Feiern beim Fischer – Zurück in die Zukunft

hat bei uns ja schon (fast) Tradition: am vergangenen Freitag hat mich Angelika zum Geburtstagsessen eingeladen: der feinste Mittags-Tisch beim Fischer am See (jetzt im Frühjahr; auf der Thaneller-Seite) war reserviert, wir waren fast die einzigen Gäste, also: alles sehr ruhig, der Himmel zwar recht bedeckt, aber gemütlich warm. Immer wieder schaute der Kellner vorbei, herzlich freundlich um unser Wohlergehen bemüht, fachkundig beratend, nie aufdringlich, wir fühlten uns wie zu Hause (da kommt aber dann nie jemand 😉 )

Schon vom letzten Mal vor gut einem Monat wussten wir, dass da eine neue, junge Mannschaft in der Küche war; was wir damals kosteten hat uns wieder hergelockt: (scheinbar) einfache Speisen, jede einzelne Zutat dann aber in einer natürlich-intensiven Konzentration, dass man jeweils ins Schwelgen kommen muss: in der Frittatensuppe – allein die Suppe war die beste, die ich seit langem gegessen habe, konzentriert, intensiv aromatisch, beim Plachutta war sie vielleicht ähnlich gut, nicht besser – Gemüsestücke, perfekt, und eine einzige kleine Markscheibe: aber die machte Freude für Minuten. Als Faust hätt’s mich schon wieder weggezappt. Die gebratene Renke von der Tageskarte mit ausschließlich Gemüsebeilage(rln) – jedes einzelne entweder als ganzes oder, wie der Karfiol als Püree – immer aber von dichtestem Eigengeschmack: ach schmeckt Gemüse herrlich! Die Weinbegleitung – nicht ganz einfach, die Renke hat einen stärkeren Eigengeschmack als eine Forelle, mit dem Sauvignon Blanc von Zuschmann & Schumann perfekt vom Kellner empfohlen, tat das ihre. Die Nachspeise dann eigentlich nur mehr Luxus, mit der Überschrift „Aus der Konditorei“ mit der Bezeichnung „Saint-Maure/Traubentarte/Rotes Senfeis“ auf jeden Fall überraschend weil keine Süßspeise: eigentlich steht der Käse im Zentrum, von der Traubentarte und dem Senfeis ergänzt: ein feiner Abschluss.

Die Tagliatelle mit Bärlauchpesto und der Guanaja-Crunchy-Cake kann ich nur aus den Berichten der beiden Frauen ahnen: es wurde wenig geredet und dann zufrieden gestrahlt. Die Nachspeise genossen wir alle zusammen.

Die Chefin Marina Bunte schaut am Ende noch einmal vorbei, sie erzählt ein bisschen von der Philosophie hinter diesen Herrlichkeiten. Auf der einen Seite stehen ihre Vorstellung von Einfachheit, Natürlichkeit und Echtheit – das ist zwar gerade wieder modern, aber eigentlich sind das alte, traditionelle Vorstellungen, wie Lebensmittel zubereitet werden sollten. Auf der anderen Seite die Küchenmann/frauschaft, die das jetzt perfekt umsetzen kann. Und dann gibt’s auch noch das Publikum, das teilweise halt die gewohnten Beilagen auf gewohnte Art zubereitet haben will und zu derlei „Neumodischem“ nicht immer leicht Zugang findet.

Nur leicht widerstrebend verließen wir diesen Tisch und spazierten zufrieden den See entlang, bis auch die Hunde auf ihre Kosten gekommen waren.

Ein Gedanke zu „Feiern beim Fischer – Zurück in die Zukunft

  1. herlinde

    DAS menü schaut wirklich total schian und gschmackig aus und die beschreibung ist toll…sie haben schon gewußt, dass der jubilar so etwas schäzt! und dann noch eine MARKscheibe in der suppe – mit gehangen, mit gefangen – du wirst den clan nimmer los.

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