Gedenktage sind Danktage

Die Ereignisse der letzten Tage haben mich ins Sinnieren gebracht.
Ins Sinnieren über den OKTOBER! Dieser Monat beinhaltet viel von dem, was ich als Teil unserer Werte- als Teil unseres Lebens bezeichne!

Zu Beginn gibt es Gedenktag an den Hl. Franziskus. Eine außergewöhnliche Erscheinung in der Geschichte. Die Brutalität eines Krieges hat ihn in eine Radikalität ( kommt von radix= die Wurzel) gegenüber der Welt und des Glaubens geführt. Er hat in den Tieren die Geschöpfe Gottes erkannt mit denen er Zwiesprache halten konnte. Sein Sterbetag wurde zum Welttierschutztag erklärt. Damals wie heute werden Tierschützer in die verrückte Ecke gestellt und in Österreich sogar vor Gericht gezerrt.Von einer Tierethik sind wir in diesem Land noch weit entfernt. Tiere wurden zu Lebensmitteln “gemacht”. Oder zum “Plüschwesen”. Wir versuchen im Umgang mit “unseren” nichtmenschlichen Tieren ihnen als fühlende Wesen gerecht zu werden.

Der nächste Gedenktag im Oktober ist ERNTEDANK. In jedem Essen, Einkochen, Backen, Einlegen, Trocknen und Verwerten versuchen wir diese Dankbarkeit zu leben. Das heurige Symbol für diesen Dank ist ein großer Kranz, den ich aus den abgeschnittenen Weinreben gebunden habe.

Ja und am Ende feiert die Reformation noch ihren Festtag und geleitet in den NOVEMBER, der mit Allerheiligen und Allerseelen beginnt. Jetzt bin ich beim Ausgangspunkt meines Sinnierens angelangt.
Dieses ALLERSEELEN, das ich in Kindheitstagen nicht sehr gerne mochte. So oft war es kalt am Friedhof, so oft gab es Tränen und Trauer. Und das Stehen am Grab war manchmal so lange!

Dennoch erinnere ich mich mit einem Gefühl der inneren Ruhe und des inneren Friedens daran.

Gefreut habe ich mich immer aufs Zusammensitzen nachher in Omas “Kuchl”. Da waren immer alle da und es hat immer etwas das “LEIB UND SEELE ZUSAMMENHÄLT” gegeben.

Da wurde mir auch gleich wieder warm und in den Geschichten, die erzählt wurden, im Erinnern an die Verstorbenen hat die Trauer dem Lachen Platz gemacht.
Im vergangenen Jahr sind viele Hühner von uns gegangen. Und hier ist jetzt der Raum um sich ihrer in aller Dankbarkeit, Liebe und Verbundenheit noch einmal zu erinnern:

Berta, die am Tag der Verhandlung (zeitgleich) gegangen ist

Salvatore, der seiner Liebe in der Auferstehungsnacht nachgegangen ist

Zipi, unsere Kleinste

Audrey, unsere Freche

Lucia, meine Lichtbringerin

Olga, unsere mutigste Mama

Notburga – keine 3 Monate alt

Ella, die innerhalb weniger Stunden eingeschlafen ist

Teresa und Hilde – beide von heute auf morgen- wie man so sagt

Am Samstag noch ein Erdbad in der Sonne und Montag morgen nicht mehr da.

Es dauert immer ein paar Tage bis das Wehklagen verklungen ist, bis ich den Lauf des Lebens wieder annehmen kann, bis die Tränen wieder versiegen, bis die Wunden heilen und vernarben.

Und ganz im Sinne von “DER STEIN, DER IN DEIN LEBEN FIEL, HAT EINEN TIEFEN SINN. WENN DU IHN NICHT VERSETZEN KANNST, SOLLST DU IHN ÜBERBLÜHEN” finden alle unsere verstorbenen Hennen ein Platz in einem Blumentopf( immer zu zweit, damit sie nicht so alleine sind).Echinacea, Enzian, Akelei, Rosen, Hauswurz, Kräuter, Stiefmütterchen, Gänseblümchen und Gräser blühen in den Töpfen und erinnern uns an sie

Was bleibt ist Dankbarkeit, dass sie da waren, die Liebe, die sie uns gegeben und da gelassen haben und ihr Duft-HENNEN RIECHEN SO GUT!!

2 Gedanken zu „Gedenktage sind Danktage

  1. Johanna linnert

    Danke für die schönen Zeilen, die mich auch sehr berühren, durch meine Tochter Franziska, mit dem Namenspatron Hl.Franziskus und durch eure vorausgegangenen Hennen, von denen ich auch schon einige gekannt habe.
    Ich liebe Allerheilligen, die Stille am Abend, die Lichter auf den Gräbern, die Nebelschwaden, und die vielen Tiere in Linz am Barbarafriedhof, angefangen von Rehen, Hasen, Fasanen, Mäusen, Fledermäusen und noch sehr viele andere.
    Und nicht zu vergessen, die warmen Maroni und das Beisammensitzen in der Familie.

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  2. HerlindeHerlinde

    hallo angelika,
    mir gehts zu allerheiligen ähnlich wie dir. im hinterkopf die kälte – persianer – zu spät kommende friedhofbesucher mit am riesen krank auf den schultern – schnee bis über den schuhrand – vom beten nur gemurmel verstehen – kerzenleuchter die wie zinnsoldaten stehen (müssen) – stramm und am richtigen fleck.
    UND DANN die warme, fast glühende kuchl, die vielen menschen, die schönen erinnerungen die zu tränen – freudentränen rühren.
    jetzt in OÖ gibts des nit. da besuchen wir freunde – verwandte meist am tag vorher und am allerheiligen tag am abend. wenn ruhe einkehrt ist, die lichter den riesigen friedhof erleuchten – die standeln mit gestecken und schaumrollen – kokoskuppeln und türkischem honig langsam zusammen packen – das geschäft nimmer so rennt.
    das ist dann für mich allerheiligen – drandenken und dankbar sein für die gemeinsame zeit.

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