Eine neue Zeit

ist angebrochen. Ich habe unser Essgeschirr ausgetauscht. Es waren in all den Kisten und Schachteln, die Werner und Marietta uns gebracht haben, genau soviel Teller, Tassen und Schüsseln, dass es für unseren Hausgebrauch reicht. Diesem alten Geschirr mit all seinen Einzelteilen konnte ich nicht widerstehen. Und so sind die Restbestände aus der Studentenzeit bei der Issba gelandet, die noch verbliebenen Teile meiner Aussteuer für die großen Feste und für die Besuche im Depot gelandet und das alte, neue Geschirr hat Einzug in der B2 gehalten.

Wir freuen uns bei jeder Tasse Kaffee und bei jedem Essen über den Anblick dieses Geschirrs, am meisten freut sich Hermann über die vielen kleinen Schalelen und Kandelen, die sich hervorragend für die Reschtln eignen.

Winterquartier

Jetzt sind sie alle wieder in ihrem Winterquartier und verleihen den Räumen einen Hauch von Sonne und Süden.

Tischgeflüster

lautet eines der Schlagworte, das ich in diesem Hausbuch immer wieder verwende. Dieser Tisch flüstert nicht nur, er erzählt Geschichten. Von gemeinsamen Stunden und Erlebnissen. Vom Urlaub und von der Hochzeit. Vom Garten und der Ernte. Von Besuchen und Mitbringseln. Von Raritäten und Patenschaften. Vom Erhalt der Vielfalt und den Kreisen der Bildung. Von Erinnerungen und Zufällen.Von unvergleichelichen Geschmäckern und betörenden Düften.Vom Leben, von unserem Leben.

Da hilft nur eines

Wenn die Temperaturen, derart um die NULLGRADGRENZE herumtanzen, gehört es zum Feierabend, nach getaner Arbeit, sich an das knisternde, lodernde, prasselnde Feuer im Kamin zu sitzen. Wärme, die nicht nur den Augen gut tut.

Es war Mitte Oktober 2015

da haben Liebstöckl, Sonnenblumen, Petersilie und Topinambur so ausgesehen.

An einen derart trüben und kalten Herbst kann ich mich während der 30 Jahre, die ich schon in dieser Ecke Tirols lebe, nicht erinnern. Bei uns ist der Herbst bekannt für Altweibersommer und herrlich sonnendurchflutete Wandertage. Der Oktober hat den Ruf, der letzte Reifer zu sein. Heuer fehlten dem Oktober 225 Sonnenstunden.

Harira wie Shakshuka!

Jetzt würd ich ja gern tirolerisch kochen, aber bei Kichererbsen und Linsen ist die einheimische Tradition eher dünn. Aber Ottolenghi-geschult eh schon viel erfahrener. Also halt gegoogelt und gefunden: Harira hat grad all das drin, was an diesem Sonntag da war: eingeweichte Linsen (eigentlich für: Salat), eingeweichte Kichererbsen (eigentlich für eine Suppe), Tomaten sowieso immer.
Das Rezept las sich erprobt und gschmackig und war auch schnell gemacht: allerdings war’s irgendwie unrund. Und etwas trocken. Aber herrlich im Geschmack. Also beim zweiten Wärmen mutiger (und nocheinmal die Wikipedia befragt) und wie Shakshuka mit Eiern, die in der Soße halbweich garen, gemacht, auf Weißbrot serviert: göttlich!

So schauts aus

Seit genau einem Monat sind wir vom Urlaub wieder da.

Seit einem Monat schaut der Himmel so aus.

Wir hatten, glaube ich, 2 Sonnentage.
Draußen konnten wir kein einziges Mal mehr sitzen, weil da immer dieser kalte Wind wehte. BBBRRRRRRRR!!!!!!
Meine armen Hennelen.

