Endlich war das Wetter entsprechend: wir besuchten die S-Bar und ließen uns zwei Biere empfehlen: das zart-hopfenbittere Starkbier „Prior Tongerlo“ (ihr Lieblingsbier, wie sie uns verraten hat) und das herrlich erfrischende „Grimbergen blonde“. Während wir das Bier genießen konnten, wurden die beiden Burger zum Mitnehmen für unser Mittagessen zubereitet: der vegetarische mit einem Laibchen aus Kidney-Bohnen, kräftig gewürzt; der Fleisch-Burger mit einem zart gewürzten Rindfleischlaibchen: beide perfekt gebraten. Dann natürlich Saucen, Salat, Gurke, Käse (Feta im einen, Gouda im anderen Fall). Und: Holzmair-Brötchen! Die Burger sind jeweils etwa doppelt so groß wie die bekannten (Radius etwa 41% größer – für die Mathematiker 🙂 ) und das relativiert den Preis – neben der herrlichen Qualität! Also: wieder uneingeschränkte Empfehlung!
Mittågsschlafl
Diese Momente des Tages gehören für mich zu den Highlights. Wenn ich nach einem langen Schultag, der dann doch immer wieder auch einige Aufregungen zu bieten hat, nach einem herrlichen Burger( vegetarisch) aus der S-Bar, auf der Terrasse sitze, bei einem guten Glas Bier, den Blick schweifen lasse und alle um mich herum dösen, gnapsen oder ihr Mittågschlafl halten. Tiefes, zufriedenes Ausatmen und langsam in die Ruhe kommen gelingt dann recht leicht.
Balsam für die Seele und Freude fürs Herz!!
An solch herrlichen
Tagen machen wir die große Schiebetüre ganz auf. Während wir draußen die Sonne genießen, nützen das immer wieder einige aus der Hühnerschar um sich am Innenraum zu erfreuen. Ein paar Brösel liegen immer am Boden.Matea inspiziert das Klavier und Lotte macht sich anscheinend mit dem Brockhaus schlau. Dass die Küken das so schnell lernen, hat sogar mich überrascht.
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Ich mag es immer noch sehr, dieses Wort Gottes, das auch HEILIGE SCHRIFT genannt wird. Zahlreiche Stunden meines Lebens habe ich darin gelesen und studiert. Viel darüber nachgedacht, geredet, diskutiert, gebetet und meditiert.
In meinen Schulstunden habe ich immer wieder großes Vergnügen daran, auszuprobieren, dass es wirkt. Ohne Erklärung und Vorbereitung lesen die 11jährigen Textstellen, verbunden mit der Aufgabe, den Satz, der ihnen am besten gefällt, zu unterstreichen. Diesen Satz haben sie bei den Auferstehungsstellen als Lieblingssatz erkoren. Mehr aber auch nicht weniger ist die Botschaft von Ostern bis ins Heute hinein.
Ich mag diesen Satz noch einmal verallgemeinern: WAS SUCHT IHR DAS LEBEN, DAS LEBENDIGE BEIM TOD, BEI DEN TOTEN?
Wie oft erlebe ich , dass die Menschen verzweifelt versuchen beim Toten nach Leben und Lebendigkeit zu suchen. Vieles stirbt, muss sterben im Laufe eines Lebens. Ohne Tod kein neues Leben, wie das einfache Gleichnis vom Weizenkorn zeigt.
Es verwundert mich immer aufs Neue, wenn ich erlebe, dass Menschen sich für das TOT SEIN im Leben entscheiden. Und es tut mir immer wieder leid, zu erleben, wie verzweifelt deren Mitmenschen das Leben, das Lebendige in diesem Tod suchen. Oft braucht es Jahre des Erkennens. Schtierln, probieren, hoffen, reden, diskutieren, wieder hoffen, wieder probieren,…
Aber eines schönen Tages ist dann das Erkennen da. Dann gelingen die Wenden, die auch Maria Magdalena tun musste. Ja und dann, dann ist Auferstehung und Erlösung da. Hingewendet zum Leben und zur Lebendigkeit.

