Ab in den Süden!

Wir waren beide nicht fit, aber die Reiseapotheke wurde prall gefüllt mit Aspirin, Neocitran, die Wohlfühlkiste mit Tees und Wärmflasche: und dann ging’s mit einem Tag Verzögerung los – wir entschlossen uns, trotzdem zu fahren.
Sehr früh, kurz nach fünf fahren wir weg, unser Weg zum Ortasee führt über die Schweiz, den St. Bernhard und bei Bellinzona dann Richtung Lago Maggiore nach Locarno: die Sonne ist schon stärker als jemals in den letzten Wochen, der See glitzert uns mit jeder Welle ein kleines “Ferien!” entgegen. Nur mehr mühsam können wir den Wunsch unterdrücken, stehenzubleiben und einen Kaffee zu trinken, aber ein bisschen weiter noch, nur ein bisschen. Dann ist da plötzlich ein Grenzschild, aus dem geschniegelten zweispurigen Nobelseeufer wird plötzlich eines mit einer wesentlich schmäleren, teilweise holprigen Straße, kaum mehr Villen oder Jachten, entspanntes Genießen ist angesagt. In Cannabio, einem Ort, der seine besten Zeiten lang hinter sich hat, sind die Spuren vergangenen Glanzes immer wieder sichtbar, aber es bröckelt und altert und hat gerade deshalb einen wunderbaren Charme. Wir trinken einen Kaffee am Hauptplatz, der Lago Maggiore wirkt groß und die Straße am Strand ist für einen Bummelspaziergang optimal.
Danach ist es ein genussvolles Weiterrollen, nach Verbania, wo es landeinwärts nach Omegna geht, dem nördlichen Uferort unseres Sees. Da fahren wir in die Stadt hinein um dann plötzlich genau an der Seeuferstraße zu landen, an der es schnell entlang des Ostufers nach Süden geht, kaum eine Viertelstunde später fahren wir ein bisschen den Berg hinauf zu unserem Zielort Ameno: hier waren um die Jahrhundertwende fast nur Villen, jetzt ist es ein verschlafener, ruhiger Ort, an dem die absolute Ruhe nur vom Gezwitscher der Vögel und dem Kläffen von ein paar Hunden unterbrochen wird. Und manchmal bimmeln ein paar Glöckchen…

2 Gedanken zu „Ab in den Süden!

    1. Angelika

      Ja, der Süden, die andere Luft, die Blütenmeere an Magnolien und Kamelien, die Herzlichkeit der Menschen und DEIS GUATE ESSEN haben uns sehr wohl getan. Wie sind gestärkt und auf dem Weg der Genesung. Fit genug für die Alltagseventualitäten.
      Danke für deine Worte, sie waren uns österliche Begleiter.

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