Es ist eine Erzählung, die ich vor vielen Jahren gelesen habe. Ein berühmter Dichter wurde gefragt, warum er so schöne Blumen in seinem Garten hat. Das hat wohl damit zu tun, dass er beim Setzen der Blumen all seine Sorgen mit in die Erde gibt, so lautete seine Antwort. Seit dieser Zeit setze ich im Spätherbst mit all den Tulpenzwiebeln die Sorgen des Jahres mit in die Erde. Begleitet von der Bitte um Verwandlung. Manchmal ist es ein schmerzvoller Akt, handelt es sich doch oft um Scherben und Scheitern. Aber dann im Frühjahr, wenn die Kälte des Winters, der Schutz der Erde, die Sehnsucht der Tulpe und die Blühkraft des Lebens ihre Wirkung getan haben, dann schauen Sorgen so schön aus.
Spinatomelette
Wenn ich Frittaten mache gibt’s natürlich meistens ein Omelette (und manchmal auch umgekehrt): das Rezept für das Speckomelette kann man auch vereinfacht ohne Eiertrennen und Schnee schlagen machen — ich merk da kaum einen Unterschied. Mit gedünstetem Spinat und fallweise reifem Bergkäse ergibt das dann ein besonders würziges und doch leichtes Abendessen!
Schiacciata di 11 grani antichi (Sauerteig)
haben wir heuer aus der L’aia mitgenommen — und die haben uns so gut geschmeckt, dass wir versucht haben, sie selbst zu machen. Fast so dünn wie Knäckebrot, schwach gesalzen. Wir haben uns dann für ein Pasta-Madre-Rezept für Crackers von Antonella Scialdone entschieden, den Chia-Samen weggelassen und statt Kamut eben unsere 11-Getreide-Mischung aus der L’aia verwendet (für ein Blech):
75g Pasta Madre mit 160g Wasser mit der Hand zu einer Flüssigkeit vermischen, 225g Mehl dazukneten, danach 4g Salz und schließlich 25g Olivenöl einarbeiten. Im geölter Schüssel mit Folie abdecken, eine Stunde rasten lassen. Mit eingeölten Händen in der Schüssel einige Male falten. Wieder 1-2 Stunden rasten lassen. Auf Backpapier (Löffel Wasser drunter!) recht dünn ausrollen und mit einem Teigrad teilen, wieder eine halbe Stunde rasten lassen. Bei 170°C 25 Minuten backen, auf Gitter auskühlen lassen.
Schmecken am besten, wenn sie wieder beginnen, hart zu werden!
Frittaten aus Gelbweizen
Aus Hohenbercha haben wir den Weizen, den sie dort verarbeiten — Gelbweizen — mitgenommen. Heute habe ich daraus Frittaten gemacht (nach dem vereinfachten Rezept für Omelette), sie sind wunderbar dünn und knusprig geworden, vor allem aber schmecken sie hervorragend. Natürlich auch gleich als Abendessen!
Die Quitte trägt heuer ein Ballkleid aus Blüten
Und alle schauen wir in den gleichen Mond
Die neuen Hochbeete sind fertig
Zwei niedere und zwei höhere mit Handlauf- oder zum draufsitzen und ratschen. Ich habe in der Zwischenzeit die Füllung vorbereitet. Altes Holz, Astwerk, Grasschnitt, Hennenmist, Kompost und Erde. Drei Kubikmeter Füllmaterial brauchen wir für die vier Stück. Das sind 300 !!! Kübel mit 10l Füllvermögen.
Hochbeete neu
Bereits im letzten Herbst, als wir den Garten aufgeteilt haben in ein Gehege für die Hühner und in mein Gehege, war der Plan gereift, uns neue Hochbeete anzufertigen.

Über den Winter haben wir getüftelt, geplant und überlegt. Die alten Eisenbahnerkästen zerlegt und bei unserem Holzlieferanten die Bretter bestellt. Diesmal in Lärche.

Die Skizzen von Hermann erstaunen mich immer wieder, bis ins kleinste Detail ist alles auf ihnen “verankert”.

Die alten Schrauben haben wir in Öl gelegt und entrostet, einen Teil davon konnten wir noch verwenden. Hermann war dann ganz begeistert von dem genialen Konzept dieser Transportkisten.

