Von der Brache und vom Sein lassen

Es hat mich einiges an Überwindung gekostet, die Beete brach liegen zu lassen. Die Pläne für die heurigen Ferien haben dazu beigetragen, dass es mir leichter fällt. Immerhin wollten wir für 6 Wochen auf dem WEG sein. Vega war dann der Auslöser, doch noch ein Jahr zu warten. Dann kam Gott sei Dank der SOMMER 2015 mit Wärme, lauer Luft und der täglichen Möglichkeit, draußen zu leben. Ja, im Moment leben wir draußen, nützen alle Zeit, um Sonnen- und Sommerenergie in uns aufzusaugen. Und um NICHTS zu tun- sein zu lassen- eben Brache. Siesta in Mühl, eine ganz neue Lebensform. Mir fällt es nicht leicht, NICHTS zu tun, ich bin ein Kind meiner Eltern, aber dieser Sommer lädt dazu ein, das SEIN zu lassen, statt selber zu tun.

Ja, und im täglichen Einüben des SEIN LASSENS erfahre ich, dass sich vieles von selber erledigt, dass weniger oft mehr ist, dass Erholung sein darf(!), dass die Gemütlichkeit oft zu kurz kommt und dass das SEIN so einiges auf Lager hat, worauf das SELBER TUN gar nicht gekommen wäre. Dieser Sommer beschenkt mich auf vielfältige und tiefsinnige Art und Weise.

Rosa Bier und alkoholfreies Weizen

Angelika hat mit ihrer Etikettenspürerei wieder einmal einen Volltreffer erzielt: das „Francesca“ von Rattabrew, ein belgisches Wit mit Heckenrosen (oder Hagebutten?) und Hibiskus – was das ganze rosa macht – hat pure Begeisterung ausgelöst: fruchtig, spritzig, weich – ein Frauenbier (sagt Angelika)! Die Etiketten sollte man genau studieren – eine Fundgrube! Überschrieben mit einem Dante-Zitat, das von Paolo und Francesca, dem berühmtesten Liebespaar zu Dantes Zeit handelt, spielt das Zitat noch mit dem Firmennamen… Aber das ist nicht alles. Da ihre Biere auch in Amerika gerne getrunken werden, gibt man übereifrige Warn- und Entwarn-Hinweis: Frau mit Bauch: NO, Mann mit Bauch: GO!

Alkoholfreies Bier hab ich bis jetzt geringgeschätzt, die ersten, die ich vor vielen Jahren getrunken hab, haben nicht sonderlich entfernt an gängige Geschirrspülmittel erinnert. Da war der Zitronengeschmack auch schon drin, und geschäumt hat’s auch. Aber nach einem Besuch beim Friedl in Maria Bildhausen war klar: das muss ich noch einmal probieren. Das Paulaner als erstes, ein Kristallweizen. Naja. Dann aber, mit dem richtigen Riecher, weil als normales Bier oberste Liga: das Franziskaner. Und das ist umwerfend! Nur eines hab ich getrunken, das noch ein bisschen süffiger, weil etwas saurer ist, das Riegele aus Augsburg. Aber gibt’s natürlich nirgends, nicht einmal im benachbarten Füssen. Aber: rein mit einer Zitrone und das Franziskaner ist so gut, dass ich, auch wenn die „psychoaktive Wirkung“ fehlt, viele Lager dafür stehen lassen würde. Kühlste Empfehlung!

Kieselgur

Wer Hennen hat, der weiß um die rote Vogelmilbe. Je wärmer, je mehr. Bei den heurigen sommerlichen Temperaturen ist sie uns ausgegangen, die Kieselgur, jenes Wundermittel, das diese Quälgeister vertreibt. Und so heißt es zur Zeit guren, guren, guren und nochmals guren.

Die Goldmelisse

Nach Jahren der Entbehrung wächst sie wieder im Garten, die Goldmelisse. Der Ableger von Tante Frieda aus dem Osttirol ist gut angewachsen und blüht vor sich hin. Ich mag sie ob ihres Geruchs und ihres Geschmacks. Ein paar Fäden davon ins kühle Wasser ergeben eine feine Erfrischung. Der Rest wird für schweißtreibenden Tee aufbewahrt.

Ein Besuch in der Getränkegalerie in Lechaschau

Ein kleiner Laden, liebevoll hergerichtet, in Lechaschau bietet Wein und – was uns vor allem interessierte – Biere aus fernen Ländern, die hier, im Außerfern sonst nicht so leicht zu bekommen sind. Der Schwerpunkt liegt allerdings deutlich im Norden Europas – deutsche, belgische, englische, schottische und irische Biere werden angeboten. Davon gibt’s tatsächlich einiges, wenngleich die Auswahl naturgemäß eben eine ist: die ganz ausgefallenen (z.B. von brewdog) sind natürlich nicht (immer) lagernd.
Wir haben also eine Auswahl eingekauft und auch verkostet – für uns nicht ganz einfach, weil wir einen recht speziellen Geschmack haben, geprägt durch die im freien Stil gebrauten Craft-Biere, die das Reinheitsgebot nicht einmal ignorieren da sind dann viele von diesen eben höchstens „nett“, auf keinen Fall aber Begeisterung auslösend. Die hier abgebildeten fallen alle in diese Kategorie – bis auf den Nesselwanger Bock der in seiner weichen kräftigen fast schon schwarzbierigen Charakteristik schon großen Spaß macht. Von denen wartet noch etwas, und die brewdogs warten auch noch…

Freude! Freude! Überraschung! Freude!

