Besonnenheit

Sie sind meine Begleiter des heurigen Gartenjahres. An allen Ecken und Enden des Gartens ist eine aufgegangen, manche gepflanzt, manche hat der Wind ausgesät. Ich weiß es beimSetzen, dass aus diesem Kern eine derartige Pflanze wachsen wird und dennoch erscheint es mir Jahr für Jahr wie ein Wunder.

Tagliatelle mit gedünstetem Lauch und Parmaschinken

Das Rezept hab ich hier gelesen, stammt angeblich von Jamie Oliver, ist sehr einfach und schmeckt grandios – auch wenn man die Bröselsoße weglässt:

Lauch in Olivenöl und Butter anschwitzen, mit Weißwein ablöschen, mit Gemüsesuppe aufgießen und etwas Knoblauch und Thymian dazu. Mit den Schinkenblättern bedecken während des Dünstens, dauert schon so eine halbe Stunde. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Tagliatelle (und etwas Kochwasser) vermischen und sofort servieren.

Der Sommer ist vorbei

die Erinnerung an die Frühstücke im Freien bleibt noch eine Weile und wärmt.

Sommer! Tomaten!!

Der Sommer hat viele Freuden, kulinarisch – nicht nur heuer – sind es die frischen Tomaten, die ich am meisten vermisse.

Von den Kamaldulensern

haben wir nicht nur die Erinnerung an eine sehr atmosphärische Eremitage mitgenommen, sondern auch einige Schokoladen. Wie immer: viel zu wenige!

Den Grappa aus Chiavenna

hat die Angelika zum Glück in einem besonderen Ladele dort eingekauft. Ach war der gut!

Zwei Tag nach dem Hochzeitsjubiläum

hats dann noch einmal ein Hochzeitsessen gegeben: die Hochzeitsnudeln aus dem alten Brauhaus aus Frauenkirchen („ganz kurz nur kochen, ganz kurz!“) in der selbstgerechten Fleischsuppe. Dazu den Verdicchio aus dem Urlaub. Noch einmal Urlaub. Und ein bissl Hochzeit auch.

Nåcher wåchst der Tirgge guat

Alle Imschter kennen die Zeilen, die vor und nach dem Titel geschrieben sind. Nicht nur Borlottti und Cannellini ergaben eine gute Ernte, auch die Maiskolben können sich sehen lassen. Dass sich die Hälfte dieser Ernte meine Hennen HEIMLICH geholt haben, hat mich dann nicht wirklich überrascht- schaut ja auch sehr verlockend aus.

Zwiebelsuppe

Schon sooo lang hat sie mich gebeten, eine Zwiebelsuppe zu machen, aber ich hab’s nie getan. Jetzt hab ich. Und bereue jede, die ich nicht gemacht hab: die beste Zwiebelsuppe meines Lebens (schon auch, weil wir sie gemeinsam genießen). Und die geht so (leider hatte ich gerade diese Mengen und einen großen Topf – hätte eigentlich auch Vorrat werden sollen: heute aber die vierte Runde und weg war sie. Beim Wärmen wurde sie jedesmal noch besser!):

Zwei kg in Ringe geschnittene Zwiebeln (mit der Schneidemaschine geht das sehr schnell) in zwei Portionen in der Pfanne mit einem großzügigen Olivenöl-Butter-Gemisch braun rösten (das dauert – jeweils mindestens eine halbe Stunde). Das ist das wesentliche dabei! Dann in den großen Topf, andünsten, mit etwas Mehl stauben und einer halben Flasche Weißwein aufgießen. Dann mit 4 l Gemüsebrühe (ich nehm fertige vom Wiberg) aufgießen, Lorbeerblätter (4), Thymian (zwei Handvoll frischen) und Wacholderbeeren (so um die 10) dazu. Kochen lassen. Lang. Nach etwa einer Stunde schon sehr gut. Mit jeder weiteren halben Stunde verflüssigt sich das ganze zu einer immer brauneren Essenz. Mit mit Käse überbackenen Brotstücken servieren.

Rotwein.

Mehr brauchst dann nicht mehr.

Ernte 2 oder reine Wonne

Wenn diese Früchte reif sind, hört man mich nur noch japsen, stöhnen, seufzen und stammeln.

Heuer bin ich einem Pflanztipp gefolgt und habe DIE Bohnen gemeinsam mit Mais gesetzt.Dadurch erspart man sich die Bohnenstangen und es ergibt ein herrliches Bild von aneinander Wachsen und einander Halt geben. Jede einzelne Bohne wird mit einem Halleluja begrüßt- sehe ich doch schon all die herrlichen Gerichte, die Hermann damit zubereitet, vor mir.

