Nudeln mit Pesto aus Parmesan, Basilikum und Zitronen

Das Rezept stammt von Jamie Oliver und ist zuallererst verblüffend: sooo viel Zitrone? Und so einfach? Also: Respekt, zweimal ja!

Etwa ⅛ kg geriebenen Parmesan mit zwei Eidottern und dem Saft und der Schale von zwei Zitronen vermischen, zwei Handvoll Basilikum gehackt dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wie ein Pesto mit beliebigen Nudeln anrichten – also untermischen und etwas Kochwasser dazu. Mit ein paar Blättchen und etwas Parmesan garnieren.

Wir hatten einen moussierenden Rotwein dazu, einen Gutturnio, ein Lambrusco wäre auch gut gewesen. Wunderbar!

Wenn

die Sträußchen, die beim Spaziergang oder bei der Wanderung gepflückt werden, mehr werden-

wir mit Zeichnungen beschenkt werden-

der Eingangsbereich diesen Anblick bietet-

und vor dem Haus allerhand fremde Gefährte zu sehen sind-

dann haben wir Besuch. Claudia war mit ihren drei Mädels da und am Donnerstag ist Robert nachgekommen. Ein volles Haus.

Wieder ZU MIR kommen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das die klassischen Frauengeschichten sind. Das ist noch zu tun- es ist immer etwas zu tun, da habe ich Ja gesagt, die schaut vorbei, das Mail oder der Anruf verlangt eine Antwort und schon bin ich mitten in der Fremdbestimmung und der andauernden Überforderung. Und meistens muss es schon recht ächzen und mühsam werden bis ich mir dessen bewußt werde, beziehungsweise mir eingestehe, dass ich nicht mehr so gut FUNKTIONIERE , wie ich es vor Jahren noch konnte.
Gott sei Dank gibt es da dann immer einen Moment der Besinnung. Diesmal war es einer der Titel der Übungsstücke, die Eva für die Übertrittsprüfung lernen soll.

KISS THE RAIN, eine Melodie, die sofort unter die Haut geht. Ja, und der Gedanke, den Regen zu küssen, hat was.

Ich habe eine Palette an Tätigkeiten, die mich wieder zu MIR SELBER bringen.

Sonnenstrahlen einfangen

gehen, eingehen, ausgehen, ergehen.

der Musik lauschen

und wenn alles gar nichts mehr nützt, mich auf die obere Terrasse zu setzen- ganz allein- und ein spezielles Bier trinken. Diesmal war es VOGELWUID, weil es eine recht treffende Benennung dieser Zustände ist.

Am liebsten wäre mir aber, dass ich mich gar nicht so hineinbegebe in dieses NEBEN oder AUßER MIR SEIN.

Besondere Angebote

hat die Klockerei gerade auf Lager. Unsere Schar ist immer noch fleißig am Legen, obwohl sich immer mehr der Damen wieder einmal fürs Brüten entscheiden. Und so haben wir uns für den Herbst und den Winter wieder Eier in Wasserglas eingelegt.

Ganz neu im Sortiment haben wir BAUSTELLENEIER anzubieten. In regelmäßigen Abständen bringen uns die Bauarbeiter Eier, die sie an den unmöglichsten Plätzen auf der Baustelle finden. Wie überall Nachbars Garten ist einfach interessanter, auch wenn es kein Garten mehr, sondern eine Baustelle ist.

Ceci

Die Kichererbsen aus der Abazzia waren geschmacklich außergewöhnlich und so hat sich Herrmann richtig ausgetobt. Salat mit Thymian und Focaccia und weil er gerade so in Schwung war noch eine Crescia mit Mangold und Wildgemüse. Ratzeputz fertig.

Crescia: gefüllte umbrische Piadina

Eine Urform der Pizza soll sie sein, schreibt Maria Luisa Scolastra im Rezept in der SZ, und da wir gerade im Kräuter-Schwelgen sind hat das gut gepasst. Ganz eigen die Würze im Teig: viel Salz und Pfeffer, den man dan auch gut rausschmeckt.

Wir haben für die Füllung den Mangold verwendet, der da war und zur anderen Hälfte Brennnesseln, Taubnesseln, Spitzwegerich und Liebstöckel (ruhig viel!). Das hat perfekt gepasst!

