Küchenradio

Am 1. Oktober 1924 wurde in Österreich die erste Rundfunksendung ausgestrahlt, von der RAVAG (Radio Verkehrs AG): sie wurde 1938 liquidiert, nach Kriegsende existierten Sendegemeinschaften in allen Besatzungszonen (Radio Wien unter sowjetischer Aufsicht, Sender „Rot-Weiß-Rot“ unter amerikanischer), die 1955 zum Österreichischen Rundspruchwesen vereinigt wurden. Erst am 1. Jänner 1958 war der Österreichische Rundfunk zum Senden berechtigt, der erst 1964 durch ein Volksbegehren die heutige Form erhielt.

Die verwendete Technik entwickelte sich in dieser Zeit ebenfalls: während anfänglich Mittelwelle verwendet wurde (Wellenlängen 1000m-100m), die für unser gebirgiges Land denkbar ungeeignet ist und daher nur in den Städten gut funktionierte, wurde später Kurzwelle (bis 10m) verwendet. Die heute verwendete Ultrakurzwelle (bis herunter zu einem Meter – verwendet werden Frequenzen um 100Mhz) konnte erst seit dem 1. Juli 1953 überhaupt verwendet werden (Europäisches Rundfunkabkommen Stockholm 1952). Die Besatzungsmächte verboten seit 1945 die Verwendung von Wellenlängen kürzer als 10m, und erlaubten sie ab 1949 in Deutschland, aber erst 1953 in Österreich. Das Zustandekommen der österreichischen Sendungen durch Verschicken von Tonbändern konnte bei den Amerikanern den Verdacht nicht ausräumen, dass dabei kommunistische Propaganda eingeschleust werden könnte. Es dauerte vom 6. September 1953 bis zum 15. Dezember, dass die Amerikaner nach mehrmaligem Verhindern der Sendungen diese rein österreichischen Programme zuließen, der erste auf dem Kahlenberg in Wien, in Innsbruck wurde vom Landhaus aus mit 300W gesendet (viel mehr dazu z.B. hier)

In Tirol wurde die erste Sendeanlage auf dem 2246m hohen Patscherkofel am 21. Dezember 1956 eingeweiht, sendete aber nur schwach: erst am 1. Juni 1959 konnte der UKW-Betrieb aufgenommen werden.

All das ist für unseren Radio, den wir am Montag von einem Radiobastler aus Wien, der das Gerät liebevoll und herrlich restauriert hat, erhalten haben, von großer Bedeutung: der Empfänger wurde von der österreichischen Firma Eumig (das ist eine andere interessante, noch viel längere Geschichte, die ich hier nicht erzählen werde) 1956 gebaut, also zu einer Zeit, als UKW in Österreich gerade erst begonnen hatte. Die Empfänger von Minerva (z.B. der 556W aus dem Jahr 54/55 hatte deshalb eine provisorisch mit 0-100 beschriftete Skala – den gibt’s bei der issba in Reute).

Unser Eumig Eumagnus 363W hat eine Skala, die von 88-100 beschriftet ist, mit Senderbezeichnungen. Über 100(MHz) ist noch nichts, das ist für die damalige Zeit normal.

Die Technik, die dahinter steckt schaut abenteuerlich und spannend aus! Das magische Auge funktioniert hervorragend, eine kurze Wurfantenne reicht für guten Empfang aus!

Und so begrüßen wir den neuen Tag mit „Guten Morgen Österreich“ mit unserem neuen, fast 60 Jahre alten Küchenradio!

Saatgut sortieren

Die Saatgutaktion, angeregt von Arche Noah, war der Anlass mein gesammeltes Saatgut zu sichten und zu sortieren. Im Moment habe ich genau 50 verschiedene Samen und Knollen, die darauf warten, dass der Winter vorbei ist und die Erde bereit, sie aufzunehmen. Vielfältig und erprobt, altes Kulturgut und Zugefallenes ist dabei.
Den Eu-Abgeordneten schicken wir Rüben, Hosbohnen und bunte Erdäpfel, in der Hoffnung, dass der gesunde Menschenverstand über die Geldgier siegt!!!???!!

Igelen und ein Suhlschwein

Es war wieder einmal ein Wochenende mit Eva. Das bedeutet: backen, backen und nochmals backen. Gestern waren es Oreokekse, von denen auch die Hunde ungewollt eine Kostprobe erhielten. Und heute gab es neben den Igelen auch Katzen und für mich ein Suhlschwein. Das ist so reizend geworden, dass ich nicht weiß, ob ich es auch essen werde.

