Im Schneegestöber durch die Lechauen zu stapfen.
Sich an der Freude von Emma und Vega nicht satt sehen können.
Kurz überlegen, ob sich ein Bad in den Fluten ausgeht.
Wieder ein Stück Lechweg gemeinsam gehen.
Ich hab mir darunter früher nie etwas vorstellen können – wie auch: das ist etwas, was man nur spüren kann.
Die sanfte, freundliche Ruhe der Schneedecke weckt in uns Menschen unser Bedürfnis danach, einfach sein zu dürfen, nach Langsamkeit, nach dem Feiern des Lebens. Eine geheimnisvolle Stimmung breitet sich aus, die uns daran erinnert, dass wir viel mehr sind als unsere Leistungen und all unsere Arbeiten.
(Pierre Stutz, Zeit des Wachsens, Zeit des Reifens, S. 127)
Über diese Neuanordnung der Krippenfiguren mag ich einen eigenen Beitrag schreiben.
Auf den meisten Krippen gibt es eine sogenannte Verkündigungsgruppe. Bestehend aus einem oder mehreren Hirten, denen der Engel die Botschaft verkündet. Davon abgesehen zeigt er ihnen bei vielen Darstellungen den Weg in Richtung Stall.
Hermann hat den Engel und einen weiteren Hirten, der den anderen auch den Weg weist, direkt vor den Stall gestellt. Ein Ort, wo man den Weg nicht mehr weisen muss, weil man schon da ist.
Zahllose Dialoge aus unserem Alltag könnte ich jetzt dazu schreiben. Wozu? Die beiden Fotos zeigen alles.
Was mein Vater zu dieser Anordnung sagen wird, weiß ich noch nicht. Mir entlockt es jedesmal ein Schmunzeln. Schön, so vor der GEBURTSGRUPPE zu stehen.
Von Jahr zu Jahr, von Begegnung zu Begegnung wird mir bewusster, dass ich in einer Familie aufgewachsen bin, in der zahlreiches DER BRAUCH war. Nicht immer habe ich das geschätzt, als Jugendliche wohl auch dagegen rebelliert. Über all die Jahre sind mir all die Bräuche immer wichtiger geworden. Ihnen entlang kann ich mich auch in den schwierigsten Zeiten durch den Alltag und durch das Jahr, letztendlich durch das Leben hanteln. Da hat DER KLEINE PRINZ schon wahre Worte gesprochen (es muss feste Bräuche geben).
Und es war und ist es auch bei uns der Brauch, wann und wie man die Krippe aufstellt.
Heuer hat sich Hermann für die Krippen, ich für den Christbaum entschieden. Alle Figuren auf meiner mitgebrachten Krippe haben eine Bedeutung, eine Geschichte, manche wurden speziell für mich angefertigt.
Hermanns Familie hat keine Bräuche in diesem Sinn. Auch weiß er nicht um die Geschichten.
Und so habe ich, als ich seine Anordnung der Figuren gesehen habe, zuerst einmal gschluckt. Nur mehr wenige waren an den Plätzen, die ich ihnen über Jahre zugedacht hatte.
Bei näherer Betrachtung wurde mir recht warm ums Herz. Sehr heilend ist die Aufstellung für mich. Viel inneres Wissen hat die Figuren an einen neuen guten Ort gestellt.
ist für alle ein besonderer Tag. Sogar meine Ich-bin-nicht-aus-der-Ruhe-zu-bringen-EMMA wartet schon eher ungeduldig und fragt zum 54. Mal, wie lange es denn noch dauert? Mit ES meint sie die Leckereien, die es an diesem Tag für unsere Mädels gibt.

Vega hadert wieder einmal damit, dass sie heute braver sein soll. Sie ist brav, da geht nicht mehr!!

Lisl, eines unserer Weihnachtswunder, ist das erste Huhn, das den Heiligen Abend mit uns verbringt. Sie erfreut sich an ihrer Genesung und an unserem Versprechen vor Mitternacht schlafen zu gehen. Weil, es IST ja so, dass es ja DIE Nacht ist, in der die Tiere miteinander reden können. Um Mitternacht. Daher sollte man auch zu der Zeit nicht in den Stall gehen.

Wie alle Jahre liegt unser Cippo als erster Kater unter dem Baum. Praktisch Poleposition!!
Neben ihm eine Plakatrolle, die in Summe 3514 Kreuze zeigt. Sie ist das Ergebnis einer Schulstunde am Tag der Menschenrechte(10.12.). An diesem Tag gibt es immer zahlreiche Berichte und Statistiken, wie es denn aussah,im Jahre 2014 mit den Menschenrechten.
Ein Bericht hat mich sehr berührt. 2014 ist ein Rekordjahr. 3514 Menschen sind heuer im Mittelmeer ertrunken. Vor unserer Haustüre.Und es passiert auch in der HEILIGEN NACHT.

