Sie strafen mich Lügen

Valentin, unser junger Erpel hat Frühlingsgefühle, die er nicht immer unter Kontrolle hat.
Statt seine beiden Damen zu beglücken hat er es auf Gretl, unser letztes Seidenhuhn abgesehen.
Abgesehen hat er es im Moment eh auf alle, aber Gretl kann nicht fliegen und sich somit nicht in Sicherheit bringen.
Nein, nein- so nicht.
Diese, meine älteste Dame, die schon soviel mitgemacht hat, wird auf ihre alten Tage nicht den Hormonen eines jungen Erpels ausgesetzt.
Also, nachlesen und nachfragen.
Ach so, das ist bei Erpeln im Frühjahr so.
Wir entscheiden uns, Valentin einstweilen vom Rest der Schar zu trennen.
Natürlich nur Valentin, denn wie kommen Frida und Sternenstaub dazu, auch weggesperrt zu werden.
Gesagt, getan.
Am nächsten Tag traue ich meinen Augen nicht.
Sternenstaub und Frida, deren schlanke Körper leicht durch die Öffnungen im Zaun schlüpfen, sitzen bei ihrem Erpel im Gehege.
Damit nicht genug- Gretl leistet ihm außerhalb des Zauns Gesellschaft.
Da soll sich noch einer auskennen- oder, was die Menschen immer so meinen.

Das Gehege apert aus

und unser Gefieder erfreut sich an all den Schätzen, die die Erde jetzt wieder freigibt. Einträchtig picken und schnäbeln sie auf der Suche nach nahrhaftem Futter.
Auch unser Reserveholz hat der Schnee wieder freigegeben, das kommt beizeiten ins Schupfele, für alle Fälle.

Von meinem iPad gesendet

Enteneier

Als unsere Enten zu uns gekommen sind, haben wir uns zuallererst nur dafür interessiert, wie wir sie gut halten können, wie sie mit den Hennen zusammen leben werden und — vor allem — wie wir sie über den Winter bringen. An Eier haben wir tatsächlich nicht gedacht, darum ging’s ja nicht.
Aber irgendwann war dann der Tag gekommen (mitten im tiefen Winter noch), wo wir im Stall, auf dem Boden, ein grünes Ei fanden, dann zwei Tage drauf das nächste und nun legen unsere beiden im Schnitt schon jeden Tag ein Ei (ins Legenest, auf den Stallboden oder ins Freie). Schon zwei Kartons sind gefüllt und heute war nun die erste Verkostung angesagt. Ein paar Dinge hatte ich schon gehört, einmal hatte ich ein Entenei gekostet (und war nicht beeindruckt).
Eine Suche auf deutschen Seiten hat wenig Gscheites ergeben, aber viel Blödes (“ich geb sie dem Hund”; müssen hartgekocht werden, weil so Salmonellen-gefährdet; “Hilfe, die sind ja grün!”, usw. usf.), Rezepte keine. Einmal eine Empfehlung, sie zum Backen zu verwenden.
Anlässlich der heutigen Verkostung (ja, zuallererst ein weiches Ei!) kam ich dann auf die Idee, englisch zu suchen (und später italienisch). Und da tun sich Welten auf. Seiten über Seiten, voll des Lobes über die Vorzüge von Enteneiern (gegenüber Hühnereiern), Rezepte ohne Ende. Also:

  • Enteneier halten länger (wegen der dicken Schale). Eigentlich egal, Hühnereier von eigenen Hühnern halten eh Monate
  • Enteneier haben bessere Inhaltsstoffe als Hühnereier: mehr Omega-3-Fettsäuren, mehr Vitamin D, mehr Vitamine und Mineralstoffe (Thiamin, Niacin, Riboflavin, Pantothesäure, Folsäure, Vitamine B6, E, A, B12 und Retinol), mehr Proteine, mehr Cholin (gut für Nerven, Gedächtnis, Stimmung).
  • Enteneier sind für das Backen besser geeignet, alles wird flaumiger.
  • Ansonsten können sie wie Hühnereier verwendet werden. Sind halt größer.

Das mit dem Größer-Sein ist relativ, oben sieht man ein paar unserer Hühnereiern (von verschiedenen Rassen), die grünen Enteneier sind von unseren beiden Enten aus der selben Brut.
Bleibt noch die Geschmacksfrage: ich selbst war skeptisch, ja, sie schmecken ein bisschen anders, aber kaum merkbar und sicher nicht schlechter. Heißt: genauso herrlich wie die unserer Hühner!

