Die Distel gehört zu den großen Freudenspendern des heurigen Gartenjahres.
Ihr Saatgut verstreut und verbreitet sie wie Frau Holle, nur eben weich, flauschig, kuschelig, strahlend und immer im Spiel mit dem Wind.
Mein Zaubergarten
Es gibt so einen Spruch, der lautet:
DUMME RENNEN,
KLUGE WARTEN,
WEISE GEHEN IN DEN GARTEN.
Ich lebe in meinem Garten- aufgrund der Bauweise des Hauses ist das auch vom Innenraum aus möglich.
Heuer verwöhnt er mich mit Entwicklungen, die mir neu sind und dabei meiner Seele sehr wohl tun.
Eben ein Zaubergarten.
Heuballen verkaufen
Diesen kleinen Zettel fand ich vor ein paar Tagen in meinem Briefkasten.
Dann waren mir die Vorgänge, die sich in den letzten Tagen am Antoniusweg abspielten, recht schnell klar.
Zwei junge Burschen, so um die 15, hatten da anscheinend eine gute Idee- ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
Sie haben gemäht, gestangert, Heu getrocknet, eine Ballenpresse gebaut, Ballen gemacht, Zettel geschrieben und diese Information in der Umgebung verteilt.
Es stand für mich außer Frage, dass ich so eine Initiative unterstützen will und so habe ich mir ein paar Ballen Heu bestellt.
Sehr professionelle Abwicklung mit Lieferservice.
Jetzt habe ich für den Winter wieder reichlich Vorrat und so ganz nebenbei: die kleinen Ballen sind wirklich reizend.
Da unsere Schar immer kleiner wird, werde ich wohl an manchen Tagen damit das Auslangen haben.
Ich habe es euch schon persönlich gesagt: BRAVO BURSCHEN, EINE GANZ LÄSSIGE IDEE.
Flieg Fini, flieg!!!
So wie du es dein Leben lang getan hast.
Du warst mein Adler.
Stattliche 9 Lebensjahre haben wir miteinander geteilt.
Wenn ich in unserem Hausbuch auf FINI klicke, erlebe ich all die wunderbaren Momente unseres gemeinsamen Seins noch einmal.
Du hast gebrütet, über einen längeren Zeitraum, wohl auch weil Valentin dir ständig nachgestellt hat.
Gestern bist du das erste Mal wieder raus- ein bißchen strawanzen und flanieren.
Dann hast du wohl die Zeit übersehen oder die Eier, die wir für den Fuchs ausgelegt haben, waren zu verlockend und du hast auf dem Kompost weitergebrütet.
Und dann gibt es da die Verkettung unglücklicher Zufälle.
Wie es halt so oft ist im Leben ist.
Und heute bist du nicht mehr da.
Nur ein paar, vom Starkregen durchnässte Federn, liegen noch auf dem Kompost.
Hab Dank für all die Freude, die du mir bereitet hast.
Hab Dank für deine unkomplizierte Art.
Und jetzt FLIEG Mädl…
Flieg in eine neue Zeit…
Rosen tanzen durchs Leben





Heuer, beim Rosenschneiden, wurde mir, mitten in dieser meditativen Tätigkeit — je länger man schneidet, desto mehr sieht man — schlagartig klar, warum ich das Wachsen unserer Rosen, die unser Haus umgeben, so bewundere: wenn ein Ast abstirbt oder abgeschnitten wird, entsteht sofort ein neuer Trieb, der diesen alten, falschen oder unmöglichen Weg umgeht und wieder prächtig gedeiht und Blüten trägt. Am ganzen Rosenstock sieht man solches Wachsen und Gedeihen.
So leicht möchte ich mit dem Leben umgehen können.
Neue Gäste im Weinkeller








Der Weinkeller hat das Fassl weniger, dafür ein paar ausgewählte Schätze mehr. Jeweils zwei Flaschen ausgesuchter Weine, die eine wie die andere an die wunderbaren Reisen, die wir in den Süden unternommen haben, erinnern, sind dazugekommen. Den Lilliano haben wir schon gekostet — umwerfend!
