Wenn eine(r) eine Reise tut…

Es hat so den Anschein, dass sich bei all den Aktivitäten in und um die Klockerei herum, doch immer wieder die eine oder andere Geschichte ereignet.
Von unserer letzten Reise hätten wir allerlei zu berichten, aber um es auf einen einfachen Nenner zu bringen, lautet der Titel wohl: Eine Illegale und ihr Schlepper.

Von den Tischgemeinschaften

Ein neuer Eintrag in der langen Liste der Tische, die wir mit unserer Grande Famiglia schon geteilt haben. Miteinander gegessen, erzählt, gelacht, ausgetauscht, getrunken und auch getrauert haben. Dieser Tisch steht jetzt in Rom, in einer sehr schönen, sehr großen Wohnung. Und allen Terminplanungen zum Trotz haben wir es geschafft, uns zumindest für einen Tag zu treffen und den Karfreitag miteinander zu verbringen. Inklusive einem Besuch bei Zia Caterina, Nonno Vito und den Jesuiten. Massimo und ich haben uns 22 Jahre nach unserem Albanienaufenthalt wieder gesehen. Wiedersehensfreude auf beiden Seiten.

Dieser Tisch steht in Mühl. Nach jedem Urlaub, nach jeder Begegnung mit unseren Freunden wird er zum Gabentisch und flüstert uns eine zeitlang all die Erinnerungen der gemeinsamen Tage zu.

Heilung lautet das heurige Thema

der Bibelrunde, die sich seit Jahrzehnten trifft, um Glaubensgespräche zu führen.
Der Dezembertermin hat ausnahmsweise in der Klockerei stattgefunden. Ein feiner und stimmiger Abend mit allerlei Anregungen, Keksen, Gebäck und vorweihnachtlicher Bescherung.

Alle Jahre wieder

feiern wir diesen Geburtstag mit einem gemütlichen Abendessen. Dabei wird verkostet und geratscht und immer wieder wird dabei auch Essen und Kochen selbst ein Thema. Kochen ist nicht nur für mich, hab ich gestern erfahren, eine großartige Entspannung und oft ein Tagesabschluss.

Nach einem Vorspeisenteller (u. a. mit Grüner Couscous, Frittata) gabs Kostproben von Vorgekochtem (Ravioli, Hirschgulasch), das machte das Essen auch für den Koch sehr gemütlich.

Abschluss war der Affogato al caffé, der mit dem Vanilleeis aus dem Imster Eiswagen, der vor kurzem durch unsere Siedlung fuhr, und dem neapolitanischen Kaffee aus unserer Kanne, wirklich ein Genuss war!

Frühlingserwachen

Nach getaner Arbeit ist gut ruhen und das herrliche Wetter ladet zu Lust und Launen ein. Die Schaukel wieder einmal auslüften lassen,sich streiten, wer sie als Erster ausprobieren darf, im Freien essen und schon allerlei Spuren der Lebensskraft namens Frühling entdecken.

Fröhlich und freundlich

Gemütlich und entspannt
Heilsam und kraftvoll
Jeder das Seine und alle miteinander
– mehr mag ich dazu gar nicht schreiben –

Von Dachziegeln und der Erinnerung

Es ist schon eine ganze Weile her, dass eines der Stichwörter(tags) in unserem Hausbuch Tischgeflüster genannt wurde. Ja, unser Tisch flüstert recht oft. Immer, wenn Menschen zusammen sitzen, reden, essen, trinken und ratschen.

Und immer dann, wenn spezielle Ereignisse symbolisch ihren Platz finden.

Immer dann, wenn Erinnerungen von all den besuchten Orten den entsprechenden Rahmen zu unseren Gesprächen bilden.

Wenn Geschenke das Geflüster erweitern.

Und wenn sich Saatgut aus den Marken und aus Mühl die alten Dachziegel aus Elcito teilen.

Immer dann wird das Geflüster zu einer Melodie. Einer Melodie der Erinnerungen, die trägt.

Die Hände sind das Werkzeug der Seele

So liest und hört man es von den alten und weisen Seelsorgern und Seelsorgerinnen, die Europa ihren Stempel aufgedrückt haben.

