Ein neues Roggenbrot!

Obwohl wir immer einen großen Vorrat im Gefrierschrank haben, war jetzt wieder einmal alles aufgebraucht. Energie und Zeit war vorhanden, also: ich probier ein neues Brot. Angespornt vom Haferbrot von Lutz Geißler suchte ich in seinem Brotbackbuch #4 nach einem einfachen Roggenvollkornbrot. Das vertrag ich einfach am besten, alles mit Weizen eigentlich gar nicht.

Das Ergebnis: sensationell! Und einfach noch dazu. Wie ich schon beim Haferbrot geschrieben hab, darf man sich nur nicht von den Begriffen (Kochstück ?!) erschrecken lassen. Dieses Roggenbrot ist perfekt und lässt sich auch nach der Reifung in Simperln direkt auf dem Stein backen.

Das vereinfachte Kurzrezept: 20 dag Roggensauerteig mit 1 kg Roggenvollkornmehl, 20g Salz und 1,1 l Wasser vermischen und 12-16 Stunden gehen lassen. Am Backtag 20 dag Roggenschrot mit 0,6 l Wasser und 20g Salz unter Rühren aufkochen und auf 60°C abkühlen lassen. Mit 70 dag Roggenvollkornmehl verrühren, ½ Stunde gehen lassen, dann in die Gärkörbchen füllen und weitere 1½ Stunden gehen lassen. Auf dem vorgeheizten Stein (250 225°C, 200°C, 175°C halbstündlich wechseln) 90 Minuten backen.

Dieses Brot ist unglaublich saftig, herrlich mild und wird wohl mein bisheriges Gewürzbrot ersetzen!

The Duke — Rough

ist ein Gin von dem ich schon einiges gelesen hab — und deshalb hab ich ihn auch an eine Bestellung angehängt, als Zugabe. Bei der Verkostung war dann gleich klar: der Name ist gerechtfertigt. Und die guten Besprechungen auch.

Ich hab bis jetzt eigentlich kaum einmal Gin in irgendwelchen Mixturen überzeugend gefunden — zu schade um all die herrlichen Aromen, die die Rezepturen enthalten. Einzige Ausnahme: der Martini in Triest. Aber das zählt eigentlich auch als pur, wenn man das genau nimmt.

In kleinen Schlucken mag ich daher pur den Aromen nachspüren, und davon gibt’s eben im “Rough” nicht so viele, das ist die Idee: Wacholder, Orangen, Koriander. Und dann noch Hopfenblüte und Malz (sagen die Brenner) — aber die schmeckt man erst zart im Abgang.

Dass das eine Münchner Destillerie ist und wir diesen Gin daher praktisch als lokal, aus der Nachbarschaft, empfinden, macht diesen Gin noch sympathischer. Unbedingte Empfehlung.

Reines Haferbrot

Ein Höhepunkt der Haferfreuden: ein Brot nur aus Hafer!
Schon länger hab ich Lutz Geißler auf meiner Liste (der zu lesenden Bücher), von Bekannten wurde er mir schon empfohlen, aber ich hab immer wieder gezögert — insbesondere deshalb, weil ich die Online-Rezepte nie auf Anhieb verstanden hab: die Ausdrücke Anstellgut und Brühstück hatte ich noch nie gehört. Tja, hätte ich ein bisschen mehr Ausdauer gehabt: er hat online ein Lexikon all dieser Ausdrücke, dann schaut’s gleich anders aus!
Trotzdem hatte ich noch nie ein Backrezept, in dem (für einen Teil des Mehls) kochendes Wasser vorkam, eben das Brühstück. Brauchst du nicht, dachte ich. Brauchst du schon! Weiß ich jetzt, am besten einfach das Originalrezept nachlesen (PDF)!

Also: ich schreib (mir) hier nur auf, was ich speziell gemacht habe: frischer, selbst geflockter Hafer, für “Kleinblatt” lass ich das einfach doppelt durch die Quetsche. Hervorragende Triebkraft hat mein Dinkel-Anstellgut (= nicht aufgefrischter Sauerteig) entwickelt, ich war mir da auch unsicher. Und: die Backzeit brauchte ich in voller Länge, hätte sogar noch etwas mehr sein können.

