(Kein) Reis aus Piemont und ein Essen in Varallo Sesia

Der Ostermontag begann wolkenverhangen und mit dem Gebimmel der Schafe und Ziegen, die an unserem Haus vorbeizogen. Kurz danach hörte man den Bauern, der mit seinem Traktor das Nachbarfeld bearbeitete, laut und fröhlich singen – es klang wie ein italienisches Volkslied, er war wirklich gut! Aber wir mussten los, ein großer Plan wartete auf uns, im letzten Moment noch um einen Abstecher zu Rovasenda inmitten von Reisfeldern erweitert – dort wollten wir Reis kaufen, den besten, einen aus dem Piemont. Der Wetterbericht versprach im Lauf des Tages entscheidende Besserung, sodass die Fahrt von Varallo über den Pass bereits malerisch werden sollte, der Besuch der Madonna del Sasso mit äußerster Aussicht über den Ortasee einer der Höhepunkte. Als Abschluss Heimweg über den Fabriksverkauf von Alessi in Omegna. Bei dieser Liste hat der (Wetter-)Gott vermutlich bereits das fünfte Mal gelächelt: über unsere Pläne…
Rovasenda erwies sich als praktisch menschenleer, ein alter Mann lächelte kurz aus einem Fenster, die Straßen waren ohne Menschen, alle Geschäfte geschlossen – eine Geisterstadt. Wir fuhren ein Stück zurück – am Weg, der von vielen, vielen Reisfeldern gesäumt war, hatten wir einen Hof mit einem Schild “Riso” gesehen. Wir läuteten. Keine Reaktion, keine Menschen oder Tiere. Uns beschlich gar nicht so langsam das Gefühl, dass Ostermontag vielleicht kein so guter Tag für sowas sei. Etwas weiter trafen wir Menschen – junge Männer, die gerade mit einer großen Privatgrillerei begonnen hatten. Reis? Nein, sie wüssten nicht, wo. Vielleicht im nächsten Ort. Aber eine Party hätten sie hier…
Auf dem Weg zum nächsten Ort, der Himmel war für eine Wetterbesserung eigentlich schon wieder recht dunkel, ein Schild und ein vielversprechender Hof: neben dem Haus lagen Reissäcke, die Tür hatte etliche Plaketten und Auszeichnungen zu bieten und ein kleines, sehr kleines handgeschriebenes Schild: “oggi chiuso”. Kurz liebäugelten wir mit dem Austausch eines Reissacks gegen einen hinterlegten Schein. Aber nein: das Schicksal war uns dieses Mal einfach nicht (Reis-)gnädig. Wir führen zurück auf unsere Route Richtung Varallo.
Das Sesia-Tal ist beeindruckend breit am Anfang und wirst erst langsam immer enger. Sehr bald waren wir in Varallo angelangt, es hatte inzwischen angefangen zu regnen.
Also: wir gehen Essen! Das beeindruckendste Lokal hatte geschlossen, die Pizzeria Le Sphinge, die wir als nächstes fanden, war aber sehr speziell (und gut) – wir erholten uns, wärmten uns auf und genossen das herrliche Essen. Ein Grappa am Ende durfte nicht fehlen!

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