Die ersten Enteneier aus der Klockerei

Über viele Jahre habe ich jetzt mit Hennen und Eiern zu tun, aber eines hat bis heute nicht aufgehört: Dieses Gefühl, das beim Anblick von einem Ei aufkommt.
Jedes dieser Wunder der Natur sind Botschaft es Lebens.
Und so ergeht es mir gerade mit den Enteneiern auch.
Da gehst du in den Stall und es liegt vor dir, dieses Meisterwerk der Schöpfung.
Es beinhaltet alles, was neues Leben braucht.
Wie gesagt, ein Wunder.

Wenn wir erklimmen

Heute haben unsere Entenmädels in der herrlichen Frühjahrssonne die Südseite erkundet: auf den Schneehügeln fühlen sie sich sowieso wohl, aber auch steilere Flanken meistern sie mühelos!

Wer hat … geklaut?

Vega und Emma liegen genüsslich auf unserer Terrasse, jede mit ihrem eigenen Knochen. Als ich zufällig einmal rausschaue, sehe ich, dass sich Sarah an Vega anschleicht.
Das haben die Hennen schon immer getan, allein, wie Anna, oder gemeinsam, da haben sie sich organisiert! Dieses Mal haben die Enten zugeschaut und nicht lang gewartet: da mischen wir mit!

Zwoa Flossen, a gführiger Schnee, Juchhe!

Immer wieder haben wir — von weitem — auf unseren Schneehügeln plötzlich Enten auftauchen sehen: wie kommen die dorthin? Was tun die dort?
Eins ist sicher: sie haben keine Scheu davor, kosten auch manchmal einen nassen Bissen und sie — das ist Sternenstaub — genießen offensichtlich die Abfahrt!

Wellness für unsere Enten

Eva, Hühner und Enten

The poultry yard , Melchior d’HONDECOETER, National Gallery of Victoria, Melbourne

Dieses Bild aus dem späten 17. Jh. ist eines (von den vielen), das Eva bei ihren zahlreichen Museumsbesuchen in Australien gefunden und uns geschickt hat. Danke!!
Ein solches Bild bekommt eine ganz andere Bedeutung, wenn Erinnerungen lebendig werden: wir haben damals mit und für Eva Hühner zu uns gebracht (Miss Daisy, Berta, Fräulein Agathe und Salvatore), einen ganz speziellen Hühnerstall gemeinsam gebaut (ein Schloss!), Hähne waren immer Evas Lieblinge, das Aufziehen der Küken ist für uns alle unvergesslich.
Dass wir jetzt auch noch Enten haben schlägt die Brücke in die Gegenwart.

Wir scheuen keine Mühe

um unseren Wesen einen möglichst artgerechten Lebensraum zu ermöglichen.
Ja, wir bringen auch im tiefen Winter frisches Badewasser.
Bei den Schneemengen ist das super.
Den Trog kann man wie in einer Bobbahn gleiten lassen.
Das Angebot war da.
Ob sie es genutzt haben, weiß ich nicht.
Aber schauen waren sie.

Erster Entenwinter

Valentin und seine Mädels erleben ihren ersten Winter.
Von dem werden sie wohl noch Jahre zu erzählen haben.
Ihnen scheint es nicht das Geringste auszumachen mit ihren hübschen Füßen durch den Schnee zu watscheln.
Sie wirken immer fröhlich und neugierig und freuen sich über das Futter, das sie vorfinden.

Dem Gefieder gehts gut

Über all die Tage hinweg haben wir auch das Gehege für unsere gefiederten Mitbewohner freigeschaufelt.
Immer wieder geht die eine oder andere vor die Türe, um ein wenig frische Luft zu schnappen.
Die meiste Zeit verbringen sie allerdings im gemütlichen Stall und freuen sich am frischen Salat, Reis oder Nudeln.
Und heute gibt es zur Stärkung noch Mehlwürmer.

6. Jänner 2019

Wieviel Schnee liegt bei euch?
Wie Enten und Emma hoch sind.

Valentin und seine Mädels im Schnee

Es ist unser erster Winter, den wir mit Enten verbringen.
Wir waren recht gespannt, zum Teil auch besorgt, wie das wohl werden wird.
Womit wir nicht gerechnet haben ist, dass sie sich derart am Schnee erfreuen, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, wo der Kopf ist.
Ein herrliches Schauspiel.

Gelati, Gelati

Die Frostnächte hinterlassen ihre Spuren, aber solange es noch geht, wollen wir den Enten ihr Bad ermöglichen.
Man weiß ja nie, wie lange er Winter bei uns wird.