War auch nach einem Tag noch gut und dann aber restlos weg!

 

 

Focaccia con ceci

In dem inzwischen fast 30 Jahre alten Kochbuch “Brot und herzhaftes Gebäck” hat Angelika ein Rezept für dieses Kichererbsenbrot gefunden:

¼ kg Kichererbsen über Nacht einweichen und im Quellwasser weichkochen. In 30 dag Dinkel- und 20 dag Weizenvollkornmehl mit 1 Würfel Hefe, 2 TL Honig und ⅜ l Wasser einen kleinen Vorteig gehen lassen, dann mit 1 TL Salz und den Kichererbsen zu einem Teig verkneten. Auf einem befetteten Backblech noch einmal gehen lassen, mit Finger oder Kochlöffel kleine Grübchen stechen und mit 5 dag Butter und dem restlichen Salz bestreichen. Bei 200° etwa eine halbe Stunde backen.

War bei mir viel schneller gebacken und daher auch recht dunkel. Vertrug beim Essen dann etwas Olivenöl aufgeträufelt und verlangt nach einer Weinbegleitung!

Und das ist bei MIR der BRAUCH

und wieder trägt mich die ErINNERung durch die Zeit.

Wir fahren durch die Crete, diese atemberaubende Landschaft, die Ehrfurcht und Ruhe in sich birgt. Sommer 2015, eine Zeit, die mir in ihren Bildern pralles Leben bringt und mich durch die Tristesse des Ausserferner Winters trägt.

Dann, diese Abbazia, diese Stille, das Grün, dieser Kreuzgang, diese Mönche in Weiß, die einen der Ihren zu Grabe tragen.

Im Klosterladen ersteht Hermann- ich bin bei Emma und Vega- einige LEBENSMITTEL, die von den Mönchen hergestellt werden. Wein, Weizen und Ceci.

Ja, und das ist bei mir der Brauch: von jedem Ort, den wir besuchen, wird ein LEBENSMITTEL mit nach Hause genommen.

Vermittler des Lebens, um durch den Alltag, der die Seele auffrisst, zu kommen.

Ein guter Brauch.

Eiin lebendiger Brauch.

Ein ÜBERLEBENSBRAUCH.

DANKE, ANGELIKA.

Leckerli

Emma und Vega durften die Vakuumhülle dieses herrlichen Schinken reinigen. Ein Leckerli der ganz besonderen Art.

Wann fahren wir wieder in den Süden?

Duuu, wenn mochn miar iatz den Schinken au?

Ostern 2015- wir waren in der Toskana.

Nein, ich bin in der Toskana. Eva und ich sitzen mit Emma und Vega auf dieser Parkbank. Die Sonne Italiens wärmt uns mit ihren Strahlen. Wir schmunzeln und lästern beide, wissend, dass Hermann jetzt sehr bald mit seiner Bestellung bei diesem SLOW FOOD Metzger in San Donato aus dieser Türe, die schräg hinter uns ist, herauskommen wird. Mit einem zufriedenen Strahlen in seinem Gesicht.

Seit jenem Tag liegt dieser Schinken in unserem Depot.

Den öffnen wir an einem ganz besonderenTag.

Zu einem besonderen Anlass.

Ostern 2016.

Nein.

Pfingsten 2016.

Nein.

Am 21. Mai 2016.

JA.

Bedacht und fein säuberlich, wie immer hat Hermann dieses herrliche Stück Italien am Tag VOR DER WAHL geöffnet und zum Reifen im Depot aufgehängt.

Samstag, 21. Mai 2016

Polenta aus Haiming mit Ricotta vom italienischen Markt, brauner Almbutter und Portulak aus dem Garten. Dazu eine Schüssel Klockereisalat. Kein Kommentar.

wenn alles gut ist

Wann immer es das Wetter erlaubt, sind wir in unserem Garten oder auf der Terrasse.

Und da in den Sommermonaten die Sonne weit hinter der Gehrenspitze untergeht, haben wir an diesen Tagen ein bißchen ZEIT.

