Festtagssuppen

Weihnachten hab ich endlich das getan, was Angelika so oft einfordert: die Linsen- (und Bohnen-) vorräte, die wir angesammelt haben, sind nicht nur herrlich anzusehen, sondern schmecken auch gut. Aber Kochen muss man sie halt (und vorher über Nacht einweichen). Also: ein bisserl Vorausplanen ist notwendig.

Für Weihnachten, wo’s bei uns in Tirol am heiligen Abend Nudelsuppe (oft mit Würsteln) gibt, hab ich rechtzeitig daran gedacht und mir eine Linsen-/Bohnensuppe vorgenommen; dafür eine bunte Mischung aus Linsen und Bohnen vom Wiener Naschmarkt (1/2 kg) über Nacht eingeweicht und schließlich schon am Vormittag gekocht – eine Zwiebel angedünstet, dann die Hülsenfrüchte dazu und mit Gemüsesuppe (4l) aufgegossen, einige Würzpilze, die vom Sommer getrocknet da sind dazu, ein paar Karotten, in Stücke geschnitten, dazu und eine gute Stunde gekocht: viele der Linsen sind zerfallen, die Bohnen sieht man immer noch, die Karotten sind nicht mehr knackig aber auch nicht Matsch – herrlich! Das vegetarische Würstel hätt Angelika nicht gebraucht, sagt sie, ich hab’s schon fein gefunden. Nächstesmal werd ich allerdings vorher die Scheiben anbraten, sagt sie! Die Suppe war eine Sensation und wurde bei jedem Wärmen noch besser, öfter als viermal war das aber nicht möglich, denn dann war sie weg!

Dieser Eintopf verlangt natürlich (auch in fast jedem Standardrezept) nach Speck, was ich aber natürlich nicht wollte. Über das Thema Speck könnt ich einiges schreiben (wonach schmeckt Speck wirklich bzw. hauptsächlich? wonach eigentlich Räucherfisch? beim Putzen unseres Ofens jedenfalls, dessen Scheibe eine recht dicke Rußschicht, auch vom Buchenholz, überzogen hat, hatte ich eine ziemlich Erleuchtung obwohl’s da drinnen eher duster ist: Speck und Fisch schmeckt nach Rauch. Und Ruß. Und halt beim Speck nach den paar Gewürzen, die da verwendet werden. Das Fleisch selbst hätte ungewürzt kaum einen deutlichen Eigengeschmack). Aber das mach ich ausführlicher, wenn ich’s geschafft habe, Speck glaubwürdig zu ersetzen – und ich bin sicher, dass das geht.

Und weil’s so gut war, werden wir zu Silvester wieder eine solche Suppe machen – wir haben unsere Vorräte durchforstet und eine eigene bunte Mischung hergestellt. Wir sind schon ganz gespannt!

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