
Natürlich haben wir auch eingekauft: auf dem Markt in Omegna einiges an Gemüse, zuletzt beim Dorfmetzger (im kleinen Ameno — etwa 1.000 Einwohner — gibt es alles: Metzger, Gemischtwaren, Gemüsehändler, einen Wirt, ein Restaurant und einige Agriturismi in der näheren Umgebung: Neid!) Parmaschinken.
Nach ein paar Rasttagen nun die erste Verkostung: wir hatten noch Bandnudeln aus Campofilone, den Marken, gemeinsam mit dem Parmaschinken und der sehr einfach gekochten Zichorie war das ein einfaches und doch außergewöhnlich gutes Abendessen.
Für die Fettucine für 2 Personen (wieder einmal nach Marcella): 60g Parmaschinken in Scheiben, in dünne Streifen geschnitten und in 20g Butter in etwa 2 Minuten braun gebraten mit etwa 1/16l Sahne aufgießen und einkochen lassen. Die gekochten Bandnudeln direkt in die Soße, 2 EL Parmesan, unterrühren und sofort servieren.
Die Zichorie einfach in Salzwasser kochen (dauert nicht länger als 5 Minuten), abgießen und lauwarm mit Olivenöl anrichten.
Dazu Rotwein und mehr Parmesan zum Bestreuen servieren. Schwarzer Pfeffer schadet nie. Grandios und einfach!
PS: Mit diesen herrlichen Grundzutaten schmeckt das schon von vornherein rasend, da braucht man nichts sonst als Würze. Wär schade.
Donata e Pane
Wir sind heuer wieder in derselben Unterkunft gelandet – und wieder war das Frühstück jedesmal ein Fest. Ein ganz besonderer Bäcker (mit speziellem Zeichen!) backt für sie und ein paar andere Ausgewählte. Wir konnten das Brot genießen: frisch angeschnitten von der Wirtin Donata selbst!
Pane e vino Orta San Giulio
Am Hauptplatz in Orta, an der Seite, etwas versteckt, stehen ein paar Tische – Angelika hat sie zielsicher angesteuert – zwei Schilder weisen hin: keine Bar, keine Cafeteria. Pane e vino — prodotti tipici in degustazione. Auf den beiden Karten – kleine Tafeln mit vielen Blättern des Wein- und Speisenangebots das Motto: La semplicità è l’anima della felicità. Man bekommt hier Kostproben von allem was sie haben. Zubereitet wird höchstens ein Salat oder eine Torte.
Die drei Inhaber aus Gravellona Toce — ein paar Kilometer entfernt, ziemlich in der Mitte zwischen Ortasee und Lago Maggiore — sind auf einem großen Schild, gemeinsam mit John Lennon wie auf dem berühmten Abbey-Road-Cover abgebildet: Ein Mann mit Bart, er war selbst 20 Jahre im Ristorante “Venus”, nebenan mit der schönsten Aussicht in Orta beschäftigt, seine Frau und seine Schwester haben ihre eigene Vorstellung eines Lokals gemeinsam verwirklicht: sie sind nun in der dritten (Sommer-)saison hier, von März bis Oktober. In jedem Detail steckt Liebe und Sorgfalt und eine Hand für Schönes. Im Laden kann man alles Verkostete auch kaufen, jeder Zentimeter mit Köstlichkeiten vor allem aus der Region: vom Honig über Käse, natürlich alles, was man sich an Wurst und Schinken vorstellen kann, ausgewählte Fisch-Konserven vor allem aus Portugal.
Dass hier versucht wird, die Liebe und die Begeisterung für gute und echte Lebensmittel weiterzugeben ist offensichtlich: jedes der grandios zusammengestellten Verkostungsteller ist auch optisch ein Kunstwerk und man kommt beim Genießen aus dem Staunen über die Herrlichkeiten nicht mehr heraus. Im Vorbeigehen wird manchmal noch darauf hingewiesen, was für eine Besonderheit man da gerade auf dem Teller hat. Allein der Brotkorb mit besonderen Broten (auch mit Pasta madre) ist eine Bestellung wert.
Ich weiß nicht, wie oft der Versuch, Glück zu vermitteln gelingt. Uns haben sie glücklich gemacht, bei jedem Besuch. “Gottvoll!” würde Margit sagen. Besser kann man es nicht formulieren.
