Archiv für den Monat: August 2017

Buchweizennudeln mit Wirsing: Pizzocheri

Über den Splügenpass ins Veltlin fahren und in Chiavenna zweite Pause machen — das wäre ein traumhafter Urlaubsbeginn. Dort hab ich beim letzten Besuch Pizzocheri — Nudeln aus Buchweizen (und etwas Weizen) gegessen, als lokale Spezialität, bodenständig und herzhaft. Gestern hab ich dann das Rezept von Anna Sgroi in der Süddeutschen nachgekocht. Einerseits sehr, sehr einfach aber unglaublich, unbeschreiblich gut: ein grandioses Fest der feinen Geschmäcker, alle Aromen sind zart dosiert genau aufeinander abgestimmt: der Buchweizen, der Wirsing, das bisschen Salbei, Knoblauch und Butter! Angelika hat während des ganzen Essens nicht mehr mit mir gesprochen ;-)!!

Das Rezept am besten von dort nachkochen, ein paar Bemerkungen:

  • Das Bild passt nicht zum Rezept. Meine Bilder schon (Achtung: hab teilweise doppelt/halb gekocht)!
  • Den Teig zwanzig Minuten (mit der Hand) zu kneten klingt lang und anstrengend. Ja, ist es.
  • Die Kartoffeln sollen laut Rezept 1 cm dick geschnitten werden, ich hab mich für 3 mm entschieden.
  • Der Knoblauch soll zerdrückt werden (mit flachem Küchenmesser) und vor dem Mischen entnommen werden. Als ich ihn beim ersten Mal gepresst hab, hab ich ihn natürlich nicht mehr gefunden 🙂
  • Die Mengenangabe beim Wirsing ist nicht ganz klar, meine Blätter waren wohl ein bisschen klein, ein bisschen mehr hatte nicht geschadet. Achtung: im Rezept steht, der Wirsing soll im Knoblauch-Öl 2 min geschwenkt werden. Auf keinen Fall auf der Platte stehen und weiter ziehen lassen. Ist mir gestern passiert und der Wirsing hat sich auf etwa die halbe Menge verschrumpelt!

PS: Anna Sgroi hat einen Michelin-Stern und ist Autodidaktin. Hmmm…

 

Apropos Lesestoff und Weisheit

Seit Monaten folge ich Florian Klenk auf twitter und facebook. Ich schätze diesen Mann ob seiner klaren Formulierungen und seinem fundierten Wissen, was Recht betrifft. Nonanet, bei der Dissertation.
Ja, die habe ich mir in ein paar Musestunden durchgelesen.
Der Weg von Herrn Klenk zum Falter ist nicht weit- auch als Journalist schätze ich seine sachliche Argumentationsweise. Und so haben wir das Sommerabo genutzt und genossen. Am Ende des Gratisabos habe ich dann diesen Brief erhalten. Herrlich.
Wer kann da noch widerstehen?
Ich konnte es nicht.
Und so wird mich Herr Klenk und auch Herr Thurnher im kommenden Jahr begleiten.
Genuss, abseits der üblichen, doch etwas einseitigen österreichischen Medienlandschaft.

Apropos Weisheit

Der Schaukelstuhl dient nicht nur als Schlafplatz für Maxi, er ist auch einer meiner Leseplätze. Den habe ich neu dekoriert. Einer meiner T-Shirtschals erinnert an DEN Qualtinger und die ZEIT daran, dass auch Männer über 50 noch auf sich schauen sollten oder können oder mögen oder… eben die Altersweisheit waret gfrågt. Auf alle Fälle ein sehr gemütlicher Platz, der uns beim Hinschauen auch ein Schmunzeln entlockt.

Silberblattln

Eine unscheinbare Pflanze mit lila Blüten war da im Frühjahr beim Ribiselbeet. Ich habe bei Jutta, von der ich allerlei an Blumen geschenkt bekommen habe, nachgefragt:” Deis sein Silberblattln.” Seither habe ich bestaunt wie sich diese Pflanze entwickelt und ihr Saatgut versteckt.
Die Natur ist ein Wunder und verschwenderisch in ihrer Fülle. Schön schimmern sie, wenn sie das Saatgut weitergegeben haben. Fast wie bei den Menschen, wenn die Kinder in die Welt entlassen worden sind, schimmert das Silber des Alters. In den Jahren und in der Weisheit.

Eigensinn

Du warst mir die Lehrmeisterin für gelebten Eigensinn und Lebenskraft.

Du hast dein Eigenes als Sinn erkannt und gelebt, dabei war dein Lebendgewicht 500g.

500g geballte Kraft.

Jeden Tag ein Sonnenschein, dein Name war wohl einer der treffendsten und passendsten, der je vergeben wurde: LITTLE MISS SUNSHINE

Ja, das warst du und an den Tagen, an denen du nicht gebrütet hast, warst du jeden Abend die Letzte, die am Zaun stand und darauf gehofft hat, dass es noch ein Gute- Nacht- Gutele gibt. Wir beide hatten da ein Zeremoniell.

Du hast es sofort verstanden und dich daran gehalten.

Fünf satte Lebensjahre durften wir mit dir verbringen und ich bin zutiefst dankbar, dich erlebt zu haben.

Du bist in deine letzte Brut hinein- oder aus ihr heraus gestorben. Das kann ich nicht genau sagen.

