Archiv des Autors: Angelika

Entdeckungen

Wir sind immer noch am Fasten, Räumen, Sortieren und Misten. Wo verwahrt und entsorgt wird, stehen meist einige Schachteln herum. Da fällt die Unterscheidung oder die Entsorgung leichter. Jeder, der einen Kater seinen Hausherrn nennen darf, weiß, dass jede leere oder neue Schachtel mindestens einmal ganz intensiv- am besten während der Arbeit der Zweibeiner- begutachtet werden muß. Es könnte ja sein…

Vor Jahren habe ich einmal eine sehr treffende Beschreibung des Wortes ENTDECKEN gehört. Entdecken heißt finden, wonach man gar nicht gesucht hat. So ergeht es mir gerade beim Aussortieren. Diese Entdeckung hat wohlgetan. Hilfreiche Erinnerungen an die Grundaussagen der Hl. Hildegard. Eine kluge Frau.

Entdeckt hat Hermann auch einen REST einer Himbeersauce. Die habe ich angesetzt für den herrlichen Likör, den diese Beeren hervorbringen. Im März habe ich auch noch nie Himbeeren angesetzt. So ist das bei der Restlverwertung.

Kellerschätze

Beim Heilfasten entdecke ich jedesmal wieder die Intensität des Geschmacksinns neu. Jeder Schluck Tee birgt neben seiner Wirkkraft diesen intensiven Geschmack der Heilpflanze in sich.

Und es geht ums reinigen und durchputzen, ums lindern und lösen. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich doch noch zwei Flaschen Holersekt aus alten Zeiten im Depot.

Nachdem ich fündig geworden bin, hat Hermann die Anweisung bekommen, wo und wie er die Flaschen öffnen soll. Immerhin stand auf dem Schild: PFINGSTEN 2007. Ich weiß zwar, dass ich ein gutes Rezept habe- noch nie hat es eine Flasche zerrissen. Ich weiß aber auch, dass die einzelnen Flaschen recht unterschiedlich im Geschmack sein können.

Beide Flaschen waren hervorragend im Geschmack. Die erste haben wir umgefüllt und um Hermann zu zitieren, ist das kein Holersekt sondern ein Holerchampagner. Ich kann ihm nur recht geben. Langsam perlend und sehr weich und rund im Geschmack.

Darauf hin haben wir uns entschieden, dass heuer wieder einmal ein paar Flaschen dieser Köstlichkeit gemacht werden. Und ich stelle mir die Frage, ob Holersekt über die Jahre auch reift. Ich werde es ausprobieren und das Rezept NOCH nicht verraten, ganz nach dem Motto: ALTES FAMILIENREZEPT.

Räumen und Reinigen

In der Beschäftigung mit unseren Restbeständen hat es sich ergeben, dass wir jetzt fasten. Jeder von uns beiden wie es sich stimmig anfühlt. Innerlich werden wir mit all den guten Tees und Suppen gereinigt und zugleich gestärkt. Ballast abladen und loswerden spielt sich auch im und ums Haus ab. Es wird repariert und vorbereitet, geordnet und sortiert, weitergegeben und noch einmal ganz anders wieder verwendet. Alles findet seinen Platz und viel Platz wird frei. Wieder einmal Leere erleben und dabei sich bei jedem Stück der Fülle bewußt werden.

Die Sonne hat sich verirrt

Sie ist ins Ausserfern gekommen und hat uns gestern einen kühlen, aber strahlenden Tag geschenkt. Da wirkt der Leberwickel beim Fasten gleich doppelt.:-))

Bier trinken für eine bessere Welt

So, aber jetzt haben wir uns ein Bier verdient. Ein Pilgerbier aus San Gimignano. Demjenigen Mann gewidmet, der die erste Beschreibung der VIA FRANCIGENA aufgeschrieben hat: SIGERIC.

Dazu noch die Anregung von Björn Kern in der Zeit. Lesenswert.

Von Wundern und Wissen

Es erstaunt mich immer wieder, was die Menschen früher alles herausgefunden, angewendet und gewusst haben. Für die Wintermonate haben sie Eier in Kalk oder in Wasserglas eingelegt. Wir wollten wissen, wie und ob das so auch funktioniert und haben vor fast 3 JAHREN(!!!!!) 20 Eier in Wasserglas aufbewahrt. Jetzt sind wir schon so richtig in Schwung mit Restlverwertung und ich wollte es genau wissen. Vorsichtig habe ich Ei für Ei geöffnet, daran geschnuppert und es in eine Schüssel gegeben. Danach war Hermann dran mit riechen. Tadellos. Wir haben dann eine Pfanne Rühreier für unsere Mädels gekocht. Das tut ihnen in den Wintermonaten besonders gut und wir wollten uns bei ihnen für diese Wunder der Natur, die sie uns täglich so reichlich schenken, bedanken. Guat håts gschmeckt. Jede Wette hätte ich verloren, wenn mir jemand gesagt hätte, dass man drei Jahre alte Eier noch essen kann.

Da unsere Mädels zur Zeit so brav legen werden wir diesmal zwei Gläser gefüllt mit Eiern einlegen. Für Kekse und Kuchen.

Kastanienmehl Nummer 3

Auf meiner Suche nach Rezepten zu Kastanienmehl habe ich immer wieder gelesen, dass man in jedem Rezept das Mehl durch einen Teil Kastanienmehl ersetzen kann. Geraten werden circa 20%. Das vorletzte Sackl mit diesen gemahlenen Maroni haben wir für einen Nudelteig verwendet. 160g Hartweizengries, 100g Kastanienmehl, Salz, ca.1/8l Wasser. Gegen Ende des Knetens die Hände noch ein bis zwei Mal befeuchten, so entsteht ein sehr geschmeidiger Teig. Nach dem Rasten ( eine halbe Stunde ) haben wir dann MALFATTI geradelt. Bedeutet soviel wie unregelmäßig gemacht.

