Maxi, gebürtiger Bacher, der vor einigen Jahren auf Umwegen zu uns gekommen ist, mag seine Sonnenbäder im Hennengehege und seinen Kosenamen, den er ob seines Gangs bekommen hat. Zumindest kommt er, wenn ich Båcher Moppele rufe. Ganz nebenbei kennt ihn halb Mühl, weil er bei jeder Abendrunde mit den Hunden immer noch mit von der Partie ist.
Was vom Zaune übrigblieb
Eine der wichtigsten Ideen für die Sanierung unseres Zauns war die Wiederverwendung der alten Bretter — und da haben wir dann gleich alle verwendet, auch wenn sie einige Verwitterungsspuren abbekommen haben.
Das tolle Ergebnis: wir haben gar keine neuen Bretter zusätzlich gebraucht, es blieben sogar noch eine Handvoll der Originalbretter als Reserve übrig, und natürlich die ehemaligen Zaunsäulen.
Und die Querlatten, die ja die eigentliche Schwachstelle waren, fast alle morsch und brüchig. Die wurden in kleine Stücke geschnitten. Dabei haben uns die tüchtigen Nachwuchshandwerker aus der Nachbarschaft nicht nur fleißig geholfen sondern hatten auch eigene Ideen zur Resteverwertung. So viele, dass gleich schweres Gerät aufgefahren wurde, um all das “Bauholz” abzuholen, fachmännisch aufgeladen und gesichert!
Grüner Couscous
Dieses wirklich legendäre Rezept aus dem Ottolenghi-Kochbuch Plenty (“Genussvoll vegetarisch”) verblüfft mich immer wieder. Couscous klingt nie verlockend für mich, aber da muss ich Abbitte tun: so herrlich schmeckt dieses einfache Gericht. Außerdem ist es lange haltbar, also gut geeignet für einige Tage für den Hunger zwischendurch im Kühlschrank bereitzustehen.
150g Couscous mit 160 ml kochender Gemüsebrühe übergießen, mit Folie abdecken und 10 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit 1 kleine in dünne Ringe geschnittene Zwiebel in Olivenöl goldbraun braten, etwas Salz und gequetschten Kreuzkümmel dazugeben, abkühlen lassen. Mit dem Stabmixer aus den grünen Kräutern (20g Petersilie, 20g Blattkoriander, 2EL Estragon, 2 EL Minze, 2 EL Dill – den Dill hab ich weggelassen) und 90ml Olivenöl eine Paste herstellen, mit den Zwiebeln und einer gehackten, von den Kernen befreiten (grünen) Chilischote und drei in dünne Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln unter den Couscous mischen. Mit Rucola und gerösteten Walnüssen oder Pinienkernen oder, wie im Original 50 g Pistazien (geröstet, ungesalzen) dekorieren.
Unglaublich, wie aromatisch, frisch und leicht das schmeckt!
Hütehunde brauchen Joghurt
5 Sterne Stall
Aja und weil Hermann ja sonst nichts zu tun hat – außer Arbeit, Schularbeiten, Matura, eine marode Frau begleiten, kochen, misten und den neuen Zaun machen – hat er den Hennen einen Sommerstall gemacht. Sonnendurchflutet und gut belüftet. Da werden die Eier gleich in der Morgensonne in die Einstreu gelegt – bei einem Sonnenbad. Luxus! und ein Tausendsassa.
Ich hab dein Knie gesehen
Holersekt am Hochzeitstag
Dem Stundenplan und dem Wetter sei Dank haben wir den heurigen Hochzeitstag auf der Terrasse beim Fischer am See gefeiert. Sehr herzlich wurden wir empfangen und dem Anlass entsprechend bedient. Nachher war wieder einmal die tägliche Holerernte angesagt. Ich im unteren Bereich, Hermann in der Höhe. Da war dann die Idee da, das heurige Houlerkracherle an unserem Ehrentag anzusetzen. Das schaut ja nach einem romantischen Jahr aus.
Legenot mal zwei oder was ist im kleinsten Ei?
Immer wenn eine der Hennen auffallend herumsteht habe ich ein wachsames Auge. Ist alles in Ordnung? Hat sie Fieber? Einen Kropf? Oder gar die gefürchtete, weil tödliche Legenot?
Josefa ist schon den ganzen Tag nur herumgestanden und das Gehen war recht staksig. Zuerst habe ich all meine medizinischen Griffe und Diagnosemöglichkeiten abgeklappert. Schaut nach Legenot aus – an einem Sonntag. So leidend schauen sie dann immer aus, zum Erbarmen. Das nützt jetzt gar nichts, auch wenn Wochenende ist, wir müssen zum Tierarzt. Immerhin geht es bei einer Legenot um Leben und Tod. Wie immer holt er in gekonnter Manier das unversehrte Ei heraus. 10 Minuten später ist die Patientin wieder daheim, aber sie hat immer noch diesen leidenden Blick und freut sich gar nicht über die wiedergewonnene Freiheit. Wir lassen sie noch ein wenig im Korb rasten. Nach wenigen Minuten liegt ein zweites Ei im Korb. Die arme Haut hatte eine doppelte Legenot.
Vor einigen Tagen fand ich ein daumennagelgroßes Ei in einem der Nester. Ob da überhaupt was drinnen ist? Und ob, halt alles in der Relation.

