Gaudete

heißt der dritte Sonntag im Advent. Freut euch im Herrn zu jeder Zeit…. so beginnt die Tageslesung.
Früher hat man aus diesem Grund am Adventkranz eine Kerze in einer anderen Farbe genommen. Der Gaudetesonntag, der Tag der Freude. Im Sinnieren über diesen Tag, den wir heuer schon von Anbeginn an als einen ganz besonderen erwartet haben, ist mir aufgefallen, dass dieses lateinische Wort auch im Dialekt verwendet wird. Eine Gaudi machen, eine Gaude haben…Gaudete- freut euch!

Ich freue mich über jeden Abdruck, den unser Brotstempel in Hermanns herrlichen Brotlaiben hinterlässt. Das bedeutet ganz oft, dass viele Menschen ins Haus kommen.

Über die Nachricht, die mich an diesem Tag erreicht hat.

Über den überraschenden und unerwarteten Besuch.

Über “Das ist für Dich” beim Paktl überreichen.

Über die herrliche Ruhe, die die drei Kerzen über unseren Feierabend legen.

Rotz und Wasser

Nein, das kannst du jetzt nicht schreiben!

Doch, ich kann das schreiben.

Es ist Teil unseres Lebens.

Nicht nur Teil unseres Lebens, sondern ein gewichtiger Teil des Lebens.

Es gibt sie, diese Tage, da rinnt mir ein Teil meiner Seele über die Wangen.

Weich, salzig und wohltuend sind diese Tränen.

Das Erleiden und das Erdulden will raus.

Endlich raus aus der Unerträglichkeit und der Unverdaulichkeit.

All das Mitgehen, das Mitleiden, das Abschied nehmen kann raus.

Und Worte und Trost fallen mir zu:

“Gott zählt die Tränen, derer, die weinen” (Albanische Redewendung, die ich von Adela gelernt habe)

” Das sage ich immer, sie ( die Tiere, mit denen wir leben) sind Familienmitglieder.” ( Meine Schwester Gabi)

Mein Gott, von so vielen Lebewesen habe ich schon Abschied genommen.

Und im Rotz und Wasser blearen schaut dann der Trost vorbei.

Schau, eure Hochzeitsblumen blühen auch im Winter für euch.

Schau, all die Besuche.

Schau, da ist ein Frühstück für dich.

Ja, da rinnt dann meist noch mehr Rotz und Wasser.
Der Advent ist oft die Zeit, die mir die Ruhe schenkt, es rinnen zu lassen.

Und manchmal wünsche ich mir für die HEILIGE NACHT, dass sie alle noch einmal da sind. Für eine Nacht lang.

Für die geweihte und heilige Nacht.

EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE UND FRIEDE DEN MENSCHEN AUF ERDEN, DIE GUTEN WILLENS SIND.

Wenn wir schon

gerade nicht nach Orvieto kommen, kommt eben Orvieto zu uns. Dottore Nico hat uns besucht. Endlich! Und vor lauter Ratschen habe ich aufs Fotografieren vergessen. Aber es ist eh höchste Zeit, auch einmal ein paar Fotos mit leeren Tellern zu zeigen. Die Menüabfolge schreibt dann der Chef des Hauses.

Von der Neugier und von der Freude

Ja, genau.

Es ist ihr anzusehen, wie sehr sie sich an ihren Tanzkünsten erfreut.

Sogar beim Spaziergang werden noch Drehungen eingeübt.

Und ja, wir haben den Film ( Verstehen sie die Beliers?) gesehen.

Der Grund dafür war Evas Neugier, die Gebärdensprache zu erlernen. Sie kann da schon einiges…

Nein, ich erzähle nicht weiter, was wir am Tisch und beim Spazieren miteinander “sprechen”.

Wenn die Seele zur Ruhe kommt

Alt und weise hat sie sich angefühlt, meine Seele.

Beim Dezemberspaziergang in einer Krippenlandschaft.

Stahlblauer Himmel und strahlender Sonnenschein.

Gelächelt hat sie, meine Seele.

So viele Lebensgeschichten waren da beim Gehen und Schauen vereint.

Wissend und erfahren gegluckst hat sie, meine Seele.

So viele Erinnerungen waren auf einmal da.

Als ob auf einmal alle, die dabei waren, da wären.

Gut aufgehoben hat sie sich gefühlt, meine Seele.

Gut geborgen sind sie, alle die Geschichten.

Geschichten des Lebens und Geschichten vom Leben.