Aus eins mach zwei
Wir haben es wieder ausgepackt, unser Sonnenbett. Der Platz, der zum Gnapserle, zum Ausruhen, zum Lesen und zum Durchatmen einladet. Und wir haben zwei Paletten dazugestellt, jetzt hat jeder der Länge und der Breite nach Platz. Den Kopfpolster ziert ein Überzug mit den Initialen FB- Fany Bonvicin. Gute Qualität hat es früher gegeben, viele Waschgänge hat die Polschterziachn schon überstanden und sieht dennoch aus wie neu. Und wenn ich jetzt zurückrechne, dass sich das meine Großmutter als Aussteuer angelegt hat, dann ist das gute Teil wohl 70 bis 80 Jahre alt.
Kükenzeit x 2 neigt sich ihrem Ende entgegen
Sehr selten findet in unserem Hausbuch die Arbeitswelt ihren Platz. Aber manchmal schwappen die Wellen der Schule auch ins Haus. Jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der die Einladungen verteilt werden, um gemeinsam das Ende der 8-jährigen Zeit, die wir miteinander verbracht haben, zu feiern. Hübsch und einfallsreich sind sie heuer. Unterschiedlich in der Gestaltung für Männer und Frauen. Vielleicht hole ich meinen Sonnenhut hervor, um das Freche dieser Karte zu unterstreichen.
Zeitgleich wie die Kükenzeit unserer Achtklässler vorbei ist, geht die Kükenzeit unserer Hennen zu Ende. Sie mischen sich schon so langsam unters Volk. Erkunden für sich selber, badeln mit den Älteren und laufen dann doch wieder laut fipsend zu ihren Glucken.
Es erstaunt, verwundert und berührt mich jedesmal wieder aufs Neue, wenn ich erlebe, was diese Glucken ihren Küken in 8 Wochen beibringen. Alles, was sie zum Leben brauchen. Lebenskunst haben sie ihnen gezeigt und mit instinktivem Wissen lassen sie sie jetzt FLIEGEN.
Gluckenausbildung sollte für alle Pädagogen verpflichtend eingeführt werden. Dann könnten auch die menschlichen Küken nach 8 Jahren sich der erlernten Lebenskunst hingeben.
Past’ e fagioli
Wohl kaum überraschend habe ich nach den letzten Erfahrungen auch gleich ein weiteres Gericht, das seit langem auf meiner persönlichen Warteliste steht, nach dem Rezept von Claudio probiert: Bohnen mit Nudeln. Klingt nicht besonders beeindruckend; viele werden leider auch meinen, Bohnen (und Linsen) wären nicht sehr bekömmlich, das Bauchgegrummel nachher nicht wert. Bitte: erstens nützt viel (=langes, mindestens 12 Stunden) Einweichen und nachheriges Spülen der Bohnen auch wirklich viel; zweitens lohnt es sich ungemein!
Also: während die Bohnen in Salzwasser weichkochen, aus 15 dag Weizenmehl und 7 dag Harzweizengries mit Wasser einen geschmeidigen Teig kneten. Nach etwas Rasten dann lange Rollen formen und kleine Stücke schneiden (etwa 5×5 mm). In etwa 1o Esslöffeln Olivenöl eine Stange Staudensellerie, eine Knoblauchzehe und einen Peperoncino ziehen lassen und etwa die gleich Menge wie Öl passierte Tomaten dazu – aufkochen lassen. Dann die in Salzwasser gekochten Nudelstücke dazu und mit Kochwasser zu einer Suppe aufgießen.
Dieses Rezept findet sich ebenfalls im neuen Kochbuch von Claudio del Principe, das die digitale Bibliothek Wien dankenswerterweise bereits für mich Provinzler zur Verfügung gestellt hat: Italien vegetarisch.
Man kann kaum beschreiben, wie toll dieses Rezept aus wenigsten Zutaten funktioniert: die Bohnen, Tomaten und Nudeln vermählen sich auf harmonischste Weise und es bleibt ein langer, feiner Abgang noch Stunden später!
Frittata di spaghetti
Früher hat man Reste für Tiere gesammelt – etwa das, was sonst auf den Kompost kommt für die Hennen. Wir haben für unsere Hennen fast jeden Tag eine besondere Zugabe – gekochter Reis, Spaghetti, manchmal Kartoffeln (die mögen sie nicht so…), Salat. Heute war’s ein bisschen umgekehrt.
Die Reste der Nudeln, die für die Hennen bestimmt waren (und die sich auch begeistert gegessen haben), waren wie geschaffen für unser Abendessen: ein klassisches italienisches Reste-Essen, das wir von Ines kennen: eine frittata (also eine Art Omelett, aber natürlich ohne Mehl oder Milch oder Sahne) aus den restlichen Spaghetti: was gerade da war (ein bisschen Paprika, Käsereste, ein Peperoncino, frische Brennnesseln aus dem Garten – die sind gerade herrlich jung und zart!) zu den Spaghetti, die in etwas Olivenöl flach in der Pfanne liegen, und mit den Eiern eben auffüllen. Nach einigen Minuten wenden – fertig! Dazu passt natürlich Rotwein, wir haben uns anlässlich unserer letzten Reise für einen Montepulciano d’ Abbruzzo entschieden – „Bajo“ – unglaublich gut für den Preis!
Und der Cipollino freut sich über ein weiteres Essen aus seiner Heimat, von dem er selbstverständlich seinen Anteil bekommt. Alle sind glücklich!
Ave Maria, piena di grazia
Es ist schon eine Weile her, dass ich in dieser Ecke unseres Blogs den Gedanken und Empfindungen freien Lauf gelassen habe. Wie so oft sind es Begegnungen, die den Anlass dazu geben.
Die ersten Jahre, die wir in diesem Haus verbracht haben, haben zahlreiche Kreuze den Altar und die Wände geziert. Nach heftigen Auseinandersetzungen, die ich mit diesem Gott, auch mit seinem Sohn hatte, hatte ich genug von der männlichen Seite dieser Kraft.
Ich bin keine Marienverehrerin, mit ihr, so wie sie oft dargestellt und gehandhabt wird, konnte ich noch weniger anfangen. Bis zu dem Tag als ich erkannte, welch weiche Trotzmacht im Leben dieser Frau zu finden ist. Wieviel Mut und unsägliches Vertrauen. Meine Mutter hat mir ihre erste Ikone, die sie selbst gemalt hat, geschenkt. Also habe ich alle Kreuze in einer Schachtel verstaut und Mamas Ikone auf den Altar gestellt. Die Haltung und der Blick dieser Frau tun mir jeden Tag aufs neue Wohl.
Das Rosenkranzgebet mag ich seit ich es in der kargen Kapelle in Bizë/Albanien gehört habe. Pater Jack hat die Schwestern damals gebeten, für meine Großmutter, die an diesem 30. Dezember gestorben war, zu beten. Die fremde Sprache und der vertraute Ablauf haben all die tröstende Kraft dieser Worte entfaltet. Da kann ich mich fallen lassen und bin getragen und aufgefangen.
In diesem Gebet gibt es einen Satz, der mich seit diesem Tag begleitet und trägt. Er beinhaltet für mich all den Trost der Welt:
HEILIGE MARIA MUTTER GOTTES, BITT FÜR UNS SÜNDER, JETZT UND IN DER STUNDE UNSERES TODES. AMEN.
Heil und Heilung.
Den Namen Maria höre ich immer in der gesungen Form aus dem Musical West Side Story. Maria,….
Eine ledige Mutter, die den unvorstellbaren Mut und den Glauben hatte, Gottesgebärerin zu werden. Nicht nur zu werden, auch zu leben, bis zum Kreuz und darüber hinaus.
Und als Antwort auf die Leichenfelder zweier Weltkriege hatte Papst Pius XII die Aufnahme Marias in den Himmel als Dogma der Welt verkündet.
Steh mir bei, wann immer ich mich von mir, den Menschen um mich herum und vom Göttlichen abgesondert habe.
Der Trost schlechthin, meist ist meine Seele an dieser Stelle schon vollkommen zur Ruhe gekommen, sind die Worte JETZT UND IN DER STUNDE UNSERES TODES. Jetzt, in diesem Moment.
Und in der viel besungenen und viel beschriebenen Todesstunde.
Amen. So sei es.