Schmeckt hervorragend, ist unglaublich saftig. Der relativ zarte Geschmack eignet sich für jede Auflage, ob süß oder salzig. Eindeutig ein perfekter Porridge-Ersatz!

Gulasch mit Chili-Quitten

In der letzten Runde haben wir auch Chili-Quitten eingelegt. Im Rezept war als Anregung “für feuriges Gulasch” genannt.

Gestern gemacht, nach dem klassischen Rezept, aber einfach einen ½ Kilo von den Chili-Quitten beim Aufkochen der Würze dazugeben, zum Tomatenmark auch noch einen EL Paprikamark. Daraus wurde ein Gulasch, das eher den Zusatz “fruchtig” verdient — und auch noch an Leichtigkeit gewinnt. Herrlichst!

Chili-Quitten und Curry- Quitten

Dieses Kochbuch habe ich vor Jahren, da hatte ich noch gar keinen eigenen Baum im Garten, erstanden. Seither leistet es uns gute Dienste und liefert immer wieder neue Ideen, diese köstliche Frucht zu verarbeiten und zu verkochen.

Mit den letzten Quitten der Herbsternte hat Hermnn einmal Chili- Quitten und einmal Curry- Quitten gemacht. Köstlich und vielfältig einsetzbar.

Und während wir das letzte Glas verräumen, treibt der Baum schon wieder aus. Er gehört schon zu meinen ganz großen Schätzen im Garten.

Von meinem iPad gesendet

Der Magier hat zum Fest geladen

Harald, der Magier hat zum Fest geladen.
Zum chinesischen Neujahrsfest, das er jährlich für seine Frau, seine Familie, seine Freunde und Nachbarn ausrichtet.
Das Jahr der Ratte hat begonnen.
Bereits auf dem Weg dorthin bot sich uns ein Bild, das in dieser Gegend nur selten zu sehen ist.
Von allen Seiten strömten Menschen mit Taschen, Körben oder Kartons zu ein und demselben Ort.

Das Ambiente:
Kinder sitzen in hohen Bäumen, schaukeln oder versuchen Tannenreisig doch zum Brennen zu bringen.
Bierbänke und Tische sind aufgestellt, umrahmt von Feuerstellen.
Eine Garage, in der Getränke und Süßigkeiten angeboten wurden und
MITTENDRIN die Bienenkönigin, deren Ladefläche ein reichhaltiges Buffet anbot.
Die Gastgeber in ihren Hochzeitskleidern gewandet.
Gelächter, Getratsche und Gustieren der Besucher.
Dass man in diesem Garten auch eine Gondel aus Val d’Isere, bestückt mit einem alten Paar Ski findet, ist genau das, warum er für mich ein Magier ist.

Wer genau hinschaut findet auf der Ape den Hinweis seiner Tätigkeit, die wohl von sehr vielen Menschen mit einer gewissen Schwere verbunden wird.

Wir waren das erste Mal dort und es ist auch ein Novum, dass die Klockerei nicht ausführlichst über das Buffet berichtet- zwecks unserer Fastenkur.
Einen Koster KIMCHI haben wir uns gegönnt, weil uns diese Speise schon seit einem Artikel in der SLOW-FOOD-Zeitung und dem Hinweis von Harald, dass es auf dem Fest auch koreanische Küche geben wird, angetan hat.

Und eines sage ich euch, liebe Leser, darüber werdet ihr in diesem blog noch einige Male lesen, denn Hermann ist infiziert.
Und noch eines sage ich euch: Das nächste Mal koste ich mich durchs Buffet und durch all die Süßigkeiten.

Die Elsbeere

Seit einigen Jahren steht ein Elsbeerbaum in unserem Garten, bis heute hat er noch kein einziges Mal geblüht.
Es hat so den Anschein, als ob diese Wildfrucht gerade recht aktuell ist.
Das heurige Waldbier ist ein fruchtiges Rotbier der Elsbeere und schmeckt sehr gut und im Falter gab es neulich einen Bericht über das Elsbeerreich und das Elsbeerhaus.
Vielleicht motiviert das unseren Baum im nächsten Frühjahr doch einmal Blüten zu treiben.

