Enteneier

Als unsere Enten zu uns gekommen sind, haben wir uns zuallererst nur dafür interessiert, wie wir sie gut halten können, wie sie mit den Hennen zusammen leben werden und — vor allem — wie wir sie über den Winter bringen. An Eier haben wir tatsächlich nicht gedacht, darum ging’s ja nicht.
Aber irgendwann war dann der Tag gekommen (mitten im tiefen Winter noch), wo wir im Stall, auf dem Boden, ein grünes Ei fanden, dann zwei Tage drauf das nächste und nun legen unsere beiden im Schnitt schon jeden Tag ein Ei (ins Legenest, auf den Stallboden oder ins Freie). Schon zwei Kartons sind gefüllt und heute war nun die erste Verkostung angesagt. Ein paar Dinge hatte ich schon gehört, einmal hatte ich ein Entenei gekostet (und war nicht beeindruckt).
Eine Suche auf deutschen Seiten hat wenig Gscheites ergeben, aber viel Blödes (“ich geb sie dem Hund”; müssen hartgekocht werden, weil so Salmonellen-gefährdet; “Hilfe, die sind ja grün!”, usw. usf.), Rezepte keine. Einmal eine Empfehlung, sie zum Backen zu verwenden.
Anlässlich der heutigen Verkostung (ja, zuallererst ein weiches Ei!) kam ich dann auf die Idee, englisch zu suchen (und später italienisch). Und da tun sich Welten auf. Seiten über Seiten, voll des Lobes über die Vorzüge von Enteneiern (gegenüber Hühnereiern), Rezepte ohne Ende. Also:

  • Enteneier halten länger (wegen der dicken Schale). Eigentlich egal, Hühnereier von eigenen Hühnern halten eh Monate
  • Enteneier haben bessere Inhaltsstoffe als Hühnereier: mehr Omega-3-Fettsäuren, mehr Vitamin D, mehr Vitamine und Mineralstoffe (Thiamin, Niacin, Riboflavin, Pantothesäure, Folsäure, Vitamine B6, E, A, B12 und Retinol), mehr Proteine, mehr Cholin (gut für Nerven, Gedächtnis, Stimmung).
  • Enteneier sind für das Backen besser geeignet, alles wird flaumiger.
  • Ansonsten können sie wie Hühnereier verwendet werden. Sind halt größer.

Das mit dem Größer-Sein ist relativ, oben sieht man ein paar unserer Hühnereiern (von verschiedenen Rassen), die grünen Enteneier sind von unseren beiden Enten aus der selben Brut.
Bleibt noch die Geschmacksfrage: ich selbst war skeptisch, ja, sie schmecken ein bisschen anders, aber kaum merkbar und sicher nicht schlechter. Heißt: genauso herrlich wie die unserer Hühner!

Die Sehnsucht

ist eine Lebenskraft, der es sich lohnt zu folgen.
Danach sehne ich mich jetzt wirklich: Dass endlich wieder einmal auch bei MIR alles gut ist und WIR uns der Leichtigkeit, dem Tanz und der Romantik hingeben können.
Manchmal habe ich das Kämpfen und alle Damoklesschwerter so richtig satt.

Fany hat ein Auge verloren

Seit einigen Tage kämpfe ich mit Kamillentee und Silberwasser gegen die Vereiterungen, die Fany am Kopf hat.
Keine Chance, den Symptomen Herr zu werden.
Wir müssen zum Tierarzt, ich bekomme dieses Eiter nicht heraus.
Gesagt, getan.
Das Auge ist kaputt und muss entfernt werden, lautet die Diagnose.
Jetzt heißt es aufpäppeln, was geht, damit sie die Operation auch gut übersteht.
Der Lesetisch wird kurzerhand zum Gebetsort umfunktioniert.
Ein Kerze für die Mithilfe der Muttergottes und eine Bierflasche aus Vierzehnheiligen, stellvertretend für alle Nothelfer werden zur Bitte um einen guten Verlauf aufgestellt.
Fany hat die Operation, bei der ihr ein Auge entfernt wurde gut überstanden.
Jetzt ist wieder aufpäppeln angesagt, damit die Heilung auch entsprechend verläuft.
Alles Gute, du Kämpferin du.

Wer ist der Komponist der letzten Zugabe?

Mit dieser Frage sind wir vom letzten Planseekonzert entlassen worden.
Ein Konzert ganz nach meinem Geschmack.
Wenn sich zwei Menschen derart ihrer Leidenschaft und ihrer Berufung hingeben, gepaart mit Achtsamkeit und Hingabe, dann ist das pure Energie.
Nur, wer war der Komponist der letzten Zugabe? Wer ist im Ranking um die beliebtesten Opernmelodien mit Rossini immer wieder gleich auf ?
Mozart, Puccini oder doch Bizet?
War das aus Carmen?
Wir werden in unserem schlauen Buch „Opern für Dummies“ nach der Lösung suchen.

