Dieser Adventskalender hat wirklich einiges an Einfallsreichtum und Geschmack zu bieten. So viele verschiedene Braukünstler…
Die ersten Blüten sind da
Mitten im Winter
Schutzschicht und Seelennahrung
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Opa gespürt hat, dass das gut und wichtig für mich wäre, wenn er den anderen Erwachsenen erklärt hat:” Eis miaßts den Madl an Schpeck geben.” Noch heute sehe ich das runde Holzbrett mit dem fein aufgeschnittenen Speck vor mir. Gestreift mit einer herrlich gewürzten Kruste.
Seit einigen Wochen esse ich jeden Morgen(!!!) einen Teller Speck und hoffe, dass ich endlich die Schutzschicht bekomme, die mir so gut tun würde. So eine 5cm – dicke – rundum – Schicht… a Schwartl holt..

Und seit meinem Geburtstag gibts als zweite Runde Schokoladenaufstrich von Venchi und Domori. Zwei Sorten, die uns schon durch unser ganzes gemeinsames Leben begleiten. Ein Gedicht in Streichform.
Die Schutzschicht lässt noch auf sich warten, aber Seelennahrung ist es Tag für Tag.
Wo Hennen sind, sind Mäuse
So haben wir es vor ein paar Jahren von einem erfahrenen Hühnerhalter gehört. Heuer hat sich den Spuren nach eine ganze Familie bei uns eingenistet.
Sie in die Lebendfalle zu locken ist gar nicht so einfach, leben sie doch im Paradies. Vier haben wir schon gefangen und an der gleichen Stelle ausgesetzt. Dort wo es viel Heu, Stroh und Futter gibt. Hoffentlich können sie ihre Freiheit genießen.
Deis isch ou sou a Kräuterhex
So der Kommentar meines Vaters. Das Rezept für diesen besonderen Ansatz hat meine Mutter – eine Kräuterhexe – von eben dieser Kräuterhexe mir Kräuterhexe vorbeigebracht.
Eine spezielle Mischung aus Nadelhölzern und Schafgarbe. Wer auf das Datum und den Mond schaut, weiß: Das können nur Kräuterhexen.
Die Tinktur ist ein Allheilmittel, dient der Stärkung, kann eingerieben werden oder mit Honig eingenommen werden. Wenn das nicht wahre Wunder tut….
Gute Laune mit Erdäpfelgulasch (nach Plachutta)
Die Tasse (sie gehört Eva) zeigt den Zustand VOR dem Essen an – nachher geht’s einem bestimmt besser — besonders wenn’s draußen kalt und ungemütlich ist. Ein richtiges Wohlfühl- und Gute-Laune-Essen! Sehr einfach, Hausmannskost hat man dazu früher gesagt und das Rezept dazu stammt wieder aus dem Wiener Kochbuch vom Plachutta: da sind viele solche Rezepte drin, urösterreichisch, wir sind mit diesen Essen aufgewachsen.
Ich habs so gemacht: 20 dag Zwiebeln in halb-halb Olivenöl-Butter-Mischung goldbraun rösten, mit 20 g Räucherpaprika kurz durchmischen und sofort mit beherztem Schuss Apfelessig ablöschen. Mit einem ¾ l Gemüsebrühe aufgießen, zwei gepresste Knoblauchzehen und Kümmel und gscheit Majoran dazu. 80 dag geviertelte Kartoffeln=Erdäpfel dazu, gegen Ende der Garzeit 30 dag in halbierte Scheiben geschnittene Knacker dazu. Immer wieder umrühren, damit ein Teil der Kartoffeln die Soße sämig macht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu Bier, what else?
Die Christrose
begleitet mich schon über Jahre. Im Garten habe ich nicht wirklich Glück mit Ihnen. Für unsere Hennen sind die beiden Stöcke Leibspeise – kein Wunder. An diesem blühenden Exemplar bin ich nicht vorbei gekommen. Ist sie doch immer jene Pflanze, die mich daran erinnert, dass Blüten auch unter Eis und Schnee gedeihen können.
Die Kirschzweige treiben aus
Jeden Tag schaue ich ganz genau, ob ich schon irgendwo etwas Grünes entdecke. Einige Triebe der Kirschzweige zeigen in Richtung aufblühen. Auch an Stellen, an denen gewaltsam abgerissen worden ist. Es ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein Wunder der Natur und ein Wunder des Lebens. Und immer wieder tröstlich.
Es paktelt und kekselt
Rezeptkarten
Schule des Lebens
nennt sich die Landwirtschaftliche LEHRanstalt in Imst und diesem Namen macht sie alle Ehre. Wir haben vor ein paar Tagen den Hofladen dieser Einrichtung besucht, um Apfelsaft und Apfelessig einzukaufen. Sowohl der Laden, als auch das angrenzende Café und viele Geschenkartikel sind Projekte der Schule. Viel Handwerk, Kreativität und Lebenswissen ist dort zu finden.
Und wenn ich mir so die Worte und Sprüche genauer betrachte, dann muss ich sagen: Das wäre eine Schule, wo derartiges im Lehrplan stehen würde. Eine Schule ganz nach meinem Geschmack.
A Riegele oder Friedl, schau åber
Mein Adventskalender hat jeden Tag nicht nur ein ganz spezielles Bier für uns bereit, sondern jede Menge Geschichten und wohltuende Erinnerungen.
Gestern war es ein Riegele. Die Produkte dieser Brauerei begleiten uns schon eine ganze Weile. Claudia und Robert haben sie uns in unser Leben gebracht. Und dann tauchen auch gleich die Bilder von Augsburg, der Brauerei und dem Gasthaus auf. Den Besuch sollten wir wiederholen. So gemütlich und so gschmackig.
Wenn ich dann bei den Aromen Maracuja, Pfirsich und Aprikose lese, fällt mir immer der Friedl ein. Bei unserer letzten Begegnung haben wir mit dem Bierliebhaber über Weizenbiere geredet, fast schon philosophiert.
Und das schmeckt nach Banane, hat Hermann gesagt. Noch immer sehe ich das verständnislose Gesicht von ihm vor mir: Na, so einen Blödsinn hat er doch überhaupt noch nie gehört. Bier schmeckt nach Bier. Und hat einen kräftigen Schluck genommen. Das-nach Banane-hat er noch einige Male mit Kopf schütteln kommentiert.
Gestern haben wir mit dem Riegele auch auf den Friedl angestoßen. Ich sehe ihn Kopf schütteln – nåch Måråkuiå – a sou a Bledsinn…
Weihnachtskekse selbstgemacht
Das geht sich heuer nicht aus. Es ist Ruhe und Langsamkeit angesagt. Nicht ganz freiwillig, aber inzwischen ganz gut zum Nehmen. Und dann, am Gaudetesonntag, werden uns Weihnachtskekse vor die Tür gestellt. Selbst-gemachte. Unerwartet. Mit viel Herzlichkeit und noch mehr Geschmack. Mit Anteilnahme und Achtsamkeit.