Küchenhelfer

Heißt er jetzt Gummifranz, Fritz oder Hansl? Gemeint sie der Teigschaber, der beim Backen immer wieder gute Dienste beim Teig zusammenkratzen leistet. Darüber sind sich Eva und Hermann nie einig. Wie werden sie dann erst unseren neuesten Küchenhelfer nennen?

Grusliger Gruss aus der Küche

so hat Eva unseren Vormittagssnack genannt. Untermalt mit dem Duft der aufblühenden Frühlingsbotin, die ich in die San Marzano Dose gepflanzt habe, war er eine gschmackige Stärkung für den Tag.

Brot oder Zopf

lautete die Frage der beiden Genussköche in diesem Haus. Denn obwohl der Vorteil von Brot ist, dass es Brot ist (Argument Hermann), konnte Eva mit ihrem, aus Zopfteig kann man aber Igel machen, ihren Vater leicht überzeugen. Also dampfelt, mahlt, mischt, geht jetzt beides vor sich hin und wartet aufs Backen und die Verkostung!

Zugefallen

So oft passiert es, es fällt mir etwas zu. Manchmal begleitet es mich durch den Tag oder durch die Zeit. Manchmal tauschen wir uns darüber aus. Heute mag ich es weitersagen und weitergeben. Zwei Anregungen, die wohl tun und warm machen- ums HERZ!

Bewegte Tage

erleben wir zur Zeit. Es kräht im Haus, manchmal auch um 4 Uhr früh. Donatello, unser Ältester, unser erstes Küken hat hohes Fieber (41,5). Einige Damen haben sich gleich solidarisch erklärt und so haben wir auf Zimmer 192 gerade alle Betten belegt. Die Medizin scheint zu wirken und sie erfreuen sich an den kulinarischen Köstlichkeiten, die ich ihnen vorbeibringe. Ich hoffe sie sind alle bald wieder kerngesund und machen es wie der Rest der Schar, die sich an der Sonne und dem frischen Gras erfreut.

Resi ist immer noch so blass und rastet sehr viel.

Unser tapferer Donatello.

Wann ist der Winter endlich vorbei?

Diese Rohne hat den Winter überdauert – ich lerne dazu, was so alles möglich ist!!

Und der Schnittlauch am Idagrabl kann es kaum erwarten.

Die verbliebene Schar im Stall hat uns heute mit 12 Eiern überrascht und eines hat Erna auf Zimmer 192 gelegt. Nach wie vor, freue ich mich über jedes einzelne Ei. Sie sind für mich Wunder, Leben und Geschenk.

Mehr als genug

Viele kulinarische Genüsse hat mir Hermann schon bereitet. Es gelingt mir dennoch meinen Sättigungsgrad zu erkennen. Aber manchmal kann ich nicht anders, da geht es mit mir durch. Und ich esse mehr als genug!!! Dieser warme Linsensalat mit Klockereigoggelen- mir rinnt jetzt noch das Wasser im Mund zusammen- hat meinen Sättigungsgrad locker übersprungen. Aber wahrlich einbremsen muss ich mich beim neuen Sauerteigbrot. Da kann schon passieren, dass ich einige Runden um die Werkbank der B2 joggen muss, um wieder im Gleichgewicht zu sein!!!!

Verwöhnen

An den Wochenenden, wo Eva bei uns ist, werden wir (vor allem ich) sehr verwöhnt. Da möchte sie die Handsemmeln ausprobieren und die Frage” Kann ich euch einen Kuchen machen?” bekommen wir regelmäßig zu hören. Der letzte Kuchen, ein Apfelnusskuchen, war besonders nach meinem Geschmack.

Tarte Tatin mit Karamellsauce

Von der Tarte gibt's leider kein Foto  - warum steht weiter unten

Von der Tarte gibt’s leider kein Foto – warum steht weiter unten. (Foto: Wikimedia Commons, Autor: Croquant)

Meine erste Tarte Tatin war von Ottolenghi mit Karotten – und war herrlich (muss ich bald wieder machen). Daher hat mich dieses Wochenmarkt-Rezept nicht erschreckt, eh schon klar: am Boden der Pfanne Karamell und so weiter.Und doch war das (und ich koch ein neues Rezept IMMER genau nach Anleitung) dann ein bisschen anders – nämlich viel leichter zu machen. Als erstes wird Blätterteig verwendet (ja, ich weiß; zu den Kommentaren zu diesem Rezept später), also keine Arbeit, und die Anleitung für’s Karamell hat mich überrascht. Oft schon hab ich Karamell gemacht, nicht selten aber wurde die flüssige Masse zu dickflüssig und zu schnell hart, eine Stresspartie.
Die dickbodige ofenfeste Pfanne macht’s möglich und der Ansatz, Karamell nicht aus Zucker und Butter sondern aus Zuckerwasser zu machen macht alles spielend leicht. Die Butter wird dann einfach eingerührt.

