Ich mag sie nicht, die Autobahn in Richtung Genua. Eine kurvige, enge Bergstrasse mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Daher sind wir in der Hälfte der Strecke auf die Staatsstrasse Nummer eins, die Via Aurelia ausgewichen. Bereits die hilfreichen Hinweistafeln, was es denn dort alles zu sehen und zu entdecken gibt, sagen ein wenig über den Charme dieser Strasse aus. Eine Küstenstrasse, die über Pässe durch das Grün Liguriens führt.
Riso
Als wir das erste Mal in Richtung Abbiategrasso gefahren sind, ist uns aufgefallen, dass bei vielen Bauernhöfen ein Hinweis auf Reisverkauf zu lesen war. Wir haben uns informiert, und haben festgestellt, dass diese Gegend auch für ihren Reis sehr bekannt ist. Also werden wir Reis mitnehmen. Immer war dann irgendwie die Zeit zu knapp, oder ob all der anderen Köstlichkeiten, haben wir darauf vergessen. Aber diesmal hat Hermann bei Max, dem Hausherrn der L’Aia nachgefragt. Er hat ihn dann in die uralte Mühle, in der auch sie ihr berühmtes Getreide verarbeiten lassen, gebracht. Drei alte Männer führen diese Mühle noch, die Zähne mancher Zahnräder werden noch mit der Hand geschnitzt. Jetzt haben wir einige(!!!) Kilos bester Qualität im Auto und hoffentlich auch bald in unserem Haus. Der Risottoherbst kann kommen.
Margherita
Seelenmomente
Das sind jene Augenblicke, die meine Seele zum Jauchzen bringen. Wenn es am Abend noch 29 Grad hat, wenn ich alte Obstsorten am Frühstücksteller habe, wenn ich mitten in Mailand, im Rinascente die Slow Food Idee auf der Speisekarte lese, Birra artigianale verkoste und den Sonnenuntergang mit dem Blick auf die Madonna am Dom direkt in mein Herz fallen lasse.
Lago d’Orta
Bierkultur in Morimondo
Auch diesen Ort kennen wir von unseren früheren Aufenthalten hier in Abbiategrasso. Es ist eine Zisterzienserabtei, die an einem der spirituellen Wege liegt. Der Ort ist eine CITTA SLOW, das bedeutet, dass ursprüngliche und gute Lebensmittel hergestellt und angeboten werden. Zu Mittag sind wir beim Prior gelandet und haben ein herrliches Mittagessen genossen. Nach einem Rundgang durch den Markt haben wir noch die dazugehörige Brauerei entdeckt und das besondere Saftl verkostet.
Abendspaziergang
Wir sind
Splügen
heißt dieser ganz spezielle Ort. Auf dem Weg Richtung Süden, Richtung Abbiategrasso, haben wir hier Rast gemacht und neben der atemberaubenden Aussicht und dem lebendigen Bauerndorf ein herrliches Mittagessen genossen. Buchweizenauflauf und Heusuppe in einem der historischen Hotels, der ALTEN HERBERGE WEISS KREUZ. Splügen liegt am Kulturwanderweg viaSpluga und ist eines der bedeutendsten Passdörfer der Alpen mit einer interessanten Geschichte. Nach dem 2. Weltkrieg sollte hier ein Stausee gebaut werden, dessen Bau 430 Talbewohner zwangsumgesiedelt hätte. Die Bewohner haben sich gewehrt und gewonnen. Der Engadiner Bartholome Schocher hat einen bewegenden Film darüber gedreht.
Beim Schwemmholz sammeln
Ganz spezielle
Arancini di riso – Reste vom Risotto verwerten
Risotto gibt’s bei uns oft, und obwohl ich das feine Kochbuch „Risotti für zwei“ von Peter Taison benutze, bleibt doch manchmal was übrig. Das kann man wunderbar mit etwas Wasser verlängert wärmen. Zuletzt für sieben die Menge für sechs gekocht (aber da waren drei Kinder dabei :-).
Was ich aber schon lange machen wollte, waren gebackene Risottokügelchen, kleine Orangen eben. Irgendwo hatte ich gelesen, dass in die Mitte gerne ein kleines Stück Mozarella gegeben wird, das dann schmilzt.
Nun: eigentlich sehr einfach und recht schnell gemacht. Eine kleine Menge Risotto nehmen – etwa einen Esslöffel – jedesmal vorher die Hände in kaltes Wasser tauchen – und gefüllte Kügelchen wie Knödel formen, d.h. darauf achten, dass die Außenseite durch das Rollen schön verschließt. Anschließend in geschlagenem gesalzenem Ei wälzen und in Parmesan rollen. Andere Rezepte verwenden eine beliebige andere Füllung, etwa Speck, eingelegte Tomate und etwas würziger Käse; manche panieren normal mit Bröseln.
Dann in der Pfanne oder Fritteuse backen. Ich meiner Pfanne blieb die Kugelform auch nicht ganz erhalten, ein paar wenige gingen beim Braten auf.
Mit Salat und Rotwein genießen!