Der Wetterbericht

kündigt für die nächsten Tage wieder nur Nebel, Wolken, Regen, ja sogar Schnee und Frost an. Da hat die Quitte nichts mehr davon, also war gestern noch einmal Erntetag. So goldgelbe, reife Früchte hatte dieser Baum noch nie. Dass uns Claudia zeitgleich ein sehr verlockendes und verführerisches Rezept geschickt hat, nennt man wohl einen guten Zufall. Die UFO’S haben wir auch vor dem Frost gerettet. Jetzt weiß ich gar nicht zu welcher Köstlichkeit ich den Haubenkoch des Hauses verleiten soll?!

Das DOLCE FAR NIENTE

So heißt eines unserer Zimmer seit Kurzem.
Die Familien unserer Freunde, die uns immer wieder besuchen, werden mehr und größe. Da ist einiges an Nachwuchs dazugekommen, Eva geht auf die 16 zu und auch andere Menschen, die bei uns übernachten wollen, werden immer mehr. All diese Tatsachen haben uns zu dazu verleitet, ein weiteres Kartonbett zu kaufen. Die Paletten wurden zur Lese- und Lümmelecke umgebaut. Eine spezielle Auswahl an Büchern, die auf die eine oder andere Art zum Träumen verleiten, sind griffbereit einsortiert. Noch fehlen die Palmen, die erst in den nächsten Tagen in ihr Winterquartier übersiedelt werden, dann steht dem SÜßEN NICHTSTUN nur mehr das eigene Wünschen oder Wollen im Wege.

Sie haben das Haus ausgeräumt

Marietta und Werner haben das Huamhaus, das verkauft wurde, ausgeräumt. Sie wissen, dass wir eine Vorliebe für alte Sachen haben, und haben uns einige Schachteln mit wunderschönem Geschirr vorbeigebracht. Ich habe ausgesucht und werde jetzt wohl das Sammelsurium unserer Tassen und Teller zur Issba oder ins Depot geben. Um das romantische alte, neue Geschirr einzuräumen. Gånz nobel schaut es dann bei uns aus- alles mit Goldrand. Bin gespannt, ob das Essen dann noch feiner schmeckt.

Vorratskammer

Unsere Vorratskammer, auch Depot genannt, füllt sich Tag für Tag. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir eine ganze Mannschaft über Monate ernähren können. Marietta hat uns ihre köstlichen Äpfel geschenkt. Ich sehe schon die Kiachl und den Schmarren vor mir, oder doch den gedeckten Apfelkuchen, oder Äpfelschnitz???!!
An der Quitte kann ich mich gar nicht satt sehen. Ihr haben die heurigen Sommertage richtig gut getan. Bei ihr rätseln wir noch über die Verarbeitung. Marmelade, Kompott, mit Honig und den Käse haben wir schon. Aber was machen wir aus diesen herrlich reifen Früchten??

Was tun?

Mit all den guten Himbeeren, den Brombeeren und dem Rhabarber?? Damit wieder Platz in den Gefrierschränken wird, war heute Backtag angesagt. Zweimal Blechkuchen und einmal Kuchen im Glas. Jetzt ist die Kaffeepause wieder versüßt, und im Gfrierer wieder Platz.

Vieleicht

war es auch so???

Brachzeit

Ich darf versuchen
die Knoten in meinem Leben
zu entwirren
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich darf hinsehen
auf Geglücktes und Verdrehtes
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich darf mich bemühen
um einen feinfühligen Umgang
um eine differenzierte
Wahrnehmung
um die Achtung meiner Grenzen
aber ich muss nicht-
es ist Brachzeit.

Ich könnte einfach mal
bei mir bleiben
Knoten, Geglücktes und
Verdrehtes liebhaben
und mein Leben nehmen
wie es ist.

Magdalena Froschauer- Schwarz
aus: Zeit für mich- Zeit mit Gott
Tyrolia- Verlag 2014

Lange hat es gedauert,

bis wir endlich die Zeit gefunden haben, ein paar Bilder von unserer Hochzeit auszusuchen, um sie dann in einem entsprechenden Format in unserem Schlafzimmer anzubringen. Gut Ding braucht Weil- und diese Weile hat sich gelohnt. Ein gutes Aufstehen und ein gutes Einschlafen wird mit Blick auf diese Momente, an die wir uns immer wieder voller Freude erinnern, leicht gemacht. Maxi mag es auch.