Prädikat sehenswert

Dieser Film hat mich sehr beeindruckt.Uneingeschränkte Empfehlung an alle, die an die Kraft der Worte und an die Hoffnung glauben.

Rohnensalat mit Äpfeln und Kren (Ottolenghi)

Unsere Rohnen sind nun schon einige Monate auf Erde gelagert gelegen, die haben schon wieder ausgetrieben (das ist das kleine Rohnengrün, das hervorragend schmeckt), die letzten verarbeiten wir gerade, dieses Mal hatte ich endlich auch Kren zuhause. Bei Ottolenghi im Guardian fand ich sofort ein einfaches Rezept, ein bisserl hab ich improvisiert, hier aber das Originalrezept: die Marinade ist besonders beeindruckend!

75g geschälter frischer Kren, 4 mittelgroße Rohnen, geschält, 15g Dill, grob gehackt, 1 Granny Smith-Apfel, 70g Mandelblätter, geröstet, 1 EL Mohn; 0,2l Apfelsaft, 1½EL Apfelessig, 2 EL Olivenöl. Kren und Rohnen als Julienne schneiden, den Apfel in dünne Scheiben. Für die Marinade den Apfelsaft etwa 10 Minuten auf etwa 2EL einkochen lassen, abgekühlt mit Essig und Öl, ⅔ TL Salz und Pfeffer vermischen. Hälfte der Mandeln und des Mohns beiseite stellen, den Rest mit der Marinade vermischen. Anrichten und Mandeln und Mohn darüberstreuen.

Wie man auf den Bildern sieht, hatte ich keine Mandeln (Haselnüsse; besser wären Walnüsse gewesen), Dill musste ich weglassen (wär glaub ich gut; Angelika mag ihn aber nicht), als Äpfel hatte ich schön saure Äpfel, die uns Peter neulich gebracht hat. Die Rohnen hab ich im Rohr (in Folie, 1 Stunde, 200°) gegart, im Original wären sie roh gewesen. Das Ergebnis war (trotzdem) umwerfend! Die Beilage — in Öl eingelegter Fisch — war im Text vorgeschlagen und passt hervorragend.

Maria Waitschach

oder, wieviele der Geschichten um diese Möbel und Mathildes Mama schreibe ich?
Dieser Wallfahrtsort in Kärnten auf über 1100m Seehöhe( mit 23 Einwohnern) begleitet mich schon seit einigen Jahren.
Die Mama von Mathilde, die dort Mesnerin war, auch.
Ihr haben wir das Rezept für unser Hausbier zu verdanken.
Sie hat nicht nur einige Kinder großgezogen, sie ist auch zweien von ihnen ins Außerfern gefolgt.
Sie war eine feine Frau, a gånz a feine.
Und jetzt stehen ihre alten Möbel in der Klockerei.
Viel Stauraum für all die Betten und Bettwäsche für unsere Gäste und ein Hauch von Wiener Kaffehauskultur hat Einzug gehalten.
Ein eigener Lesetisch für uns und mittendrin brennt ein Kerzl auf einer der alten Schieferschindeln aus Maria Waitschach.
Ja, auf einer der Bilder ist Fany drauf, absichtlich- sie ist zur Zeit auf Reha im Haus- und ab und an nehme ich sie mit auf den Balkon, um Sonne für die Genesung zu tanken.

Mågsch die Möbel von der Mama?

So hat sie uns gefragt, die Mathilde.
Sie sind aus den 1920ern und würden gut zu euren Möbeln passen und wir würden die Möbel gerne an jemanden weitergeben, der sie auch zu schätzen weiß.
Wir machen einen Besichtigungstermin im Dachboden aus.
Hermann ist sofort begeistert und wir sagen zu.
Wo stellen wir sie auf? Wo passen sie dazu und zu welchem Zweck? Damit haben wir uns einige Zeit beschäftigt.
Nach einiger Organisation- es gibt fast nur noch Männer, die nichts mehr tragen können- steht Peter am Sonntag morgen mit seinem LKW bereit und er, Franz und Hermann holen die guten Stücke in Millimeterarbeit vom Dachboden, verstauen sie professionell im Lkw und führen sie in die Klockerei.
Da stehen sie jetzt und warten auf ihre Bestimmung.

Ein Paar und ein Engel

Unter dem wortwörtlich meter-hohen Schnee liegt noch einiges, aber unser Hochzeitspärchen schaut schon fröhlich raus (neben einigen Kohlsprossen). Der Engel wurde offensichtlich überrascht, er liegt eher Hals über Kopf auf seiner Nase!