Ernte 1

Vieles ist heuer gut gewachsen, was in anderen Jahren recht spärlich war.

Unser Depot füllt sich von Tag zu Tag.

Dieses Foto brauche ich jetzt noch für mich

Wie ein Formel 1 Bolide

ist sie immer um die Kurve geglüht, wenn es etwas zu essen gegeben hat. Fast nur auf einem Bein. Unsere La Mamma, die wir vor 3 Jahren aus Pfronten geholt haben, mit der Bitte, ihr einen Gnadenplatz zu geben, weil sie schon sehr alt ist und keine Eier mehr legt. Luise hat noch sehr lange Eier gelegt- ihre waren fast rund- und sie hat unser aller Herzen täglich im Sturm erobert. Unsere GRANDE DAME, mei Knåttel!

Mit Coco

Auf meinem Schoß

Beim Kuscheln mit Eva

Bei der Siesta

Logo, gehe ich mit nach Italien.
Luise, danke für dein Leben.
Danke für dein Sterben.
Gib Gas in all den Kurven des Universums!

Mei schau, iatz weard se verloren

– die Luise, habe ich letzte Woche zum Hermann gesagt.
Unter die kleinen Stiege, die in den Stall führt, hat sie sich hingestellt und geschlafen. Es war sehr berührend zu erleben, wie sie, sobald wir die Balkontüre geöffnet haben, ins Haus gekommen ist, sich dort hingesetzt und geschlafen hat. Sie hat auch in den Stall gefunden, dort allerdings, ist sie einfach irgendwo am Boden stehen geblieben und hat geschlafen. Ganz viel geschlafen hat sie schon- wie die Menschen, die alt sind und müde.
Immer, wenn ich sie dann auf ihren Schlafplatz gesetzt habe, hat sie ganz neugierig umher geschaut, als ob alles neu oder anders für sie wäre und ist dann ganz zufrieden sitzen geblieben.
Ich erlebe das das erste Mal, dass Tiere im Alter dem Menschen so ähnlich agieren. Nicht mehr viel gegessen hat sie, die Luise.
Immer wieder haben wir ihr besondere Gutelen hergelegt. Zwei oder drei Picker, dann wars genug.
Mir war klar, sie ist alt und wirkt verloren. Dennoch wollte ich, dass unser Tierarzt abklärt, dass weder Kropf noch Legenot ihr ein Leiden bereiten- alles hat sich hart und voller Gruselen angefühlt.
Er hat ein Röntgen gemacht und Hermann gebeten, dass er es für mich abfotografiert. Ja, er kennt mich, er weiß, dass ich eine recht kritische “Patientenhalterin” bin.

Luises Körper war voller Grit( Muschelkalk, den Hennen zur Verdauung brauchen). Sie hat in ihrer Verwirrung, die mit dem Sterben einhergeht( Organe stellen ihre Arbeit langsam ein,….bringen alles durcheinander,…) nur mehr Grit gefressen.
Sie ist alt und sie ist beim Sterben- mit diesem Satz ist Hermann vom Tierarzt heim gekommen.
Ja und dann ist sie langsam gegangen, hat ihre wunderschönen orange/ schwarzen Augen zugemacht und weitergeatmet. Lange habe ich sie auf meinem Schoß gestreichelt, ihr noch alles gesagt, was es zu sagen gibt, sie an alle Plätze gebracht, die sie so gerne mochte und sie dann in ein Körberl gesetzt. Noch ein Kreuzl mit dem Weihwasser und a Kerzl für den Übergang. Viele Grüße an die, die dort drüben warten, habe ich mitgegeben. Ganz ruhig hat sie geatmet.
In der Nacht ist sie dann eingeschlafen- ganz ruhig- so, wie sie im Stall oder unter den Rosen immer ihren Schlaf gehalten hat.

Von Dachziegeln und der Erinnerung

Es ist schon eine ganze Weile her, dass eines der Stichwörter(tags) in unserem Hausbuch Tischgeflüster genannt wurde. Ja, unser Tisch flüstert recht oft. Immer, wenn Menschen zusammen sitzen, reden, essen, trinken und ratschen.

Und immer dann, wenn spezielle Ereignisse symbolisch ihren Platz finden.

Immer dann, wenn Erinnerungen von all den besuchten Orten den entsprechenden Rahmen zu unseren Gesprächen bilden.

Wenn Geschenke das Geflüster erweitern.

Und wenn sich Saatgut aus den Marken und aus Mühl die alten Dachziegel aus Elcito teilen.

Immer dann wird das Geflüster zu einer Melodie. Einer Melodie der Erinnerungen, die trägt.