Archiv des Jahres: 2015

(Winter-) Suppentrilogie: Knoblauchsuppe, Kartoffelsuppe, Graukäsesuppe

Das Rezept für diese Suppe hab ich ja schon gebloggt – nämlich hier. Gestern hatte ich wieder einiges an Suppe übrig (klare Gemüsebrühe vom Frittatensuppe-Essen). Also: daraus wird eine Knoblauchsuppe, weil’s Wochenende ist mit unserem ganz Guten (roter aus Proceno).

Jetzt war das schon Resteverwertung, aber das geht noch viel weiter – ich mach das öfter so: zuerst die Knoblauchsuppe (in großer Menge – etwa 4l haben in meinem Lieblingstopf Platz), die eh beim zweiten Wärmen am nächsten Tag erst richtig gut schmeckt. Dann (wir sind zwei! aber abends eine Suppe ist immer noch am feinsten!) den Rest zwei Tage später mit reichlich Kartoffelscheiben aufkochen (egal ob roh oder gekocht), ergibt eine Kartoffelsuppe, die wirklich herrlich ist. Ein Teil der Scheiben verkocht und macht die Suppe sämig, ein paar Stücke bleiben.

Der letzte Rest dann – oft nur mehr 1l Suppe ganz einfach mit einigen Stücken Graukäse zur Graukäsesuppe machen, die alles hat! Schmeckt besser als eine “neu” gemachte bzw. kann fein erneuert werden: mit geeister Butter vor dem Servieren binden und dann….

ist nix mehr übrig!

 

Seelsorger und Tröster

sind sie.
Die Tiere, die mit uns leben.
Jedes Einzelne.
Alle.
Konstante des Alltags.
Einfach da.
Ohne Bedingung.
Lebensfreude und Herzenswärme.
Gleichen Gräuel der Menschen aus.
Entlocken die Lächeln.
Hüter der Träume.
Leibliche Vertreter von Glaube, Hoffnung und Liebe.

Du muasch amol nåch England

Wie oft hat meine Freundin Gabi (schön, dass es dich in unserem Leben gibt) diesen Satz zu mir gesagt. Aber es hat mich nie so richtig gerufen und da waren auch immer einige andere Ideen und Pläne.

Aber jetzt höre ich schön langsam den Ruf der Insel und ich glaube, dass ich jetzt auch mehr darüber weiß, was ich mir den anschauen möchte. Der Grund dafür liegt im weltweiten Netz. Dort bin ich auf eine Organisation namens British hen welfare trust gestoßen. Bereits bei der ersten Durchsicht ihrer homepage habe ich sie auf facebook gelikt. So schräge Sätze sind Folge der modernen Technik. Auf guat deitsch: Bei der Durchsicht der Übersicht ihrer Tätigkeiten, der Artikel und Fotos habe ich ihnen im Gesichterbuch die Botschaft geschickt, dass mir gefällt, was sie tun. Es geht um HENNEN, Garten, Essen!!!

Also MEINS. Ganz meins.

Beim weiteren Stöbern habe ich dann eine Künstlerin entdeckt, die endlich das gestaltet, was ich in Tirol so vermisse. Hennen als Motiv.

Gestern ist es dann angekommen.

Das Paket. Mit ROYAL MAIL Pickerl und royaler Briefmarke.

Karten, Geschirrtücher, Geschenkpapier und Tassen mit liebevollst gestalteten Hennenmotiven.
Jetzt wird er langsam lauter- der Ruf der Insel. Wir werden sehen, wann und wie und mit wem?????
Und wie so oft im Leben gibt es jetzt auch in Reutte eine Frau, die Hennen näht. Siehe Fotos

Dinnerclub im Integrationshaus

Der Dinnerclub ist mit seinen 12 Jahren und seinen 800 Veranstaltungen schon längst eine Institution. Für mich untrennbar mit den Namen Maria und Jusuf Windischer verbunden. Jedesmal wenn ich den Programmfalter erhalten habe, war mir danach, jede dieser Veranstaltungen zu besuchen.

Aber zwischen Mühl und Innsbruck liegen nun einmal 100km.

Am Mittwoch haben wir uns allerdings verlocken lassen. Zum einen von einem alten Bekannten, Yeti Christian Beirer und von einer Neuentdeckung Markus Koschuh.