Unerschütterlich hat er sich ans Werk gemacht und mit viel Freude Brett für Brett verarbeitet.

Warum mir Italien so gut tut (Teil 2)
Vor langer Zeit, ich war noch recht jung, war mir völlig unverständlich, wieso in Italien Brot zu jedem Essen auf den Tisch gehören sollte. Mein Schwager bat darum, wenn es einmal nicht da war. Das passt doch gar nicht überall, etwa zu Nudeln? Ich Banause!
Heute steht es bei uns bei fast jedem Essen dabei. Für die vielen einfachen italienischen Gerichte, die fast nur aus der gekochten Zutat — wie etwa Roveja-Linsen — bestehen, ist Brot eine feine Einlage. Am meisten aber schätze ich es am Ende einer Mahlzeit: wenn von der Sauce noch etwas im Teller ist, wird dieser Rest auch noch mit ein paar Stücken Brot genüsslich gewürdigt. Das drückt eine Wertschätzung aus, die jeder Zutat und ihrem Zusammenwirken in dieser Mahlzeit entgegengebracht wird, Achtung all der Sorgfalt und der Liebe, die in der Zubereitung steckt, und nicht zuletzt Dankbarkeit, solche Stunden erleben zu können. Diese Hochachtung spüre ich in Italien immer wieder, von der Grundhaltung bis in kleinste Details.
Bei unserem letzten Besuch in San Galgano musste ich warten, die Frau vor mir trank einen Espresso. Dazu bestellte sie ein (!) Keks, das nicht nur einen beachtlichen Euro kostete (es war klein!), sondern auch liebevoll auf einem Tellerchen serviert wurde und mit Genuss in mehreren kleinen Bissen verzehrt wurde. In einer italienischen Bar bekommt man zu einem Glas Wein fast immer stuzzichini, sehr kleine Häppchen, oft so gut, dass man sich so durch den Tag kosten könnte.
Die Speisenfolge in einem klassischen italienischen Menü zeigt diese Würdigung ebenso: von den Antipasti — oft nur ein paar wenige kleine Kostproben erlesenster Speisen, über die primi piatti (für uns schon oft ein vollwertiges Essen) dann bei den secondi einem Stück Fleisch oder Fisch alleine einen Gang einzuräumen und es dadurch in seinem Wert auch besonders herauszustellen, finde ich sehr angemessen.
Aus all diesen Gründen fühlt sich beim Essen in Italien auch die Seele wohl — und da hab ich noch kein Wort darüber verloren, wie unglaublich gut die italienische Küche ist. Aber das weiß eh jeder.
Spann deine Schwingen, flieg Ikarus

Nicht das Gelingen, nur der Versuch zählt zum Schluss.

