Diesen Platz hat sie sich ausgesucht

In all den drei Monaten der Krankheit, der Genesung, der Hege, der Pflege, der Sorge und der Hoffnung ist sie nie bis zur Quitte gegangen.
Erst an ihrem letzten Tag und die Nacht vorher im Traum.
Ergo gab es nur einen Platz, um dort das Grab von Fany anzusiedeln.
Bei der Quitte.

Der alte Griller, der seine Farbe schon lange von metallgrau in rostbraun geändert hat, war das geeignete Behältnis.
Zahlreiche Grabbeigaben, die uns — sie und mich — in den letzten Monaten begleitet haben, sind beigelegt.
Zwei leere Flaschen von Starkbieren- ein starkes Wesen braucht ein starkes Bier- geben dem Herzen Halt.

Sogar die Quitte hat uns an ihrem Sein und ihrem Wissen teilhaben lassen.
Pfiati Captain und komm gut heim.

5. Mai 2019

Sie hat wohl noch einige Kurven geflogen, Loopings gemacht und sich dann mit Frau Holle auf einen Erkundungsflug begeben — unser Captain Fany.
Jetzt ist sie wohl drüben und hat, wie schon in ihrem Erdendasein, das Kommando übernommen.

Bäume, Büsche und Stauden neigen sich unter dem Schnee.
Mohn und Pfingstrose haben sich flachgelegt.
Wenn man sich diese Bilder anschaut, kann man gar nicht glauben, dass die meisten Pflanzen und Bäume das unbeschadet überstehen- so zumindest die Erfahrung der letzten Jahre.
Morgen ist der Spuk vorbei, so als ob nichts gewesen wäre.

Windgebäck und Quittengold

All die Ansätze und Versuche, die wir über den Winter angesetzt und ausprobiert haben, werden abgefüllt und eingesackelt. Viele Köstlichkeiten warten jetzt wieder darauf, verbraucht oder verschenkt zu werden. Vom Windgebäck über den Quittenessig bis hin zum 3 Jahre gereiften Quittenansatz. Wohl bekomms.

Von meinem iPad gesendet

Quittenessig

Auch das steht nach einigen Monaten der Lagerung wieder einmal an.
Welche Früchte halten sich noch und was können wir noch irgendwie mit den angefaulten machen.
So ganz nach dem Motto: die guten ins Töpfchen…
Viele verschiedene Rezepturen haben wir heuer mit den Quitten ausprobiert.
Nicht alle Rezepte konnten wir in die Tat umsetzen, da fehlt es uns einfach auch an Zeit.
Für die kommenden Jahre gibt es da noch einiges auszuprobieren.
Ein Versuch gärt gerade in den vielen Sonnenstunden vor sich hin: Quittenessig.
Was mit all den Beeren und Blättern funktioniert, sollte doch auch mit Quittenstücken gehen.
Riechen tut es schon recht gut.
Wir sind gespannt.

Risotto mit Quitten und Salbei

Ähnlich wie das Risotto mit Äpfeln (und ohne Lardo, obwohl der auch passen würde) zuzubereiten: aufgrund der längeren Garzeit hab ich die Quitte schon von Beginn an mitgeröstet und auch den Salbei (je nach Geschmack, ich hab eine Handvoll gehackten dazugegeben) gleich dazugegeben.

Quitten-Käsekuchen mit Haselnuss-Crumble

Auf der Suche nach Quitten-Rezepten ist auf die Engländer Verlass, und auf Ottolenghi sowieso: der Geburtstagskuchen für Angelika (in Einzelteile zerlegt 😉 ) nach dem Rezept auf dem Guardian: hier stimmt der Name “Käse”-Kuchen, es wird nämlich Ziegenfrischkäse verwendet. Um ehrlich zu sein: viel schneller und einfacher ist die Quitte nach Claudia, das hier ist halt ein bissl raffinierter…