Die beiden kleinsten Eier, einmal gekocht und einmal roh.

Omelette Julia Child — das Wichtigste und: Kräuter wollen nicht gegessen werden!
Schon vor langer Zeit hab ich angekündigt, dieses Rezept zu beschreiben. In der Zwischenzeit hab ich unzählige Rühreier gemacht, heute wieder eines für unseren Pfingstbrunch.
Das Original gibt’s als Video, aber natürlich mach ich’s inzwischen aus der Erinnerung. Und da sind nur ein paar Regeln übriggeblieben, die aber sind wichtig (und haben sich vielleicht auch mit anderen Faustregeln vermischt):
- Die Eier werden mit einer Gabel gründlich verrührt, ein Schuß Sahne dazu, aber keinesfalls Salz oder Pfeffer!
- In der Pfanne wird zuerst ein Teil Olivenöl heißgemacht, dann der gleiche Teil Butter dazu. Die Hitze dann zurückdrehen, das Omelett soll nicht gebraten sondern gemütlich gegart werden.
- Das Eigelb eingießen und unter heftigem Schütteln (oder mit einer Spachtel, nicht ganz stilecht – ist mir aber egal) wenn es einige Millimeter beim Festwerden ist von der Pfanne weggeschaben/schütteln.
- Wenn absehbar das ganze auf der Oberseite noch saftig aber nicht mehr schleimig aussieht, salzen, pfeffern und mit Kräutern überstreuen.
- Zusammenfalten – können auch mehrere Falten sein meiner Meinung nach.
- Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist (fest genug?) einen Deckel drauf und noch ein bisschen nachgaren.
Ganz einfach, oder?
PS: Ich hab über einen Tip in piqd den Artikel “Die Wissenschaft von Kräutern und Gewürzen” gelesen: toll! Kurzfassung: Kräuter wollen nicht gegessen werden, ihre Düfte sind Kampfstoffe dagegen. Wenn sie verletzt (=geschnitten) werden, passiert zweierlei: sie steigern die Produktion ihrer Aromastoffe innerhalb von ein paar Tagen um 20% und direkt beim Anschnitt entsteht der grasige Geruch: der wiederum soll Schädlinge und Schimmel vertreiben und Wespen(=Feinde der Schädlinge) anlocken. Was nützt mir das? Erstens: angebissene, d.h. nicht mehr so “schöne” Kräuter schmecken besser. Zweitens: Kräuter sollte man nur dann schneiden, wenn man den grasigen Geruch auch dabei haben möchte, der kann aber ganz schön stark sein. Also: evtl. nur ganz verwenden!
Wie Phönix aus der Asche
Die Mattseer Weide ist unsere Stallwächterin, einer Wallküre gleich ist sie heuer im Frühjahr in vollem Grün im Garten erschienen.

Dann kamen Schnee und Frost und übrig blieb ein verbrannter, brauner Baum, dem dieÄste zu Berge standen.

Nach einiger Zeit hat sie begonnen an allen nur erdenklichen Stellen neu auszutreiben.

Hermann hat sie dann von ihren erfrorenen/verbrannten Teilen befreit.

Jetzt ist sie wieder im satten Grün, nur die Figur ähnelt eher Josephine Baker und so tanzt sie auch manchmal mit dem Wind. Was das Leben und die Natur immer wieder auf Lager haben erstaunt und erfreut mich jedes Mal aus Neue.