Palmsonntagsgeschenk
Unsere Büsche, die heuer (gefühlt) doppelt so groß sind wie letztes Jahr, sind ein Paradies für Vögel: sie rasten dort, picken herum (besonders an Stachelbeere und Sanddorn) tollen und spielen. Nicht selten sind es ganze Gemeinschaften: Spatzenbanden, turtelnde Pärchen oder Familien beim Ausflug.
Am Palmsonntag waren es (Blau-)Meisen, die winzige Sprößlingin war gegen eine unserer großen Scheiben geflattert, aber zum Glück nur leicht benommen. Die Eltern saßen auf den Sträuchern und am Zaun und ließen laut und mit sehr schöner Melodie hören, wo sie saßen. Angelika fand die Kleine, hob sie auf, tröstete sie und nach kurzer Zeit flog sie davon. Wir konnten die drei noch eine Weile hin- und hersausen und Rast machen sehen. Dann flogen sie davon.
Kurze Zeit später machten auch wir uns auf den Weg. Ab in den Süden!
Danke Susanne Schneider
Klettern war, Schaukeln ist
Sara am Laufsteg
Hennenparadies
Der Teil des Gartens gehört den Hühnern – mit Ausnahme der Hochbeete, die sind gut geschützt. Um die Schattenplätze mit Beschäftigung, Futter und Spiel zu kombinieren, haben wir ihnen einen mit den alten Strohballen und den Paletten einen Parcours gebaut. Sie haben sehr viel Freude daran und wir immer etwas zum Schauen und zum Lachen.
Der Osterhase
Spielereien
Auf sie ist einfach Verlass, auf die Dirndln und Schlehen. Egal wie der Winter war, egal welche Wetterkapriolen es gibt, sie blühen jährlich aufs Neue in all ihrer Pracht und in all ihrer Fülle. Allem Anschein nach hat ihnen auch der kräftige Rückschnitt gut getan.
Seit der vordere Teil des Gartens MIR gehört, das heißt, ich teile nicht mehr mit den Hennen, erlauben sich sowohl der Garten als auch ich einige Spielereien. Ich baue Stuanmandeln, da ich sie ja jetzt nicht mehr zum Schutz gegen das Scharren brauche und der Garten treibt unterirdisch aus. Der Sanddorn hat zwei Meter weiter einen Ableger getrieben und die Lilien habe ich seit zwei Jahren nicht mehr austreiben gesehen. Eine tägliche Entdeckungsreise.
Die Markerbse Alderman
wird heuer neben Hinrichs Riesen und Mombacher Speck in den Hochbeeten ausgesät. Gott sei Dank gibt es inzwischen wieder vielfach kultiviertes Saatgut sogenannter alter Sorten. Und hoffentlich bleibt uns diese Vielfalt noch lange erhalten.
Ich habe Gefallen an all den sonderbaren Namen der einzelnen Körner gefunden – bis vor Kurzem habe ich nicht gewußt, dass es MARKerbsen gibt. Mit Mombacher Speck hätte ich keine Bohnensorte in Verbindung gebracht und Hinrichs Riesen waren in der Sagenwelt beheimatet. All das wird neben den Berner Landfrauen (Stangenbohnen) und dem Forellenschluss (Salat) zumindest einmal angesetzt, aber hoffentlich auch wachsen und gedeihen. Auch die Mairübe als Lieferant für alle B-Vitamine, Karotin und Folsäure wird unseren Garten mit ihrer Heilwirkung bereichern.
Jute, Holz und Ton
sind die Materialien, die meine Pflanzen, Büsche, Sträucher und Bäume heuer begleiten werden. Und mir sind sie Hilfe, wo ich denn was ausgesät habe. Mit dem letzten Gartenjahr waren die alten Schilder aufgebraucht oder durch die Witterung verbraucht, die Bindfäden haben sich schon beim Hinschauen aufgelöst, so war es Zeit für Nachschub. Diesmal habe ich mich für einen klassischen Gartenzwirn aus England und für Holzschilder entschieden. Das sollte wieder ein paar Jahre halten und überdauern. Dass die Tonschilder von Petra noch Jahrzehnte ihren Dienst tun werden, steht außer Frage.
Bertramwein
Wermutwein nach Hildegard von Bingen
Es sind die klassischen Kräuter, die Hildegard von Bingen oft und gerne verwendet hat, mit der auch diese Kräuterweine angesetzt werden. Die Rezepte habe ich von meiner Mutter, die immer wieder einmal Kräuter- und Heilseminare besucht. Für die Zeit bis Pfingsten habe ich mich für zwei dieser Kräuterweine entschieden.