Die Quitte(n) (320g, in schmale 16-tel-Spalten geteilt, Kerngehäuse entfernt und in Zitronenwasser einlegen — s. Zitronensaft) werden in einer Mischung aus Wasser (120ml), Granatapfelsaft (100ml, 45 ml werden später zugegeben), Zitronensaft (1 EL, den Rest des Safts ins Nicht-Braun-Werde-Wasser für die Quitten), Rotwein (70ml), ¼ TL Piment, ½ TL Vanille (aus der Schote), Orangensaft (3 EL, frisch gepresst, davon die), Orangenschale (von 1-2 Orangen) in das bei 190°C vorgeheizte Rohr geschoben und 40 Minuten, mit Folie abgedeckt, gegart. Dann die Folie abnehmen, den restlichen Granatapfelsaft rübergeben und weitere 35 Minuten garen: manchmal wenden, mit Saft übergießen und darauf achten, dass nichts trocken rausschaut (das wird schwarz 🙂 ). 
In der Zwischenzeit den Ziegenfrischkäse (100g) mit Staubzucker (30g) und Mascarpone (200ml), ¼ TL Piment, ¼ TL Vanille (aus der Schote) und ½ TL Orangenschale(gerieben) mit dem Mixer auf geringer Stufe vermischen und kühlstellen. 
Für  die Crumble Haferkekse (50g) und Amaretti (50g) zerbröseln, mit Butter (70g, gebräunt) beträufeln, einer Prise Salz  und ¼ TL Piment vermischen. 
Zuerst etwas Crumble, dann die Käsezubereitung, dann etwas Saft von der Quittenzubereitung drüber, dann noch etwas Crumble und noch einmal Quittensoße!


Im ganzen Haus riecht es nach Quitte

Am Wochenende ist der Entsafter im wahrsten Sinne des Wortes heiß gelaufen.
Beim Abpelzen der Früchte kommt man leicht ins Erzählen und ins Philosophieren über all die Fragen und Wunder der Natur.
Die Messer wurden frisch geschliffen, damit diese Frucht leichter zerkleinert werden kann.
Das Fruchtfleisch war bei einigen noch in der hellen Quittenfarbe, bei den meisten aber bräunlich durchzogen, was, so habe ich das vor kurzem gelernt, erst die richtige Süße und Geschmacksvielfalt hat.
Allein die Geruchswolke, die diese Frucht entwickelt, ist all die Arbeit wert.
Und erst der Geschmack…

Quittenernte 2018

Am 23. November 2010 haben wir unseren Quittenbaum gesetzt. Allen Wetterkapriolen, die 800m Seehöhe mit sich bringen, hat er getrotzt. So manches Jahr sind viele der Blüten erfroren. Aber jedes Jahr hat er so zwischen 20 und 30 Früchte getragen. Das hat gereicht und wir waren über jede dieser heilenden Früchte und ihren einzigartigen Geschmack glücklich.
Dass wir heuer ein ganz besonderes Gartenjahr haben, habe ich schon einige Male in diesem blog verschriftlicht.
Die Quittenernte setzt der diesjährigen Ernte die Krone auf- im wahrsten Sinne des Wortes.
Gezählte 284 Stück oder gewogene 115kg waren am Ende des Tages( das muß jetzt sein) in den Kisten und Körben.

Jede Einzelne ist mir wie ein Heiligtum.
Alleine der Duft, den sie verbreiten.
Vom Gelee, dem Saft, dem Honig und allen anderen Rezepten ganz zu schweigen.

Ich sage jetzt nicht: Man, da kommt noch ein hartes Stück Arbeit auf uns zu.(Zitat Eva)


Nein, wir freuen uns beide schon aufs Entpelzen, Schneiden, Entsaften, Verkochen, Einwecken….
Und auf all die Versuche, was man mit Quitten noch alles kochen kann.

Quitten-Datschi mit Pasta Madre (Sauerteig)

Weil jetzt Quittenzeit ist habe ich auch den Zwetschken-Datschi noch einmal mit Quitten probiert: noch in den Vorräten hatten wir Quittenmarmelade und Quittenkompott: in dieser Reihenfolge auf den Teig und zuletzt nicht vergessen etwas Zucker drüberzustreuen. Sehr empfehlenswert!

Quitten-Rösti

Nach unserer heurigen Traumernte ist klar: auch neue Rezepte wollen ausprobiert werden. Als erstes ein Kartoffel-Quitten-Rösti, das uns sehr beeindruckt hat:

400g Quitten und 400g Kartoffeln raspeln, mit ¼ l Sahne vermischen und mit Salz, Pfeffer und Koriander würzen. In einer Pfanne rösten (zuerst breit verteilen und kurz scharf anbraten, dann Temperatur runter und mit Kochlöffel zusammenschieben, so dass die Rösti eine fingerdicke Scheibe wird, die in der Pfanne herumrutschen kann. Schonend garen, nach etwa einer Viertelstunde wenden — mit einem Hilfs-Teller am einfachsten!).