Allabendlich, wenn unser Tagwerk getan ist und ich den Blick über den Garten, die benachbarten Bäume und die schützenden Berge schweifen lasse, kommt Anna, unser schwarzes Seidenhuhn zu uns an den Tisch. Meist gesellt sie sich zu Emma oder Vega, die sich immer einen Platz in unserer Nähe suchen, und schaut. Sie steht da und schaut mich mit ihren kohlrabenschwarzen Augen, in denen sich viele Erfahrungen des Lebens widerspiegeln, an.

“Hosch it nou a Gutele für mi?”- Kuchenbrösl oder so… Doch Anna, für dich habe ich immer ein Gutele- du treue Seele meines Lebens- du Sängerin der Schar.

Wenn dann die Gutelen verteilt sind, die Sonne mit ihren letzten Strahlen des Tages die Rosenblätter streichelt, der Espresso am Tisch steht, dann, ja dann, liegt Stille und Frieden über diesem Stück Land. Momente tiefster Zufriedenheit und dem Wissen: ALLES IST GUT!!

Es ist so der Brauch

Ich weiß es von meinen Eltern, vom Onkel Ander und vom Hermann. Wann immer sie spazieren oder wandern oder “am Berg” gehen, nehemen sie einen Teil der Schönheit der Natur und der Ruhe dieses Ergehens und Erwanderns mit. Beim Abstieg noch schnell ein Taschentuch in den klaren Gebirgsbach getaucht und um die Stengel gewickelt, so dass sie die Heimreise gut überstehen. Daheim dann gleich eingefrischt- selten in eine Vase, meist in irgendein Glasl.

Diese Blumengebinde- meist werden sie mit Grashalmen zusammengebunden- zeigen über Wochen und gerade im Welken und Verwelken täglich eine Facette der Schönheit der Natur.

Einen ähnlichen Brauch erlebe ich seit Jahren bei unseren monatlichen Glaubensgesprächen.

Die Hausherrrin dieser Runde, die sich seit 25 Jahren regelmäßig trifft und sich gegenseitig durch die Freuden und die Leiden des Lebens begleitet, Jutta, ist eine begnadete Gärtnerin. Bei jedem Treffen sind Geschenke aus ihrem Reich Teil der Dekoration. Am Ende des Abends, an dem über Gott und die Welt gesprochen wurde, darf jeder einen Teil dieses Schmuckes mit nach Hause nehmen. Die Maiglöckchen gehören zu den Highlights des Jahres.

Sicher ist sicher

Österreich erlebt heute eine wegweisende Wahl. Die Menschen in diesem Land entscheiden sich zwischen Angst und Zuversicht, Menschenverachtung und Menschenrechten, zwischen Zukunft und dem verdrängten Sumpf der Vergangenheit. Viele Stunden haben wir uns informiert, nachgelesen, analysiert und diskutiert. Wir sind, zumindest im Kopf auf die jeweiligen Wahlergebnisse eingestellt.

Mit all der Ernüchterung, der Bitterkeit, der Enttäuschung.

Aber auch mit all den Bildern des Mutes, des Engagements, der Freude, der Humanität, der Würde, die diese letzten Wochen geprägt haben. Wie immer, wenn es um das LEBEN geht, gehe ich lieber auf Nummer sicher- oder anders gesagt, ich brauche das für mich. Und so habe ich gestern Abend zwei Kerzen angezündet, man weiß ja nie- SICHER IST SICHER.

Und wir haben, kurz vor dem Aufgang des Vollmondes, ganz im lutherischen Sinn, die Sonnenblumen in den Garten gepflanzt.

Salatteller mit Kräutern und Butterbrot

Heute war endlich wieder einmal ein Wetter zum Draußensitzen (a Jacke braucht’s schon im Mai im Außerfern). Und weil ich grad im Kräuterfieber bin und Salat sowieso immer ein Fest ist und gerade wieder frisches Brot und frische Butter da ist: da gibt’s das alles zusammen als einfaches (Nach-)Mittagessen. Grüner Salat, mit Essig und Öl mariniert, mit Kräutern überhäuft, ein paar gehackte Eier dazu, Restern aus dem Kühlschrank (drei Tomaten, eine runzlige Minigurke, eine halbe weiße Zwiebel). Und das Butterbrot dazu. Göttlich!