ein herrlicher Tag heute. Manch herzlichen Lacher haben uns unsere gefiederten Mitbewohner entlockt. Ihr Tag war heute unter dem Motto: MAL SCHAUEN, WO ES WAS ZUM PICKEN GIBT? Der Unterschied zwischen Garten und Wohnraum war ob der Intensität der Sonne nicht mehr so klar erkennbar. Die Lust, die Freude, die Unbedarftheit und der Schalk war ihnen in jedem Schritt anzusehen. Das kann sehr ansteckend sein.
Einen Antrag auf Erteilung
eines Antragsformulars… so oder so ähnlich lautet eine Liedzeile von Reinhard Mey. Das beschreibt die EUROPÄISCHE, im speziellen die österreisch/ italienische Art und Weise einer Namensänderung in Folge einer Heirat im Ausland. Wir sind bei Antrag 038 angelangt, sind im Moment auslandsreiseunfähig und warten auf unsere neuen Dokumente, die dann auch die gewünschten Namen zwecks Eheschliessung tragen sollten.
So ganz nebenbei könnte ich Seiten füllen über die Geschichten der hier abgebildeten PAPIERE.
Und: Hätte uns jemand erkannt??? Ja, lang, lang isch es her!!!!
So entstehen viele unserer Blog-Beiträge
Wenn der Tag gegangen und der Abend gekommen ist, in der Ruhe des großen Raums nur mehr Schnurren und entspanntes Atmen der Hunde zu hören ist: dann verdichtet sich das Erlebte zu manchmal kurz geschilderten Eindrücken, manchmal wird es lang und ausführlich. Wenn so vieles zusammenkommt und in der Erinnerung sich die Querverbindungen auftun; wenn das Wesentliche, warum das, was man schreiben möchte, überhaupt geschrieben werden kann (oder manchmal auch geschrieben werden muss) klar wird, weil die Wogen und Wellen des Alltags weiter und weiter weg sind: dann gesellt sich zum Schnurren und Atmen ein leises Klappern von Tasten, manchmal hört man ein Glucksen, manchmal ein Brummeln. Wenn dann alles geschrieben ist, dann ist Feierabend. Die Ernte ist in der Scheune. Ausatmen und Auslassen.
Suppen einwecken
Wenn bei uns eine Suppe gekocht wird, dann nimmt Hermann meistens einen der großen Töpfe. Gerade in den Wintermonaten mögen wir am Abend, oder nach einem Schitag, oder einer Schitour gerne eine wärmende Suppe. Damit unsere Gefrierschränke nicht gleich randvoll sind, sind wir dazu übergegangen, die Suppen einzuwecken. Es hat sich recht bewährt und in arbeitsintensiven Zeiten sind wir recht froh, wenn wir auf eine abwechslungsreiche Kost zurückgreifen können. Und unerwarteten Gästen haben wir so immer etwas anzubieten.
Nur in ganz seltenen Momenten
stellen sich Katzenbesitzer, nein das Wort gibt es eigentlich gar nicht, stellen sich Menschen, die bei Katzen im selben Wohnbereich leben dürfen die Frage, wer ist der Herr im Haus? Wenn etwas neu ist, noch besser, neu und teuer, am allerbesten einmalig, dann wird es von den wahren Herren des Hauses belegen, begutachtet oder getestet.
Lebensgeschichten
Bei uns auf dem Land gibt es sie noch, die Traditionen rund ums Sterben und rund ums Beerdigen. Wenn man zu einer Beerdigung oder zu einer Aufbahrung geht, bekommt man zur Erinnerung ein Sterbbildl mit.
In den letzten Wochen haben sich diese drei Bilder “angesammelt”. Sie stehen im weiß glasierten Keramikkunstwerk von Petra. Und, wie es bei uns so der Brauch ist, zünden wir allabendlich ein Kerzl für die Verstorbenen an. Damit sie einen guten Übergang haben.
Drei ganz besondere und vollkommen unterschiedliche Biografien begleiten uns zur Zeit. Mit allen hatten wir auf die verschiedenste Art und Weise zu tun. Und wenn ich mir dann zu späterer Stunde, wenn die Arbeit getan ist und der Feierabend zu Ende geht, eine Weile die Zeit nehme, um mir die Fotos anzuschauen, dann wird mir sehr bewußt wie einmalig ein Leben ist. Und mir wird jedesmal noch klarer, wie großartig alle ihr Leben gemeistert haben. Und jeder und jede hat uns etwas vom EIGENEN hinterlassen.