Mit einiger Säure und dichter Frucht sehr aromatisch! Wir haben dazu panierte Sellerieschnitzel und Salat dazu gegessen. Sonntäglich!

 

Quitte, Mispel und Konsorten

Es war ein außergewöhnliches Gartenjahr, seit Monaten essen und kosten wir uns durch die Produkte unseres Anbaus.
Aber es ist noch lange nicht aller Tage Abend.
Kohlsprossen, Mangold und Rohnen werden uns noch eine ganze Weile durch die ausgesuchte Rezeptvielfalt begleiten.
Schlehen, Mispel und Quitte warten noch auf weitere Frostnächte um den entsprechenden Geschmack zu bekommen. Es wird ein gutes Ausklingen dieses ertragreichen Gartenjahrs.

Quittenchutney von der Universität Wien

Fast. Es hat schon mit der Uni Wien zu tun und mit dem Studium. Da ist vor vielen Jahren ein Quittenbäumlein von der Lehranstalt in Imst mit uns mit dem Zug nach Wien transportiert worden. Recht geziert hat sich das Bäumlein am Rande des Wienerwalds bis er erste Früchte getragen hat. Mei, halt ein Tiroler in der Stadt. In den letzten Jahren hat er aber ordentlich Gas gegeben und seinen Zwilling im Antoniusweg an Ertrag recht überholt. Allerlei Varianten von der Quitte haben sie verkocht und uns eine Kostprobe zukommen lassen. Sehr Gut im Geschmack. Das wird nicht alt, das Chutney von der Uni Wien.

Meinen eigenen Unkenrufen zum Trotz

haben die 10 Blüten, die den Frost im Mai diesen Jahres überlebt haben, Früchte hervorgebracht. Große, schöne Früchte.

Die erste Quitte hat sich auch schon vom Baum gelöst. Passend zur Lieferung dieses Buches. Jene Pasta Madre, die wir mit einer unserer Quitten hergestellt haben, hat überlebt und ist seither Triebkraft und Geschmacksverstärker in allen Broten der Klockerei. Mit diesem Büchlein tut sich, wie hinter so vielem, ein neues Universum auf. So viel steht fest: die heurigen Quitten haben einen besonderen Wert und auf all die neuen Brotvarianten und Kreationen kann ich mich jetzt schon freuen.

Gefrorene Quitte

wird es heuer keine geben. Auch keines der anderen Rezepte wird zum Einsatz kommen, weil es die gefrorene Quitte heuer schon im Mai gegeben hat.

Geliefert von den Kapriolen, die sich Herr Petrus und Frau Holle einfallen haben lassen – klingt nach Beziehungskrise.

Gezählte 10 Blüten haben die Kälte und der Schnee überlebt. Da wird heuer keine Frucht am Baum hängen. Gott sei Dank haben wir in den letzten Jahren der reichen Ernte genügend eingelegt und eingeweckt und so werden wir auch diesen Winter Gelee und Kompott dieser herrlichen Frucht haben.

Pasta Madre Teil 2 (Sauerteig)

Nach einigen Überlegungen haben wir uns für zwei Versuche entschieden. Einmal Quitte und einmal Schlehen. Die Grundidee der Pasta Madre ist es, eine Mutterhefe aus der Umgebung zu gewinnen. Aus dem eigenen Garten oder dessen Früchte. Somit ergibt es einzigartige Backwaren – kein Brot, keine Pizza…. schmeckt dann so, wie eben das eigene Brot, die eigenen Backwaren. Laut der Geschichte gibt es eine Pasta Madre, die bereits 65 Jahre alt ist, aus Erde gezogen wurde, einen Namen hat und bereits an Generationen weitergegeben wurde.

Unsere ist aufgegangen und wird jetzt täglich gefüttert. 50g Mehl und 50g Wasser, das ganze dann bei einer konstanten Temperatur zwischen 24-26° gehen lassen. Am Mittwoch können wir das erste Mal damit backen.