Der Stein, der in dein Leben fiel

hat einen tieferen Sinn.
Wenn du ihn nicht versetzen kannst,
kannst du ihn überblühn.

Dieser Spruch ist mir eingefallen, als ich das Grabl von Fany sah.
Drinnen wachsen Löwenmaul und Kapuzinerkresse und rundherum hat sich der Hopfen einen Weg gebahnt.

Die Reibe von der Oma

Angelika hat diese Reibe, ein Erbstück von ihrer Oma, schon einmal aufwendig mit einem Sandstrahler von alten Lackspuren gereinigt. Der Holzpropfen allein zeigt schon, dass damit einmal sehr, sehr vieles gerieben wurde. Wir hatten sie vor Jahren schon einmal im Einsatz, danach aber hatte ich “vergessen”, die Nussreste herauszuholen. Ich hatte auf eine (zugegeben: magische) Selbstreinigung gehofft, Vertrocknen, Schrumpeln, leicht wie der Wind werden und mit Umdrehen herausschüttelbar. Geworden ist es ein fossil anmutender Belag, den man mit schwerem Gerät (Stahlwolle) durchaus entfernen konnte: aber wie hinkommen?
Nach einem Fehlversuch – die Nieten am Gussgehäuse kann man NICHT herausklopfen — versuchte ich es eben ohne Öffnung so gut wie möglich, fast unmöglich, heißes Wasser konnte gegen die Versteinerungen kaum was anrichten, mit Schwammerl kommst fast nirgends hin: ich wollte schon aufgeben.
Da entdeckte ich, dass die unterste Blechrinne in einer Art Hülse eingefädelt war und wohl herausnehmbar sein sollte. Mit etwas sanfter Gewalt, einem Schraubenzieher und behutsamem Klopfen kam ich einen Millimeter weiter, und dann konnte man das Ganze herausziehen! Für die große Umhüllung der Reibtrommel selbst (mit einem zweiten Reibteil – genial) musste das wohl ähnlich gelöst sein, nach etlichen Versuchen gelang es, auch das herauszuholen. Putzen, putzen, putzen und in umgekehrter Reihenfolge, leicht geölt wieder zusammenbauen!
Der nächste Einsatz wird nämlich ein ganz besonderer! Und ich zerleg und putz gleich nachher: Pfadfinder-Ehrenwort!

Il Dottore

Dieses Bild habe ich immer vor mir, wenn Hermann in seiner unendlichen Geduld, seinem Hang dafür, alle Gesetze der Physik und der Mechanik zu ignorieren — die gelten für ihn nicht — eines meiner Erbstücke wieder funktionsfähig zu machen.

Hausapotheke nach Tiroler Art

Selbsterklärend.
Daher keine weiteren Worte.

Die Abschiedsbilder

Auch die habe ich sehr bewußt gemacht.
Ich wollte nur schauen, was sie da am Hintern hat.
Das, was ich da gesehen habe, wollte ich nie sehen und ich wünschte mir einen anderen Abschied für sie.
Und für uns.

Vor fünf Jahren

war das gleiche Traumwetter wie heute! Auf der Terrasse beim Fischer am See war ein Tisch liebevoll gedeckt, wir wurden von Drago herzlichst begrüßt und begleitet, die Wirtin schaute vorbei, beide gratulierten uns: es war fast wie damals, als wir unser Hochzeitsfest hier feierten. Wir sind nicht mehr die von damals, aber immer noch schneidig und unerschütterlich.

Wir schlenderten Hand in Hand zum See hinunter. Er hatte eine ganz eigene, milchig-grüne Farbe, die Schneeschmelze, heuer gerade erst richtig im Gange, liefert wohl Wasser ohne Ende: und so fühlte es sich auch an! Mutig war Angelika die erste im See, wie damals, im selben Kleid. Ich war als zweiter dran und bewunderte nach wenigen Sekunden Angelika: gscheit kalt war der flüssige Schnee, kaum angewärmt (was allerdings das Bierlein gut kühlte, das ich mitgenommen hatte). Wir ließen den Tag am Ufer gemütlich mit den Gedanken ausklingen, wie fein es wäre, wenn die, die damals dabei waren, jetzt hier wären.

Wir rollten dann nach Hause. Das Thermometer zeigte 30°.