…, es schneibelet, es geaht a kuahler Wind
diese Zeilen eines Kinderreims, den mir meine Eltern immer wieder vorgesagt haben, sind mir bei dem heutigen Wetter in den Sinn gekommen. Wenn es so stürmt und schneit, ist der Kamin ein ganz feiner Ort zum FUIER SCHAUEN und wärmen. Für Tier und Mensch. Da werden die Plätze verlost, weil Katze und Hund und Angelika sich den wärmsten Ort aussuchen.
Stallgeflüster
Die zwei Leidensgenossinnen haben sich das feine Platzl geschwisterlich geteilt. Antonia ist soweit genesen, dass wir sie gestern wieder zu den anderen in den Stall gebracht haben. Ein frisches, rohes Ei wirkt manchmal Wunder. Immerhin hat es alles in sich, was ein Küken braucht, um sich nach 21 Tagen ins Leben zu schlüpfen.
Das haben wir durch einen Zufall entdeckt. Eines Tages ist uns ein Ei auf dem Weg aus dem Stall zu Boden gefallen. Alle Hennen haben sich wie wild draufgestürzt und getrunken und gepickt. Seitdem bekommen alle geschwächten Hühner ein frisches, rohes Ei zur Stärkung und zur Kräftigung.
Im Schupfele haben wir nach dem Umbau im Depot einen zweiten Tisch, eigentlich eine Bierbank hineingestellt und damit eine zweite Etage eingerichtet. Damit die Bruthennen sich ein wenig aus dem Weg gehen können. Hennen in der Brut verteidigen ihr Nest auch gegenüber anderen Hennen in der Brut. Ich kenne keine mutigeren Wesen als Bruthennen. Die nehmen es mit jedem und allem auf, wenn es darum geht ihr Nest zu verteidigen.
Stifter auf Schitour
Das Wehen der Luft, das Rieseln des Wassers, das Wachsen der Getreide, das Wogen des Meeres, das Grünen der Erde, das Glänzen des Himmels, das Schimmern der Gestirne halte ich für groß: das prächtig einherziehende Gewitter, den Blitz, welcher Häuser spaltet, den Sturm, der die Brandung treibt, den feuerspeienden Berg, das Erdbeben, welches Länder verschüttet, halte ich nicht für größer als obige Erscheinungen, ja ich halte sie für kleiner […]. Nur augenfälliger sind diese Erscheinungen und reißen den Blick des Unkundigen und Unaufmerksamen mehr an sich […]
(A. Stifter, Aus der Vorrede zu „Bunte Steine“, 1852)
Das kam mir in den Sinn, als ich, an einem herrlich sonnigen Tag, nicht eine der zahlreichen „großen“ Schitouren des Außerferns (die im Vergleich zu hochalpinen Touren auch schon wieder recht klein aussehen) sondern eine der kleinstmöglichen machte: in meinen früheren Jahren habe ich darüber nur gelächelt – das galt gar nicht. Aber das Älterwerden bringt Demut und zugleich eine Freude am Kleinen, die die kurzlebige frühere Freude am Großen bei weitem übertrifft: jeder einzelne Schritt auf diesem Weg war Genuss, sinnlichstes Erlebnis, war Erleben mit allen Sinnen.
Dass man auf solchen Touren recht allein ist im Vergleich zu den prominenteren ist ein zusätzlicher Vorteil: kein Lärm, kein Gedränge, kein Klappern, nur Sonne, Luft, Schnee und die Hunde. Was für eine Freude!
Spaghetti mit Sardellen – mit außerordentlichen Zutaten
Als ich das Originalrezept gelesen hab, dachte ich, naja, nur gute Sachen, kann nicht falsch sein. Aber die Wirkung der richtigen Kombination ist nicht erahnbar: auf der würzigen, animalischen (Danke – Andreas!) Basis, die aber nicht als Sardelle herausschmeckt, tanzen Knoblauch, Tomaten, Kapern und Oliven! Die Schärfe (so viel? hab ich mir gedacht) bringt das ganze zum Fliegen! Als Flugbegleiter unbedingt einen kräftigen Weißwein!