Wie alle Beteiligten in diesem Artikel gehört Goethes Faust zu einem meiner Lebensbegleiter.
Bilder von Amorgos, vom Tanz und vom Lechtaler Höhenweg tauchen vor meinem Auge auf.
Mit Marietta heiß diskutiert und neuerlich zur Weltliteratur erkoren, im Tiroler Landestheater als Tanzaufführung erlebt, und in der Sonne liegend auf einem Grasrücken, mitten in der Bergwelt von Hermann vorgelesen bekommen. Da stehen sie sich gegenüber, die zwei Wettbrüder, Gott und Satan und finden keine Lösung. Keine Erlösung für die Beteiligten. Und übergeben alles dem EWIG WEIBLICHEN. Mit der Bitte: Jungfrau, Mutter Königin, Göttin bleibe gnädig.

Aus La Verna, meinem ersten Franziskusort, habe ich mir dieses Gebetsband mitgenommen.

AVE MARIA, PIENA DIE GRAZIA….Santa Maria, Madre di Dio, prega per noi peccatori, adesso e nell’ ora della nostra morte. Amen.

Heute habe ich es um den Quittenstamm gewickelt.
Wo sonst.
Und es steht wohl an, diesen Satz in der nächsten Zeit immer wieder zu beten.
Für eine gute Sterbestunde.
Bleibe gnädig.
Wenn die Sonnenstrahlen
die Erde dann genug aufgewärmt hat, heißt das Motto: WIEVIELE VON UNS PASSEN IN DAS KÜKENERDBADL?
Das, was diese Tage so besonders macht, ist nicht auf die Bilder zu bringen. Das Gezwitscher der Vögel, die Arien, die Anna seit ihrer Brut wieder singt. All die Laute, wie sie sich miteinander unterhalten. So sanft, so voller Zartheit und so liebevoll, durchwachsen vom kraftvollen Krähen der Hähne.
Alles ist so ruhig,
Jene Sonntage
Es ist
Herzzereißend
ist das Gefiepe jetzt am Abend. Alle wollen noch einen Platz bei den Mamis. Es sind aber nur mehr zwei da und die haben auch nur zwei Flügel. Die Jüngsten kuscheln sich noch ganz fest zu Afra und Little Miss Sunshine. Die Älteren hüpfen ins Heu und suchen sich dort einen Platz. Ganz nah beeinander. In ein paar Tagen ist der Zauber dieser Zeit vorbei. Schade!
Das Ende
der Kükenzeit naht. Die Kleinen haben den Auslauf gründlich erkundet und sind immer öfter alleine zu sehen. Rosa, Lotte und Anna haben sich, nach mehrmaligem Hin und Hergehen zwischen den beiden Ställen, verabschiedet und sind zur großen Schar zurück. Afra und Little Miss Sunshine sind noch bei den Küken.
