all seinen Tätigkeiten keine Zeit mehr findet seine Beiträge zu gestalten.
Und ich alleine mag kein Hausbuch schreiben.
Ergo: ist jetzt einmal Schluss.

Alles hat ein Ende.

o

Liebe Vega,

Vor einem Monat mussten wir dich gehen lassen.
Du hast eine große Lücke hinterlassen, fehlst an allen Ecken und Enden.
Dein Name in der Wörterwolke unseres Hausbuchs tröstet mich mit all den gemeinsamen Erlebnissen und den Erinnerungen.
Mein Gott, warst du ein starkes Wesen- ich vermisse dich.
Wir bleiben in Verbindung 🙂

Der Lauf der Zeit und der Lauf des Lebens

haben es mit sich gebracht, dass seit Freitag eine Magnolie mit hübschem Beiwerk in unserem Garten wächst.

Unsere Vega, die uns 14 Jahre lang begleitet hat, hat das Zeitliche gesegnet.
Auf ihrem Grabl wächst jetzt dieser Strauch und wird uns neben all den Erlebnissen mit ihr immer an sie erinnern.

Knåttele, du fehlst uns sehr!
Eine große Leere ist da und das Vermissen zieht ganz schön kräftig in der Herzgegend.
Lass es dir gut ergehen- auf der anderen Seite vom Bachl.

Auf den Tag genau vor 8 Jahren

durfte Alberta mit ihren drei Puschelen das erste Mal in unseren Garten.

Zwei Wochen vorher haben wir die vier, nebst Nussbaum, von Onkel Ander aus Osttirol geholt und in die Klockerei gebracht.
Es war sein Hochzeitsgeschenk an uns.
Der Nussbaum hat inzwischen eine stattliche Höhe erreicht und trägt heuer das erste Mal Früchte.
Darüber wird Hermann wohl noch recht ausführlich berichten.

Ich bleibe beim Thema Alberta.
Es war gestern ein sehr berührender Nachmittag für mich.
Ihr und mir war klar, was das jetzt kommt.
Noch zwei Schluck von einem Ei, Pfiati und Danke für ALLES sagen und ein letzter Blick.
Kurze Zeit später waren die vertrauten letzten Flatterer zu hören.

Ich bin allen Beteiligten unendlich dankbar, dass es so ohne Leiden und so schnell gegangen ist.
Alberta zu beschreiben ist nicht ganz einfach.
Eine Grande Dame, friedvoll, freudvoll, immer zu einem Ratscher aufgelegt.

8 Jahre hat sie uns begleitet und bereichert.
Dass ihr Grabl unter dem Nussbaum ist, darauf eine feuerrote Lilie und ein Löwenmäulchen wachsen, versteht sich von selbst und benennt ALBERTA.

Namaste Mädl, ich hoffe sehr, dass sie dich drüben so empfangen haben, wie sie es da versprochen haben.

Du fehlst mir sehr!

Haussegen von Kohler und Schnute zum Hochzeitstag

Es ist an der Zeit, mich wieder einmal ein Stück hinauszulehnen und ein wenig mehr herzuzeigen.
Dieses Hausbuch kann ja nicht nur Koch- und Gartenblog sein, denn das tragende Element, dies alles zu bewerkstelligen ist wohl die Liebe.
Über die bin ich am gestrigen Hochzeitstag wieder einmal in mehrfacher Hinsicht gestolpert.

Danke Bianca für die Collage.
Danke Gabi und Peter für euer Video, das mir immer wieder die Erinnerungen an unsere Traumhochzeit liefert.
Danke euch allen, die ihr damals dabei wart und unser JA am See zu dem werden habt lassen, was es war: ein LEBENSFEST

Gestolpert bin ich auch über dieses Lied von Kohler und Schnute: Haussegen
Das beschreibt für mich recht treffend, was in 8 Jahren so sein kann und in 10 Jahren noch so sein wird.