Auf den radelnden Karikaturisten Yeti, der mir über viele Jahre seine Kalender vorbeigebracht hat mussten wir allerdings verzichten. Er hatte den 80. Geburtstag seiner Mutter vergessen!!????
Mehr als würdiger Ersatz für den Chefkoch erwies sich Markus Koschuh. Keineswegs kümmerlich. Eher in der Liga seines Wortwitzes und seiner Sprachgewandtheit, die wir bei seinen Kabarettauftritten kennengelernt haben und in seinen Texten immer wieder gerne nachlesen.

Gemüsesuppe, Rohnenkisch und SCHEITERHAUFEN waren die nächtliche Hin- und Rückfahrt über den Fernpass allemal wert. Wer Lust auf andere Mentalitäten, Menschen, Kulturen und Küche hat, der ist im Dinnerclub gut aufgehoben. Alle Veranstaltungen sind einem besonderen, meist sozialem Zweck gewidmet.

Und wer die Möglichkeit hat Markus Koschuh auf der Bühne zu sehen, HINGEHEN!!!!!

Frittaten und: Teflon oder Edelstahl?

Wie oft hab ich schon Frittaten gemacht? Ja – Fortsetzung der Erdäpfelgulasch-Serie: immer wieder neu probieren und – manchmal – scheitern oder halt auch erfolgreich sein.

Heute: das Rezept von der Klassikerin Drewes-Kostenzer. Da ist das folgende Rezept drin:

1/8 l Milch, 1 Ei, 8 dag Mehl: Mehl mit Teil von der Milch verrühren, Eier dazu, restliche Milch dazu.

Nun: da ich sehr gerne auf Vorrat arbeite, hab ich natürlich gleich die 6-fache Menge angemacht:  3/4 l Milch, etwa 1/2 kg Mehl, 10 Eier (weil: von unseren Zwergis). Ergebnis: die Frittaten sind (gefühlt) 1 cm dick: nahrhaft, aber von knusprig weit entfernt.

Also: Milch/später Wasser dazu. Einen viertel Liter Wasser später endlich die richtige “Flüssigkeit” und auf geht’s: eines nach dem anderen (Omelette) wird fertig, gestapelt und zum Abkühlen hergerichtet. Gefühlte 1000 Omeletten später (real: 2 Stunden – ratschen, diskutieren, gustieren, …) ist der Teig verkocht. Am Ende sind alle hauchdünn, knusprig und mit der (aufgetauten) Spinatfülle zu einem herrlichen Abendessen zubereitet.

Ach ja: vor kurzem las ich den Satz “Teflon-Pfannen sind was für Weicheier”. Tja. Ich habe nur eine (WMF-)Stahlpfanne mit dickem Boden, bei der schon manches angesessen ist. Hmmm. Zuerst entkalken (mit einfachem Essig) und dann ein bisschen scheuern. Tatsächlich: Omeletten in dieser Pfanne sind einfach ein Kinderspiel (Butter braucht’s schon jedesmal erdnussgroß), gerade, wenn man mehr zubereitet: der dicke Boden hält die Temperatur und es ist ein leichtes mit dem richtigen Schwung die Teile umzudrehen (ohne Hausfreund). Also: nimm die Herausforderung an und lass Dich nicht auf Glatteis=Teflon ein!

Unaushaltbar

Diese Ecke in unserem Hausbuch ist nicht an prominenter Stelle wie etwa unser Blog. Man muss danach suchen, um das Spirituelle und die Gedanken zu finden. Außer denjenigen, die via der jeweiligen Möglichkeiten ( z.B.: Twitter) davon informiert werden.
Das war eine bewusste Entscheidung, weil an diesem Ort – auch oder gerade – Unangenehmes, Unrechtes und Unverstandenes zu lesen ist.
Ich kann mich noch sehr gut an meinen Lehrgang zur Geistlichen Begleitung erinnern. Dort tauchte irgendwann die Frage auf: WAS TUN SIE MIT DEM, WAS SIE NICHT AUSHALTEN?
Die Antwort war recht schnell und recht klar spürbar, da ich mir das über all die Jahre eingeübt hatte. ICH LEGE ES VOR GOTT HIN.
Immer dann, wenn mir mein Menschsein keine Möglichkeiten mehr angeboten hat, irgendetwas an Situationen zu ändern, wenn es darum geht, anzunehmen oder zu zweifeln oder zu verzweifeln, habe ich das Thema ÜBERGEBEN.

