Archiv des Autors: Angelika

Wenn der Sonntag

zum Verweilen einlädt.

Wenn Wünsche und Träume

wahr werden. Wir haben neue Nachbarn. Zumindest für die nächsten paar Tage oder Wochen, solange es noch so schön ist. Jetzt wird es wohl des öfteren passieren, dass mich Hermann von der Nachbarin holen muß, weil ich auf einen Ratscher bin.

So langsam

haben wir alle notwendigen Gartenarbeiten getan und alle baulichen Veränderungen erledigt.

Jetzt ist es an der Zeit, meine Adventbegleiter hervorzuholen.

Und meine Erdäpfelkrippe warten schon sehr gespannt auf ihre Zeit.

Gut angewachsen

ist er, der Mispelstrauch. Wie die Apfelbeere, die ich im gleichen Jahr gesetzt habe, hat er heuer das erste Mal geblüht und Früchte getragen. Das ist unsere erste Mispelernte. Die ersten Früchte habe ich, da ich der Meinung war, die sind faul geworden, ins Gras gelegt. Als ich dann sah, wie blitzschnell die Hennen die Früchte leer gepickt hatten, war ich mir nicht mehr sicher. Und siehe da, eine Nachschau hat ergeben, die gehören so. Jetzt überlege ich mir noch, welche Köstlichkeit ich davon zubereiten werde.

Wie heißt es so schön:

Die späten Rosen sind die schönsten. Ich kann mich da nicht festlegen, ich freue mich vom Frühjahr bis zum Herbst an ihnen. Aber jetzt, Mitte November sind die schon ganz besondere Farbtupfer im Garten.

In den Pausen

Zwischen schneiden, zerkleinern, Kompost umschöpfen, Kompost anlegen, Stöcke versetzen, sensen und sicheln geht sich immer eine Pause aus, um mich am Verfärben und am Verändern der Sträucher und der Bäume zu erfreuen.

Wo bleiben die Spielkarten?

und außerdem brauchen wir noch zwei Stühle, sonst geht sich der Viererwatter nie aus.

Naturzaun

Das Wort Zaun ist gerade in aller Munde und teilt die Gemüter, je nach Sicht der Dinge. Oder je nach Sicht der Menschen. Unseren Zaun, der INNERHALB unseres Gartens zu finden ist, mag ich sehr. Er verstellt die Sicht auf die Kompostanlagen, die zum Teil in schiachem Plastikgrün sind.

Und er ist gewachsen im Laufe dieser Tage und Wochen, da wir den Garten für seine Ruhezeit bereit machen. Jede Schicht erzählt vom Frühjahr und vom Sommer. Die Hennen picken noch die letzten Reste raus und über den Winter wird er sich verändern und verwandeln, bis wir ihn dann wieder neu bestücken. Ein Zaun, der erinnert und erzählt. Von Gurken, Brombeeren, Weinblättern und Sonnenblumen. Drum mag ich ihn, unseren Zaun.

oder an Luise

Sie ist unsere weise, alte Dame in der Frauenrunde.

Oder am satten Grün des Rasens.

oder an den Wolkenschleiern und dem Halo.

Staunen nur kann ich und staunend mich freuen….

oder an Vega

Sonntags

Heute war wieder einer dieser herrlichen, sonnigen, warmen Sonntage. Ein Geschenk des Himmels. Zeit haben und mir die Zeit nehmen, um mich an der wunderbaren Vielfalt der Schöpfung zu erfreuen. Zum Beispiel an Sara, eine unserer schneeweißen Italienerinnen.

Eier legen

Alma brütet wieder einmal. Sie hätte es schon lange verdient, so oft wie sie es schon versucht hat. Aber keine Hähne, keine Küken- so ist es zur Zeit. Rosa leistet ihr seit gestern Gesellschaft.

Gemeinsam sitzen sie in einem der 12 Legenester. Das hindert Fany, unser größtes Huhn, nicht daran, ihr Ei dazuzulegen. So ganz nach dem Motto: Da wird doch noch ein Platz für mich sein???

Ein Fundstück

Bei unserem Besuch auf dem Jauerling wollten wir eigentlich im Naturparkhaus einkehren. Da alle Plätze besetzt waren, haben wir uns in Richtung Jausenstation aufgemacht. Dort haben wir eine kleine Stube mit ein paar Tischen und Stühlen vorgefunden. Bei einer älteren Dame hinterm Tresen konnte man die Bestellung aufgeben. Neben dem Restaurationsbetrieb waren da Regale mit Marmeladen und Schnäpsen und einer Flohmarktecke. Dieser Siphonflasche konnte ich nicht widerstehen, so etwas findet man bei den üblichen Flohmärkten sehr selten.

Das gute Stück ist noch voll funktionsfähig, dient im Moment aber eher dem Tischgeflüster.

Von Schuhen, Jacken und Taschen

Ob Männer so etwas auch kennen, weiß ich nicht. Vielleicht im Hinblick auf Kabel und Schrauben. Von vielen Frauen allerdings hört oder liest man, dass sie eine Schwäche für Schuhe haben. Die haben es mir nie angetan, am liebsten gehe ich barfuß, in meinen Birkenstocks oder in meinen Waldviertlern.

Meine Schwäche waren seit ich mich erinnern kann Jacken und Taschen.

Jacken kann ich nicht leicht weg- oder weitergeben. Die meisten liegen oder hängen noch irgendwo rum. So eine Schutzschicht mehr hilft manchmal gegen die Kälte, oder, dass nicht alles gleich unter die Haut geht.

Und Taschen, ja Taschen kann ich nie genug haben. Ich habe eine eigene Taschengarderobe und es beruhigt mich ungemein, wenn ich an ihr vorbeigehe.
Seit einiger Zeit gibt es ganz besondere und sehr spezielle Taschen. Petra verarbeitet alte Jeans zu wunderschönen und sehr praktischen Taschen. Sehr liebevoll verarbeitet und raffiniert in den Details.
Von ihr stammen auch die Gedanken, dass man wohl nicht für alles, was das Leben so vorbeibringt, die passende Tasche hat. Vielleicht hängt meine Marotte damit zusammen.

Für manche Eventualitäten des Lebens habe ich allerdings immer noch keine passenden Taschen. Wie für jene, die in dieser Karikatur dargestellt ist. Viel zu oft erlebe ich, dass Menschen, vor allem Kindern dies widerfährt. Manchmal hat es für mich den Anschein, dass diese Menschen nichts LEBENDIGES leiden… Da wird es wohl nie die passende Tasche dafür geben…

Heuer habe ich

die Tulpenzwiebel an Allerseelen eingesetzt.
Es gibt eine Geschichte, in der ein Mann gefragt wird, warum seine Blumen so besonders schön sind. Darauf hin antwortet er: “Ich nehme immer all meinen Kummer und all meine Sorgen und vergrabe sie mit den Zwiebeln und mit dem Saatgut.”
So habe ich es heuer auch gemacht, ganz nach dem Motto von Pablo Neruda: “Alle Gräueltaten der Menschen und alle Kriege der Welt können nicht verhindern, dass es wieder Frühling wird!!” Gott sei Dank war ich dabei nicht alleine. Meine treuen Gartlerinnen haben fleißig mitgeholfen, all die Frühlingsblumen in gute Erde zu bringen. Und aller vertrauten Seelen wurde gedacht und erinnert. Jeder Seele ein Zwiebele.

Christl

Anna

Alberta