Das ist einer der Gründe, warum ich sehr gerne auf Kunsthandwerksmärkte gehe. Das Anschauen, Betrachten, Kaufen und Verkaufen ist immer mit Freude und Stolz von beiden Seiten verbunden. Gestern waren wir in Hopfen am See und haben den dortigen Markt besucht. So viel Schönes und so viel Geschick, ob aus Beton oder aus Lärchenholz war zu bewundern und zu erstehen. Ein paar dieser Seelenprodukte haben den Weg in unser Haus gefunden und bereichern es mit fröhlicher und freundlicher Energie.

Wenn Hermann

derart konzentriert arbeitet und dabei strahlt, allerhand ausprobiert und gekostet wird und der Tisch besonders dekoriert ist, dann bedeutet das zumeist, wir bekommen Besuch.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Herlinde und Richard ihre Heimreise über die Klockerei gemacht haben. Es war ein feines Zusammensitzen, ratschen, sich austauschen und uns durch Hermanns Kocherei zu probieren.

Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen.

Drinnen

Dafür erstrahlt drinnen eine Atmosphäre der Wärme, das Grün des Erblühens liegt nicht nur in der Luft. Geborgen und Getragen von Herzlichkeit und Lebenskraft.

Von guter Energie

So schaut der Tisch nach der Fasnacht aus. Ich erfreue mich an den Geschichten in der ROFNKATHL, freue mich über das Foto von Björn auf der Titelseite, den begeisteren Zeilen von Hubert Daum und all den Brezen, die es nur bei der Fasnacht gibt. DANKE MARKUS. Obwohl er gar nicht gewußt hat, dass es damit heuer eine ganz eigene Bewandtnis hat, hat er einige der Brezen, die er als ehemaliger Roller bekommen hat, direkt an mich weitergegeben.

Von meinen Eltern haben wir dieses Kochbuch, das von Suppen, Eiern und allerlei Philosophischem rund ums Essen handelt, bekommen. Ich als Suppenburgerin habe mir sofort meine Suppen ausgesucht und bin dabei auch auf einige Brotsuppenrezepte gestoßen. Geschmunzelt habe ich über das Bedauern des Autors, dass die Brezensuppe ausgestorben ist, weil es keine Weißbrotbrezen mehr gibt. Der sollte vielleicht einmal zu den heiligen Zeiten nach Imst kommen.

Ich mag die Zeit,

in der das Licht und die Dunkelheit ihre Spielereien zeigen.

DIE Zeit

Jetzt kann sie kommen, diese Zeit.

Diese Zeit der Dunkelheit und der Dunkelheiten.

Diese Zeit der Ruhe.

Der SEELENRUHE.

Und diese Zeit der zarten Lichter.

Ein Fundstück

Bei unserem Besuch auf dem Jauerling wollten wir eigentlich im Naturparkhaus einkehren. Da alle Plätze besetzt waren, haben wir uns in Richtung Jausenstation aufgemacht. Dort haben wir eine kleine Stube mit ein paar Tischen und Stühlen vorgefunden. Bei einer älteren Dame hinterm Tresen konnte man die Bestellung aufgeben. Neben dem Restaurationsbetrieb waren da Regale mit Marmeladen und Schnäpsen und einer Flohmarktecke. Dieser Siphonflasche konnte ich nicht widerstehen, so etwas findet man bei den üblichen Flohmärkten sehr selten.

Das gute Stück ist noch voll funktionsfähig, dient im Moment aber eher dem Tischgeflüster.

Tischgeflüster

lautet eines der Schlagworte, das ich in diesem Hausbuch immer wieder verwende. Dieser Tisch flüstert nicht nur, er erzählt Geschichten. Von gemeinsamen Stunden und Erlebnissen. Vom Urlaub und von der Hochzeit. Vom Garten und der Ernte. Von Besuchen und Mitbringseln. Von Raritäten und Patenschaften. Vom Erhalt der Vielfalt und den Kreisen der Bildung. Von Erinnerungen und Zufällen.Von unvergleichelichen Geschmäckern und betörenden Düften.Vom Leben, von unserem Leben.