Im diesem Zusammenhang geistert mir seit einiger Zeit die Organisation Amnesty International und deren Tätigkeiten im Kopf herum.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich die erste Ausgabe ihrer Zeitschrift in meinen Händen hielt. Damals waren in der Mitte noch die vorgedruckten Briefe und Postkarten, die man an die jeweiligen Staatsoberhäupter mit der Bitte um Einhaltung der Menschenrechte, geschickt hat. Ich kann mich noch an das lila und blaugrau der Briefmarken erinnern, die ich von meinem Taschengeld gekauft habe. Ich weiß das deswegen noch so genau, weil das Porto SEHR TEUER war (nur Ausland, nur Luftpost). Also entweder meine heißgeliebten Manner-Stollwerk oder Einsatz für Würde und Recht. Nicht nur einmal habe ich es als Frechheit von Seiten der Post empfunden derartige Aktionen( zumindest für Jugendliche) nicht günstiger zu machen.
Heute lebe ich diesbezüglich in einer anderen Zeit. Via Email kann man Petitionen unterschreiben und kostenlos gleich an mehrere Adressaten schicken.
Die Themen um die es geht sind immer noch nicht zum Aushalten für mich. Nur zwei Namen an dieser Stelle: RAIF BADAWI, jener dreifache Vater, Ehemann und blogger, der vor zwei Wochen seine ersten 50 von 1000!!!!!!!!!!!!! Peitschenhieben erhalten hat. Oder BOKO HARAM, die Mädchen im Alter von 10 Jahren zu lebenden Bomben machen.
Nein, ich befinde mich nicht mehr im 30jährigen Krieg, der für seine Gräueltaten bekannt ist. Ich lebe 400 Jahre später!!!!!!!!! Die Gräuel unterscheiden sich nicht.
Ich bin zutiefst dankbar, dass es Organisationen wie Amnesty gibt. Sie sind mir manchmal Licht in der Dunkelheit.

Und ich bin zutiefst dankbar, dass mir das BETEN gelernt und eingeübt wurde.

Fehler machen

“WENN ICH MEIN LEBEN NOCH EINMAL LEBEN KÖNNTE, WÜRDE ICH DIE GLEICHEN FEHLER MACHEN. ABER EIN WENIG FRÜHER.
DAMIT ICH MEHR DAVON HABE.”
Marlene Dietrich (1901-1992)

Vieles hat sich geändert

Wir versuchen es.

Wir versuchen, dass wir wissen, woher unsere Lebensmittel kommen. Ein ganz großer Teil wird von uns angebaut, selber hergestellt oder wir bekommen sie geschenkt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten. Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, zum Beispiel Brot zu kaufen. Manchmal komme ich in die Situation,Gekauftes essen zu “müssen”. Es schmeckt NICHT mehr. Es pappt. Es kommt jetzt keine Abhandlung über die Kulturgeschichte des Brotes und dessen Bedeutung für den Menschen. Nein, ich möchte wieder einmal meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen, dass es in unserem Haushalt seit Jahren selbstgebackenes Brot gibt. Manchmal glaube ich ja im Depot fällt ein Regal zusammen, bis ich realisiere, Hermann schlägt wieder einmal den Teig zusammen, um diesen noch einmal gehen zu lassen.

Und dann der Duft im Haus und erst der Geschmack.

In derselben Liga sind die Goggelen. Inzwischen legen sie an manchen Tagen Berge. Mei und sie sind so gut!!!!

Unbezahlbar ist es, solche Möglichkeiten zu haben.

