Archiv des Autors: Angelika

Die Vorstufe zum Himmel

ist MARIA BILDHAUSEN. So war die Antwort vom Friedl, danach gefragt, ob er woanders hinziehen möchte. Im Juni letzten Jahres haben wir noch ein paar Tage miteinander verbracht. Jetzt waren wir wieder in Maria Bildhausen, dem Friedl die letzte Ehre erweisen. Neben einigen markigen Sprüchen, dem Unglauben, dass Weizenbier auch nach Banane schmecken kann, werden uns die Zeilen des folgenden Gebetes immer an ihn, seine Tatkraft, seine Visionen und seine Werte erinnern.

Lieber Herr und Gott!

Setz dem Überfluss Grenzen und lass die Grenzen überflüssig werden. Nimm den Ehefrauen das letzte Wort und erinnere die Männer an ihr erstes.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung. Schenke uns und unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte die wohl tätig, die aber nicht wohltätig sind, und lass die, die rechtschaffen sind auch Recht schaffen.
Sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen, aber wenn Du es willst, noch nicht gleich. Amen. Gebet eines bayerischen Pfarrers aus dem Jahre 1864

Danke Friedl.

So klein ist die Welt geworden

und dabei doch so herrlich weit geblieben.

Ein Einkauf in einem neuen Getränkeladen, ein paar Klicks im Internet und auf einem Tisch in Mühl, im hintersten Tirol, steht Dosenbier aus Kanada ( in einer sehr stilvollen Dose) und

eine Geburtstagskarte aus Maine( der nordöstlichste Bundesstaat der USA, der an zwei Seiten von Kanada umgeben ist, am Meer liegt und nur an einer Seite an die USA grenzt)
In diesem Maine lebt eine Frau, die derartig herrliche Fotos macht und daraus Karten und Ohrringe gestaltet. Alle Küken dürfen auf ihrem Land glücklich und zufrieden alt werden. Auf die Idee gebracht hat sie ihre Tochter, die, wie so viele Töchter auch die Küken VERKLEIDET hat. Die erste dieser Karten war die Geburtstagskarte für Hermann.

Ehrentage

Die Schuladministration hat es nicht wirklich gut gemeint, mit dem Geburtstagskind. Bis 20.00 Uhr hat er die Eltern informiert. Aber dann waren da doch noch ein paar Stunden, um ihn zu feiern, den Herrn des Hauses. Vor einem Jahr hat er von Eva diese Sparhenne für Reisen geschenkt bekommen. Wir haben sie das Jahr über mit Kupfer gefüttert und ab und zu sind noch Bonusmünzen darin verschwunden. Zum Geburtstag wurde sie geleert und der Ertrag in die Reisekassa gegeben.

Der Wunsch, viele besondere Momente, auf die es sich lohnt, ein Glas zu erheben, ist in Form verschiedener Spezialgetränke ins Haus gelangt. Dass eines davon DIE PERFEKTE HOCHZEIT heißt, hat ihn recht erfreut.

Und an diesem Getränk konnte ich nicht vorbei. Erstens verschönert uns ein Vogelpärchen dieser Art gerade jeden Morgen. So nette Pommelen. Ja, zweitens kaufe ich meist nach Gefallen am Etikett ein.-))

Grande Amore

Guat zuareden

Die nächsten Blüher nach Schlehe und Dirndl haben viele und pralle Knospen angesetzt. Jeden Tag kann der Moment da sein, an dem sie ihre herrlichen Farben und ihre zarten Blütenblätter zeigen: die Kirsche, die Quitte, die Apfelbeere und die Mispel. Egal, wie verschoben die Blühzeiten sind, jährlich ist zeitgleich Kälte, Schnee oder gar Frost Teil der Wetterprognose. Heute Abend bin ich noch eine Runde gegangen, habe allen Sträuchern und Bäumen gut zugeredet und sie gebeten, sich ihr Blühen gut einzuteilen, damit der Frost ihnen nichts anhaben kann. Jetzt kann ich nur noch warten, zuschauen und hoffen.