Das Ambiente beim Jagawirt

Wenn ich jetzt nicht ENDLICH!!!!!!! über unseren Urlaub wenigstens ein paar Momentaufnahmen verblogge, wird das heuer nichts mehr.
Und das wäre schade.
Hermann hat ja bereits über all die Köstlichkeiten beim Jagawirt berichtet, mir bleibt noch einen Hauch vom Rundherum kund zu tun.
Hortensien ohne Ende, Permakultur, liebevolle Gestaltung aller Ecken und Enden.
Augenbalsam im wahrsten Sinne des Wortes.
Das nenn ich Erholung.

Erntedank

Was sonst soll ich zu solchen Bildern schreiben.
So viel an Ertrag ist schon eingebracht und so viel wird uns in dieser Endrunde noch geschenkt.
Gott sei Dank gibt es Einiges an Gemüse, das man in der Erde lassen kann bis der Frost kommt, sonst müsste ich mir wirklich Sonderurlaub nehmen, um das alles zu verarbeiten.
Besondere Freude bereitet mir heuer der Salat.
Das ist die vierte Aussaat und die sollte auch Schnee und Winter gut überdauern.
Der wächst allerdings derart rasant, dass ich Mitte November noch knackfrischen Salat ernten kann.
Was für ein Segen.

Morelekraut

Im Laufe unseres Gärtnerdaseins haben wir unserem Sauerkraut schon allerhand verschiedene Namen- je nach Anlass- gegeben.
Für heuer hatten wir auch schon die eine oder andere Idee.
Aber eigentlich passt Morelekraut am besten.
Morele ist eine unserer Hennen, die sich während unseres Urlaubs täglich aus dem Gehege geschwindelt und dann gaaaaanz fleißig am Kraut gepickt hat.
Bis Jasmin sie dann wieder jeden Tag ins Gehege getrieben hat.
Das, was von den Köpfen noch übrig blieb, hat Hermann mit unserem altgedienten Hobel verarbeitet und so haben wir heuer erstmals ein Mischkraut ( Rot- Weiß- und Wirsing)
Noch blubbert und reift es vor sich hin, aber riechen tut es schon recht verlockend.

Kir Klockerei und Mimi

Beim Verkosten vom Dirndlsaft, außerdem stand gerade eine Einladung an, haben wir eine neue Idee geboren.
Dieser Saft ist derart gehaltvoll, dass er wie Cassis verwendet werden kann.
Also stand als Willkommensgetränk bei der Einladung nicht Kir Royal sondern Kir Klockerei auf dem Tisch- es hat gemundet.
Und weil beim Abfüllen und Ansetzen vom Dirndlessig gerade so ein schönes Datum war: 19.9. 2019 und das der Sterbetag von Mimi ist, haben wir den Dirndlessig in Erinnerung an sie benannt.
Noch reift er im Depot, die Mischung erscheint vielversprechend.

Eine der Dirndlstauden

hat heuer besonders gut getragen.
Und eigentlich war diese Ernte nicht geplant, aber das kann ich nicht- so schöne Früchte nur den Vögeln und den Hennen überlassen.
Also Korb holen, zupfen und rütteln, die waren so reif, dass sie fast von selbst in den Korb gefallen sind und ab in den Entsafter.
Aus einem Teil haben wir dann Saft und aus dem anderen Teil einen Essig gemacht.
Der Ernteeinschub hat sich gelohnt.