Wenn sich die Nebel lichten

Für den heutigen Sonntag war für das Wetter angekündigt, dass ab Mittag schönes Wetter sei, die Nebel sollten von der Sonne aufgelöst werden. Nach der verlängerten Arbeitswoche und der bissl Neuschneeauflage war die Lust, wieder einmal im Schnee ins Gelände zu stapfen groß. In unserem Talkessel gibt es zum Glück Touren, die für viele „zu klein“ sind und gleichzeitig aber auch zu mühselig (zumindest zum Abfahren), sodass wir an diesem (immer wieder-)Sonnenhang tatsächlich allein waren – wir und unsere zwei schneeliebenden Hunde: während Emma durch den Schnee saust, als ob der gar nicht da wäre, hat Vega gelernt, die Hürden des Neuschnees zu meistern: ihre „Stollen“ an den Beinen werden von uns immer wieder entfernt, beim Runterlaufen läuft sie in der Spur, während wir ein paar Abkürzungen nehmen. Das Zwölfeläuten begleitete uns beim Aufstieg und das heiße Erdäpfelgulasch in der Thermos-Kanne war dann herrliches Mittagessen, dazu schmeckte das Bier natürlich nicht schlecht.

Die Ausblicke beim Aufstieg und auch beim Sitzen von oben, wo wir nach kurzer Zeit mit Sonne belohnt wurden, waren außerordentlich fein, die Luft so frisch, dass man nicht genug davon einatmen konnte. Das Abfahren war dann fast anstrengender als der Aufstieg und voll vom prallen Leben kehrten wir erschöpft und zufrieden heim.

Frühlingsgefühle

waren heute in der Klockerei zu sehen und zu spüren.

Rechtschaffen müde sind wir heute am Nachmittag wieder daheim gewesen. Darüber berichtet Hermann. Er hat die schöneren Bilder gemacht. Bei einer Tasse Kaffee und Süßem unserer Schar bei GSCHAFTELN zuschauen und den Blüten beim Öffnen ihrer Blätter erinnert an den Frühling. Mei, fein.

Erdäpfelgulasch vegetarisch

P1040672 - Arbeitskopie 2

Dafür noch ein Rezept? Schon hundertmal gekocht oder gegessen, naja damals meist mit Frankfurter Würstchen. Selten danach gesehnt aber immer wieder ganz in Ordnung.
Gestern auf der Suche nach einer Idee für eine Kartoffelsuppe bin ich auf eine „ungarische“ gestoßen und hab in etwa danach gekocht. Wie immer hat man nicht alles und meint auch manchmal „da braucht’s noch mehr“ beim Abschmecken, sodass doch eine neue Variante herausgekommen ist: die aber schmeckt(e) so gut, dass ich sie hier aufschreiben will – für mich und alle anderen, die es herzhaft mögen.
Insbesondere: keine Wurst – die wär viel zu viel. Also-

Erdäpfelgulasch vegetarisch: 5 gehackte Zwiebeln in gscheit Olivenöl (mit etwas Butter falls vegan nicht sein muss) goldbraun dünsten, 1 großen roten Paprika gewürfelt mitdünsten, die Hitze weg und mit reichlich (2EL gehäuft) Paprikapulver süß und scharf anschwitzen und mit 1/4 l Gemüsesuppe aufgießen. 1 Dose geschälte Tomaten dazu, 1 EL Kümmel (normaler und Kreuz gemischt; frisch gequetscht), 2EL Tomatenmark (scharf), Oregano und 5 Zehen gehackten Knoblauch dazu, reichlich Salz – die Kartoffeln brauchen’s später). Dann 1 1/2 kg Kartoffeln gewürfelt dazu, mit mindestens einem Liter Wasser aufgießen und köcheln lassen. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Chili abschmecken.

Angeblich wird das ja im Original mit Nudeln gegessen, werden wir ausprobieren.

PS: Gewürze kaufe ich fast ausschließlich ganz und quetsche sie bei Bedarf frisch: die Mörserei hat mich immer schon genervt und seit wir eine (sensationelle) Flockenquetsche haben wird die auch dafür verwendet: Koriander oder Kümmel etwa: Walzen eng stellen und einmal durch – das Aroma das da schon aufsteigt sagt alles!
Lange gesucht, kurz geschluckt (wegen des Preises) und dann die Eschenfelder gekauft und nie bereut – nur gefreut!