Detail am Rande: Dass mich der Name Schnute an eine sehr mutige Frau und ihre Fürsorge erinnert, ist nur eine weitere Facette der Liebe.
Danke Schnute Hanni.

Jetzt ist es an der Zeit wieder einmal die Poldi zu zitieren:

NAMASTE LEBEN und…

https://youtu.be/xr1Hc1xBc7g

Die Schwalben sind wieder da

Sorglos schlummert die Brust und es ruhn die strengen Gedanken.
Auf die Wiese geh’ ich hinaus, wo das Gras aus der Wurzel
Frisch, wie die Quelle mir keimt, wo die liebliche Lippe der Blume
Mir sich öffnet und stumm mit süßem Othem mich anhaucht,
Und an tausend Zweigen des Hains, wie an brennenden Kerzen
Mir das Flämmchen des Lebens glänzt, die röthliche Blüthe,
Wo im sonnigen Quell die zufriednen Fische sich regen,
Wo die Schwalbe das Nest mit den thörigen Jungen umflattert,
Und die Schmetterlinge sich freun und die Bienen, da wandl’ ich
Mitten in ihrer Lust; ich steh im friedlichen Felde
Wie ein liebender Ulmbaum da, und wie Reben und Trauben
Schlingen sich rund um mich die süßen Spiele des Lebens.

Hölderlin, 1797, zit. nach Bibliotheca Augustana

Ich warte im Frühjahr schon darauf, dass sie kommen, heuer waren es zwei, vor drei Wochen. Jetzt aber ist schon was los bei uns – und ich weiß auch warum. Zwei Häuser weiter sind zwei Schwalbennester und unser Garten und sein Umfeld sind hervorragendes Jagdgebiet für sie. Während sie bei gutem Wetter recht hoch fliegen, fliegen sie manchmal so tief, dass man meint, sie mit der Hand greifen zu können.

Ihr Gezwitscher ist herrlich, ihre akrobatischen Flugkünste faszinierend, ich kann ihnen lang dabei zuschauen, wie sie scheinbar der Schwerkraft trotzend in den Lüften tanzen. Am faszinierendsten sind ihre Begegnungen in der Luft, so schnell, dass man schon genau schauen muss. Vor dem Nest dasselbe: das Futter wird oft im Flug übergeben und schon geht es wieder ab in den Garten.

Rosa

Perfekt ist dieser Wein — bis zur Flasche und ihrer Gestaltung — aus dem so besonderen Jahr 2021. Angelika hat ihn aus diesem Anlass vom Weingut bestellt, das wir vor sechs Jahren besucht haben: ein unvergesslicher Besuch, der Chef selbst hat uns bei einer kleinen Führung mit seiner Philosophie vertraut gemacht.

Ein Rosé Saignée aus den roten Trauben Blaufränkisch, St. Laurent und Zweigelt: mild, feine Himbeer- und Kirscharomen. Ich hab zuerst an einen Blauburgunder gedacht, tja. Perfekt, um einen Sonntag zu feiern.

Es war schon späterer Vormittag und daher aßen wir eine Kleinigkeit: Angelika ihren fein gedünsteten Chinakohl, ich freute mich über die lange gehortete Dose, die mir Angelika bei unserem letzten Besuch in Orta San Giulio 2017 aus dem Pan e vino mitgenommen hat: gefüllte Calamari in pikanter Soße. Was für ein Genuss!

Tischgeflüster und ein Kamingespräch mit Luigi Nono

Da flüstert und spricht,
da steht, liegt und hängt mein halbes Leben.

Prall gefüllt, mit all den Facetten, die mich geprägt und gezeichnet haben.

Dass ich über die INTOLLERANZA 1960 von Luigi Nono stolpere und zeitgleich ein Olivenöl aus der Basilikata, erstanden im Centro in Reutte, um mich herum habe, sehe ich eindeutig als Zieloption für die nächsten Jahre.