GANZ RUHIG UND ANDÄCHTIG WAR SIE, MEINE SEELE.

Voll von Staunen und voller Neugier war sie, meine Seele.

Über all das Vergangene und über all das Kommende.

Getröstet in der Welt sein

Angelehnt an den ersten Satz in meinem Adventkalender, dass es immer auch anders geht, werden mich die Impulse der ersten Woche auch noch in der zweiten Woche begleiten.
Sie sind voll von großen Gedanken und Themen, dass sie mir mehr wert sind, als eine Beachtung für einen Tag. Also habe ich alle Zettel wieder in die nächsten Säckchen gesteckt. Eine der Botschaften lautet, dass uns Gott immer getröstet hinterlässt. In einer meiner Ausbildungen haben wir gelernt,” die Geister zu unterscheiden”. Den guten Geist und den Ungeist.
Das entscheidende Kriterium dabei ist die Frage: Hinterlässt mich der Gedanke, die Entscheidung, mein Handeln getröstet? Um das herauszufinden, braucht es die Stille und das Schweigen. Aber dann ist die Antwort sehr KLAR.
Auf dem nächsten Zettel war die Anregung zu lesen: JA, zu “meinem in der Welt Sein”. Kann ich die Welt, wie ich sie vorfinde, BEJAHEN?
Stöhn, schnauf, wie denn, omei, omei, omei,…
Dann lese ich, dass es im angelsächsischen Sprachraum den GIVING TUESDAY gibt. Was für eine schöne Idee….
Und dann noch solche Fotos…
Ich glaube nicht, dass jemand Hühner halten muss, um zu erkennen, was dieses Bild ausdrückt.
Ich bin zutiefst dankbar für alle Momente, in denen ich GETRÖSTET DIESE WELT BEJAHEN KANN. Da passt doch jetzt ein HALLELUJA!!!!!!!!

Waldbier 2015

Begnadete Bierbrauer wissen, was Österreich zu bieten hat.Das sind sie ersten Sätze, die mir zu diesem Geschenk einfallen. Für heuer haben sie sich das Fichtenharz als Geschmackslieferanten ausgesucht. Nach Zirbe, Lärche und Schwarzkiefer, die allesamt bei jedem Schluck den Geschmack und den Geruch eines herrlichen Waldspaziergangs vermitteln, hat uns das Christkindl das 2015er vorbeigebracht. Nur für ganz spezielle Augenblicke!!

es weihnachtet

an allen Ecken und Enden.

Die Barbarazweige hat Herman von seiner Runde am Bichl mitgenommen. Es ist immer wieder ein schönes Zeichen der Vorfreude und des Wartens. Und die griechische Weihnachtsbäckerei brauche ich heuer allein schon aus Gründen der Solidarität für meine Helden in diesem Europa.

Besuch von oben

Gestern haben wir Besuch von oben bekommen. Fast. Ein paar Meter neben unserem Haus sind sie gelandet. Laut Profi heißt das, dass da jetzt ein offizieller Landeplatz ist. Da haben wir ja dann allerhand zum Schauen.

Mit einer Seelenruhe

Ich habe den Klang dieses Satzes noch im Ohr.
Mit diesem Unterton.
Selten mit Bewunderung.
Mit einem Ansatz von Vorwurf.
Hat keinen Platz in der leistungsdefinierten Welt.

Maxi war gestern mein Begleiter und hat mich an die wertvolle Qualität dieser Worte erinnert. In aller Seelenruhe sich den Erinnerungen schöner Stunden und erfrischender Begegnungen hingeben.

Risotto mit salcicce


Den Risotto-Reis haben wir in drei 5-Kilo-Säcken aus Mailand heimgebracht – für ein Risotto für zwei braucht’s knapp 20 dag, das sind dann also 75 Essen …
Also: das verlässliche Kochbuch mit demselben Namen (nein: nicht „75 Essen“) hat mich auf die Idee gebracht, die herrlichen Würste die wir aus Imst (Hirsch) und der Toskana (Rotwild, scharf!) zu verkochen. Gebraucht werden ein Paar – aber das rentiert sich!
Das Rezept: 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe in 2 EL Olivenöl anschwitzen, die enthäuteten kleingeschnittenen Würste dazu, dann den Reis dazu (er muss knacken!). Mit einem Glas guten Rotweins aufgießen und dann wie jedes Risotto schöpflöffelweise mit Suppe (insgesamt etwas 3/4 l – ich hab Gemüsebrühe verwendet, eine Dose Tomaten dazu) immer wieder aufgießen und rühren, rühren, rühren. Am Ende eine gewürfelte Tomate, reingeschnittene Petersilie dazu und wie üblich mit Parmesan (2 EL) , Salz und Pfeffer abschmecken und am Ende mit geeister Butter legieren. Bei geschlossenem Deckel 5 Minuten ziehen lassen. Mit grünem Salat servieren.