PPS:  Im Original heißt’s festkochende Kartoffeln: die isst der Tiroler nicht, bekommt man daher noch nicht einmal im Supermarkt zu kaufen. Die Bäurin vom Bio-Glatzlhof in Haiming, wo wir unsere kaufen, habe ich darauf angesprochen, sie hat glänzende Augen bekommen: ja, sie würde auch so gerne “speckige” Kartoffeln kochen, man denke nur an einen Kartoffelsalat oder an Petersilkartoffeln. Sie hat’s auch probiert und sie einmal gepflanzt – aber keiner wollte sie kaufen. So leben wir also damit, dass all unsere Gerichte eine sämige Sauce haben, weil die mehlige Kartoffel ihrem Namen alle Ehre macht. Schaut bei Petersilkartoffeln ziemlich eigenartig aus… Hier macht’s gar nix: ist halt dann eine dickere Gschicht.

Über den Denunzianten

Wer öfter in unserem Blog liest, weiß, dass gerade ich Tante Google häufig befrage und die Ergebnisse auch gerne verlinke. Hier ein Treffer, der wegen seiner Sprachgewalt beeindruckend, wegen der Schilderung persönlicher Gefühle berührend und wegen seiner offensichtlichen  Aktualität bestürzend ist. Wer’s diskutieren mag, soll hier lesen…

Heinrich Heine – Über den Denunzianten

[…] dadurch geriet ich auf die unglückliche Idee mich mit Ideen zu beschäftigen, und ich dachte nach über die innere Bedeutung der Erscheinungen, über die letzten Gründe der Dinge, über die Bestimmung des Menschengeschlechts, über die Mittel wie man die Leute besser und glücklicher machen kann usw. [Zum verhängten Schreibverbot meinten manche ]„daß hier ein Eingriff in Eigentumsrechte stattfände, […], daß ich protestieren, künftigen Schadenersatz verlangen, kurz Spektakel machen müsse.“ Zu dergleichen fühlte ich mich aber keineswegs aufgelegt, ich hege die größte Abneigung gegen alle deklamatorische Rechthaberei, und ich kannte zu gut den Grund der Dinge, um durch die Dinge selbst aufgebracht zu sein.[…]; ich wußte, daß es der schnödesten Angeberei gelungen war, einige Mitglieder der erlauchten Versammlung, handlende Staatsmänner, die sich mit der Lektüre meiner neueren Schriften gewiß wenig beschäftigen konnten, über den Inhalt derselben irrezuleiten und ihnen glauben zu machen, ich sei das Haupt einer Schule, welche sich zum Sturze aller bürgerlichen und Moralischen Institutionen verschworen habe […]
Dieselbe Rücksicht verhindert mich, mit klaren Worten das Gespinste von Verleumdungen zu beleuchten, womit es [einer] unerhörten Angeberei gelungen ist, meine Meinungen […] zu denunzieren und das erwähnte Interdikt gegen mich zu veranlassen. […]
Sonderbar! Und immer ist es die Religion, und immer die Moral, und immer der Patriotismus, womit alle schlechten Subjekte ihre Angriffe beschönigen! Sie greifen uns an, nicht aus schäbigen Privatinteressen, nicht aus […]neid, nicht aus angebornem Knechtsinn, sondern um den lieben Gott, um die guten Sitten und das Vaterland zu retten. [Der Denunziant] gelangt plötzlich zur Erkenntnis, daß das Christentum rettungslos verloren sei, wenn er nicht schleunigst das Schwert ergreift und [jemandem] von hinten ins Herz stößt. Um das Christentum selber zu retten, muß er freilich ein bißchen unchristlich handeln; doch die Engel im Himmel und die Frommen auf der Erde werden ihm die kleinen Verleumdungen und sonstigen Hausmittelchen, die der Zweck heiligt, gern zugute halten.
Wenn einst das Christentum wirklich zugrunde ginge (vor welchem Unglück uns die ewigen Götter bewahren wollen!), so würden es wahrlich nicht seine Gegner sein, denen man die Schuld davon zuschreiben müßte. Auf jeden Fall hat sich unser Herr und Heiland, Jesus Christus, nicht [bei Denunzianten] zu bedanken, wenn seine Kirche auf ihrem Felsen stehen bleibt! Und ist [der Denunziant] wirklich ein guter Christ, ein besserer Christ […]? Glaubt er alles was in der Bibel steht? Hat er immer die Lehren des Bergpredigers strenge befolgt? Hat er immer seinen Feinden verziehen, nämlich allen denen, die […] eine glänzendere Rolle spielten, als er? […] War er jemals ehrlich, war sein Wort immer Ja oder Nein? wahrlich nein, nächst einer geladenen Pistole hat [der Denunziant] nie etwas mehr gescheut als die Ehrlichkeit der Rede, er war immer ein zweideutiger Duckmäuser, halb Hase halb Wetterfahne, grob und windig zu gleicher Zeit, wie ein Polizeidiener. Hätte er in jenen ersten Jahrhunderten gelebt, wo ein Christ mit seinem Blute Zeugnis geben mußte für die Wahrheit des Evangeliums, da wäre er wahrlich nicht als Verteidiger desselben aufgetreten, sondern vielmehr als der Ankläger derer, die sich zum Christentume bekannten, und die man damals des Atheismus und der Immoralität beschuldigte. […]
Ja, nächst der Religion ist es die Moral, für deren Untergang [der Denunziant] zittert. Ist er vielleicht wirklich so tugendhaft, der unerbittliche Sittenwart […]? […]
Auch gegen die Beschuldigung des Atheismus und der Immoralität möchte ich, nicht mich, sondern meine Schriften verteidigen. […] Man tut mir aber Unrecht. Ich würde nie mit der Lüge für die Wahrheit kämpfen.