Eine ganz besondere Freude hat uns diese Karte bereitet.Sie riecht nach Jugend, nach weiter Welt, nach Abenteuerlust, nach Neugierde, nach Herzlichkeit, nach Kreativität, nach Spaß, nach LEBEN und stärkt die Verbindungen und die Verbundenheit.

Und KLOCKERIA klingt gut, sehr gut!!!!

Das passiert wohl

nur bei frisch geputzten Fenstern. Die Jalousien waren trotz starkem Regen nicht zu, dafür alle Hennen drinnen!!

Iatz sein se wieder zsåmm

Genau beim Grabl von Agathe und Oktavia hat sich dieser Regenbogen hingestellt. Eben jetzt nach einem Wolkenbruch. Jetzt sind sie wieder alle zusammen, drüben auf der Regenbogenbrücke!

Ernten und gleich verkochen

Das gehört zu den Genüssen eines Gartens. Diesmal waren es die Karotten mit der violetten Schale und der erste Ufokürbis. Geschmacksexplosiver Synapsenknaller !!!!

 

Stockrosen Im Sonnenschein

Schnell genug

war ich ausnahmsweise, um diesen Augenblick festzuhalten. Es war ein netter Beitrag zur Erheiterung, den Morele da geliefert hat. Beim Test, ob sich dieses Dreibein nicht auch als Legenest eignen könnte, sind beide umgefallen und der Riemen hat sich dabei um Morele gewickelt. Ich hatte schon einen Film in meinem Kopf, ein Huhn rennt mit einem Dreibein um den Bauch durch den Garten. Aber nein, eine elegante Drehung und Morele ist so, als ob nix gewesen wäre, in Richtung Stall.

Die Gärtöpfe

und die Beschwersteine sind bereit, um die heurige Krauternte in Empfang zu nehmen.

Obwohl die Hennen illegalerweise zwei Krautköpfe als Naschereien auserkoren haben, kann sich die 2015er Ernte sehen lassen.

Wenn es in der Küche

so ausschaut, dann hat Hermann meistens einiges vor. In diesem Fall hat er allerlei Köstliches zubereitet, damit Leib und Seele auch, oder gerade in Trauerzeiten zusammengehalten werden.

In Memoriam

Mitten in der Nacht beginnt der neue Tag

An diese einfache, bekannte, manchmal vertraute und alte, aber auch immer wieder vergessene Wahrheit bin ich gestern wieder erinnert worden. Ja, in der dunkelsten Nacht beginnt bereits der neue Tag.

Es war der Titel des ersten Liedes, das der Chor beim Requiem gesungen hat. Und während diesem Lied hat Oktavia, die nur mehr eine Hand voll war( sie hatte nur mehr 550g) ihre Flügel ausgestreckt und ist in eine neue Zeit geflogen.

Und sie wird singen, sie wird lachen, sie wird” des gibts nit” schreien, in der neuen Zeit, in der neuen Zeit( frei nach Ludwig Hirsch).

Sie hat so gekämpft, sie war so tapfer und es hat am Freitag Nachmittag noch so nach Besserung ausgesehen.
Am Samstag früh war dann, der mir inzwischen sehr vertraute Moment, wo sie die Augen nicht mehr aufgemacht hat- nur noch einmal, mit aller Mühe, wie alle anderen Hennen und Hähne vorher auch. Wer diesen Blick einmal gesehen hat, der weiß, er schaut in den Abschiedsschmerz- in all seiner Stärke, in all seiner Kraft, in all seiner Trauer, in all seiner Sehnsucht, mit all dem LEBE WOHL.

Dann kam nur mehr dieses ruhige Atmen und dann die Erlösung.
Bei ihr habe ich lange gerungen und gesucht, wo der Beginn, der Auslöser, der Anfang war.Ich hatte es vergessen, dabei war es mir, als ich sie das erste Mal so versunken im Gras sitzen sah klar, ich habe es ihr auch gesagt. Doch dann fängt mich immer wieder das Ringen ums Leben, immer wieder, eine Chance gibt es noch, ein….
Nachdem ich sie auf Heu gebettet hatte, habe ich in unserem Hausbuch unter dem Schlagwort Oktavia nachgesehen, und ihr kurzes Leben noch einmal an mir vorüberziehen ziehen lassen. Dabei ist mir auch klar geworden, warum Vivienne immer bei ihr im Schupfele schlafen wollte: Die waren von Anfang an zusammen. Es gibt einige ganz nette Fotos.

Beim Blick aus dem Fenster traute ich meinen Augen kaum.Das glaubt uns kein Mensch, habe ich zu Hermann gesagt. Nach dem Miterleben dieser innigen, fast heiligen Momente, in denen Vivienne Oktavia geputzt und gesäubert hatte, haben wir doch noch ein Foto gemacht- fürs Lebensalbum.