Pfluttern und Kuttern oder LACHEN SIE WOHL

Ich mag unseren Blog- unser digitales Hausbuch- aus mehreren Gründen.
Zum Einen, wegen dem Sinn an sich: Nachschauen, was sich denn wann, oder wie ereignet hat.
Zum Zweiten ist es mir immer wieder Trost und Beistand in schwereren Zeiten.
Er bringt immer alles in eine RELATION.
Zum Dritten und das ist für mich immer wohltuend, wird er von vielen Menschen gelesen und diese Leser bestimmen die Leseliste (blogroll) .
Neulich hat sich jemand wieder zu den Artikeln über die EXPO in Mailand „verirrt“.
Das wiederum war mir Anlass, alle Beiträge der EXPO zu lesen, dabei bin ich über dieses Bild gestolpert.
Es ist Balsam, miteinander WOHL GELACHT zu haben und ich hoffe, wir haben noch viel miteinander WOHL ZU LACHEN.
Danke Doris Glaser für diesen Wunsch.

Oh Captain, my Captain

Jene, die den Film “CLUB DER TOTEN DICHTER“ gesehen haben, wissen was diese Worte bedeuten:
Achtung
Anerkennung
Respekt
Ehrerbietung
und die Zustimmung und Bekräftigung zur Essenz des Lebens.

Um jetzt den Bogen zu spannen gehe ich zurück zum gestrigen Tag.
Beim Frühstück erzählt mir Hermann, dass er von Fany geträumt hat, sie sitzt am Zaun, verweilt dort und schaut, unbeeindruckt vom Graupelschauer.
Ja, ihr Zustand hat sich gebessert, sie dehnt ihre Spaziergänge aus und fliegt zum Schlafen schon wieder in eine stattliche Höhe.

Zu Mittag dann die nächste Erzählung, sie ist bis zur Quitte gegangen. Der Ort, der dem Traum entspricht.
Ich bin sehr glücklich und voller Hoffnung.
Am späteren Nachmittag gehe ich zum Schupfele, um nach ihr zu schauen.
In sich zusammengesunken steht sie da und schaut mich an.
Nur zu gut kenne ich diese Haltung und diesen Blick.

Nach einer weiteren Runde zum Gehege und zum Stall kehrt sie in ihr Domizil zurück.
Ich weiß, sie geht jetzt.
Noch einmal in den Arm nehmen.
Streicheln.
Sich der gemeinsamen Jahre erinnern.
Meine letzten Worte an sie wähle ich sehr bewusst: OH CAPTAIN, MY CAPTAIN.

Meine Lehrmeisterin der Lebenskraft, mein Paradiesvogel, meine Himmelsgrenzenstürmerin legt in der Walpurgisnacht ihren geschundenen Körper ab und fliegt mit all den Wesen guten Willens in eine neue Zeit.

Pfiati und Vergeltsgott CAPTAIN, MY CAPTAIN.

Es hat schon was, das mit dem Kinderwagen

Ich hab sie noch nicht zusammengezählt, die Kinder und ihre Kinderwägen, die ich im Laufe meines Lebens durch die Lande geschoben habe.
Aber im ersten Nachsinnieren kommt da schon einiges zusammen.
Einer meiner ersten war wohl der Cadillac mit dem ich durch die Vogelweide gegondelt bin.
Auf alle Fälle ist es immer wieder ein großes Vergnügen, den Jüngsten einer Generation ein Stück Welt zu zeigen.

Meine Pflanzsäcke werden auftoupiert

Ich habe mir wieder Pflanzsäcke aus Jute bestellt, da ich von denen im letzten Jahr derart begeistert war.
Sie sind sehr robust und haben eine hohe Tragkraft.
Bis sie ihren Weg auf die obere Terrasse finden, um Tomatenpflanzen zu beherbergen, hängen sie vor der Türe.
Seit Wochen fliegt eine Meise her und nimmt sich mit Inbrunst das Baumaterial für ihr Nest.
Irgendwo in der Gegend gibt es ein Jutenest.
Wie auftoupiert- ich glaube, das macht man heute gar nicht mehr beim Friseur- schauen die Pflanzsäcke aus.
Den Meisen gebe ich noch zwei Wochen, dann gehören die Säcke wieder mir.