Advent am Bichl

Bei sich selber zu Hause sein
innere Räume durchschreiten
um zum Ort der Ruhe zu gelangen
wo ich sein darf

(Pierre Stutz, Bei sich selber zu Hause sein. Weihnachtliche Wege nach innen)

Ausschnitte aus diesem Büchlein begleiten mich bzw. in diesem Fall auch Emma und Vega (und ein Reh) auf einem kurzen Adventsspaziergang.

Die Lienzrose

Zur Hochzeit haben wir einige Stöcke der sogenannten Lienzrose geschenkt bekommen. Nicht nur wegen ihrer Schönheit, auch deswegen, weil sie den Bezug zum Geburtsort von Hermann herstellt.
Sie dient mir heuer als Zeuge der ersten Botschaft, die in meinem Adventkalender zu finden ist:

ES GEHT IMMER AUCH ANDERS….
UND JEDER MENSCH IST MEHR ALS… er und alle anderen, die ihn kennen, von sich und ihm wissen. Jeder Mensch ist mehr als seine Ängste und Zweifel….
Und als persönliches Schmankerl, KEIN MENSCH BRAUCHT SICH VON SICH ALLES GEFALLEN LASSEN.

All dies Gedanken stammen aus einer Idee und aus der Feder von Viktor Emil Frankl, ein herausragender Mensch mit zutiefst menschlichen Gedanken. Kein Wunder, bei seiner Biografie.

Unerhört!!??
Ja, unerhört, im Sinne von AUßERGEWÖHNLICH.

Dieser Grundgedanke, dass es immer auch anders geht, begleitet mich schon seit vielen Jahren und ist Teil meiner Grundfeste.
Es ist eine Wonne, wenn ich bemerke, dass das plötzlich( warum auch immer) recht oder gar ganz leicht geht.
Alltagssituationen, die von alten Mustern und Glaubenssätzen besetzt sind, entdecken und erleben plötzlich Neuland. Und es wird leicht und spielerisch.

Die Lienzrose erinnert mich daran.
Sie blüht im Dezember!!
Wieso soll sie nur von Mai bis Oktober, wie es in den Beschreibungen zu lesen ist, blühen? Sie blüht jetzt.
Sie mag blühen, ich habe den Eindruck, sie will einfach blühen. Es blüht so aus ihr heraus.
Und sie lässt es zu!

20 Zentimeter Schnee haben sie heuer schon zu Boden gedrückt, Minusgrade waren eine ihrer Lebensbedingungen. TROTZDEM blüht sie noch immer.
Die Lienzrose trotzt mit ihren Blüten der Last und der Kälte. Sie vermittelt mir den Eindruck, dass sie sogar Freude daran hat.

Es geht immer auch anders.

Der November

hat sich allerhand einfallen lassen, um sich für dieses Jahr zu verabschieden. Alle Farben hat er vorbei geschickt, um einen schönen Abend und eine gute Nacht zu wünschen.

Unerhört und gesegnet

Ich brauche es nicht noch einmal zu erwähnen, der Advent ist meine fundamentale und existenzielle unter all den HEILIGEN Zeiten. Die Wochen vorher sind davon geprägt, welche Themen stehen an, um näher betrachtet zu werden. Wie immer führen die Empfindungen und der Zufall dabei die Regie. Heuer waren es zwei Bücher, die ich von Hermann bekommen habe. Eines beschäftigt sich mit der Seelenruhe, das andere ist von meinem Helden: Mister Varoufakis. Ein Weihnachtstext aus früheren Jahren hat mir dann das Wort UNERHÖRT vorbeigebracht. In alten Weihnachtsbüchern und Kalendern habe ich dann noch gestöbert und bin dabei auf die Widmung von Pierre Stutz gestossen. Gesegnet sei unser Weg, jeden Tag neu. Das passte perfekt zu den Überlegungen aus dem Buch Seelenruhe. Und so liegen die Gedanken und die Themen jetzt vor mir. Wie im letzten Jahr bin ich schon sehr gespannt auf die Auswirkungen der unerhörten Menschwerdung Gottes!