Beim Rezept muss man einerseits ein bisschen improvisieren – Tomaten braucht man jetzt nicht zu kaufen; die ahnungslos – nach Etikett und Herkunft gekauften – Sardellen erwiesen sich aber als Glücksgriff: zuerst geärgert – jedes einzelne Fischlein filetieren??? Das Ergebnis lohnt sich außerordentlich und bringt auch wieder Platz für die Ehrfurcht und Dankbarkeit, die jedem einzelnen gegenüber geboten ist: die sogar bei uns in Reutte erhältlichen Oroazzurro sind sensationell! Und die schwarzen Botija-Oliven sind ein Geschenk von den Wienern, etwas ganz besonderes: unfermentierte, ungesalzene, am Baum getrocknete Oliven. Wahnsinn! Dass sie nicht entkernt sind und ich daher ziemlich oft ehrfürchtig jeder einzelnen Olive gegenüber sein musste, war Meditation. Wie Kochen sein kann.
Rezept für zwei Personen – geht sich perfekt neben Nudelwasseraufstellen und Nudeln kochen aus (1 Espresso-Tasse Kochwasser aufbewahren und etwas vor dem Servieren unter die Sauce!):
4 Sardellen (siehe oben; filetiert und klein geschnitten); 3 Knoblauchzehen, gehackt oder gepresst, 1 Esslöffel(!) Chilipulver (vom Türken), eine Handvoll entkernte getrocknete schwarze Oliven, 1 1/2 Esslöffel Kapern, 1 Dose Tomaten (die vom Hofer sind wirklich OK), nur die ganzen Stücke aus der Dose, in dicke Scheiben geschnitten. Knoblauch, Chili und Sardellen in Olivenöl anschwitzen, Rest dazu und auf kleiner Flamme gerade kochen lassen. Bis die Nudeln fertig sind hat sich alles perfekt miteinander verbunden!
Das ist ein Tisch!!!
war der erste Satz von Eva als sie unser neues Prachtstück gesehen hat. Lange haben wir gewartet, bis unser zentraler Bereich im Wohnraum, dort wo Leib und Seele zusammengehalten wird, mit den entsprechenden Möbelstücken gewürdigt wurde.
Gestern war es endlich soweit. Was wir uns Anfang November als Weihnachtsgeschenk bestellt hatten, wurde gestern nach der versprochenen Wartezeit geliefert.
Ein Tisch, der aus uralten Stadlbrettern hergestellt wird. Jedes Teil eine Einzelanfertigung, erst nach der Bestellung wird mit der Herstellung begonnen. Länger und breiter als der alte Tisch ist er. Acht Personen können luftig rundherum sitzen. Bei den Stühlen haben wir uns für Lodenbezüge in hell- und dunkelgrau entschieden und als Ergänzung zum massiven Tisch mit recht viel Schwung im Holz.
Es ist ein Traumort geworden. Sehr gemütlich und sehr bequem. Man hat so das Gefühl als ob die Wärme, die diese alten Bretter über all die Jahrzehnte aufgesaugt haben, sich im Raum ausbreiten und dabei Geschichten erzählen. Jetzt ist es komplett, unser Haus und ganz unser Haus!
Einmal Hund und einmal Henne
so haben wir uns gestern beim Tierarzt angemeldet. Hermann und ich haben beim abendlichen Tagesrückblick unsere Beobachtungen ausgetauscht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Vega wieder Anzeichen von ihrem alten Leiden hat. Dies hat sich dann auch bei den Untersuchungen bestätigt. Nach einem klärenden Gespräch mit dem Tierarzt, das sich zu einem guten Teil mit der BERUHIGUNG meiner Sorge beschäftigt hat- da hat er sich über all die Jahre immer auch als guter Menschenbehandler gezeigt- haben wir dann die Entscheidung getroffen, sie von ihrem alten und ständigen Leiden zu befreien. Noch haben wir ein paar Tage Zeit, um sie ( und uns) gut auf den Eingriff vorzubereiten. Der Rest liegt nicht in unseren Händen. Ich hoffe sehr, dass wir in ihrem Sinne entschieden haben.