Kastanienmehl Nummer 2

Ein Brotrezept so ganz nach meinem Geschmack habe ich auf der Suche nach 6- Mehlsorten – gehören- verwertet gefunden. Diesmal habe ich das farro integrale mit dem Kastanienmehl gemischt. Dieses Volldinkelmehl aus der Nähe von Orvieto war die perfekte Ergänzung zu den Hanfsamen aus dem Waldviertel und den Walnüssen aus Osttirol. Was ich ganz besonders mag, einfach alles mischen, in eine Form geben, gehen lassen und backen.

Ein sehr ASIGES Scheibenbrot mit kernigem Geschmack ist entstanden. Meine persönliche Empfehlung: nur Butter drauf.

Regelmäßig werden unsere Obstkisten, gerade gegen Ende des Winters kontrolliert. Da gab es einige Quitten und Äpfel mit Faulstellen. Gerade soviel ist übrig geblieben, dass sich ein paar Gläser Gelee ergeben haben.

Kastanienmehl Nummer 1

Beim durchforsten und durchwühlen( im wahrsten Sinne des Wortes) der Lebensmittel im schwarzen Kasten waren am Ende der Reinigungsaktion 6 angefangene Mehlpakete verschiedenster Herkunft und Machart übrig. Zwei davon Kastanienmehl aus Italien, das Eva früher gerne für ihren Kuchen verwendet hat. Ich habe mich auf die Suche nach Rezepten gemacht und habe ob der Zufälle recht geschmunzelt. Kastanienmehl war das Mehl der ärmeren Bewohner der Bergdörfer Süditaliens.

Das erste Rezept, das wir ausprobiert haben, galt als arme Leute Essen in Umbrien.

Eine Castagnaccio. Die Pinien habe ich durch Onkel Anders Walnüsse ersetzt, der Rosmarin stammt von unseren Urlaubsreisen in die Toskana und nach Umbrien. Das Rezept habe ich von mestolo, einem vegetarischen Kochblog, der schon länger auf Hermanns Leseliste ist.

Das Ergebnis: ein Duft- und Geschmacksbad in mediterraner Lebensfreude.

s’alte Kastl

war mein erstes Projekt. Vor vielen Jahren habe ich es als Spiegelkommode bei der Issba, einem Seconhhandladen gekauft. Beim Übersiedeln haben wir dann den dreiteiligen Spiegel abmontiert und das Kastl auf die Terrasse gestellt. Es war Sammellager und Abstellplatz für jeden Gruscht. Jahre später habe ich es dann, so gut ich es konnte, sandgestrahlt. Das Furnier hat einige Farbreste nicht freigegeben, dafür hat es sich gewellt. Irgendwo hatte ich noch Möbelknöpfe, die ich von der ganz alten Küche abmontiert hatte. Ich wollte ausprobieren, wie es sich macht, gereinigt, frisch eingelassen und mit anderen Möbelknöpfen versehen. So steht es jetzt da, bei meinem Schaukelstuhl und dem Dreibein, ist mit heiligen Dingen bestückt und verwahrt ganz viel Bedeutsames und Gehaltvolles.

Ganz so schneidig

wie unsere Mädels bin ich nicht, was das Wetter betrifft, aber ich habe mich entschieden, das Beste draus zu machen. Das fällt mir nicht immer leicht, weil es mir aufs Gmiat druckt. Da kamen die Anregungen des Katholischen Familienverbandes, die sich mit dem Thema: GUTES LEBEN- BESINNUNG AUF DAS WESENTLICHE beschäftigen gerade recht.
Die Fastenzeit hat ja Gott sei Dank einige Wochen auf Lager, sodass sich unsere Ideen zumindest zu einem guten Teil verwirklichen lassen.
Wir haben angefangen Reste zu verkochen, angefangene Paktln zu verwerten, Möbelteile zu restaurieren oder zu verstellen und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus, was sich da alles mit WIEDERVERWERTUNG und RESTLVERWERTUNG produzieren lässt.

[Fastenzeit 2015]

Dauerapril

heißt die Großwetterlage, die wir gefühlt seit 8 Wochen haben. Es regnet, es schneit, es ist bewölkt, es regnet, es schneit, für 30 Sekunden zeigt sich die Sonne, es ist bewölkt.

Unsere Mädels lassen sich dadurch nicht erschüttern und nützen ihren Freigang bis es dämmert.

Wenn Hermann

derart konzentriert arbeitet und dabei strahlt, allerhand ausprobiert und gekostet wird und der Tisch besonders dekoriert ist, dann bedeutet das zumeist, wir bekommen Besuch.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Herlinde und Richard ihre Heimreise über die Klockerei gemacht haben. Es war ein feines Zusammensitzen, ratschen, sich austauschen und uns durch Hermanns Kocherei zu probieren.

Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen.

Drinnen

Dafür erstrahlt drinnen eine Atmosphäre der Wärme, das Grün des Erblühens liegt nicht nur in der Luft. Geborgen und Getragen von Herzlichkeit und Lebenskraft.

Die nächtlichen Temperaturen

schaffen immer noch diese herrlichen Gebilde. Noch ist es zumindest auf den Bergen recht winterlich.