Zum Grande Finale kommt auch noch das Wolferl auf die Bühne

Der Plan für den heutigen Vormittag war ganz anders.
Eine Frage, die Erwartungen betreffend kommt ins Haus geflogen. Aus der S-Bahn auf dem Weg in die Tagesklinik.
Wunder Punkt wird zum Vulkanausbruch.
Ablenkung: TT lesen.
Gestern war der Amadeus Award und Wilfried wurde posthum für sein Lebenswerk geehrt. Typisch Österreich.
Dieses Lied wird angespielt.
Mein Gott, wie oft habe ich es gehört und wie oft stehen Liedzeilen davon in meinen Tagebüchern.
Höchste Zeit wieder einmal dem Versuch die Ehre zu geben und der Erwartung des Gelingens die Vorfreude entgegenzuhalten.
Spann deine Schwingen….
Und Conchita rockt den Amadeus.
Bartoli und Florez beschallen unser Haus( und den Garten dazu)
Hunderte(!) Tonträger aller Altersklassen lagern in unserem Haus.
Viel zu selten haben wir die Gnade, einen davon auf- oder einzulegen.
Doch dann gibt es immer wieder diesen einen Tag, da halte ich es ohne Musik nicht mehr aus und dann wird gestöbert und über die Hüllen gestrichen bis das Herz und die Hand einen davon herauszieht.
Das Zeremoniell beginnt. Herausnehmen, säubern, einlegen, Lautstärke einstellen und sich HINGEBEN.
Mein Gott, was für eine Musik, was für Stimmen…
Damit ist die Welt wieder in Ordnung zu bringen.
Der Kirschbaum hat die Botschaft schon verstanden
Gekränkelt und geschwächelt hat er die letzten Jahre und ich war mir sicher, dass wir ihn umschneiden müssen, weil er “kaputt” ist.
Okay, noch eine Chance, auslichten und abschneiden aller “welken” Zweige im Herbst.
Und jetzt trau ich meinen Augen kaum, kann mich gar nicht satt sehen an der Blütenpracht und freue mich sehr darüber, dass mir der Kirschbaum zeigt: Du, das mit der Auferstehung mitten im Leben, das geht.
Blütezeit 2018
Zwei Pilgerschwestern mitten im Leben
Eine Begegnung in Rom war der Anlass, mich auf die Suche nach einem bestimmten Foto zu machen. Unmöglich es zu finden, jedoch habe ich bei der Durchsicht all meiner Alben und Tagebücher die nachfolgenden Bilder entdeckt(= finden, was man gar nicht gesucht hat).
Sie haben mich sehr berührt und plötzlich lag da dieser rote, pulsierende Faden der Verbundenheit seit Jahrzehnten.
Seit diesem Moment geistert mir dieser Beitrag durch Herz und Kopf. Zahlreiche Überlegungen alleine bezüglich der Überschrift:
Die schrulligen Schwestern
Pilgerschwestern vor dem Herrn
Wenn man im Leben eine Schwester geschenkt bekommt
…
Was soll ich jetzt noch schreiben?
Erzählen die Fotos doch schon so viel.
Viele Höhen des Lebens haben wir miteinander erklommen.
Und viele Tiefen( hoffentlich endlich ALLE) miteinander durchtaucht. Der Beitrag ist für uns zwei, Claudia.
Möge er uns immer daran erinnern, dass wir TROTZ all den Tiefen und all der Unbill, die das Leben für uns bereit hatte, immer noch MITTEN DRIN SIND. ULTREIA!
Viele Wege führen nach Rom
Die Route abseits der Autobahn versprach eine reizvolle Strecke — und keine Hektik: am Vorabend hatten wir in dunkler Nacht eine durchgehende Lichterkette auf der Autobahn Richtung Rom rauschen sehen — das wollten wir auf keinen Fall. Also: wir fahren entlang der Via Cassia.
Der Beginn der Fahrt, am Vormittag, entlang am Bolsena-See war uns noch bekannt, dann aber war alles Neuland. Nach Montefiascone bogen wir ab um Viterbo zu umfahren: das gelang, allerdings auf abenteuerlichsten Straßen! Manchmal, wie so oft auch in der Toskana, fühlte man sich mitten in der Wildnis: nur Gestrüpp, Bäume, weit und breit keine Behausung — und bergige Höhen, die wir hinauf- und wieder hinunterfuhren. Den ersten kleinen See, ein Naturschutzgebiet, sahen wir nur durch Bäume hindurch ein bisschen entfernt liegen: den Lago di Vico.
Über Ronciglione und Sutri ging es zum zweiten kleinen See — dem Lago die Bracciano: ein Ort, der so einladend wirkt, dass wir da sicher noch einmal hinfahren werden: ein Badeort mit einem unter Naturschutz stehenden See – eine lange Promenade. Als wir den See verlassen und Richtung Rom weiterfahren wollen, es ist etwa Mittag, springt plötzlich von links ein paar Meter vor uns ein Wildschwein auf die Fahrbahn — mit rasendem Galopp quer drüber — Angelika kann am Rain entlang der Straße noch einen kleinen Frischling und ein weiteres großes Schwein erkennen! Vollkommen überrascht sind wir nur fasziniert, und beglückt, dass diese Überquerung offensichtlich für die Familie gut gegangen ist, beim Zurückschauen sehen wir ein paar Männer am Feldrand, die die Szene ebenfalls gesehen haben.
Dann ist das Ziel nur mehr Rom: wir wissen, dass wir schließlich über die Via Flaminia unser Ziel erreichen werden, ankommend über die Giustiniana. Nach dem See erwartet uns zuerst noch Hügelland mit kleinsten Örtchen (einmal finden wir das Schild “Roma” nur durch eine kleine, einspurige Gasse), dann aber wird alles weiter und weiter, der Verkehr hält sich in Grenzen, aber die Straßen werden breiter und dann merkt man schon, dass Rom auf Hügeln erbaut wurde.