ein lauer Aprilabend

So oft träume ich davon, dass alles getan ist und ich auf der Terrasse sitze und das Hausbuch schreiben kann. Heute ist der Abend da. Lau ist er, ich lausche den Vogelstimmen, die sich alle noch ihre Tagesereignisse zuzwitschern. Mir gegenüber sitzt der VEREHRER, so wie er mich jeden Morgen bei meinem ersten Frühstück in den Tag begleitet. Noch so eine treue Seele. Mein Blick schweift über den Garten und bleibt bei Johannas Trauerweide hängen. So schön ist sie gewachsen, die Hüterin des Stalls. Die Hennen sitzen alle schon auf ihren Schlafplätzen, satt von der Wärme der vergangen Tage und warten auf unser GUTE NACHT. Emma und Vega liegen zufrieden nach ihrem Spaziergang neben mir.

Der Regen, die Kälte und der Schnee kommen zurück, wie jedes Jahr um diese Zeit. Gerade deshalb koste ich diesen lauen Aprilabend umso mehr aus.

Morele am Monte Nero

Ob das das Platzl für die Rondevouzs ist, oder ob sie einen Startplatz zum Fliegen sucht, da bin ich mir noch nicht sicher. Sicher ist nur, sie ist die einzige unserer Hühner, die den Erdhügel, den der benachbarte Bauherr auf diesem Feld zwischengelagert hat, erklettert und erkundet.

Der Verehrer

Vor ein paar Tagen habe ich aus einem Augenwinkel heraus eine Streiterei zwischen Hennen mitbekommen. Als ich näher gekommen bin ist der Rabe davongeflogen, der unserem Morele zu nahe gekommen war. Seither heißt er der VEREHRER. Vielleicht ist er noch oder wieder Single und hat in Morele seine Traumfrau entdeckt. Vielleicht schmeckt ihm aber auch nur die Kost in der Klockerei besonders gut.

Dirndln und Hummeln

Nicht weniger prächtig erblühen jetzt die anderen Gehölze in unserem Garten. Die Dirndl- ich freue mich jetzt schon auf die herrliche Marmelade- zeigt uns mit jedem Jahr, dass wir einen guten Platz für sie ausgesucht haben. Stattliche Stauden sind sie in den Jahren geworden, bald haben wir einen herrlichen Sichtschutz gegen hässliche Zäune.

Im ersten Gartenjahr habe ich bei einem Abverkauf diese beiden Sträucher, die falsche Johannisbeere genannt werden, gekauft. Als Teil der Hecke gegen die Straße hin. Auch sie zeigen uns heuer, dass sie den Hennenmist und das Gescharre der Hühner sehr schäzten, nie hatte sie eine derartige Blütenfülle. Erst heuer habe ich entdeckt, dass sie von Hummeln umschwärmt wird. Daher habe ich sie umgetauft in HUMMELSTRAUCH- falsche Johannisbeere ist ja wirklich kein Name für einen derart hübschen Strauch.

Blütenmeer

Sie gehört zu den blühenden Sträuchern, auf die ich mich am meisten freue.Die Schlehen. Wenn sie blühen ist es Frühling. Verschwenderisch, wie es die Natur so hält, bringen diese Sträucher tausende Knospen hervor. Wenn sie dann wie Stecknadelköpfe an den Ästen hängen, traue ich mich fast gar nicht mehr vorbeigehen, weil sie derart prall ausschauen, dass ich das Gefühl habe, jede Erschütterung lässt sie aufspringen. Und dann ist er da der Tag und die strahlend weißen Blüten zeigen all ihre Schönheit. Soviel Heilkraft an einem Strauch.