Langsam schmilzt der Schnee

Von ausapern kann keine Rede sein, aber er wird weniger und die ersten Schäden an Sträuchern und Bäumen zeigen sich.
Es war einfach zuviel des Guten.
Am ärgsten hat es die Mispel erwischt, da bin ich mir noch nicht sicher, ob sie das übersteht, aber auch Dirndl und der Nussbaum haben Äste verloren.
Und ob wir vor Ostern noch unseren Kugelbaum leeren können wird sich erst weisen.

Sternenstaub am Parcours

Sie bieten uns ein tägliches Schauspiel, unsere drei Flossenträger.
Was habe ich mir für Sorgen gemacht, ob ich diese drei Wesen über den Winter bringe.
Und was machen sie, sie leben das wie ein großes Abenteuer.
Erlebnispark Klockerei.
Jeden Morgen tauchen plötzlich drei Hälse an der Zaungrenze zum Gehege auf. Und schwupp sind sie mit Hilfe der Schneemengen auch schon auf der anderen Seite- quasi in der großen Freiheit.
Dort erkunden sie jede Anhöhe und kriechen in jede Höhle, die sich da bietet.
Sternenstaub ist jene der drei, die sich gar nicht gerne zurück ins Gehege begibt.
Valentin und Frida kraxeln nicht nur einmal hin und her, um sie zu holen.
Wie man sieht ist sie schon recht geübt- Hanglagen und Querungen sind ihr nicht das geringste Problem.
Und wenn der Schnee jetzt nicht rechtzeitig schmilzt und dadurch an Höhe verliert, springen sie als nächstes über den Zaun.
Na, Prost Mahlzeit.

Quittenessig

Auch das steht nach einigen Monaten der Lagerung wieder einmal an.
Welche Früchte halten sich noch und was können wir noch irgendwie mit den angefaulten machen.
So ganz nach dem Motto: die guten ins Töpfchen…
Viele verschiedene Rezepturen haben wir heuer mit den Quitten ausprobiert.
Nicht alle Rezepte konnten wir in die Tat umsetzen, da fehlt es uns einfach auch an Zeit.
Für die kommenden Jahre gibt es da noch einiges auszuprobieren.
Ein Versuch gärt gerade in den vielen Sonnenstunden vor sich hin: Quittenessig.
Was mit all den Beeren und Blättern funktioniert, sollte doch auch mit Quittenstücken gehen.
Riechen tut es schon recht gut.
Wir sind gespannt.

Zwei Kisten voll mit Grallelen

sind uns neulich frei Haus geliefert worden, gerade zur rechten Zeit, um uns und dem Gefieder noch einmal ein paar Vitamine zu gönnen.
Die Grallelen stammen von Bäumen, die schon seit Generationen stehen, niemand kann sich mehr an die Namen der Sorten erinnern.
Aber sie tragen noch immer reiche Ernte- so auch im letzten Sommer.
Und so sind noch einige Kisten im Lager, die jetzt gerade ihre Besitzer wechseln.
Danke Peter, dass du dabei auch an uns gedacht hast.
Wir wissen es zu schätzen.

Apropos Grallelen- die Kugeln apern auch gerade wieder aus.
Schneegekühlt und knackfrisch- sozusagen.

Das Klavier wird gestimmt

Jetzt hat das Klavier schon einige Jahre darauf gewartet, endlich ist es wieder soweit: ein Klavierstimmer kommt — wir beide haben uns darauf gefreut! Sehr behutsam und sorgfältig wird das gesamte Drumherum beschaut, wenn möglich werden Kleinigkeiten eingestellt oder gerade “gebogen”. Dann erst geht’s an die Töne, die einzelnen Saitenchöre.
Besonders beeindruckend war dieses Mal, dass der Stimmer nicht ein Messgerät verwendet hat, sondern, ausgehend vom a’ (wobei ich angeben konnte, wo genau ich das haben wollte) alles andere allein nach dem Gehör gestimmt hat. Das war ein Rauf und Runter, Girlanden von Intervallen und Akkorden immer wieder versetzt, fast 2 Stunden war das ein feinstes Abstimmen (wir durften im selben Raum nicht einmal leise Sprechen!).
Erst nach einem Wartetag hab ich mich getraut, ein Stück anzuspielen, in dem gerade die Wohltemperierung eine Rolle spielt, das Präludium in C-Dur (BWV 846), das wir uns auch für unsere Hochzeit in Orvieto ausgesucht hatten. Die reine Freude!

Urlaub im Alltag

Free your mind …