Ein paar Flaschen vom Hauswein sind auch eingelagert. Jede einzelne wird zu besonderen Anlässen heraufgeholt und gefeiert.
Die neue Wiese im Paradiesgarten





ist jetzt fertig! Im Zentrum hatten wir lange eine Weide, dabei unsere zwei Hochzeitsgeschenk-Ribisel und ein Brennessel-Feld. Die Ribisel sind ins Gehege gewandert, dort wunderbar angewachsen und tragen schön Früchte.
Heraußen aber ist nun ein Genussplatz entstanden, unser Feuer-Fassl im Zentrum (schon eingeweiht!), umrahmt von all den herrlichen Gewächsen und Bäumen (heuer im Frühjahr wurde auch der Nussbaum geschnitten). Das frisch gesäte Gras wurde schon zweimal gemäht, einmal mit der Sense.
Jetzt fehlt nur noch die Muße und die Sonne. Beides wird kommen, allein das Rausschauen ist schon eine Freude, sogar wenn es warm regnet!
Pasta alla zozzona
Wie so oft angeregt durch A modo mio, habe ich das nachgekocht: weil, beim Großhändler unseres Vertrauens gab es salsicce — die sind bei uns sonst kaum zu bekommen!. Mit unseren Brotteignudeln, dachte ich, müsste das gut zusammenpassen. Hat auch! Das Ergebnis ist etwas für Fleischliebhaber, sehr intensiv und satisfying, danach verkraftet man locker eine fleischlose Woche.
Wie immer musste ich ein bisschen improvisieren, Original (mit giallozafferano-Angaben als Variante) und meine Wahl hab ich dazugeschrieben. Beim “Speck” (Guanciale) wird’s eng: muss ungeräuchert sein, aber ist eigentlich durchzogen und nicht das pure Fett wie beim Lardo). Tja. War der Lardo schon ein Glücksgriff. Für vier Personen. Mindestens.
Dass das jetzt wie ein Winteressen aussieht hat natürlich nichts mit dem aktuellen Wetter zu tun. Wie unser Nachbar sagt: “Wenn der Regen warm ist, ist Sommer”.
100g Guanciale/Pancetta (Lardo, nicht optimal) in der Pfanne glasig werden lassen, ½ Zwiebel kleingehackt mitrösten, 2 Salsicce (=220g, das waren bei mir vier kleine) aus der Haut gelöst, mitbraten, mit 200g Stücktomaten/400g kleine Tomaten (400 g Polpa, beim nächsten Mal eher nur 200!) aufgießen und köcheln lassen. Vom Feuer nehmen, 100 g Pecorino/80 g (Parmesan) mit frisch geriebenem Pfeffer vermischen, unterrühren, mit Kochwasser evtl. verlängern, 1 Eidotter/2 Eidotter mit 2 EL Milch vermischt, unterrühren. Sofort servieren.
Unser Fassl aus dem Weinkeller sammelt nun Regen


Sicher 10 Jahre hat unser Weinfass im Weinkeller verbracht, es war dort Blickfang, ein kleiner Tisch und wir haben auch ein paar Dinge versucht: Einlagern mit Sand, Fermentieren von Kraut — beides mit mäßigem Erfolg.
Nun hat es eine neue Verwendung gefunden: meine beiden Nachbarn Martin und Wolfgang haben geholfen, es aus dem 3m tiefen Keller herauszuziehen und nun steht es beim Hennenstall und zwei kleine Regenrinnen entwässern dorthinein: wunderbares Wasser zum Gießen. Bei unserem aktuellen Sommerwetter ist das Fassl seit Tagen voll…
All’aglione
Das Originalrezept heißt “Pici all’aglione” und stammt aus der südlichen Toskana. Die “Pici” – deutlich dickere “Spaghetti” haben wir mit Eva dort kennengelernt und sie waren sofort Evas Lieblingssorte: egal, womit sie auf der Speisekarte zu finden waren — sie hat sie bestellt.