Hier nun also das Rezept aus der Zeit, hier (siehe Beitrag) wie dort (online; in der Zeitungsbeilage ist schon eins) leider (oder vielleicht eh gut: das ist nämlich verwirrend: dicke Apfelstücke mit unsichtbarem Karamell) ohne Bild, mit kleinen Anpassungen:

Tarte: 250 g Blätterteig, 600 g Äpfel
Karamell1: 100 g Zucker, 4 EL Wasser karamellisieren, 40 g Butter einrühren – Äpfel (dünn! geschnitten) reinschichten, Teig drauf, am Rand andrücken, 45 Minuten bei 170° ins Rohr (bei mir; Original: 30 Minuten?); noch lauwarm stürzen
Karamell2: wie 1), aber mit 1/8l Sahne aufkochen und dann erst Butter kalt einrühren. 1/2 TL Meersalz (aus der Mühle, nicht rieselfein!) dazu.
Alles lauwarm mit griechischem (fettem! das ist wohl eh schon Wurscht) Joghurt servieren!

Die Kommentare zum Originalrezept sind von sehr unterschiedlichem Nutzen: dass sich die Tarte mit dem Karamellrand nur lauwarm leicht aus der Pfanne stürzen lässt, ist gleich offensichtlich. Dass die Apfelblätter sich leichter regelmäßig schlichten lassen, wenn sie dünn sind, war mir erst nach Ansicht meines Apfelgebirges klar. Und dass Mürbteig originaler wär, stimmt wahrscheinlich, aber falsch ist der Blätterteig auch nicht. Und dass Äpfel mit Salz ungenießbar wären…Unsinn.
Der herrlichste Apfelkuchen meines Lebens und das sensationellste Karamell(2) meines Lebens – kann man auch so als Sauce über allerlei gießen oder pur stibitzen!

Nein!

Wir dürfen nicht auf die Couch, auch nicht auf den Sessel, oder gar den Tisch. Nein! Das geht gar nicht!!

AUßER, ja AUßER wir fühlen uns seeeehr schwach, oder seeeehr krank, oder haben Montag!!

Ja dann- dann dienen all diese Maßnahmen nur einem einzigen Zweck: unserer Heilung.

Heimkommen

Wenn ich von meinen monatlichen Treffen mit der Bibelrunde heimkomme, hat Hermann immer etwas Besonderes für mich vorbereitet. Nach dem letzten Treffen war da eine lauwarme ApfelKaramellTarte, die auf mich wartete. Die war soooooooo, ja wirklich sooooooooo unbeschreiblich gut, dass wir beide vergessen haben, auch nur ein einziges Foto zu machen. Bis ich wieder in den Vollbesitz meiner geistigen Kräfte kam, waren alle Stücke weg und die Teller leer!!!!!!!

50 Cent

Ich war gerade dabei, eine Koserunde bei der Hühnerschar zu machen. Hermann hat das Wasser wieder zurück in den Stall gebracht. Plötzlich bleibt er stehen, bückt sich und zeigt mir ganz erstaunt etwas, das da am Boden gelegen hat. Ein Ei!!!
Das wahrlich kleinste Ei, das wir bisher erhalten haben.
Ein Ei so groß wie eine 50 Cent Münze!!!!

Für unseren Esstisch,

der unser Lebenstisch ist, soll es einen neuen Lampenschirm geben. Vor einiger Zeit habe ich bei der Issba die entsprechenden Drahtgestelle gefunden. Mit einem noch älteren Nachthemdstoff überzogen und einer Borte geschmückt. Jetzt galt es zu überlegen, wie die restlichen Utensilien, die wir dafür vorgesehen haben, zusammen passen. Nach einigem Hin und Her wissen wir jetzt zumindest, wie er in etwa ausschauen soll. Die nächste freie Zeit wird dann dafür verwendet, das Kunstwerk zu vollenden!