Was ist Wahrheit? Holt mir das Waschbecken, würde Pontius Pilatus sagen.
[…]

Geschrieben zu Paris, den 24. Januar 1837

Heinrich Heine.

Viel zu selten

schreibe ich über unsere Stubentiger, die uns durch den Tag begleiten. Dabei sind sie die Ruhepole unseres Heims. Fünf der sechs Sessel um unseren Tisch sind meistens besetzt, drei von den Katern und wenn wir Glück haben, bleiben zwei für uns.
Wenn Bagheera von seinen ausgedehnten Ausflügen in die Frauenwelt wieder heim kommt, ist er meist derart erschöpft, dass er es nicht einmal mehr bis zum Fress- oder Schlafplatz schafft. Vega glaubt, er will Verschteckerligs spielen und kläfft ihn jedesmal freudig an, wenn sie ihn gefunden hat.

Meinem treuesten Begleiter Cipollino, der seit 9.9.1999 bei mir lebt, mag ich einfach Danke sagen. Wau, was für ein Kater, was für eine Geschichte, was für ein Leben. Danke, Zwiebele!!!!

Nimm uns etwas Gutes mit

habe ich Hermann heute nachgerufen, als er sich auf den Weg Richtung Einkauf machte.

Das Ergebnis hat mich sehr berührt und sehr gefreut. So lässt sich der Winter aushalten.

Vom Wahren, Guten und Schönen

und der Schule, hat er gesprochen, der Franziskus, am Petersplatz.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich jung, noch recht lebensunerfahren, ausgestattet mit einer gehörigen Portion Gutmütigkeit diese Zeilen in einem Gesetzestext der Schule gelesen habe. Unterhalb waren noch Unterrichtsprinzipien( das bedeutet, alle Fächer sollten ihren Beitrag zu dieser Thematik leisten) wie Friedenserziehung zu lesen.

Damals, das ist jetzt 30 Jahre her, war ich sehr erfreut solche Sätze zu lesen, ich war mir sicher, da bin ich am richtigen Ort.

Jeder, der so seine Erfahrungen im Leben gemacht hat, kann sich jetzt schon ausmalen, dass ich eine satte Summe an Ent-Täuschungen gesammelt habe.

Mir begegnete Macht,Ohnmacht, Willkür, Unkenntnis der Gesetze, Vereinsmeierei, Missbrauch, Verzweckung, tun wir halt so, Versäumnis von Pflichten, Denunziantentum, Fahrlässigkeit, Austausch von Ebenen, Mobbing, Gewalt, Lügen, Dünkel, Entwertung, Respektlosigkeit,Verachtung…halt die ganze Palette, die das Alte Testament schon benennt.

ABER, und deswegen mag ich Menschen, die daran erinnern und daran glauben, IMMER NOCH UND BIS HEUTE gibt es auch das Wahre, Gute und Schöne. Nicht nur in der Natur, der Schöpfung, beim Essen, sondern auch im Miteinander von jungen Menschen und älteren Menschen, die diese jungen Menschen ein Stück des Weges begleiten.