Gerstensuppe mit Speckschwarten
ist – neben der Brennsuppe – für uns beide DIE Tiroler Suppe. Gerste, eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit kann bis zu einer Seehöhe von 1500 m angebaut werden, ideal also für Tirol. Es gibt noch einen zweiten Grund, warum wir sie mögen: sie ist auch eine gute Resteverwertung: wir kochen sie nicht mit einem Gselchten (das gibt’s bei uns nach wie vor nicht), aber von unseren seltenen (aber genüsslich zelebrierten) Ausflügen in die Fleischverwendung (etwas Speck bereichert etwa Linsen ungemein: wenig reicht als Würze) bleiben Speckschwarten übrig, die wir sammeln. Über viele Monate – die werden nicht kaputt, wenn man sie luftig lagert. Und: wenn schon, dann wird alles gegessen oder verwertet, alles andere wäre hochmütige Verschwendung.
Also: eigentlich wird die Gerste nur mit Wurzelgemüse und den alten Speckschwarten gekocht. Keine Angst vor der Farbe – die können recht wüst aussehen. Macht nichts. Garantiert!
Das Rezept (ich koch meistens ein Vielfaches, heute die 6-fache Menge): 12 dag Rollgerste, etwa 15 dag Wurzelgemüse (heute: Petersilwurzeln, Sellerie, violette Karotten), 1,5 l Wasser. Speckschwarten in etwas Öl anschwitzen, Gemüse und Gerste kurz mitrösten. Dann wird alles ohne Salz ungefähr 2 Stunden gekocht, dann über Nacht stehen gelassen. Das wird eine sehr dicke Grundsuppe, die man herrlich einfrieren kann.
Zum Essen dann verdünnen und mit Salz und Pfeffer abschmecken; evtl. das Wurzelgemüse etwas aufschneiden, Petersilie dazu. Ich mag einen Schuss Essig, Angelika hasst das!
PS: Für unsere vegetarischen/veganen Mitleser: das ist der Stand der Dinge (wie schon früher erzählt) – wir leben vegetarisch – mit gezählten, einzelnen Ausnahmen. Und wenn, dann gscheite und bewusste. Wie die Teresa schon gsagt hat.
Antonia
ist vorgestern eigenartig langsam herumgewandert. Das hat mich aufmerksam gemacht. Dann beginnt meist eine Kopf-, Erfahrungs-, Bauchgefühl- und Instinktdiskussion. Bis dann alles abgewogen war, ist einiges an Zeit vergangen. Gut, erstmal für eine Nacht in die Wärme. Das wirkt manchmal Wunder. Außerdem sieht man dann sehr klar, ob mit der Verdauung alles in Ordnung ist. Bei Antonia war nichts mehr in Ordnung, obwohl sie sehr ruhig und gelassen gewirkt hat. Also ab zum Tierarzt. Ja, sie hat eine Legenot. Legenot behoben und behandelt.
“Ja, Wärme ist gut.” Das sagt er immer, wenn ich frage, ob ich sie noch DRINNEN lassen soll. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er weiß, was drinnen ist.
Egal, fürs erste war ich einmal heilfroh, dass wir diese lebensbedrohliche Situation abwenden konnten.
Gut hat sie sich gefangen. In der Früh war dann auch schon wieder ein wenig essen und trinken angesagt.
Und so spaziert zur Zeit nebst den Katzen und Hunden Antonia durchs Haus, pickt alle Brösel auf und freut sich sehr darüber, dass sie nicht im Stallele, sondern am Stallele schlafen darf.
Wenn der Heilungsprozess weiterhin so fortschreitet, darf sie bald wieder zu den anderen.
So stell ich mir Genesung vor, überall a paar Gutelen zum picken.

Emma und Vega verstehen nicht ganz, warum Antonia jetzt alle Brösel picken darf. Sie haben doch immer für einen sauberen Boden gesorgt.

So entstehen viele unserer Bilder
wenn es darum geht, den Moment festzuhalten, die richtige Perspektive zu finden und das dann auch noch mit natürlichem Licht – dann ist eine ruhige Hand oder eine ruhige Unterlage gefragt!
Angelika liebt ihre Nikon D40, mit einem Zoom, das recht zickig sein kann. Aber die beiden gewöhnen sich aneinander!