Erst durch unsere Begegnung mit den Nudeln aus Brotteig sind wir selbst zum Nudelrollen mit der Hand gekommen und als ich dieses Rezept gelesen hab (das unglaublich einfach ist) war mir sofort klar, dass da zwei Dinge zusammengehören. Heute also die frischen Nudeln vom gestrigen Pastra-Madre-Auffrischen mit der Sauce, recht frei nach der Beschreibung improvisiert für zwei hungrige Esser: 20 Zehen Knoblauch (Ja! Deshalb heißt das so! Das sind etwa 60 g, in große Stücke geschnitten), in Olivenöl gedünstet, bis sie zerfallen (dabei sollten sie nicht bräunen: mein Foto zeigt, dass mir das nicht ganz gelungen ist 😉 ), einen halben Peperoncino dazu, in großen Stücken, damit man die später wieder herausnehmen kann (Sei gscheit: nimm grüne!!) mit 2 Dosen Polpa aufgegossen und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Fertig!
Auch Angelika fand es a) gerade richtig scharf und b) nicht zu knoblauchig! Herrlich!
Arche Klockerei
Es gibt immer was zu tun
Agnessa Principessa
Agnes, unsere orange Zwergcochin, residiert seit April in ihrem eigenen Domizil.
Von einem Tag auf den anderen sind drei bis vier der großen Hühner über sie hergefallen und haben ihr den Kopf und den Kamm blutig gepickt.
Das geht gar nicht in der Klockerei.
Zuerst dachte ich an eine Krankheit, da reagieren Hühner dann so, um das kranke Tier aus der Schar zu bringen und sich selbst dadurch zu schützen.
Aber Agnes war und ist nicht krank.
Nach einem Versuch, sie wieder in die Schar zu bringen, begann das Spiel von vorne.
Und so residiert sie immer noch in ihrem Domizil, der ganze Garten gehört ihr und sie wird, einer Prinzessin gleich, aufgepäppelt.
Ob ich die je wieder in die Schar bringe?
Einen Versuch gibt es noch- inzwischen hat sich ja in der Schar einiges geändert.
Freigeister
waren sie, unsere Enten.
Was für eine treffende Formulierung.
Aber nicht nur sie, auch ihre Namensgeber Frida Kahlo und Valentin aus Wien waren und sind Freigeister.
Und wie in Frida Kahlos wunderschönem Tagebuch zu lesen ist, hat sie ihren Diego wohl genauso geliebt wie Frida ihren Valentin.
Valentin hatte viel von der Unbeschwertheit des jungen Mannes aus Wien, der uns die Enten in die Klockerei gebracht hat.
Abgeholt hat er sie von zwei weiteren Freigeistern, Johanna und Alex, die sich auf das Abenteuer, Seidenhühner brüten Enteneier aus, eingelassen haben.
Drei wunderbare, aufregende und erfüllte Jahre liegen dazwischen.
Vor einigen Wochen haben sich „meine“ Freigeister entschieden, draußen zu übernachten.
Unterm Sternenhimmel, wie in der freien Wildbahn.
Ja und in der freien Wildbahn gibt es auch hungrige Füchs(innen)…
Und so kam es, dass es letzten Freitag ganz ruhig im Gehege wurde.
Kein Laut war zu hören.
Keine Kampfesspuren.
Nicht einmal eine Feder war zu finden.
Leer ist es jetzt.
Still und leer.
Lebensgeschichten und Kreise schließen sich rund um dieses Ereignis.
Neben der Dankbarkeit und der Erinnerung bleibt ein Trog, der einmal als Entenbadl diente.
In diesem Trog wachsen jetzt ein blauer Rittersporn und eine lila Lupinie.
Gut behütet von einem Engel auf einem Stein.