Ich weiß nur, dass du in den letzten Tagen lieber unter den Flügel von Fini geschlüpft bist als selber Flügel zu bieten. Bei Zipi war das auch so: noch einmal unter einen Flügel kuscheln, wie damals als Kücken.

Dein Grabl ist an dem Platz, an dem du jeden Abend gewartet hast. Gefüllt mit diesem wunderschönen orangen Mohn, der für den Balkon von Ines in Orvieto gedacht war. Vor dir eine Sonnenblume. Schön, dass du da warst…

Zum Wiedersehen:

2013 – Unter den Himbeerstauden

2013 – Erdbadln mit Afra 

2016 – Schlupfloch 

Ein schönes Ankommen

“Ja”, sagte der Sprenger Reinhold, “den Kampf hast Du verloren”.  Als wir damals den Bau möglichst schnell bezugsfertig bekommen wollten, wurde da wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In den Jahren haben wir immer wieder versucht, den Platz sauber und frei von Grünem zu halten. Das gelang zusehends weniger und irgendwann fragten wir nach.

Und dann ließen wir die Fachleute werken:  9 Stunden Raupenbagger und LKW, 14¾ Tonnen raus, 16½ Tonnen rein. Jetzt ist er schöner denn je und heißt uns und alle, die zu uns kommen, prächtig willkommen.

Der Ofen ist fertig!

Jetzt endlich hat auch der Ofen einen krönenden Abschluss bekommen. Wo seit 8 Jahren nur eine grob verputzte Mauer war (mit gefährlicher Lücke, in der allerlei verschwand) ist nun ein wunderschönes, von Ritschi maßgefertigtes Brett der Rand des Ofens, an dem wir täglich sitzen und die Feierabende genießen! Danke!

Eine fast normale Pizza

Zu dem Thema gibt’s ja schon einige Beiträge (über die normale Pizza, mein bisher bestes Rezept, mit Pasta Madre) hier eine weitere, sehr einfache Variante mit herrlichem Ergebnis (dass als Belag diesesmal Marzano-Tomaten aus der Dose und Büffel-Mozarella verwendet wurden, erklärt den Titel).

Das (angeblich) echte neapolitanische Rezept (laut EU-Verordnung wie die Zeit schreibt) ist schnell beschrieben: In ¼kg Weizenmehl (“00” oder 550), 1 Päckchen Trockenhefe (mit 5 EL des Mehls und Wasser ansetzen und ¼ Stunde gehen lassen), eine Prise Salz und so viel Wasser einarbeiten, bis ein glatter Teig entsteht. Als Variante kann man da ein paar EL Pasta Madre zugeben, dann schmeckts noch interessanter. Gehen lassen.

Wunderbar! Über das kalte gehen lassen und den Pizzastein hab ich schon genug geschrieben. Siehe dort!

Maxi und der Zaun

Als hätten wir den Zaun für ihn maßgeschneidert, liebt er es auf einem der Pfosten zu sitzen. Dass er auf den Schmalen Brettern geht als wäre es ein breiter Weg verblüfft schon lange nicht mehr!

Hochzeitstag 2017

Sich sein lassen

HEILkräuter, HEILöle und HEILschnäpse

haben in der Zwischenzeit vor sich hin reifen können und haben viel Sonne in sich aufgesogen. Jetzt kommt dann die Zeit der Abfüllung und somit auch das Ende dieser herrlichen Farbenspiele.

Rhabarber-Auflauf

Eine schnelle, köstliche Nachspeise, wenn man schon Rhabarber-Kompott hat (lässt sich wecken; frisch gemacht: ½ kg Rhabarber mit 50g Zucker und dem Saft einer Zitrone dünsten):

½ kg Rhabarber-Kompott in eine feuerfeste Form füllen, je 25g gemahlene Haselnüsse (Walnüsse) und Corn-Flakes darüberstreuen, ½ Teelöffel Zimt darüber verstreuen und Eigelbcreme (2 Eiweiß mit 25g Staubzucker, 1 Packung Vanillezucker steif schlagen, die Eigelb unterheben) darüber verteilen. 20 Minuten im vorgeheizten Backofen auf 200°C backen!

Ausgekühlt servieren!

Auf und unter der Zugspitze

Es war uns eine außerordentlich große Freude, unseren italienischen Freunden auch ganz besondere Schmankerln zu zeigen: wir fuhren gemeinsam auf die Zugspitze! Dort genossen wir die Stimmungen und Aussichten und danach ging’s zum WAS-Cooking in Biberwier, wo wir zwei neue herrliche Burger verkosteten. Für die Mädels als Vorspeise natürlich: dolce!
Tipp: der Schweizer!

Orvieto in der Klockerei

Es passiert uns nicht oft, dass unser großer Tisch nicht mehr ausreicht um allen Gästen Platz zu bieten. Am Samstag war es wieder einmal soweit. Wenn schon Besuch aus Orvieto, dann fragen wir doch gleich Nico und Antonia ob sie auch zum Essen kommen wollen. Und zu unser aller Freude waren gerade noch seine Eltern auf Besuch. Das war ein Hallo und ein Halleluja, so dass uns das passiert ist, was uns bei solchen Begegnungen recht oft passiert: Obwohl wir beide die Kamera vorher “griffbereit” herrichten, vergessen wir ob der lebendigen Gespräche und dem Glachter darauf, auch ein Foto zu machen. So dienen die Fotos DANACH der Erinnerung, die restlichen Bilder sind Herzfotos und somit an einem Ort, der die Taste löschen nicht kennt. Augen zu und Film ab…