Irgendwann werde ich durch Matera flanieren, das Brot dort verkosten und mich dann der Einfachheit der kleinen Dörfer dieser Region hingeben.
Und vorher war ich vielleicht doch noch einmal auf den Inseln von Venedig und in San Michele.

Träumen darf man ja.
Bis zum Himmelsbegräbnis habe ich noch die Zeit dazu.

An wunderschönen Orten in Erinnerungen schwelgen

Augen zu,

den link anklicken

und träumen

https://youtu.be/L3eNjHP8d6c

So geht LEBEN.

Flieg Fini, flieg!!!

So wie du es dein Leben lang getan hast.
Du warst mein Adler.
Stattliche 9 Lebensjahre haben wir miteinander geteilt.

Wenn ich in unserem Hausbuch auf FINI klicke, erlebe ich all die wunderbaren Momente unseres gemeinsamen Seins noch einmal.

Du hast gebrütet, über einen längeren Zeitraum, wohl auch weil Valentin dir ständig nachgestellt hat.
Gestern bist du das erste Mal wieder raus- ein bißchen strawanzen und flanieren.

Dann hast du wohl die Zeit übersehen oder die Eier, die wir für den Fuchs ausgelegt haben, waren zu verlockend und du hast auf dem Kompost weitergebrütet.

Und dann gibt es da die Verkettung unglücklicher Zufälle.
Wie es halt so oft ist im Leben ist.

Und heute bist du nicht mehr da.
Nur ein paar, vom Starkregen durchnässte Federn, liegen noch auf dem Kompost.

Hab Dank für all die Freude, die du mir bereitet hast.
Hab Dank für deine unkomplizierte Art.

Und jetzt FLIEG Mädl…
Flieg in eine neue Zeit…

Freigeister

waren sie, unsere Enten.
Was für eine treffende Formulierung.

Aber nicht nur sie, auch ihre Namensgeber Frida Kahlo und Valentin aus Wien waren und sind Freigeister.
Und wie in Frida Kahlos wunderschönem Tagebuch zu lesen ist, hat sie ihren Diego wohl genauso geliebt wie Frida ihren Valentin.

Valentin hatte viel von der Unbeschwertheit des jungen Mannes aus Wien, der uns die Enten in die Klockerei gebracht hat.
Abgeholt hat er sie von zwei weiteren Freigeistern, Johanna und Alex, die sich auf das Abenteuer, Seidenhühner brüten Enteneier aus, eingelassen haben.

Drei wunderbare, aufregende und erfüllte Jahre liegen dazwischen.
Vor einigen Wochen haben sich „meine“ Freigeister entschieden, draußen zu übernachten.
Unterm Sternenhimmel, wie in der freien Wildbahn.

Ja und in der freien Wildbahn gibt es auch hungrige Füchs(innen)…
Und so kam es, dass es letzten Freitag ganz ruhig im Gehege wurde.

Kein Laut war zu hören.
Keine Kampfesspuren.
Nicht einmal eine Feder war zu finden.
Leer ist es jetzt.
Still und leer.

Lebensgeschichten und Kreise schließen sich rund um dieses Ereignis.
Neben der Dankbarkeit und der Erinnerung bleibt ein Trog, der einmal als Entenbadl diente.

In diesem Trog wachsen jetzt ein blauer Rittersporn und eine lila Lupinie.
Gut behütet von einem Engel auf einem Stein.

Wenn das EM-Finale wird wie dieser Wein…

dann steht einem gelungenem Fernsehabend nichts mehr im Wege.
Chianti ist und bleibt Chianti, das gilt für das Chianti und den Chianti.

Also ich bin bereit.
Alle Vorbereitungen sind getroffen.
Fehlt nur noch der Ratscher mit IL CAPITAN.

Buona Pasqua

Heuer hat er sich nicht lumpen lassen, der Herrgott mit der Auferstehung.

Dieser Beitrag ist sowohl so eine Art Zeit-dokument, das nicht nur dafür spricht, dass diese sozialen Medien ihren Namen manchmal zu Recht verdienen.