Unser Osterwunder Fany

Sie kämpft, lässt nicht nach und gibt nicht auf.
Geballte Lebenskraft auf zwei Beinen.

Zurück ins Leben finden- Ostersonntag auf Ö1

In den GEDANKEN, die um 9.00 Uhr gesendet werden, war heute Roswitha Zink zu Gast und hat über ihre Therapieeinrichtungen namens LICHTBLICK erzählt.
Es hat nicht lange gedauert bis der Tränenkanal so voll war, dass er übergelaufen ist.
All die Gedanken, die Worte, die Musik haben meiner Seele wohlgetan, aus ihr gesprochen und sie gestreichelt.
Berührend.
Balsam.
Gefüllt mit Mut, Kraft, Demut und Würde.
Ostern in wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn Bügeln Generationen verbindet

Ob sich das Hemd von selber bügelt, habe ich mich in den letzten Tagen oft gefragt.
Wir leben in einer Zeit, in der viele der Textilien pflegeleicht und bügelfrei geworden sind.
Aber ab und an gibt es diese festlichen Anlässe, bei denen das schöne Hemd getragen wird.
Mit Manschettenknöpfen.
Das Hemd wird gewaschen und dann hängt es da und wartet darauf, gebügelt zu werden.

Allzuoft fallen mir die Bügelkörbe meiner Jugend ein, gefüllt mit Bettwäsche, Geschirrtücher, Handtücher und und und…
Und es war nie nur EIN Korb.
Und er sollte vor dem FORTGEHEN gebügelt sein.
Seit dem Sommer fällt mir auch immer ein Gespräch mit Herlinde ein- sie liebt Bügeln.
Das hat sie vielleicht von ihrer Mutter, meiner Oma geerbt.
Sie fällt mir bei jedem Bügeln ein, weil es dazu eine Geschichte gibt, die mich seit ich sie das erste Mal gehört habe, beeindruckt und berührt.

Darum findet sich in diesem Beitrag auch ein Bild meiner Oma- mit mir und meiner Schwester Gabi.
Es ist eines meiner Lieblingsbilder von ihr und allein über die Küche hätte ich einiges zu erzählen.
Ich weiß noch, dass die rote Schüssel in der Kredenz weiße Herzen als Muster hatte. Sie war aus Plastik und am Rand gab es die klassische Verschmarglstelle.

Während der französischen Besatzung in Imst hat meine Großmutter den Soldaten Hemden gebügelt.
Am Rücken mit einer kunstvollen Dreierfalte, was dazu geführt hat, dass die anderen Soldaten auch von ihr die Hemden gebügelt haben wollten, weil diese Falten so fesch ausgesehen haben.
Diese Erzählung fällt mir bei jedem Bügeln ein und bringt mich rasch in den Zustand, dass es eine recht beschauliche Tätigkeit ist, wenn alles wieder glatt und faltenfrei ist- bereit für den nächsten festlichen Anlass.
Alltagsgeschichten, die Generationen verbinden.

Die Rufe ist abgefallen

Bevor Hermann all die Ergebnisse seiner „Kocherei“ verbloggt- was er schon wieder alles probiert und gewerkelt hat- mag ich noch diesen Beitrag verfassen, erinnert er mich an eine Lebenskraft, die ich bisher bei einer Henne noch nie erlebt habe.
So groß war die Eiterkruste, die Fany gestern von ihrer Wunde gekratzt hat.
Dementsprechend war das Loch, wo vorher das Auge war.
Sie gibt nicht auf, sie kämpft sich ins Leben zurück.
Mit Kamillentee, Silberwasser und Bepanthen.
Mit gutem Essen und Streicheleinheiten.
Und mit ihrer unbändigen Kraft.
Ich wünsche ihr so sehr, dass es sich ausgeht.

Das Rätsel von DJ Ötzis Kappl ist geklärt

Ich stöbere gerade in meinen alten Fotoschachteln.
Mamma mia, was für ein Leben.
Da ist mir dieses Bild untergekommen.
Ja, ich bin es.
Im Jänner 1980: Wir haben bei der Fringer Gerda Gabis Geburtstag gefeiert.
Und ja, das Kappl habe ich selbst gehäkelt.
Das waren Zeiten.