Hummus aus Käferbohnen

Beim Buschenschank Samahof hatten wird das erste Mal kein Glück: er ist erst ab Donnerstag von 2 nachmittags an geöffnet — wie die meisten anderen auch. Also sind wir Ende der Woche noch einmal hin und haben es nicht bereut. Auf der Karte fand Angelika “Hummus” aus Käferbohnen, den haben wir natürlich gleich bestellt: außerordentlich gut, sodass wir am Ende die Wirtin noch nach dem Rezept gefragt haben: Kernöl natürlich, aber auch “Ölkas”, etwas das beim Pressen des Kernöls übrigbleibt.
Diese Zutat hab ich leider nicht, aber aus den Beständen an (getrockneten) Käferbohnen und dem frischen mitgenommenen Kernöl lässt sich leicht etwas genauso Schmackhaftes zubereiten: Suchtgefahr!!
Für etwa ½ kg Käferbohnen etwa 300 g getrocknete über Nacht einweichen (dreifache Menge Wasser) und im Einweichwasser (mit 2 Lorbeerblättern, ½ TL Zucker und zwei Zweigen Bohnenkraut, KEIN Salz) aufkochen lassen. Dann auf kleine Hitze schalten und kochen, bis sie weich sind. Das hat bei mir fast zwei Stunden gedauert — frische brauchen nur eine halbe. Das Wasser nicht abschütten sondern darin auskühlen lassen.
Die Bohnen mit 2 gepressten Zehen Knoblauch und nach Bedarf etwas vom Kochwasser mit dem Stabmixer pürieren und mit 4-5 EL Tomaten-(oder Apfel-)Essig, 8 EL Kernöl, 1½ TL Salz und schwarzem, frisch geriebenem Pfeffer abschmecken!
Schmeckt rasend gut auf frischem Brot, aber auch pur unwiderstehlich!
PS: Falls etwas mehr Bohnen da sind: sauer angemacht mit Zwiebeln und Kernöl!
PPS: Das Rezept funktioniert auch mit anderen Bohnen, etwa unseren eigenen aus dem Garten!

Slow Food in der Steiermark: der Jagawirt

Die Anregung für unseren heurigen Urlaub war ein Artikel im Slow Food Magazin aus dem April 2014: “Von Grubenkraut, Käferbohne und Sulmtaler Huhn”. Wir wollten auf jeden Fall auch Graz besuchen, vor allem aber Ruhe und Entspannung finden und gut essen: der Jagawirt in der Nähe von Stainz bot sich da perfekt an.
Wir hatten schon beim Ankommen die Gelegenheit, den riesigen Kräuter- und Gemüsegarten, der hier als Permakultur gepflegt wird, zu besichtigen. Den verschiedenen Freiland-Wald-Schweinen, die hier artgerecht und mit viel Zeit aufwachsen dürfen, sind wir gleich bei der ersten Spazier-Runde um unser kleines “Gartenhaus” begegnet (allerdings haben Emma die hier freilaufenden Hasen wesentlich mehr interessiert, die herrlich kletternden neugierigen Ziegen weniger).
Das alles ist eine Grundlage für das, was hier gekocht wird: aus dem eigenen Garten, aus eigener Haltung. Die perfekte Ergänzung dazu sind eine herrliche Auswahl aus Weinen, manchmal vom Winzer “gleich då unten”, auch ein Bier vom Brauer aus St. Stefan ob Stainz (das wär dann “a bissl weiter då unten”) ist zu bekommen. Genau so haben wir uns das vorgestellt.
Trotzdem waren wir vom Gebotenen mehr als überrascht: was die Chefköchin Monika mit ihren zwei Köchen in der Küche jeden Tag wieder für uns zauberte, übertraf alle Erwartungen. Die fein überschaubare Karte (wir schafften es in einer Woche trotzdem nicht, alles zu probieren) enthält ein Schmankerl nach dem anderen. Natürlich Waldschwein in vielen Varianten, aber auch Vegetarisches war einiges geboten, die Nachspeisen dann wieder ganz anders außergewöhnlich und jeden Tag frisch und neu gebacken (die Mangoldtorte – nach das Haus- und Geheimrezept – haben wir erst zum Schluss gekostet). Aber bereits beim Frühstücksbuffet merkt man, wo man sich befindet: das Rührei mit Kernöl wurde vom ersten Tag an fixer Bestandteil; wer’s mag (und wir sind beide eher beim Pikanten, auch beim Frühstück) konnte auch schon in der Früh ein Schmalzbrot genießen.
Dass dann die gesamte Belegschaft gemeinsam mit Wirt und Wirtin sich flott und trotzdem gemütlichst um unser aller Wohl kümmerte, war mehr als herrlich. Paradiesisch!
PS: Dem Schilcher-Tresterbrand vom Senior-Chef war Angelika sofort zugetan, das herrliche Salz-Karamell-Eis war mehrmals krönender Abschluss!


Der heurige Gaudetesonntag

hatte eine Menge an unterschiedlichen Geschmäckern für uns bereit.
Und wenn ich ihn so mit einem Motto benennen sollte, dann treffen es die folgenden Formulierungen wohl am Besten:
Wenn gemeinsame Erlebnisse und Verbundenheit sich mit Geschick und Wissen ein Stell- dich- ein geben.