Chianti!
ist ein Klassiker. Und doch haben wir uns, gerade auch als wir in der Toskana waren, gedacht: naja, warum eigentlich? Viel Säure, eher ungemütlich, gar nicht so intensiv und lang im Abgang.
Diesen Wein haben wir von einer abenteuerlich erreichbaren Kellerei mitgenommen und erst jetzt geöffnet: das war eine Überraschung! Fein, samtig, mild, dicht und lang im Abgang. Danke! Jetzt is ma klår…
Günter, schau åber
Ja, jetzt gibt es noch einen Beitrag zum Thema Zaun. Wahrscheinlich werden eh noch einige folgen, weil wir sind schon recht stolz auf diese neue Begrenzung unseres Hofes.
Mein Aspekt kommt allerdings aus einer etwas anderen Richtung, obwohl es letztendlich doch wieder dasselbe ist.
Über viele Jahre habe ich mich in einigen Lehrgängen mit der Idee von Viktor E. Frankl auseinandergesetzt. Ich und später auch wir hatten das große Glück dabei einem Mann zu begegnen, der es verstand, uns diese Idee schmackhaft zu machen: Günter Funke
Als mir Hermann dieses Foto gezeigt hat war ich recht berührt: das ist Existenzanalyse zu Bild gebracht. Der alte Zaun, der nicht mehr gepasst hat wird zerlegt und in einer neuen Form wiederverwendet. Wie im Leben: das, was nicht mehr passt/stimmt wird zerlegt und das, was noch gut zu haben ist in den neuen Lebensabschnitt eingebaut. Der wichtigste Teil dieses Tuns ist für mich auf diesem Foto schön zu sehen: Das Nichts und die Leere dazwischen – die geben den Blick auf den Raum und Zeit FREI. Freiraum und Freizeit.
In und mit Liebe
Ein bisschen wie Tom Sawyer
Dass ich das erste Mal die Geschichten von Mark Twain über Tom Sawyer las, ist etwa vierzig Jahre her. So wie er wäre ich (nicht nur damals) gern gewesen, am meisten blieb mir die Geschichte in Erinnerung, in der Tom einen Zaun streichen muss: sehr lang, mit weißer Farbe, an einem herrlich schönen Sommertag. Seine Kollegen kommen vorbei, um ihn zu hänseln — aber schließlich schafft er es, ihnen dieses Zaunstreichen so schmackhaft zu machen, dass sie statt seiner streichen (und ihm dafür sogar noch etwas geben):
„Weißt, ich geh‘ grad zum Schwimmen. Würdest du gern mitgehen können? Aber, natürlich, bleibst du lieber bei deiner Arbeit, nicht?“
Tom schaute den Burschen erstaunt an und sagte: „Was nennst du Arbeit?“
Das gleiche hätte ich geantwortet, hätte mir jemand diese Frage gestellt. Das ist keine Arbeit. Das ist Hochgenuss. Da hätte man mir viel bieten müssen, um sie jemand anderem zu überlassen.
Das fordert alles von mir, ich muss überlegen, entscheiden — und alle meine Kräfte einsetzen, der Untergrund ist teilweise hart wie Beton, einige Hülsen gehen krumm, immer wieder muss angepasst werden.
Die Zufriedenheit nach den Stunden, die ich Stück für Stück mit der Arbeit an diesem Zaun verbracht habe, ist herrlich. Schon bin ich nicht mehr nur glücklich darüber, dass die letzten Meter schon bald gemacht sind.
Hofbräu Kaltenhausen
Martin hat uns dieses Bier schon einmal empfohlen, Bianca hat es jetzt zu uns gebracht: ein Bier aus dem Hofbräu Kaltenhausen, der ältesten Brauerei Salzburgs. In diesem Fall eine limitierte Sonderedition (schade! die würden wir immer wieder kaufen), ein starkes, sehr hopfenlästiges Bier: schmeckt eigentlich wie ein IPA, aber unvergleichlich frisch: es duftet nach Blumen, Früchten, langem Pfeffer (und natürlich nach frischen Hopfenzapfen ;-). Beim Trinken hätten wir getrocknete Aprikosen erschmeckt, die Brauer selbst sprechen auf ihrer Seite von Melone — auch wahr.
Unglaublich gut, uneingeschränkt zu empfehlen und: schnell besorgen, vielleicht gibt’s das nur heuer!