Mei, meine Weiberleit

In unserer Nachbarschaft wird gebaut. Bagger und Lkws arbeiten und fahren den ganzen Tag. Ich lasse unsere Mädels nur raus, wenn wir da sind. So auch gestern. Mir war klar, dass sie der Lärm und all die ungewohnten Geräusche von ihrem üblichen Picknickplatz fern halten werden. DENKSTE. So schnell habe ich gar nicht schauen können waren sie schon auf dem anderen Grund um alle Würmer und Kriechlinge aufzupicken. Ich raus auf die Strasse und locke sie zu uns zurück. Daraufhin haben die Bauarbeiter sofort ein Schild auf den frischen Erdhügel gesetzt. Da meine Mädels ja lesen können- und kein Wort von Hennen steht- waren sie heute gleich wieder drüber. Ein herrliches Bild. Der Baggerfahrer arbeitet Meter für Meter mit großer Sorgfalt um. Und meine Mädels picken hinter ihm her die Würmer raus. Mei, I sags euch- manchmal brauch ich eine gute Portion Vertrauen.

Fany auf Kur

Stundenlang kann sie auf der Erde liegen, scharren, sich ein wenig eingraben, schlafen, rasten, wieder scharren, noch ein bißchen tiefer, bis sie fast IN der Erde liegt. Wenn ich sie dabei beobachte, habe ich das Gefühl, sie erlebt einen Kuraufenthalt. Sauber und vollkommen entspannt verlässt sie irgendwann ihre BadeWANNE, um dann doch wieder einmal picken und trinken zu gehen.

Danke für den Bär

Vor ein paar Tagen hat die Mama angerufen und gesagt, dass sie für dich eine Messe bezahlt hat. Zu deinem Todestag. Zum 50. Mal jährt sich der Tag der Tragödie die drei Imstern bei einer Eislawine auf der Jungfrau das Leben gekostet hat. Eine Tragödie, das das Leben meiner Mutter und somit auch von uns Kindern stark geprägt hat. Jahrzehnte hat sie dein Foto in ihrer Geldtasche gehabt. An das Muster deines Pullovers auf diesem Foto kann ich mich noch heute erinnern. Du warst ein begnadeter Bergsteiger und Fotos in den Kletterwänden waren genau über unserem Telefon. Bei jedem Telefonat konnte man die eingfatschten Finger von Dir und vom Pollhammer Gernot sehen.Viele Geschichten wurden von dir erzählt, wie jene von der Taufe meines jüngeren Bruders. Du warst sein Pate, du hast ihn, so zeigen es die Fotos recht lässig einfach unter einen Arm genommen. Den Bär hast du mir mitgebracht, als Geschenk für deine erste Nichte. Aus Wien oder aus der Schweiz, da mischen sich inzwischen die Erinnerungen meiner Eltern. Ich war maximal ein Jahr alt. Ob du damals gewusst hast, dass es diesen Bär so lange geben wird und dass er mir ein derartiger Lebensbegleiter sein wird. Mein Gott, was hat der alles schon gehört und gesehen- er wäre wohl prädestiniert, meine Biografie zu schreiben. Damals konnte ich mich nicht bei dir bedanken, aber HEUTE mag ich noch einmal DANKE FÜR DEN BÄR sagen.

Kräuterbad

Jetzt bin ich mit unserem Hausbuch dann bald wieder auf dem aktuellen Stand. Ich habe das Gefühl dauernd im Garten zu sein und schreibe nichts darüber. Die Kräuter haben alle einen neuen Platz bekommen. Auf der oberen Terrasse. Zum ersten sind sie da am besten vor unseren Hühnern geschützt, zum zweiten braucht man zum Kräuter holen nicht mehr außer Haus und zum dritten haben wir da oben jetzt ein herrliches Platzl und können ein Bad in den Düften der Kräuter machen. Gut sind sie angewachsen, ich bin sehr gespannt, ob es ihnen dort gefällt.

Anna und Vega

Diese beiden Mädels verbindet etwas miteinander. Wann immer Vega etwas zwischen ihren Pfoten hält und daran knabbert, kommt Anna, um sich das ganz genau anzuschauen. Geteilte Freude ist doppelte Freude.