Er ist auch ein starker Ausdruck dessen, was für mich Ostern und Auferstehung bedeutet.
Das Leben, die Lebendigkeit, die Menschen und das Wesentliche im Leben eines Menschen lassen sich nicht unterkriegen.

Aller Panik, aller Angst, allem Todbringenden zum Trotz.
Die Trotzmacht der Herzen und die Trotzmacht des Geistes- und der kommt ja an Pfingsten noch dazu.

Habt Dank euch allen.
Habt Dank.

Alles hat seine Zeit- Gratuliere Martin!

Der Zufall führt recht oft Regie im Leben und so kommt es auch, dass an dieser Stelle Beiträge entstehen, die jetzt so direkt mit der Klockerei nichts zu tun haben.
Nein, aber mit den Menschen, die darin leben.

Nein, ich kann es noch gar nicht glauben, was mir da heute zugefallen ist.
Wenn mir das jemand vor cirka 20 Jahren gesagt hätte, wäre ich wohl in Gelächter ausgebrochen oder hätte zumindest geschmunzelt.
Oder diskutiert oder gestritten.

Ist das lässig, was du aus dir gemacht hast.
Und es tut mir so gut, jetzt in diesem Lebensabschnitt zu erfahren, dass da Systeme Lügen gestraft werden.

Eine Trotzdemblüte des Lebens.
Martin, Gratulation und weiterhin einen guten Weg und gutes Schaffen.

Innergärten und Trotzdemblüten

So lautete die Überschrift in einer Zeitschrift, die mir neulich ins Auge gesprungen ist.
Der folgende Artikel dann gleich in mein Herz.
Da war die Rede von kräftigen und lebendigen Gegenbildern, vom Paradies, von rituellen Handlungen, vom Urzustand, der Erinnerung und der Schöpfung und vom kindlichen Blick.

Da bin ich schon sehr daheim und meine Erfahrungen mit der Trotzmacht des Geistes ( Frankl) kamen mir wieder in den Sinn.
Es tut schon sehr gut, wenn man Menschen begegnet, die, wie man so sagt, auf der selben Wellenlänge sind.

Die einem an die eigenen Innergärten und Trotzdemblüten erinnert.

Mein Lebensregal strotzt so vor Trotzdems und die Leuchttürme der oberen Etagen haben es auch in sich.

Und es blüht hinter ihm her- eine Aussage von Melanie Wolfers oder Hilde Domin über Jesus…
Es blüht und wächst doch hinter jedem von uns her…

Das Dirndlbräu mit Claudia, den Lauser mit Herlinde und das Cittavecchia mit Hermann in Triest.
Erinnerungen sind schon ein Balsam und ein Segen.

Irgendein kluger Kopf hat einmal gesagt: “Unser Universum ist wie eine der Perlen im Sektglas Gottes.“
So groß und so klein, so wichtig und so unwichtig…
Aber immer im Leben und in guten Händen.

So schaut mei Platzl fürn Papa aus.
Und da hätte ich jetzt wieder gefühlte 100 Geschichten dazu.

Auch mein Bär erreicht jetzt bald das Alter von 60 Jahren.
Ein Lebensbegleiter, der wenn die Menschen wieder einmal neben den Schuhen stehen, immer noch „herhalten“ muss.
Er kann es immer noch.

Genauso wie mei Negerle.
Wenn sie mit ihren Augen klimpert, ist meine Welt wieder in Ordnung.

Manchmal, wenn die Außenwelten und Irrwelten der Menschen zu nervig sind, „hauen“ wir uns miteinander auf die Couch.
Dann gehts uns allen wieder besser.

Und die Christrose ist wohl die Trotzdemblüte der Außengärten.

Angelika, jetzt wissen es wieder einmal alle.
Passt schon.
Die, die mich kennen, wissen das eh und die Anderen sind miar WURSCHT.
Drum sind es ja die Anderen- wie meine Freundin immer zu sagen pflegt.