Heuer ist es uns einfach von der Hand gegangen, wir hatten einen guten Lauf.
Am Abend des 23. war das Haus und der Hof blitzblank, die beiden Krippen und der Christbaum aufgestellt und geschmückt.
Bis auf die Geburtsgruppe und das Christlkindl, die kommen immer erst vor der Bescherung dran.
Der Baum hat heuer die Form eines Engels und war somit herrlich zum Behängen. Viel Platz und viel Luft zum Schweben. So viel Geschichten sind jetzt schon die Begleiter beim Schmücken unseres Baumes. Woher all die Herzen kommen? Und die Hennen?
Es ist immerhin schon die sechste Weihnacht, die wir in diesem Haus feiern. All unsere selbstgestalteten Weihnachtskarten sind darauf vertreten. Da kommt man aus dem ErINNERN oft gar nicht mehr raus. Wenn Hermann dann den Zirbenstern an die Spitze hängt, dann sieht man dem Baum seine Kraft an, seine Lebenskraft.
Und so war der 24.te ein Genusstag. Erfreuen, ratschen, schauen und sich begegnen, einfach gemütlich.
Martha und Gretl picken noch das restliche Moos vom Adventsgesteck, das zum “Auskühlen” in den Garten gestellt wurde. Wie bei all unseren Tieren schaut natürlich auch bei den Hennen das Christkindl vorbei. Heuer gab es Nudeln UND Reis UND grünes, frisches Gras!!!!!
habe ich mir gedacht, als Hermann davon berichtet hat, dass jemand angerufen hat, der sich für einen unserer Hähne interessiert.
Es ist wahr geworden, dieses vorweihnachtliche Wunder.
Friedl ist jetzt Herr über 3000 Quadratmeter Grund. Seine Schar ist noch im Werden und Wachsen. Laut dem letzten Telefonat mit dem neuen Besitzer ist er handzahm geblieben.
Friedl war der erste Hahn, der sich von Emma nicht einschüchtern ließ. Er hat es wirklich mit allen aufgenommen.Wir wünschen dir alles, alles Gute!!!
Vor kurzem trafen zwei Dinge zusammen: die (tiefgekühlte) Vorratshaltung von Lachs (Vitamin D!) und die Empfehlung von Thomas, ihn doch einmal in Mohn zu panieren.
Klang herrlich und an einem Sonntag hat man für sowas auch Zeit. Allerdings war der Lachs zu mittag höchstens angetaut, sodass der noch warme Reistopf als Auftauhilfe herhalten musste (1).
Dann in der Pfanne angebraten, bis man sitzt vergeht schon noch eine Viertelstunde (2). Ergebnis: die Idee war gut, die Beilagen herrlich (die Sauce tartare mit eingelegten Scheibengurken: herrlich!), der Lachs: trocken, geschmacksarm, enttäuschend.
Beim nächsten Treffen Manöverkritik mit Thomas, der auch gleich Tipps parat hatte:
zu (1): Auftauen – so langsam wie möglich! Die Menge an ausgetretenem Saft nach dem Auftauen hat mich eh misstrauisch gemacht…
zu (2): Anbraten, bis die Panier zu ist. Dann im Rohr weitergaren (bei 170°, 10 Minuten).
Also: danke Thomas, einen Versuch kriegt der Lachs noch! Vielleicht können diese Tips ja auch das eine oder andere Weihnachtsmenü retten, deshalb jetzt gleich raus damit!!
oder hören sie uns ab.
So hat es manchmal den Anschein. Es passiert uns sehr oft, dass wir etwas bloggen und wenige Zeit später lesen oder sehen wir dieselben, oder sehr ähnliche Themen in anderen Zeitschriften, in Adventskalendern ….
Meine beiden heurigen Adventskalender handeln plötzlich auch vom Hausbau und von Heimat. Die Servus hat in der neusten Ausgabe einige Linsenrezepte anzubieten.
Für mich sind diese Zufälle Bereicherung und Ergänzung, Sichtweisen und Seitenblicke.
Zum Nachlesen.
Der italienische Conte
In Italien kursiert die Geschichte von einem Grafen, der sehr alt wurde, weil er ein Lebensgenießer par excellence war. Niemals verließ er das Haus, ohne sich zuvor eine Handvoll Bohnen einzustecken. Er tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen. Er nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages bewusster wahrnehmen und um sie besser zählen zu können.
Für jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte – zum Beispiel eine nette Konversation auf der Straße, das Lächeln seiner Frau und Lachen seiner Kinder, ein köstliches Mahl, eine feine Zigarre, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, ein Glas guten Weines – kurz: für alles, was die Sinne erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Manche Begebenheit war ihm gleich zwei oder drei Bohnen wert. Abends saß er dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten. So führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich des Lebens. Und sogar an einem Abend, an dem er bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen, hatte es sich zu leben gelohnt.
(aus: Horst Conen, Optimisten brauchen keinen Regenschirm, Ariston Verlag, Kreuzlingen 1996)
mit vielen Polstern und Decken rundet diesen Raum ab. Schlaf- und Kuschelplatz für Mensch und Tier. Maxi kann es gar nicht mehr erwarten. Alles ist neu gestaltet, da MÜSSEN Katzen sofort ausprobieren, ob es wohlig genug ist.

Dieser gefilzte Hund, mit dem ich die alte Decke geflickt habe, hat seine eigene Geschichte und ist wohl Symbol, wer dann da mit der jungen Dame, die regelmäßig zu Besuch kommt, das Bett teilen wird: Emma und Vega.

Damit man für die unterhaltsame Bettlektüre nicht noch einmal aufstehen muß, liegen ein paar Bücher griffbereit unterm Bett.
Und ausnahmsweise liegt jetzt “mal n´haartes Stück Arbeit hinter uns” ( Zitat Eva).